Ich kann das

Eine Geschichte über die drei Worte, die unser Leben verändern
 
 
dtv (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. März 2021
  • |
  • 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-423-43848-3 (ISBN)
 

Selbstbewusstsein kannst du trainieren: die Erfolgsanleitung

"Nur wer voller Überzeugung sagt: 'Ich kann das! Ich bin liebenswert! Und ich weiß ganz genau, wer ich bin!', wird ein erfolgreiches, selbstbewusstes und freies Leben führen." Bodo Schäfer

"Akademie für Selbstbewusstsein" - als Karl das Schild liest, verspürt er ein Gefühl von Ehrfurcht. Wieso hat ihn Marc, den er erst seit Kurzem kennt, hierhin mitgenommen?

Selbstbewusst? Das ist Karl nun wirklich nicht. Er ist ein unglücklicher Student mit einem schlecht bezahlten Nebenjob. Und er kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie sich daran etwas ändern soll .

Seit dem Zusammentreffen mit Marc nimmt sein Leben jedoch eine neue Wendung. Durch ihn begegnet Karl der liebenswerten Anna und spürt die Magie des Selbstbewusstseins. Er erfährt, wie wichtig es ist, auf die Fragen "Wer bin ich?", "Bin ich liebenswert?", "Kann ich das?" eine gute Antwort zu finden.

Denn: Selbstbewusstsein ist die Basis von Glück und Erfolg.

weitere Ausgaben werden ermittelt

Bodo Schäfer tritt international als Seminarleiter und Kongressredner auf, der Top-Unternehmer ist Europas erfolgreichster Money-Coach und Autor zahlreicher Bestseller.

1 DER UNFALL


»So sieht also ein ganz besonderer Tag aus«, dachte Karl. Er hatte morgens beim Frühstück den Spruch gelesen: »Heute ist dein ganz besonderer Tag.« Und jetzt das. Vor wenigen Sekunden hat Karl einen Unfall verursacht. Für einen Moment nicht aufgepasst - und schon ist er in das Auto vor ihm gefahren.

»Vielleicht sollte ich aufhören, diese Sprüche zu lesen«, dachte Karl, »toller besonderer Tag. Das ist nur ein ganz besonderer Mist.« Der Wagen vor ihm sah sehr teuer aus. Karl sackte in sich zusammen. Das war das Letzte, was er jetzt gebrauchen konnte. Er fühlte sich wie gelähmt.

Da öffnete sich die Tür des noblen Autos. Ein Mann stieg aus. Statt sich den Schaden anzugucken, ging er direkt zur Fahrerseite von Karl und beugte sich etwas hinunter: »Alles okay bei Ihnen?«, fragte er so laut, dass Karl ihn auch bei geschlossenem Fenster verstehen konnte.

Karl öffnete die Seitenscheibe: »Ja, mir ist nichts passiert. Tut mir leid. Ich hab geträumt.«

Der Mann wirkte überhaupt nicht verärgert. Er schaute Karl lächelnd an und sagte: »Ich träume selbst gerne. Und ich freue mich, dass Ihnen nichts passiert ist. Es ist schön, Sie kennenzulernen, auch wenn ich mir dafür andere Umstände gewünscht hätte. Ich finde, eine neue Bekanntschaft ist eine neue Chance.«

»Was für ein Spinner«, dachte Karl. Gleichzeitig war er erleichtert, dass der Mann nicht wütend war. Er schaute sich den Fremden prüfend an. Ob der ganz dicht war? Aber er wirkte nicht nur durch und durch freundlich, sondern auch intelligent. Und er schien wirklich zu fühlen, was er sagte. Da war kein Ärger wahrzunehmen.

Karl stieg vorsichtig aus seinem Auto aus. Der Mann streckte seine Hand aus: »Ich bin Marc.« Karl schüttelte seine Hand und stellte sich ebenfalls vor: »Ich bin Karl.«

»Okay«, sagte der Mann, »schauen wir uns den Schaden einmal an.« Da erst fiel Karl auf, dass der Mann direkt zu ihm gekommen war, ohne sich zuerst um sein Auto zu kümmern.

»Das ist doch nicht normal«, dachte Karl. »Wenn ich so ein tolles Auto hätte, würde ich sofort wissen wollen, was alles kaputtgegangen ist. Und ich würde ganz bestimmt nicht freundlich lächeln.« Aber irgendwie beeindruckte ihn diese Reaktion. Er betrachtete zusammen mit dem Mann den Schaden.

