I fight for you

Gefährliches Spiel
 
 
neobooks Self-Publishing
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 29. Mai 2019
  • |
  • 318 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7485-9530-4 (ISBN)
 
Was bist du bereit, zu riskieren, wenn es nicht mehr viel für dich zu verlieren gibt? Nach dem Selbstmord ihres Bruders Dean, muss sich Sue allein um den jüngeren Bruder kümmern. Um diesem ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen, bricht sie ihr Studium ab und verdient als professionelle Autodiebin ihr Geld. Ihre Sorgen ertränkt Sue in Alkohol. So betäubt sie auch den Schmerz darüber, von ihrer großen Liebe Kane verlassen worden zu sein, als sie ihn am meisten brauchte. Als er drei Jahre später plötzlich vor ihr steht - so anziehend und heiß wie sie ihn in Erinnerung hatte - und von einer riesigen Verschwörung spricht, fällt es ihr schwer, ihm zu glauben. Doch dann steht plötzlich ihr Leben auf dem Spiel und es bleibt ihr keine andere Wahl, als ihm erneut ihr Vertrauen zu schenken ...
  • Deutsch
  • 0,44 MB
978-3-7485-9530-4 (9783748595304)
Madlen Schaffhauser ist in einer lebhaften und wilden Großfamilie in der Schweiz aufgewachsen, wo sie mit ihrem Mann und ihren beiden aufgeweckten Kindern lebt. Sie ist eine wahre Fischefrau - hilfsbereit, verträumt, einfühlsam, sinnlich, und fast immer mit einem Buch anzutreffen, wenn sie nicht gerade selbst Geschichten schreibt.

1. Kapitel


 

 

Sue

 

Heute, Juli 2016

 

Ich brauche nur noch ein paar Tasten des Laptops, der auf meinem Schoß liegt, zu drücken, dann habe ich ihn. »Bist du bereit?«, frage ich nach hinten.

Auf dem Rücksitz wartet Perce auf seinen Einsatz und wippt ungeduldig mit dem Fuß.

»Kann es kaum erwarten«, erwidert der schwarzhaarige Chinese mit einem frechen Grinsen.

»Ich schicke ihn in die nächste Seitengasse, dann bist du dran.«

»Alles klar.«

Ich brauche noch die Zustimmung unseres Fahrers, der uns mit seinem Subaru durch die Straßen lenkt, damit er auch im richtigen Moment handelt. Ich werfe einen Blick zum Fahrersitz. »Ike?«

»Du kannst loslegen.« Ike hat eine Hand am Lenkrad, die andere am Schalthebel. Sein Blick ist nach vorn gerichtet.

Mit Zeigefinger und Daumen drücke ich auf meinem Notebook zwei Tasten gleichzeitig und sofort blinkt der BMW vor uns nach links. Ich beschleunige den Wagen und lasse ihn unkontrolliert schlängeln, um das Überraschungsmoment für den BMW-Fahrer noch zu erhöhen. Das alles mache ich nur mit meinem Rechner. Sobald ich im System des jeweiligen Autos bin, übernehme ich die Steuerung. So wie jetzt bei dem leuchtend blauen Sportwagen, der gleich eine Vollbremsung hinlegen wird.

»Jetzt!«, rufe ich in die angespannte Stille.

Ike tritt sofort die Bremse durch und in der nächsten Sekunde leuchten die Bremslichter des vorderen Wagens rot auf.

»Los! Los! Los!«, brüllt Ike.

Die rechte hintere Tür wird aufgestoßen und wieder zugeschlagen. Perce rennt auf das vordere Auto zu, während ich abermals auf meinem Laptop herumdrücke und fast zeitgleich geht bei dem königsblauen Schlitten vor uns automatisch die Fahrertür auf. Perce zerrt einen verdutzt schauenden Mann aus dem Wageninneren, stößt ihn zur Seite und schlüpft hinter das Steuer. Ich kappe die Verbindung zum BMW. Gleich darauf fährt Perce mit unserer neuesten Errungenschaft davon - durch die Straßen von London, Richtung Garage, wo Greg und Chad, die letzten beiden der Gang auf uns warten.

Ike und ich folgen Perce durch die Seitengasse, wobei ich durch den Seitenspiegel den Mann beobachte, dem soeben sein Auto gestohlen wurde und der nun wild mit seinen Armen rudert. Dabei sieht er fassungslos seinem mindestens zweihunderttausend Pfund teuren M4 nach, der in den nächsten Sekunden um eine Linkskurve biegen und aus seinem Blickfeld verschwinden wird.

