Aufbruch nach Samoa

Ruf der Seele
 
 
tao.de (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. Dezember 2017
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96051-969-0 (ISBN)
 
'Aufbruch nach Samoa' ist eine authentische und inspirierende Geschichte einer Frau Anfang vierzig, die den Mut hatte, ihren Herzensweg zu gehen. Mit viel Witz und Charme schildert sie ihre Erfahrungen des Lebens und verknüpft sie mit spirituellen Einsichten, um dem Leser genügend Ansporn zu geben, es ihr gleich zu tun. Das schüchterne und tollpatschige Kind aus der ehemaligen DDR hielt sich gerne im Hintergrund versteckt, um bloß nicht aufzufallen. Doch das war erst der Anfang und die Triebfeder für ihre wunderbare Reise, die sie nach London, Australien, Amsterdam und zu guter Letzt bis in den Südpazifik führte, um ihr wahres Selbst wiederzuentdecken. Während dieser Zeit lernte sie die Lektionen der Liebe, des Egos und viele andere mehr. Das Tor zur Freiheit öffnete sich und sie ging hindurch. Folgen Sie ihrem Beispiel und lassen Sie sich von ihr auf eine neue Bewusstseinsebene erheben. Ein inspirierendes Werk, das Mut macht, dem Beispiel der lebenslustigen Frau zu folgen. Die Autobiographie erhebt den Leser auf mitreißende Weise auf eine neue Bewusstseinsebene. Mit Witz und Charme erzählte Geschichte einer Frau Anfang vierzig, die ihrem Herzensweg folgte und dafür vom Leben belohnt wurde. Die authentische Geschichte führt uns auf gefühlvolle Art und Weise zurück zu unserer wahren Natur, unserem göttlichen Ursprung. 'Aufbruch nach Samoa' kann dem Leser womöglich dazu dienen, sich selbst von falschen Glaubenssätzen, Scham- und Schuldgefühlen zu befreien. Die Autorin beschreibt spirituelle Zusammenhänge und Begrifflichkeiten so, dass sie leicht verständlich sind und nachvollzogen werden können.

Kerstin Schindhelm wurde im Jahre 1975 in der ehemaligen DDR geboren, studierte Betriebswirtschaft und arbeitete danach viele Jahre in der Finanzbuchhaltung. Doch ihre Seele hatte andere Pläne mit ihr. Kurz nach ihrem vierzigsten Geburtstag kam ihr völlig überraschend die Idee, ein Buch zu schreiben. Ihrer Eingebung folgend entstand 'Aufbruch nach Samoa'. Ein Werk, das anderen Menschen Mut machen und inspirieren soll, ebenfalls den Pfad der Liebe zu beschreiten zu einem glücklicheren und erfüllten Leben.
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Kapitel 3: Ich lerne Andrew kennen


Eines Tages teilte uns Robert mit, dass wir einen neuen Mitbewohner, einen Australier namens Andrew, hatten. Diese Tatsache war nun wirklich nichts Ungewöhnliches, da die Art von Häusern viel von Zwanzig- bis Dreißigjährigen aus Übersee bewohnt wird, die sich ein bisschen Geld verdienen und dann von London aus, Europa und andere Teile der Erde bereisen.

Ich weiß noch genau, wie ich Andrew das erste Mal sah. Er war gerade dabei, sein Fahrrad aus dem Haus zu schieben. Unsere Blicke kreuzten sich nur kurz. Was mir als erstes an ihm auffielen, waren seine sanftmütigen blauen Augen und dann seine gesamte positive Erscheinung. Auch wenn ich jetzt noch daran denke, berührt es mich. Keine Angst, ich werde hier bestimmt nicht sentimental, aber mal ehrlich, sind es nicht diese Momente im Leben, die uns für genau diesen Moment innehalten und unser Herz wieder aufblühen lassen? Machen diese Momente unser Leben nicht erst zu dem, wie es sein sollte, nämlich lebenswert, lebendig und voller positiver Überraschungen?

In der Anfangszeit bekam ich Andrew eher weniger zu Gesicht. Ich sah ihn nur dann, wenn er mal in die Küche kam, um sich ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen. Die Küche wurde ohnehin die meiste Zeit von Robert, Mark, Claudia und mir eingenommen, sodass wir wohl auf Außenstehende wie eine eingeschworene Gemeinschaft oder besser noch wie die deutsche Festung gewirkt haben mussten. Wenn dann doch mal ein Gespräch zwischen Andrew und uns Deutschen zustande kam, hatte ich Mühe, seinen Ausführungen zu folgen, was einerseits an meinen nicht gerade grandiosen Englischkenntnissen und zum anderen an seinem australischen Akzent lag. Ich versuchte, die Situation meistens damit zu retten, indem ich viel lachte, wenn ich auch nicht genau wusste worüber. Darin war ich gut.

