Das Erbe der Elfen - Die Zeit der Verachtung - Feuertaufe - Der Schwalbenturm - Die Dame vom See

 
 
dtv (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. April 2017
  • |
  • 2387 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-423-43212-2 (ISBN)
 

Fünf Bände der Kultserie um Hexer Geralt - jetzt im eBundle.


Die komplette Hexer-Saga II: jetzt im eBundle.

Das Erbe der Elfen: Seit dem blutigen Überfall auf Cintra ist Cirilla, die Thronerbin des Reiches, verschollen. Gerüchte gehen um, dass sie nicht tot ist, sondern von Geralt, dem Hexer, entführt und an einen geheimen Ort gebracht wurde. Es scheint, als ob sie großes magisches Potential hat. Oder ist sie nur das Medium einer bösen Macht? Der halbverfallene Stammsitz der Hexer wird zum Schauplatz einer großen Prüfung ...

Die Zeit der Verachtung: Krieg kündigt sich an. Ein Konvent der Zauberer soll klären, wie sie sich in dem bevorstehenden Konflikt verhalten werden. Am Vorabend der Besprechungen sieht sich Geralt einem Dickicht undurchsichtiger Intrigen und Bündnisse gegenüber. Der geheimnisvolle Rience, sein alter Gegenspieler, verfolgt Ciri, die Prinzessin von Cintra, die unter Geralts Schutz steht. Es kommt zu einer blutigen Konfrontation. Ciri gelingt es zu fliehen, doch sie findet sich in einer entsetzlichen Wüste wieder. Ein verirrtes Einhorn ist ihr einziger Gefährte ...

Feuertaufe: In Nilfgaard wird die Verlobung des Kaisers mit Ciri, der Thronerbin von Cintra, proklamiert. Aber handelt es sich wirklich um die echte Ciri? Geralt, halbwegs von seinen schweren Verletzungen genesen, macht sich auf den Weg nach Nilfgaard. Doch auch eine gerade erst gegründete Geheimloge von Zauberern beschließt, Ciri um jeden Preis zu finden und zur Königin zu machen, um so die Macht der Zauberer zu sichern ...

Der Schwalbenturm: Ciri, die Prinzessin von Cintra, ist auf der Suche nach ihrem Schicksalsort, dem legendären Schwalbenturm. Und die rivische Königin will Geralt, den Hexer, und seine Gefährten als Partisanenkämpfer in dem blutigen Krieg gegen Nilfgaard verpflichten. Doch es gelingt ihnen, sich abzusetzen. Bei einem Überfall gerät Geralts Wolfsmedaillon, das Insignium seines Hexertums, in fremde Hände.

Die Dame vom See: Eine letzte große Schlacht wird das Schicksal von Ciri, der Prinzessin von Cintra, und Geralt, dem Hexer, erfüllen. Wird sich die uralte Prophezeiung bewahrheiten?

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Format: EPUB
  • 3,36 MB
978-3-423-43212-2 (9783423432122)
3423432128 (3423432128)

Andrzej Sapkowski, geboren 1948, ist Wirtschaftswissenschaftler, Literaturkritiker und Autor. Er lebt in Lódz. Seine Hexer-Sage erreicht weltweit Millionen-Auflagen. Höchst erfolgreich ist auch seine Mittelalter-Trilogie um den Medicus Reinmar von Bielau. 2008 wurde Andrzej Sapkowski mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Lódz ausgezeichnet.

Wahrlich, man findet nichts Abscheulicheres als jene Monster, wider jegliche Natur, so Hexer genannt werden, denn es sind die Früchte lästerlicher Zauberey und Teufeley. Es sind Schurken sonder Tugend, Gewissen und Skrupel, wahre Geschöpfe der Hölle, zu nichts als zum Tödten geschickt. Und ist für ihresgleichen kein Platz unter ehrlichen Menschen.

Jenes Kaer Morhen aber, da selbige Ehrlosen hausen, wo sie ihren gräßlichen Praktiken frönen, muss hinweggefegt werden vom Antlitz der Erde und seine Spur mit Salz und Salpeter bestreuet.

Anonymus, Das Monstrum,
als da ist eine Beschreibung des Hexers

Intoleranz und Aberglaube waren immer den Dummen unter dem Pöbel zu eigen und werden, wie mich deucht, niemals vollends ausgerottet werden, denn sie sind ebenso ewig wie die Dummheit selbst. Wo heute Berge aufragen, werden dereinst Meere sein, wo heute Meere wogen, werden sich dereinst Wüsten ausbreiten. Aber die Dummheit bleibt die Dummheit.

Nicodemus de Boot, Betrachtungen über das Leben,
das Glück und das Wohlergehen

Das zweite Kapitel


Triss Merigold hauchte auf die klammen Hände, bewegte die Finger und murmelte einen Zauberspruch. Ihr Pferd, ein falber Wallach, reagierte sofort auf den Spruch, schnaubte und drehte den Kopf zur Seite, sah die Zauberin mit einem von Kälte und Wind tränenden Auge an.