Es sah nicht gut aus. Zumindest nicht für Karls Wagen. Die Front war komplett eingedrückt. Wahrscheinlich ein Totalschaden, denn Karls Auto war nicht besonders wertvoll. Ganz anders stand es um den Wagen, den Karl angefahren hatte: ein paar leichte Dellen an der Stoßstange, sonst sah das Auto so aus, als hätte es den Unfall nie gegeben.

Der Mann rief die Polizei, der Unfall wurde aufgenommen. Karls Auto musste abgeschleppt werden, weil es nicht mehr fahrtüchtig war. Karl sackte immer mehr in sich zusammen. Er hatte sich das Geld für dieses Auto mühsam zusammengespart. Und er hatte natürlich keine Vollkaskoversicherung. Das war eine Katastrophe.

Während sich der Mann um alles kümmerte, blieb Karl schweigsam. Er haderte mit seinem Schicksal. Hätte er nicht besser aufpassen können? Warum gerade jetzt, wo er mitten in seinen Prüfungen steckte?

Da fiel ihm auf, dass der Mann ihn aufmerksam anschaute. Karl fühlte sich sofort angegriffen: »Ich hab doch schon gesagt, dass es mir leidtut. Ich kann es ja nicht rückgängig machen.«

Der Mann antwortete leicht verwundert: »Alles ist gut! Es kann doch nicht sein, dass dich so etwas vollkommen aus der Bahn wirft?«

Karl beherrschte sich mühsam: »Sind wir per Du?«, fragte er mit gepresster Stimme. Er fühlte den Drang, sich zu rechtfertigen. Also zischte er: »Ich hab mir diese blöde Kiste erst vor drei Wochen gekauft. Dafür hab ich lange gejobbt. Einen echt miesen Job mache ich da. Ist kein Spaß. Ätzend. Aber ich brauche das Geld. Und jetzt sagen Sie, das ist eine Lappalie?«

»Lappalie habe ich nicht gesagt«, erwiderte der Mann. »Und ja, es würde mich freuen, wenn wir uns duzen würden.«

»Ja, ja, Duzen ist okay. Ich bin halt sauer auf mich.«

»Gut, Karl, dann bleiben wir dabei.« Marc schaute ihn prüfend und gleichzeitig milde an. So, wie er ihn schon durch die Scheibe betrachtet hatte. Als wäre er um Karls Wohl besorgt. Dann fragte er: »Du magst dich selbst nicht besonders, oder?«

»Was für ein Quatsch«, antwortete Karl erregt, »außerdem, was hat das hier damit zu tun, ob ich mich selbst mag?«

»Unsere Einstellung zu unseren Sachen und wie wir sie behandeln, sagt sehr viel darüber aus, ob wir uns mögen«, erklärte Marc geduldig.

Karl verstand nicht genau, was Marc ihm da sagen wollte. Aber er war beeindruckt von dessen Ruhe. Er schien sich überhaupt nicht angegriffen zu fühlen; schließlich hatte Karl nicht besonders freundlich reagiert. Marc sagte in Karls Gedanken hinein: »Ich würde dich gerne zum Essen einladen.«

»Aber ich bin doch gerade in dein Auto gefahren«, antwortete Karl verwundert. »Obwohl deinem Schlitten nicht viel passiert ist . Es kostet dich doch eine Menge Zeit.«

»Ich glaube nicht an Zufälle«, erklärte Marc. »Es hat einen besonderen Grund, warum wir uns heute hier treffen. Und ich möchte diesen Grund herausfinden. Außerdem habe ich Hunger, und ich esse nicht gern allein.« Dann fügte er mit einem Lächeln hinzu: »Mein Wagen fährt ja noch, den können wir also nehmen. Ich kenne ein wirklich gutes Restaurant ganz in der Nähe - abgemacht?«

Karl war auf einmal überhaupt nicht mehr sauer, sondern nur noch verwundert. Er schaute Marc aufmerksam an. »Er hat eine unerklärliche Präsenz«, dachte er. Und dann kam ihm noch ein Gedanke: »So will ich auch sein!« Von Marc ging eine Kraft aus, die ihm vollkommen unbekannt war. Außerdem hatte er richtig Hunger, wie er jetzt erst bemerkte. »Einverstanden«, sagte er.

