Das dynamische Unternehmen

Wie Wertewandel, Innovation und Digitalisierung zum Erfolg führen
 
 
Schäffer Poeschel (Verlag)
  • erschienen am 6. September 2017
  • |
  • 253 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7910-3878-0 (ISBN)
 

Suchen Sie nach einem erfolgreichen Weg für die digitale Transformation Ihres Unternehmens und wollen Sie dabei auf den Stärken Ihres Business aufbauen?

Dann bietet Ihnen dieses Buch eine Vielzahl zukunftsfähiger und praktischer Lösungen, die Sie sofort anwenden können.

Das dynamische Unternehmen verknüpft eine wertschätzende Unternehmenskultur und eine hohe Innovationsfähigkeit mit agilen Organisationsstrukturen - es gestaltet Veränderung ganzheitlich und ermöglicht sie dennoch schrittweise. Was Sie dazu wissen müssen, wird Ihnen auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Studien und durch eindrucksvolle Fallbeispiele anschaulich erklärt. Die praxisnahen Tools dazu machen die unmittelbare Anwendung in Ihrem Unternehmen leicht.

Ob Design Thinking, Future-Work-Konzepte oder neue Formen der Kollaboration: Die Autoren haben die Strategien des dynamischen Unternehmens mit

  • Vordenkern im Silicon Valley,
  • Experten an der deutschen Forschungsspitze,
  • aktiven Start-up-Gründern und
  • Leitenden von Innovationslabors in deutschsprachigen Unternehmen

ausführlich diskutiert. Von dieser innovativen Lösungsvielfalt wird jedes Unternehmen profitieren.

1. Auflage 2017
  • Deutsch
  • Stuttgart
Schäffer-Poeschel
  • 40,38 MB
978-3-7910-3878-0 (9783791038780)
3791038788 (3791038788)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Karla Schlaepfer, M.A., studierte an der University of California in Berkeley. Sie ist zertifizierter Coach für Systemisches und Change Management (Universität zu Köln) und hat umfangreiche praktische Erfahrungen mit dem kreativen Lösen komplexer Probleme in DAX-Unternehmen: als Beraterin, Kreativitätstrainerin, Key-Note-Referentin und als Design Thinking Coach (HPI D-School, Potsdam).

Teil 1: Unternehmenskultur

Führungskultur
Motivationskultur
Vertrauenskultur
Fehlerkultur
Feedbackkultur

Teil 2: Entwicklung

Innovative Lösungen
Kundenfokussierung
Kreativität
Prototypen testen
Design Thinking

Teil 3: Organisation

Digitalisierung
Kommunikation und Kollaboration
Selbstorganisierte Teams
Future of Work

Einleitung: Auf dem Weg zu einem dynamischen Unternehmen


Stell Dir vor, Kutschen könnten ohne Pferde fahren (Carl Benz 1885)! Stell Dir vor, jeder Arbeiter könnte sich ein Auto leisten (Henry Ford 1908)! Stell Dir vor, qualitativ hochwertige Produkte wären preiswert (Gebrüder Albrecht 1962)! Stell Dir vor, jeder Mensch könnte freien Anteil an der Gesamtheit allen Wissens haben (Wikipedia 2001)! Und stell Dir vor, in jedem Zuhause könnte ein Computer stehen (Bill Gates 1975) und alle weltweit vernetzt sein (Mark Zuckerberg 2003)! Es sind Menschen mit Visionen, die wir als Gestalter von Veränderung und Fortschritt erleben und die ihrem Bild von der Zukunft mit all ihrer Einsatzbereitschaft entgegenstreben.

Heute steht die Welt vor einer grundlegenden Veränderung: die digitale Transformation. Und eine ihrer weitreichenden Folgen ist ein substanzieller Wandel der gesamten Wertschöpfung. Also:

Welche Vision haben Sie von Ihrem Unternehmen für diesen Wandel?

Es muss ja keine disruptiv-innovative sein: Aber ist es schon ein konkretes Bild, für dessen Leitideen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter1 begeistern konnten? Veränderungen solchen Ausmaßes wie die digitale Transformation führen bei den Menschen verständlicherweise zu einer großen Verunsicherung: Wo wird uns künstliche Intelligenz hinführen? Muss ich umlernen oder wird meine Arbeit bald komplett von Robotern übernommen? In dieser Unsicherheit brauchen sie mehr denn je eine Führung durch klare Visionen und engagiertes Handeln.

