Ein Highlander für alle Fälle

 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2021
  • |
  • 365 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-1414-6 (ISBN)
 

Der größte Schatz ist die Liebe

Als Heiler ist Rory Buchanan viel zu beschäftigt, um auf Brautschau zu gehen. Doch als er den Auftrag erhält, einen "Schatz" in die Highlands zu geleiten, stellt er überrascht fest, dass es sich dabei um eine junge Frau handelt. Lady Elysande ist übel mitgenommen aus englischer Gefangenschaft entkommen und noch immer in Gefahr. Und auch wenn Rory sich einredet, dass es lediglich seine Aufgabe als Heiler ist, sie zu beschützen und ihre Verletzungen zu versorgen, merkt er doch schon bald, dass es sein eigenes Herz ist, das am meisten der Heilung bedarf - und Elysande die Einzige, die dies zu erreichen vermag.

"Dieses Buch war ein wahrer Genuss!" LONG AND SHORT BOOK REVIEWS

Band 9 der HIGHLANDER-Serie von SPIEGEL-Bestseller-Autorin Lynsay Sands

1. Aufl. 2021
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,18 MB
978-3-7363-1414-6 (9783736314146)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Die kanadische Autorin Lynsay Sands hat zahlreiche zeitgenössische und historische Romane verfasst. Sie studierte Psychologie, liest gern Horror- und Liebesromane und ist der Ansicht, dass ein wenig Humor "in allen Lebenslagen hilft". Mit der ARGENEAU-Serie gelang ihr der große internationale Durchbruch.

Prolog


Elysande erwachte durch das leise Klirren von Schlüsseln aus einem unruhigen Schlaf. Sie konnte nicht sehen, wer da kam, denn sie lag zusammengekrümmt auf dem feuchten Boden aus festgetretener Erde, den Blick auf die Wand gerichtet. Es interessierte sie auch nicht besonders. Es war entweder de Buci oder einer seiner Männer, der sie zurück in die Große Halle zerren würde, um sie wieder zu schlagen. Vielleicht würde de Buci ihr dieses Mal sogar noch etwas viel Schlimmeres antun, da er bisher trotz der Schläge nicht das bekommen hatte, was er wollte.

Bei dem Gedanken an die noch schlimmeren Dinge krampften sich ihre Finger in die stinkende, zerschlissene Decke, die sie wegen der Kälte hier unten im Kerker über sich gezogen hatte. Bevor sie von de Bucis Männern weggebracht worden war, hatte er ihr für das nächste Mal das Foltern angedroht: Vergewaltigung, das Abtrennen einer Hand oder eines Fußes, das Brandmarken ihres Gesichts mit einem glühenden Eisen, so dass alle sie voller Abscheu ansehen würden. Er hatte noch weitere Drohungen ausgestoßen, aber die hatte sie nicht mehr richtig gehört, da seine Stimme mehr und mehr zu einem gedämpften Knurren geworden war, als sie in die Eingeweide der Hölle - den Kerker von Kynardersley - gezerrt wurde.

Elysande hatte nie viel darüber nachgedacht, ob sie wohl eine mutige Frau war. Was ihr jetzt widerfuhr, verriet ihr, dass sie es nicht war. Hätte sie eine Antwort auf das gehabt, was de Buci von ihr wissen wollte, hätte sie ihm diese schon nach der Hälfte der Schläge gegeben. Doch sie kannte die Antwort nicht, so oft und hartnäckig er auch immer wieder gebrüllt hatte: »Wo ist es?«

»Was denn?«, hatte sie jedes Mal zurückgeschrien und nichts anderes gewollt, als dass die Misshandlungen endlich aufhörten. Aber alles, was sie zu hören bekommen hatte, war: »Du weißt, was! Wo ist es?«

Aber Elysande wusste es wirklich nicht. Am Morgen war sie noch glücklich und unbeschwert in ihrem Bett aufgewacht - in dem Zuhause, in dem sie aufgewachsen war, umgeben von liebevollen Eltern und Bediensteten und Soldaten, die sie als Familie betrachtet hatte. Aber jetzt .