Sie fuhren in ein ganz einfaches Restaurant. Man konnte kein Gericht auswählen; es gab nur ein einziges. Aber Karl hatte selten so gut gegessen. Sie redeten wenig.

Nach einem Espresso schaute Marc Karl in die Augen und sagte: »Ich würde gerne auf meine Frage zurückkommen: Magst du dich selbst? Und dann habe ich noch eine Frage: Bist du stolz auf dich?«

Mit vollem Bauch war Karl nicht so leicht zu irritieren. Aber diese Fragen waren unbequem. Darum entgegnete er: »Warum sollte ich dir das verraten?«

»Mein Gefühl sagt mir«, erklärte Marc, »dass diese Fragen und deine möglichen Antworten der Grund sein könnten, warum uns das Schicksal heute zusammengeführt hat. Wenn du Lust hast, erzähle mir zuerst etwas von dir.«

Karl nickte und erklärte, er studiere Jura. Das sei der Wunsch seiner Eltern gewesen, die beide Juristen seien. Er solle auch Anwalt werden. Eigentlich möge er weder das Studium, noch könne er sich vorstellen, als Anwalt zu arbeiten. Aber er wolle seine Eltern nicht enttäuschen.

Karl wusste selbst nicht, warum er auf einmal so ins Reden kam. Aber er konnte einfach nicht aufhören. Er erzählte Marc, dass er am liebsten Schauspieler werden würde. Der Film sei seine große Liebe. Darum habe er sich so gefreut, dass er in diesem Bereich einen Job bekommen habe. Zuerst habe er in einem großen Filmstudio als Beleuchtungsassistenz gearbeitet, und dann habe er dort einen besseren Job erhalten. Als Lichtdouble.

»Als was?«, fragte Marc.

»Ich arbeite als Lichtdouble«, wiederholte Karl.

»Was macht denn ein Lichtdouble?«, wollte Marc wissen.

»Ein Lichtdouble steht in einer bestimmten Haltung da, in der ein Star gefilmt werden soll. Denn es dauert ziemlich lange, bis die ganze Beleuchtung eingerichtet ist. Das will der Star natürlich nicht selbst tun. Er ruht sich in der Zeit aus. Also übernehme ich das. Ich bin in etwa so groß wie der Hauptdarsteller, und so leuchten die mich aus.«

»Macht dir das Spaß?«, fragte Marc.

Wieder fühlte sich Karl unwohl. Wollte sich Marc etwa über ihn lustig machen? Er sah ihn aufmerksam an, aber er konnte kein Anzeichen für Spott in Marcs Zügen erkennen. Er schien sich aufrichtig für ihn zu interessieren. Karl antwortete:

»Vieles ist halt ätzend langweilig. Und ich muss oft bis zu einer Viertelstunde völlig still stehen. Das ist anstrengend.«

»Ich kenne das Gefühl«, sagte Marc ernst. »Dein Leben ist vielleicht im Moment nicht so, wie es sein sollte. Etwas läuft falsch, aber du weißt nicht genau, was das ist?«

»Es geht nicht anders«, antwortete Karl. »Ich hab Angst, meine Eltern zu enttäuschen.«

»Je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass es in Ordnung ist, ein Leben zu führen, das andere nicht verstehen«, sagte Marc.

»Aber meine Eltern haben mühsam ihre Kanzlei aufgebaut. Und es ist ihr Herzenswunsch, dass ich das mal übernehme.«

»Das Entscheidende ist, wie du meine beiden Fragen beantwortest: Magst du dich selbst? Bist du stolz auf dich?«, insistierte Marc.

Karl hatte gehofft, dass Marc diese Fragen vergessen würde. Stattdessen wiederholte er sie. Karl versuchte, in sich hineinzuhören: »Mag ich mich?« Verschiedene Antworten kamen ihm in den Sinn. Nichts Klares. »Bin ich stolz auf mich? Eher nicht .«, dachte er.

»Es geht so«, sagte er darum - und dachte eine Weile lang nach. Schließlich ergänzte er: »Wer kann das schon von sich behaupten? Das würde auch ein bisschen überheblich klingen.«

»So habe ich auch einmal gedacht«, erwiderte Marc. »Aber seit vielen Jahren weiß ich, dass wir niemals ein gutes Leben haben werden,...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

16,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen