Lehrereignung

Voraussetzungen erkennen - Kompetenzen fördern - Bedingungen gestalten
 
 
Kohlhammer (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. November 2016
  • |
  • 164 Seiten
 
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978-3-17-032429-9 (ISBN)
 
"Neue Lehrer braucht das Land" - die Slogans und Bestsellertitel zeigen es an: Das Gelingen von Schule steht und fällt mit den Lehrern. Die fachlichen Anforderungen an den Lehrerberuf sind umfangreich, heterogen und widersprüchlich. Allein, die hohen Quoten von Burnout und Frühpensionierung erklären sie nicht. Kann man prüfen, ob man den Aufgaben gewachsen ist?
Das Buch stellt zum einen fundiert die persönlichen Eignungsmerkmale an den Lehrerberuf heraus. Anschließend wird praktisches eignungsdiagnostisches Material vorgestellt, das dabei unterstützt, die relevanten Kompetenzen (z.B. von Kommunikation und Selbstmanagement) in Studium und Beruf sukzessive aufzubauen (durch Selbsterkundungs- und Assessment-Center-Verfahren sowie Trainingsprogramme).
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 3,10 MB
978-3-17-032429-9 (9783170324299)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dr. Uwe Schaarschmidt (i. R.) lehrte als Professor für Persönlichkeits- und Differenzielle Psychologie und gibt Seminare zu Kommunikation, Gesundheitsförderung und Mitarbeiterführung. Gemeinsam mit Dr. Andreas W. Fischer gründete er das Institut COPING & Psychologische Diagnostik & Personalentwicklung in Wien, wo auch Dr. Ulf Kieschke tätig ist. Dieser ist außerdem Juniorprofessor für Psychologische Diagnostik an der Universität Potsdam.
1 - Deckblatt [Seite 1]
2 - Titelseite [Seite 4]
3 - Impressum [Seite 5]
4 - Vorwort: Mehr als Selektion [Seite 6]
5 - Inhalt [Seite 10]
6 - 1 Lehrereignung - Aufgaben, Probleme, Voraussetzungen und Grundlagen [Seite 14]
6.1 - 1.1 Eignungsdiagnostik für angehende Lehrkräfte [Seite 14]
6.2 - 1.2 Zur Anforderungsstruktur des Lehrerberufs [Seite 23]
6.3 - 1.3 Eignungsmerkmale angehender Lehrkräfte [Seite 29]
6.4 - 1.4 Verfahren der Eignungsabklärung für den Lehrerberuf [Seite 39]
7 - 2 Selbsterkundungsverfahren [Seite 42]
7.1 - 2.1 Selbst- und Fremdeinschätzungsbogen FIT-L (R) [Seite 42]
7.2 - 2.2 Selbst- und Fremdeinschätzungsbogen FIT-L (P) [Seite 64]
8 - 3 Assessment Center für Lehramtsstudierende [Seite 70]
8.1 - 3.1 Sinn und Zweck des Assessment Centers [Seite 70]
8.2 - 3.2 Anlage und Durchführung des AC [Seite 73]
8.3 - 3.3 Übungen des AC [Seite 78]
9 - 4 Eignungsförderung mittels Training [Seite 92]
9.1 - 4.1 Einführung in das Trainingsprogramm »Stärkung für die Schule!« [Seite 92]
9.2 - 4.2 Erster Trainingsschwerpunkt: Selbstmanagement [Seite 94]
9.3 - 4.3 Zweiter Trainingsschwerpunkt: Kommunikation [Seite 106]
9.4 - 4.4 Übungen für studentische Seminare - eine vereinfachte Version des Trainingsprogramms [Seite 113]
10 - 5 Eignung und Gesundheit [Seite 117]
10.1 - 5.1 Einführung [Seite 117]
10.2 - 5.2 Die AVEM-Muster [Seite 118]
10.3 - 5.3 Zusammenhang von Mustern und beruflicher Eignung [Seite 123]
10.4 - 5.4 Einige Schlussfolgerungen [Seite 139]
11 - 6 Geeignete Arbeitsverhältnisse schaffen - das Angebot »Denkanstöße!« [Seite 142]
11.1 - 6.1 Anliegen des Programms »Denkanstöße!« [Seite 142]
11.2 - 6.2 Analyse mittels IEGL [Seite 144]
11.3 - 6.3 Intervention [Seite 152]
12 - Literatur [Seite 157]

 

 

 

 

2


Selbsterkundungsverfahren


2.1       Selbst- und Fremdeinschätzungsbogen FIT-L (R)


 

Einführung in das Verfahren


FIT-L (R) (Faust, Schaarschmidt & Fischer, 2016) stellt eine Revision des schon vor Jahren publizierten und vor allem in seiner Online-Version viel genutzten Fragebogens »Fit für den Lehrerberuf?!« (FIT-L) dar (Herlt & Schaarschmidt, 2007).

FIT-L war insbesondere als Entscheidungshilfe für Schülerinnen und Schüler gedacht, die sich mit der Studienwahl befassen und dabei auch ein mögliches Lehramtsstudium in Betracht ziehen. Das Verfahren sollte dabei helfen, das Bild von den Anforderungen des Lehrerberufs zu schärfen und über den Abgleich mit den eigenen Erwartungen und Voraussetzungen zu einem Urteil bezüglich der persönlichen Eignung zu kommen. Dabei ging es nicht allein um eine Entscheidung für oder gegen das Studium. Es sollten auch - sofern das Urteil prinzipiell zu Gunsten des Studiums ausfiel - Anregungen für gezielte Entwicklungsbemühungen ableitbar sein. Unter dem Entwicklungsbezug wurde das Verfahren zunehmend auch von Studierenden des Lehramtes und selbst von im Beruf stehenden Lehrerinnen und Lehrern genutzt.

Inzwischen liegt zu allen drei genannten Gruppen, den Schülerinnen und Schülern, den Lehramtsstudierenden und auch den Lehrerinnen und Lehrern ein umfangreicher Datensatz vor. Gestützt auf die Daten von 17.077 Personen10 führten wir eine erneute Testanalyse durch, in deren Folge nunmehr ein revidiertes Verfahren erarbeitet wurde: FIT-L (R). Im Zuge der Revision wurden drei Items entfernt, alle anderen Items blieben unverändert. Deutliche Veränderungen erfuhr die Struktur, d. h. die Gliederung des Verfahrens nach Skalen und übergeordneten Merkmalsbereichen. Diese Neufassung soll im Weiteren vorgestellt werden. Wie das Vorgängerverfahren baut auch FIT-L (R) auf folgenden Voraussetzungen auf:

  Das Verfahren soll die Selbstreflexion über persönliche Voraussetzungen in Gang bringen und auf dieser Grundlage selbstbestimmte Schlussfolgerungen bezüglich der beruflichen Eignung und des Entwicklungsbedarfs ermöglichen. Es ist also kein Eignungstest, dessen Ergebnisse für eine von außen getroffene Entscheidung über die Zulassung/Nichtzulassung zum Lehrerstudium herangezogen werden. Die genannte Zielsetzung hat auch völlige Transparenz in der Anlage des Instruments zur Folge. So ist den abverlangten Einschätzungen stets eine Information über die Eignungsrelevanz wie auch den wünschenswerten Ausprägungsgrad der einbezogenen Merkmale vorangestellt. Es versteht sich, dass ein solch durchsichtig angelegtes Verfahren nur dann mit persönlichem Gewinn genutzt werden kann, wenn die Bereitschaft besteht, sich ernsthaft zu hinterfragen und sich so realistisch wie möglich einzuschätzen.

  Da die Entwicklungsorientierung im Vordergrund steht, zielt das Verfahren auf die Erfassung verhaltensnaher berufsrelevanter Merkmale ab und nicht auf abgehobene, situationsübergreifende Eigenschaften (etwa i. S. der Big Five, siehe dazu die Ausführungen in Kapitel 1). Konkret werden Merkmale des psychosozialen Verhaltens erfasst, wobei nach drei Bereichen differenziert wird: Umgang mit der eigenen Person, Beziehung gegenüber anderen, speziell den Schülerinnen und Schülern, sowie Grundfähigkeiten für wirksames Auftreten.

  Schließlich erlaubt es das Verfahren, die Selbsteinschätzung durch eine Fremdeinschätzung zu ergänzen. Durch Einbeziehung dieser zweiten Perspektive, die die Gegenüberstellung von Selbst- und Fremdbild ermöglicht, werden erfahrungsgemäß die Auseinandersetzung mit dem Ergebnis und die Ableitung gut durchdachter Schlussfolgerungen noch deutlich unterstützt. Auch trifft in vielen Fällen zu, dass allein schon das Wissen um die zusätzliche Einbeziehung eines Fremdurteils dazu beiträgt, subjektiven Verzerrungen in der Selbsteinschätzung entgegenzuwirken. Damit meinen wir einerseits die Neigung, sich in zu günstigem Licht zu sehen, andererseits aber auch die umgekehrte Tendenz zur überkritischen Sicht auf die eigene Person.