Das Geräusch eines sich im Schloss drehenden Schlüssels brachte sie schließlich dazu, den Kopf zu heben und einen Blick über die Schulter zu werfen. Verblüfft starrte sie auf die Dienerin ihrer Mutter, die vor der Tür der Kerkerzelle stand. Überrascht setzte Elysande sich auf, spürte, wie die abrupte Bewegung sofort eine Woge von Schmerz durch ihren Körper schickte. Sie achtete jedoch nicht darauf, sondern krächzte verwirrt: »Betty?«

Die Augen der Dienerin weiteten sich alarmiert, und sie legte rasch einen Finger an die Lippen, um Elysande zum Schweigen zu bringen. Dann sah sie besorgt zu dem Wachposten, der zusammengesunken auf dem Stuhl beim Tisch vor der Zelle saß und schlief. Als der Mann weiter laut schnarchte, richtete Betty ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Schlüsselbund in ihrer Hand. Sie zog den Schlüssel aus dem Schloss und probierte es mit dem nächsten, der sich an dem Ring mit etwa einem halben Dutzend großer Schlüssel befand.

Elysande sah schweigend zu; halb fürchtete sie, dass sie das alles nur träumte. Dann, als Betty es mit dem dritten Schlüssel versuchte, öffnete sich die Tür endlich. Sie zuckten beide zusammen, so laut quietschte die Tür in den Angeln, und ihre Blicke schossen sofort zur Wache. Der Mann schnarchte jedoch immer noch laut vor sich hin.

»Könnt Ihr aufstehen?«, flüsterte Betty.

Bei diesen Worten sah Elysande wieder zur Dienerin hin, ein bisschen verblüfft, dass sie plötzlich direkt vor ihr stand. Sie hatte gar nicht bemerkt, wie sie sich bewegt hatte. Statt die Frage zu beantworten, ließ Elysande die schäbige Decke los und streckte die Hand nach Betty aus. Sie wollte sie anfassen, um sicher zu sein, dass sie echt war, aber die Dienerin musste es für eine stumme Bitte um Hilfe gehalten haben, denn sie nahm sofort Elysandes Arm und fing an, sie hochzuziehen.

Elysande wappnete sich gegen den Schmerz, und mit Bettys Hilfe gelang es ihr, taumelnd auf die Beine zu kommen. Am Ende war sie schweißnass und schwankte, während sie gegen den Schmerz und die Benommenheit ankämpfte.

»Könnt Ihr gehen, Mylady?«, flüsterte Betty besorgt; sie schien den Tränen nahe zu sein, als sie Elysande am Arm festhielt, um sie zu stützen.

Elysande schluckte die in der Kehle aufsteigende Galle hinunter und nickte grimmig. Sie würde gehen, auch wenn es sie umbrachte.

Betty legte sich Elysandes Arm über die Schultern und half ihr, sich zur Tür zu schleppen. Es ging langsam, war mühsam und anstrengend, aber als sie schließlich vor der Zelle standen, bedeutete sie ihr, stehen zu bleiben und sich an dem Riegel festzuhalten. Dann eilte sie ans andere Ende des kurzen Ganges und griff nach einer Tasche, die dort gegen die Wand gelehnt stand. Elysande runzelte leicht die Stirn, stellte aber keine Fragen; sie sah, wie Betty ein Kleid aus der Tasche zog und es rasch mit dem stinkenden Stroh füllte, das überall auf dem Gang lag. Zum Schluss packte sie auch Stroh in die Tasche und hastete in die Zelle, wo sie beides auf den Boden legte und die schäbige Decke darüber ausbreitete. Als Betty sich schließlich aufrichtete und ihr Werk betrachtete, verstand Elysande, was sie getan hatte. Was dort an der hinteren Wand der Zelle auf dem Boden lag, sah aus wie eine Gestalt, die sich zusammengerollt hatte. Als läge sie immer noch da, begriff Elysande, während die Zofe die Zelle verließ und die Tür hinter sich schloss.

Als deren Angeln dabei erneut laut und protestierend quietschten, spannten die beiden Frauen sich an und sahen argwöhnisch zu der Wache hin. Aber der Mann schlief weiter.

Elysande stieß einen erleichterten Atemzug aus und holte erneut Luft, die sie jedoch anhielt, als Betty vorsichtig zu dem Mann ging. Sie legte die Schlüssel behutsam auf den Tisch vor ihm, von wo sie sie offensichtlich genommen hatte. Obwohl die Zofe vorsichtig zu Werke ging, war ein leises Klirren zu hören, der Mann regte sich aber immer noch nicht.