Ich erinnere mich nicht mehr genau an den Zeitpunkt, wo mir klar wurde, dass ich Andrew mehr als nur mochte. Vielleicht war es der Moment, wo ich im Treppenhaus stand, um zu telefonieren, während er an mir vorbeiging, damit er in sein Zimmer gelangte. Ich bekam die berühmten weichen Knie. Ich lag Claudia permanent mit meinen Schwärmereien in den Ohren, auch wenn es seinerseits keinerlei Anzeichen für ein Interesse an mir gab. Andrew war einfach zu jedermann nett. Die Wochen vergingen und nichts passierte.

Ich begann inzwischen den praktischen Teil meines Kurses in einem kleinen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsbüro im Herzen Londons, dass mir der Kursbetreuer versorgt hatte. Ich wurde dort freundlich aufgenommen und lernte viel. Eine liebenswerte Jamaikanerin nahm mich unter ihre Fittiche. Sie half mir nicht nur dabei, mein theoretisches Wissen von der Uni in die Praxis umzusetzen, sondern brachte mir für das Büro nützliche Begriffe wie "Lineal" und "Locher" auf Englisch bei. Ich muss mich wohl ganz gut angestellt haben, da mir der englische Eigentümer des Unternehmens am Ende meines Praktikums einen Job anbot. Ich lehnte dankend ab, da ich noch ein paar Bewerbungen in Deutschland am Laufen hatte, auf die ich all meine Hoffnungen setzte.

Das Kursende rückte immer näher. Claudia, ich und noch ein paar andere machten uns zum Pub auf. Die Stimmung war ausgelassen und feuchtfröhlich. Da kamen Claudia und ich auf eine Idee. Wir beschlossen, nach Kursende gemeinsam wieder nach London zurückzukehren, vorausgesetzt meine Bewerbungen blieben erfolglos. Claudia hatte ihren Job bereits in der Tasche, der aber erst im Oktober anfangen sollte.

Es war der letzte Abend im Juli 2001, bevor es am nächsten Tag per Zug Richtung Heimat zurückging. Wir vier Deutschen, Andrew und unser südafrikanischer Mitbewohner hatten es uns in der Küche gemütlich gemacht. Der Alkohol floss und mit ihm auch meine Hemmungen. Nicht jetzt, was du vielleicht denkst, aber es reichte immerhin dazu, dass ich mich spontan auf Andrews Schoß setzte. So nah war ich ihm die letzten Wochen noch nie gekommen. Es fühlte sich gut an, auch wenn ich ihn mit meinem Aktionismus überrollte.

Wieder in Deutschland angekommen, fuhr ich zu Bewerbungsgesprächen. Dabei blieb es dann aber auch, eingestellt wurde ich nicht. Hatte ich mich etwa unbewusst selbst sabotiert, um nach London zurückkehren zu können? Jedenfalls setzten Claudia und ich unsere Idee in die Tat um und stiegen Ende August in den Flieger zurück nach London. Vorher erledigten wir noch alles Organisatorische, das heißt, wir mieteten uns ein Doppelzimmer in der gleichen Wohngegend wie zuvor, aber in einem anderen Haus und ich kontaktierte den Eigentümer des Unternehmens meiner Praktikumsstelle zwecks Arbeit. Dieser hatte inzwischen zwei neue Mitarbeiter eingestellt, weshalb er mir nur vorübergehend weiterhelfen könnte.

Dreimal darfst du raten, was Claudia und ich als erstes taten, nachdem wir unser Doppelzimmer in London bezogen hatten. Richtig, wir gingen natürlich in das Haus, wo Andrew und Brent, der Südafrikaner, noch wohnten, in der Hoffnung, die beiden dort anzutreffen. Wir hatten Glück, sie waren daheim. Nach ein bisschen Unterhaltung gingen wir zu viert in einen Pub und ließen die Kugeln über den Billardtisch rollen. Andrew und Brent fragten uns schließlich, ob wir nicht am kommenden Sonntag mit ihnen in eine Lokalität namens "The Church" gehen wollten. Natürlich wollten wir. Das war meine Chance, Andrew wieder etwas näherzukommen. Claudias Freund wartete in Deutschland auf sie. Daher war sie nicht auf Abenteuer aus, aber sie liebte das Leben und war für jeden Spaß zu haben.