»Du hast zwei Möglichkeiten, Alter«, sagte Triss und zog die Handschuhe über. »Entweder du gewöhnst dich an Magie oder ich verkaufe dich einem Bauern für den Pflug.«

Der Wallach spitzte die Ohren, stieß Dampf aus den Nüstern und ging folgsam den bewaldeten Hang hinab. Die Zauberin bückte sich im Sattel, um den reifbedeckten Ästen auszuweichen.

Der Spruch wirkte rasch, sie spürte an den Handgelenken und am Hals die Kälte nicht mehr, vor der sie sich zusammengekrümmt und den Kopf eingezogen hatte. Der Zauber, der sie wärmte, milderte auch den Hunger, der schon seit ein paar Stunden an ihrem Magen nagte. Triss' Stimmung hellte sich auf, sie setzte sich bequemer im Sattel hin und begann, aufmerksamer als bisher die Umgebung zu betrachten.

Seit dem Augenblick, als sie die belebte Straße verlassen hatte, wies ihr die graublaue Wand der Berge die Richtung, deren schneebedeckte Gipfel in den wenigen Augenblicken golden funkelten, da die Sonne durch die Wolken drang, meistens früh am Morgen und kurz vor dem Untergang. Nun, da sie der Bergkette schon näher war, musste sie besser achtgeben. Das Gebiet um Kaer Morhen war bekannt für seine Wildheit und Unzugänglichkeit, und die Scharte in der Granitwand, an der sie sich orientieren musste, war für ein ungeübtes Auge schwer zu erkennen. Es genügte, in eine der zahllosen Schluchten abzubiegen, um sie aus dem Auge zu verlieren. Sogar sie, die sie die Gegend, den Weg kannte und wusste, wo sie den Durchgang suchen musste, konnte sich keinen Augenblick der Unaufmerksamkeit leisten.

Der Wald hörte auf. Vor der Zauberin erstreckte sich ein weites, von Geröll bedecktes Tal, das bis zu den steilen Hängen an der gegenüberliegenden Seite reichte. Mitten im Tal floss der Gwenllech, der Weißsteinfluss, strudelte schäumend zwischen Felsblöcken und angeschwemmten Baumstämmen dahin. Hier im Oberlauf war der Gwenllech nur ein flacher, wenngleich breiter Wasserlauf. Hier konnte man ihn ohne Mühe durchqueren. Flußab, in Kaedwen, im Mittellauf, bildete der Fluss ein unüberwindliches Hindernis - er war reißend und strömte am Grunde tiefer Schluchten dahin.

Ins Wasser geritten, beschleunigte der Wallach den Schritt, wollte sichtlich möglichst schnell ans andere Ufer. Triss zügelte ihn ein wenig - das Flussbett war seicht, reichte dem Pferd knapp über die Fesseln, doch die Steine am Grunde waren glitschig und die Strömung schnell und reißend. Das Wasser strudelte und schäumte um die Beine des Tiers.

Die Zauberin schaute zum Himmel. Zunehmende Kälte und auffrischender Wind konnten hier in den Bergen einen Schneesturm ankündigen, und die Aussicht, eine weitere Nacht in einer Grotte oder einer Felsspalte zu verbringen, behagte ihr nicht recht. Wenn es sein musste, hätte sie die Reise sogar in einem Schneesturm fortsetzen können, sie konnte den Weg telepathisch erkunden und sich magisch gegen die Kälte wappnen. Sie konnte es, wenn es sein musste. Besser aber, wenn sie es nicht musste.

Zum Glück war Kaer Morhen schon nahe. Triss ritt den Wallach einen flachen Geröllhang hinan, in einen schmalen Spalt zwischen Felsblöcken hinein. Die Wände der Schlucht ragten senkrecht empor, schienen sich hoch oben zu treffen, nur von einem schmalen Streifen Himmel getrennt. Es wurde wärmer, denn der über den Felsen heulende Wind erreichte sie nicht mehr, peitschte und biss nicht.

Die Felsspalte wurde breiter, führte zu einem Hohlweg und dann in ein Tal, in eine große, runde, bewaldete Mulde, die sich zwischen zackigen Felsbrocken erstreckte. Die Zauberin ignorierte die flachen, leicht zugänglichen Flanken der Mulde, ritt vielmehr geradewegs in den Wald, ins dichte Unterholz. Trockene Äste knackten unter den Hufen. Der Wallach, der über gefallene Baumstämme steigen musste, begann zu schnauben, zu tänzeln, zu stampfen. Triss zog die Zügel an, fasste das Pferd an dem struppigen Ohr und schimpfte unflätig, wobei sie seine Versehrtheit erwähnte. Das Ross machte in der Tat den Eindruck, als schäme es sich, und ging ruhiger und forscher, wobei es selbst den Weg durchs Dickicht wählte.