Betty stieß einen kleinen, zittrigen Seufzer aus, dann kehrte sie rasch zu Elysande zurück und legte sich deren Arm wieder über die Schultern.

»Hier entlang«, flüsterte sie und führte sie zum Ende des Ganges, wo sich die Tasche befunden hatte.

»Mutter?«, fragte Elysande leise, als die Zofe auf einen der Steine in der Mauer drückte und ihn drehte.

»Aye. Sie hat mir erklärt, wie ich den Geheimgang öffne«, erklärte Betty.

Das hatte Elysande nicht gemeint; sie hatte wissen wollen, wie es ihrer Mutter ging. Dann schwang ein Teil der Wand auf, und eine Million Treppenstufen schien sich vor ihr nach oben zu erstrecken. Elysande kam zu dem Schluss, dass es ihrer Mutter gut gehen musste, wenn sie ihrer Dienerin Befehle erteilt hatte. Daher sparte sie sich den Atem und betrat schweigend den Geheimgang.

Die Stufen waren in den Fels gehauen worden und verschwanden in der Dunkelheit; sie waren zu schmal, als dass sie nebeneinander hätten gehen können. Hier konnte Betty ihr nicht helfen. Elysande würde alleine klarkommen müssen. Und das würde sie auch, sagte sie sich fest entschlossen, und wenn sie sich auf dem Bauch kriechend voranschleppen müsste. Und so kam es auch fast. Elysande war auf den Händen und Knien, als sie oben an der Treppe ankam.

Sie keuchte, als sie die letzte Stufe hinter sich brachte. Dann sackte sie erleichtert auf dem kalten Stein zusammen. Jeder Muskel in ihrem Körper zitterte vor Erschöpfung.

»Mylady?«

Elysande seufzte, als sie Betty flüstern hörte. Sie wollte einfach nur liegen bleiben und sterben, aber das konnte sie nicht. Ihre Mutter .

Kühler Stoff strich über ihren Arm und ihre Wange, und sie öffnete die Augen. Sie konnte in der Dunkelheit nichts sehen, aber sie vermutete, dass Betty in dem schmalen Gang vorsichtig über sie hinweggestiegen war und jetzt neben ihr stand; vermutlich hatte sie ihr Kleid gespürt.

»Mylady? Viel weiter ist es jetzt nicht mehr.« Während Betty die Worte flüsterte, packte sie Elysande an den Schultern und versuchte, sie aufzurichten.

Elysande achtete nicht auf ihre Schmerzen, sondern biss die Zähne zusammen und kämpfte sich auf die Knie. Dann stützte sie sich mit einer Hand an der Wand ab, griff mit der anderen nach dem Arm des Mädchens und schaffte es, auf die Beine zu kommen.

»Alles in Ordnung?«, flüsterte Betty besorgt.

»Es geht mir gut«, sagte Elysande keuchend und holte tief Luft, um sich zu beruhigen. »Gehen wir weiter. Ich möchte Mutter sehen.«

Sie spürte jetzt eher als dass sie sah, dass das Mädchen sich von ihr fortbewegte. Elysande atmete noch einmal tief durch, dann stützte sie sich mit den Händen zu beiden Seiten an den Wänden ab und kämpfte sich voran. Wie weit sie hinter Betty zurückgefallen war, begriff sie erst, als die Zofe gute zehn Fuß voraus die Tür zum Zimmer von Elysandes Mutter öffnete und Licht von dort in den Gang fiel.

Sie streckte die Schultern und versuchte, schneller zu gehen. Doch es kam ihr vor, als würde sie ewig brauchen, den Durchgang zu erreichen - und bis das Licht im Zimmer sie blendete. Es brannten nur zwei kleine Kerzen, aber nach ihrer Zeit im dunklen Kerker empfand sie das Kerzenlicht als so grell, als würde sie in die Sonne blicken. Sie musste die Augen schließen, um sie zu schützen. Glücklicherweise bemerkte Betty das sofort, ergriff sie am Arm und führte sie durch das Zimmer zum Bett ihrer Mutter.

Als Elysande sich neben dem Bett auf die Knie sinken ließ, hatten sich ihre Augen...

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