»Kannst du mich hören?«, frage ich Perce über den Ohrknopf, mit dem wir alle miteinander verbunden sind.

»Yeah! Ist das 'ne geile Karre!«, johlt dieser.

Ich muss schmunzeln, doch Ike starrt finster durch die Frontscheibe. »Achte auf den Verkehr, fahr die erlaubte Geschwindigkeit und mach keinen Scheiß«, weist er Perce an.

»Mann, Ike, mach dich mal locker. Lass mich diese kurze Fahrt genießen. Wir haben das Baby. Also kein Grund zur Sorge.«

»Du hast gehört, was ich gesagt habe. Kein unnötiges Risiko. Wir sehen uns in der Zentrale.« Ike biegt nach rechts, während Perce nach links fährt.

Wir überqueren eine Kreuzung, bevor Ike einen raschen Seitenblick in meine Richtung wirft. »Du warst wieder einmal absolute Klasse, Kleines.«

»Danke.«

»Dein Bruder wäre stolz auf dich.«

Ich zucke leicht zusammen. Dean war es, der mir die Sprache der Computer beigebracht hat. Ich war eine gute Schülerin und verbesserte meine Fähigkeiten von Tag zu Tag. Aber Dean wollte bestimmt nicht, dass ich Systeme hacke und mich illegal bereichere. Daher glaube ich eher, Dean wäre enttäuscht von mir, wenn er das hier miterleben würde. Doch das tut nichts mehr zur Sache. Dean ist tot. Und ich muss ohne ihn klarkommen.

Ich erwidere nichts auf Ikes Äußerung und konzentriere mich auf den Verkehr sowie die Stimmen in meinem Ohr.

»Perce ist angekommen«, erklärt uns Greg, der in der Zentrale vor seinen Computern sitzt.

»Sehr gut«, meint Ike neben mir.

»Wir sind in einer Minute bei euch«, melde ich mich bei den anderen und fahre meinen Laptop runter.

Bei der nächsten Kreuzung biegen wir nach rechts in ein abgelegenes Industriegebiet ab. Hier befindet sich unser Hauptquartier. Wir steuern auf ein großes, gräuliches und etwas heruntergekommenes Gebäude zu, das früher bestimmt als Autowerkstatt gedient hat. Eins der beiden Tore steht offen und schließt sich wieder, sobald wir hindurchgefahren sind.

»Lass uns das Schmuckstück betrachten«, meint Ike, nachdem er den Motor des Subarus ausgemacht hat.

Ich folge ihm zu dem leuchtend blauen Auto, das in wenigen Tagen einen neuen Besitzer bekommen wird. Die anderen stehen bereits um den BMW herum und begutachten ihn von allen Seiten.

Perce prahlt damit, wie geil diese Sportkarre zu fahren ist und was für ein Feeling es war, in den Kurven zu liegen, während Gregs blonder Haarschopf unter der Haube steckt. Mit geübtem Blick überprüft er den Motor, klappt schließlich die Haube wieder zu und grinst zufrieden.

Ike setzt sich auf den Fahrersitz, fährt mit der Hand über das lederne Lenkrad und das schwarze Armaturenbrett, ehe er wieder aussteigt und jedem auf die Schultern klopft.

Während Perce, Greg und Ike ihre Begeisterung kaum zurückhalten können, steht Chad ganz gelassen neben dem Auto. In seiner rechten Hand hält er wie immer einen Joint und hat ein dreckiges Grinsen auf dem Gesicht. »Sehr gut«, meint er, zieht an seinem Glimmstängel und schiebt seine schulterlangen, fettigen Haare hinter die Ohren.

Ich kann Chad nicht ausstehen. Zwar versteht er sein Handwerk als Mechaniker, aber manchmal gibt mir seine gleichgültige, schleimige Art echt zu denken. Ich versuche, es irgendwie locker zu nehmen.

Ich bin als Letzte zur Gruppe gestoßen. Vor fast drei Jahren haben sie mich aufgenommen, als ich keinen Ausweg mehr sah. Damals waren die vier Jungs schon eine eingeschworene Gemeinschaft, weshalb ich mich hüten werde, mich über ein anderes Mitglied auszulassen. Eigentlich komme ich mit allen gut aus. Nur mit Chad habe ich meine Mühe.