Mein erster Arbeitstag stand vor der Tür. Ich machte mich auf den Weg ins Büro und war gemäß deutscher Überpünktlichkeit früher da als notwendig. Dort traf ich auf den ersten der zwei neu eingestellten Mitarbeiter. Er war mir sofort sympathisch. Alsbald folgte die absolut unabkömmliche rechte Hand des Eigentümers des Unternehmens, die uns ins Büro ließ. Ein wenig später erfuhr ich von ihr, dass der zweite der neu eingestellten Mitarbeiter nicht zum Dienst erschienen war und auch nicht mehr würde, weshalb ich seinen Job haben könnte. Hatte ich wieder einmal Glück im Leben? War es göttliche Fügung, Schicksal oder war es meine Wahl, genau diesen Job zu bekommen? Wie du ja nun bereits weißt, passiert nichts rein zufällig im Leben. Natürlich kreisten meine Gedanken um genau diesen Job, welcher somit zu meiner Wirklichkeit und Erfahrung wurde.

Unsere Gedanken können wir zwar nicht kontrollieren, aber wir können einen Gedanken bewusst im Geist formulieren und aussprechen. Dieser bewusst gedachte Gedanke kann entweder positiv oder negativ besetzt sein. Wiederkehrende Gedanken haben Anziehungskraft und werden zu dem, was wir in unserer Erfahrungswelt sehen.

Der besagte Sonntag, der ersehnte "The-Church-Tag" war endlich gekommen. Claudia, Andrew, Brent und ich machten uns auf zu dieser Lokalität. Lasse es mich vorwegnehmen, mit Kirche hatte das absolut nichts zu tun, was wir natürlich vorher wussten. Das Bier floss in Strömen, die passende Musik dröhnte aus den Boxen, kurzum es herrschte eine Atmosphäre wie am Ballermann 6. Wir kamen schnell in Stimmung und ließen uns auf die Atmosphäre ein. Es herrschte ein ziemliches Gedränge und Geschiebe, was mir in die Karten spielte. Und so rückte ich näher an Andrew heran. Meine leichte Angetüdeltheit half mir schließlich, mich zu überwinden, Andrew sein Bier aus der Hand zu nehmen, es Claudia zu übergeben und seine Hände an meine Hüften zu positionieren, um zusammen mit ihm mit der Musik zu schwingen. Der Überraschungsangriff war mir geglückt. Ich glaube, Andrew war so perplex, dass er sich nicht wehrte.

Am darauffolgenden Montag konnte ich es kaum abwarten, Andrew wiederzusehen. Wir hatten keine Verabredung, was mich aber nicht davon abhielt, zu seinem Haus zu gehen und ihn aufzusuchen. Ich traf Brent auf dem Treppenflur an, der mir erklärte, dass Andrew in seinem Zimmer sei. Ich stand vor seiner Tür, mein Herz raste wie wild. Ich klopfte an und wurde hereingebeten. Das war das erste Mal, dass ich sein winziges Einzelzimmer betrat. An den Wänden hingen die australische Flagge und Bilder von Familie und Freunden. Wir saßen auf seinem Bett und redeten. Andrew erzählte mir, dass er gewusst hätte, dass ich kommen würde. Von da an sahen wir uns regelmäßig.

Die Wochen vergingen wie im Flug und es war Zeit, für meine quirlige Freundin und Zimmernachbarin den Heimweg anzutreten. Ihre Familie, ihr Freund und Job warteten in Deutschland auf sie. Ich wäre gerne in unserem Doppelzimmer weiter wohnen geblieben, wofür ich aber circa die Hälfte meines Gehaltes hätte hinblättern müssen. Mit Andrew zusammenzuziehen war auch keine Option. Dafür kannten wir uns noch nicht gut genug. Also blieb nur wieder der Gang zum bekannten Immobilienmakler. Der vermittelte mir ein Doppelzimmer zur Einzelnutzung im Erdgeschoss eines im gleichen Baustil gebauten Hauses wie das alte. Die Miete war mit vierhundert Pfund pro Monat immer noch sehr hoch, aber dafür bekam ich ein eigenes Zimmer. Meine neuen...

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