Aufbau und Inhalt des FIT-L (R)


Mittels Faktorenanalyse ließen sich elf Faktoren extrahieren, die im Weiteren die Skalen des FIT-L (R) ausmachen. (Unter inhaltlichem Gesichtspunkt sprechen wir auch von elf Merkmalen.) Über eine Sekundäranalyse konnten die elf Merkmale drei übergeordneten Bereichen (Sekundärfaktoren) zugeordnet werden. Es ergibt sich damit die folgende Verfahrensstruktur:

1. Bereich: Widerstandskraft und Bewältigungsverhalten


Es geht hier um die Sicht auf die eigene Person beim Umgang mit den zu erwartenden beruflichen Beanspruchungen, konkret um das Erleben von Belastbarkeit auch bei erhöhten sozialen und sachlichen Anforderungen, um die Einschätzung der gesundheitlichen Ressourcen und des Arbeitsaufwandes in der Folge der individuellen Arbeitsorganisation und schließlich um die Bereitschaft, persönliche Kraft und Anstrengung zu investieren. Im Einzelnen handelt es sich um die folgenden Merkmale (in Klammern ist jeweils die Zahl der Items angegeben, die das Merkmal konstituieren):

  Emotionale Stabilität (9): aus zwischenmenschlichen Problemen und erlebten Frustrationen resultierende Belastungen verkraften können, sich auch von Misserfolgen nicht unterkriegen lassen

  Stressresistenz und Flexibilität (6): auch unter Bedingungen von Reizüberflutung, Aufgabenfülle und Zeitdruck beeinträchtigungsfrei arbeiten und sich flexibel auf unterschiedlichste Situationen einstellen können

  Fähigkeit zum rationellen Arbeiten (3): in der Lage sein, Prioritäten zu setzen und die Arbeitsaufgaben in organisierter und rationeller Weise zu bewältigen

  Erholungs- und Entspannungsfähigkeit (3): die Balance von Anspannung und Entspannung finden und sich in der Freizeit regenerieren können

  Anstrengungs- und Entbehrungsbereitschaft (3): bereit sein, auch abends und am Wochenende zu arbeiten und ggf. Privates zurückzustellen

2. Bereich: Sozial-emotionales Engagement


Es geht hier um die Beziehung gegenüber anderen Menschen, insbesondere gegenüber Schülerinnen und Schülern. Konkret soll Auskunft darüber gewonnen werden, inwieweit in der späteren Berufstätigkeit mit der Bereitschaft und Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme und mit emotionaler Zuwendung gerechnet werden kann. Es sind diesem Bereich die folgenden Merkmale zugeordnet:

  Wahrnehmung sozialer Verantwortung (9): gern Verantwortung für andere Menschen übernehmen wollen und bereit und in der Lage sein, sie auch im täglichen Handeln durchzusetzen

  Freude an der Arbeit mit jungen Menschen (6): gern mit jüngeren Menschen zusammen sein, mit Tatkraft und Optimismus an ihrer Entwicklung mitwirken wollen

  Warmherzigkeit und soziale Aufgeschlossenheit (3): als Kommunikationspartner kontaktfreudig und herzlich sein können

Natürlich sind in all diesen Merkmalen hohe Ausprägungen wünschenswert. Es kommt dann eine berufliche Haltung zum Ausdruck, die alles andere als »bloße Joborientierung« ist, sondern vielmehr für die starke Identifikation mit den Kernanforderungen des Lehrerberufs spricht.

3. Bereich: Grundlegende Fähigkeiten für wirksames pädagogisches Auftreten


Gefragt ist hier die Selbsteinschätzung in Bezug auf solche Merkmale, die die Souveränität und Überzeugungskraft des späteren beruflichen Verhaltens maßgeblich mitbestimmen werden. Konkret geht es dabei um motivationale Einflussnahme, didaktische Voraussetzungen (hier i. S. von Erklärungsfähigkeit) und den sprachlichen Ausdruck sowie um die Sicherheit im öffentlichen Auftreten, wozu auch das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Stimme gehört. Konkret wird dieser Bereich durch die folgenden drei Merkmale untersetzt:

  Motivierungsfähigkeit (6): andere Menschen und insbesondere die Schülerinnen und Schüler gewinnen und mitreißen können

  didaktisches Geschick und sprachlicher Ausdruck (6): zu vermittelnde Inhalte gut strukturieren und erklären können, sprachlich gewandt sein

  Sicherheit im Auftreten (6): gegenüber verschiedensten Menschen und in einem größeren Kreis souverän auftreten und sich dabei auch stimmlich behaupten können

Güte des...


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