Wir klatschen alle in die Hände, um den Erfolg des heutigen Tags auszudrücken. Jedes einzelne Augenpaar leuchtet vor Freude und Erleichterung, weil alles so reibungslos abgelaufen ist - wie wir es geplant haben. Wir haben schon viele Coups hinter uns, trotzdem kommt jedes Mal eine gewisse Anspannung auf und löst sich erst wieder, wenn alle heil und sicher zurück sind.

Hoffentlich strahlen auch meine Augen eine solche Begeisterung aus. Niemand soll erfahren, wie ich tatsächlich über das Ganze denke.

Das Auto ist zweifellos ein wahres Juwel. Es wirkt sportlich, mit aerodynamischen Linien und das Interieur besteht nur aus den allerbesten Materialien. Aber am besten ist, was es uns einbringen wird. Und dieser edle BMW wird jede Menge Geld abwerfen.

»Du warst super, Sue.« Perce klopft mir kumpelhaft auf die Schulter.

»Zuverlässig wie immer.« Das kommt von Greg.

»Lasst uns anstoßen.« Chad taucht mit Bier auf, für jeden eine Flasche.

Wir öffnen sie und trinken auf unseren Triumph. Danach wird das weitere Vorgehen besprochen, wobei die leeren Flaschen durch volle ausgetauscht werden. Ich höre mehr zu, als dass ich an der Diskussion teilnehme. Meinen Part habe ich erledigt. In den nächsten Tagen ist das Können von Greg und Chad gefragt. Sie werden das Auto umlackieren, die Fahrgestellnummer austauschen, vielleicht noch etwas am Motor herumschrauben. Keine Ahnung, was alles nötig ist, damit man den Wagen nicht mehr zurückverfolgen kann. Hauptsache, die beiden Mechaniker wissen, was zu tun ist. Mein Talent ist wieder erwünscht, wenn es um die Suche nach dem nächsten Objekt geht und darum, es zu knacken. Bei manchen Autos komme ich im Nullkommanichts in das System rein, bei anderen dauert es länger, bis ich sie gehackt habe, doch bis jetzt konnte ich noch jedes Fahrzeug, auf das wir es abgesehen haben, unter meine Kontrolle bringen.

Mein zweites Bier kippe ich in schnellen Zügen runter, um endlich nach Hause zu kommen. Ich bin erschöpft und fühle mich irgendwie ausgelaugt. Die letzten Wochen waren ziemlich anstrengend. Wir gehen immer auf Nummer sicher, ehe wir zum Schlag ansetzen. Dafür braucht es eine genaue Überwachung unseres Zielobjekts sowie exakte Vorbereitung des Coups. Deshalb musste ich viel Zeit mit den Jungs verbringen, was mir oft nicht leichtfällt. Sie sind nicht wirklich meine Freunde - einzig vielleicht Perce - und schon gar nicht meine Familie. Bei ihnen kann ich nicht ich sein, aber durch sie komme ich zu Geld.

Nun brauche ich Ruhe, Abgeschiedenheit und meinen kleinen Bruder. »Jungs, ich verziehe mich!«

»Jetzt schon?« Ike wirkt baff, weil ich meistens länger sitzen bleibe und mindestens ein Bier mehr trinken würde.

Aber heute ... »Ich bin müde.«

»Soll ich dich fahren?«

»Nein, ich bin mit dem Auto da.«

Als wir uns ein paar Schritte von den anderen entfernt haben, stoppt mich Ike. »Willst du heute Nacht nicht ausnahmsweise bei mir bleiben?« Ein kleines Grübchen neben seinem linken Mundwinkel kommt zum Vorschein, als er mich mit einem leichten Lächeln ansieht.

Ike mag mit seiner muskulösen Statur und seinen immer perfekt gestylten, schwarzen Haaren auf viele Frauen attraktiv wirken, doch wenn ich in seine Augen blicke, sehe ich nur eisige Kälte. Hinter seiner charmanten Fassade steckt etwas Dunkles, Gefährliches. Ich habe nur noch nicht herausgefunden, was es ist. »Das hatten wir doch schon.«

»Du bist wirklich eine harte Nuss.«

Oder einfach ein Feigling, füge ich stumm hinzu. »Wir hören...

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