Bald waren sie auf freiem Gelände, kamen ins Bett eines Baches, der dünn am Grunde eines Hohlwegs rann. Die Zauberin blickte sich aufmerksam um. Bald hatte sie entdeckt, was sie suchte. Über dem Hohlweg lag, auf riesige Felsblöcke gestützt, waagerecht ein mächtiger Baumstamm, dunkel, kahl, grün von Moos. Triss ritt näher heran, um sich zu vergewissern, dass das wirklich die Spur war und nicht ein zufällig vom Unwetter gefällter Baum. Sie bemerkte jedoch einen unscheinbaren schmalen Pfad, der im Wald verschwand. Sie konnte sich nicht irren - das war zweifellos die Spur, der rings um das Schloss Kaer Morhen verlaufende, mit Hindernissen gespickte Weg, auf dem die Hexer schnelles Laufen und Atemkontrolle trainierten. Er hieß »die Spur«, doch Triss wusste, dass die jungen Hexer dafür einen eigenen Namen hatten: »die Quälerei«.

Sie beugte sich zum Hals des Pferdes hinab und ritt langsam unter dem Baumstamm hindurch. Da hörte sie Steine klirren. Und die schnellen, leichten Schritte eines laufenden Menschen.

Sie drehte sich im Sattel um, zog die Zügel an. Sie wartete, dass der Hexer auf den Stamm liefe.

Der Hexer lief auf den Stamm, schoss wie ein Pfeil darüber hinweg, ohne den Lauf zu verlangsamen, ohne auch nur mit den Armen zu balancieren, leichtfüßig, geschickt, flüssig, mit unglaublicher Grazie. Huschte vorbei und verschwand sofort wieder zwischen den Bäumen, ohne auch nur einen Zweig zu berühren. Triss seufzte laut und schüttelte ungläubig den Kopf.

Denn der Hexer, nach Größe und Körperbau zu urteilen, war ungefähr zwölf Jahre alt.

Die Zauberin stieß dem Falben die Fersen in die Flanken, ließ die Zügel schießen und ritt im Trab den Bachlauf hinan. Sie wusste, dass die Spur den Hohlweg noch einmal überquerte, an einer Stelle, die als »Gurgel« bezeichnet wurde. Sie wollte noch einen Blick auf den kleinen Hexer werfen. Denn sie wusste, dass seit fast einem Vierteljahrhundert in Kaer Morhen keine Kinder mehr ausgebildet wurden.

Sie beeilte sich nicht übermäßig. Der schmale Pfad der Quälerei wand sich durch das Gehölz, für seine Überwindung musste der kleine Hexer viel mehr Zeit aufwenden als sie, die die Abkürzung nahm. Trödeln durfte sie jedoch auch nicht. Hinter der Gurgel bog die Spur in den Wald ab, führte geradewegs zur Burg. Wenn sie den Burschen nicht am Abgrund erwischte, sah sie ihn vielleicht überhaupt nicht mehr. Sie war schon ein paarmal in Kaer Morhen gewesen und überzeugt, dass sie dort nur das sah, was die Hexer ihr zeigen wollten. Triss war nicht so naiv, als dass sie nicht gewusst hätte, dass man ihr lediglich einen verschwindend geringen Teil dessen zeigen wollte, was es in Kaer Morhen zu sehen gab.

Nach ein paar Minuten Ritt das steinige Bachbett entlang erblickte sie die Gurgel - eine Enge, die über dem Hohlweg zwei große, moosbewachsene und von zwergwüchsigen Bäumen bestandene Felswände bildeten. Sie ließ die Zügel locker. Der Falbe schnaubte und neigte den Kopf zum Wasser, das zwischen den Steinen floss.

Sie brauchte nicht lange zu warten. Die Silhouette des Hexers huschte über den Felsen, der Junge sprang, ohne den Lauf zu verlangsamen. Die Zauberin hörte den weichen Aufprall der Landung, im nächsten Augenblick aber das Poltern von Steinen, ein dumpfes Fallgeräusch und einen leisen Schrei. Oder eher ein Piepsen.

Triss sprang ohne zu überlegen aus dem Sattel, warf den Pelz von den Schultern und lief über den Hang, zog sich an Wurzeln und Ästen hoch. Sie stürmte auf den Felsen, rutschte aber auf den dort liegenden Tannennadeln aus und fiel neben der zusammengekrümmt auf den Steinen liegenden Gestalt auf die Knie. Bei ihrem Anblick sprang der Halbwüchsige wie eine Feder hoch, wich blitzschnell zurück und langte geschickt nach dem auf dem Rücken hängenden Schwert, stolperte aber und fiel zwischen die Wacholderbüsche und kleinen Föhren. Die Zauberin stand nicht auf, sondern...

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