Das klingt vielleicht wie eine leere Formel, hat aber nachweislich eine neurologische Ursache, bei der das limbische System in unserem Gehirn eine wesentliche Rolle spielt. Als emotionales Zentrum und Speicher unserer Erfahrungen entscheidet dieser Teil des Gehirns über unsere Wünsche und Zielvorstellungen. Er hat quasi als gefühlsmäßiges Korrektiv vor jeder Handlung das letzte Wort (vgl. Roth 2003, S. 164). Betrachten Sie das limbische System vielleicht einfach als unseren emotionalen Entscheidungsfilter. Wenn Sie also mit einer Veränderung durch diesen Filter gelangen wollen, dann benötigen Sie ein klares Bild, das mit positiven Emotionen begeistert. Sie brauchen eine gemeinsame Vision.

Mehr als die Hälfte, nämlich 61 % der deutschen Unternehmen haben nach einer aktuellen Untersuchung noch keine klare Vision für die digitale Transformation ihres Geschäftsmodells. Sie fühlen sich aus vielschichtigen Gründen noch als Mitläufer oder Skeptiker dieser Entwicklung, nicht aber als ihr Gestalter (Büst et al. 2015, S. 3). Einige der Gründe hierfür sind absolut nachvollziehbar, zum Beispiel

  • dass sie mit dem Status quo gute Gewinne erwirtschaften und ihnen eine Veränderung zurzeit (noch) nicht notwendig erscheint (das könnte aber auch eine etwas naive Haltung sein),

  • dass sie zwar eine Weiterentwicklung wünschen, die Gefahr eines daraus resultierenden Umbruchs aber abschreckt (das könnte auch einer ängstlichen Perspektive ähneln),

  • dass Führungskräfte nicht zu einer Entscheidung kommen können, wo denn Veränderung für eine nachhaltige Entwicklung gezielt anzustoßen sei (das könnte auch der Ausdruck von Ratlosigkeit sein),

  • oder dass neben dem operativen Geschäft insgesamt zu wenig Ressourcen für einen Wandel freigesetzt werden können (da könnte aber auch fehlender Wille im Spiel sein).

" Ich würde veränderungsresistenten Unternehmen sagen: Du hast keine Wahl, es gibt keine anderen Optionen, der Status quo ist in keiner Branche ein nachhaltiges Geschäftsmodell (Katz 2015)."

Barry Katz (Professor und Autor zahlreicher Bücher über Design Thinking, Mitbegründer von IDEO)

Auffallend ist doch, dass mit Amazon, Airbnb, Facebook und Uber, um nur einige der Bekanntesten zu nennen, Unternehmen zu weltweitem Erfolg gekommen sind, deren Wertschöpfung grundlegend anders ist. Und auf der anderen Seite funktionieren viele analoge Geschäftsmodelle immer weniger erfolgreich: der Buchhandel, die Hotelbranche, das Taxi- oder Bankwesen. Digitale Transformation ist eben mehr als das bloße Überführen des Status quo in ein digital getriebenes Abbild des eigenen Geschäftsmodells nach dem Motto: So, jetzt verkaufen wir unsere Waren einmal online.

Digitale Transformation bedeutet grundsätzliches Hinterfragen und Umdenken der gesamten Wertschöpfung

Wie können Denk- und Handlungsweisen auf dauerhaftes Lernen ausgerichtet und ein Wertewandel in der Unternehmenskultur angestoßen werden? Wie kann Entwicklungsfähigkeit für neue, kreative Prozesse und Räume geöffnet und wie können dabei gleichzeitig diese Prozesse und Räume weit über den eigenen Tellerrand hinaus vernetzt werden? Wie kann die Arbeit durch digitale Lösungen flexibler und effizienter gestaltet werden? Und als krönender Abschluss: Wie kann das alles miteinander verknüpft werden? Ach, wäre das schön, man hätte eine klare Vision, mit der man andere begeistern könnte.

"Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen", hat der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt gesagt (ZEITmagazin vom 4.3.2010). Und auch wenn dem Wortgebrauch "Vision" ein Hauch von Mystik anhaftet, der in einer effizienzorientierten Ökonomie hier und da gar nicht gut ankommt: Ohne ein ganzheitliches und visionäres Ziel wird eine Transformation wie die Digitalisierung nicht gelingen können. Dafür ist die Veränderung zu fundamental. Und deswegen muss die entscheidende Frage in Anlehnung an Helmut Schmidt lauten: Was kann man tun, wenn man keine Visionen hat? Oder noch besser: Was brauchen Sie, damit Sie Visionen bekommen?

Lassen Sie sich hierzu auf eine kurze Selbsterfahrung ein: Welche Überlegungen haben Sie bei Ihrem letzten Autokauf geleitet? Waren es ein festes Budget (finanzielle Werte) und die besondere technische Ausstattung oder die Sparsamkeit im Verbrauch (funktionale Werte)? War Ihnen auch die Farbe und die ästhetische Erscheinung wichtig, weil Sie sich freuen wollen, wenn Sie auf Ihr Auto zugehen (emotionale Werte) sowie die Marke und das Design, weil es zu Ihrem Typ passen soll, wenn Sie damit in der Öffentlichkeit gesehen werden (identitätsrelevante Werte)? Oder sind Sie Vielfahrer und wollen sich bei langen Fahrten entspannen können (bedeutungsstiftende Werte)?

Was Sie dann getan haben, ist, die quantitativen Werte (in Zahlen messbar) mit den qualitativen Werten (schwierig messbar) abzuwägen (vgl. Abb. 1).

Abb. 1: Die Wertewippe

Und nun fragen wir Sie: Welchen Werten haben Sie bei Ihrer Kaufentscheidung mehr Gewicht gegeben: den quantitativen oder den qualitativen? Gleichwohl ist die Antwort hier nicht so wichtig, denn es ist selbstverständlich Ihre Entscheidung. Wichtig ist, dass Sie über diesen Prozess nachdenken. Stellen Sie sich die Frage, welche Gewichtung die Wertschöpfung in Ihrem Unternehmen bestimmt. Richtet sich alles bedingungslos am Business-Case, also den Finanzen aus? Sind in den meisten Fällen die messbaren Dinge, also am Ende Zahlen die Entscheidungsträger?

"Die Besessenheit auf Zahlen ruiniert nicht nur den Körper und die Ernährung, sondern auch das Geschäft und den Verkauf. Zahlen wirken stets sehr akkurat und bedeutungsvoll und wir lesen eine Menge an Wahrheit und Gültigkeit aus ihnen. Aber Zahlen sind nur ein Teil der Geschichte. Sie sind so machtvoll, dass sie uns die anderen Teile der Geschichte ignorieren lassen (Shedroff 2015)."

Nathan Shedroff (Leiter des MBA in Design Strategy am California College of the Arts, CCA)

Die Digitalisierung der Welt hat einen - vielleicht erstaunlichen - Wertewandel und eine konsequente Veränderung der Geschäftsmodelle bewirkt, der sich in einer neuen Gewichtung der quantitativen und qualitativen Werte bemerkbar macht. Wo früher die technische Machbarkeit (funktionale Werte) bestimmte, was und wie entwickelt wurde, da wird heute mit UX Customer Design und vergleichbaren Ansätzen nach den qualitativen Werten gefragt. Auf der Suche nach passgenauen nutzerzentrierten Lösungen wird den emotionalen und identitätsstiftenden Werten ein neuer Aufstieg beschert. Versteckte Bedürfnisse von Menschen und ihre Erlebnisse mit den Produkten sind als qualitative Entscheider an die Oberfläche gespült und haben - um bei unserem Beispiel zu bleiben - die nächste leistungsstärkere Ausbaustufe des Motors als Kaufentscheidung verdrängt.

Diesen Wertewandel kennen Sie aus vielen alltäglichen Erfahrungen: In einer vernetzten und mit Informationen überfluteten Welt hat die Einfachheit (als Gegenpol zur Komplexität) für viele Menschen eine neue, besondere Bedeutung erlangt. Sie ist zu einem echten Bedürfnis geworden, um sich in der Welt zurechtzufinden und zu handeln. Aldi wirbt neuerdings damit sogar im Fernsehen - eine echte Revolution. Einfachheit hat sich als qualitativer Bedeutungsträger in der Wertschöpfung verankert und an vielen Stellen unseres Lebens die Funktionalität und die Finanzen als Entscheidungsträger verdrängt. Für Einfachheit verzichtet man heute nämlich gerne auf einige Zusatzfunktionen und zahlt auch etwas mehr.

Und auch...

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