Kapitalanlage Gesundheit

Mit Biotech, Medtech und Pharma erfolgreich an der Börse investieren
 
 
FinanzBuch Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. Juni 2014
  • |
  • 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86248-615-1 (ISBN)
 
Lange verschmähten Anleger das Segment Biotechnologie. Doch der Sektor Gesundheit erlebt an der Börse einen Boom. Die Perspektiven sind exzellent, denn neben innovativen Medikamenten und beeindruckenden Rekordgewinnen der Pharmagiganten sprechen wichtige Produktzulassungen sowie vielversprechende klinische Nachrichten für kräftiges Wachstum.

Prof. Dr. Jürgen Hannemann vom Institut für Angewandte Biotechnologie und Beate Sander zeigen, wie Anleger vom enormen Nachholpotenzial der Branche profitieren können und welche Anlageklassen jeweils am besten geeignet sind.
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 64,88 MB
978-3-86248-615-1 (9783862486151)
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Beate Sander ist durch ihre langjährige Erfahrung im deutschsprachigen Raum als Kommentatorin, Moderatorin und Interviewpartnerin gefragt. Mag die Materie noch so kompliziert sein, Beate Sanders Markenzeichen ist es, spannend, anschaulich, leichtverständlich und praxisbezogen zu schreiben und zu sprechen.

Prof. Dr. Jürgen Hannemann ist Gründungsdekan der Fakultät Pharmazeutische Biotechnologie an der Hochschule Biberach. Er kam als Biologe über die medizinische Forschung in die pharmazeutische Industrie und wechselte 2005 an die Hochschule.

2. Wichtige Biotech-, Medtech- und Pharmafirmen
stellen sich vor


Die Biotechnologiebranche ist auf gutem Wege. Dies ist schon daran erkennbar, dass die Kurse der besten Aktien binnen eines Jahres um die Hälfte stiegen oder sich sogar mehr als nur verdoppelt haben. Ein Blick auf die Umsätze mit Biotechwirkstoffen 2012/1013 zeigt, dass die großen Pharmakonzerne weltweit kräftig in Biotech-Arzneimittel investieren und zahlreiche Wirkstoffstudien in den klinischen Phasen II und IIl laufen. Der Umsatz mit Biotech-Medikamenten betrug 2012 rund 154 Mrd. Dollar. Bis 2018 dürften es 234 Mrd. Dollar, also 50 % mehr sein.

Umsätze mit Biotech-Wirkstoffen im Jahr 2012

Unternehmen

Umsatz US-D

Umsatzanteil

Roche

26,7 Mrd.

55,1 %

Amgen

15,5 Mrd.

89,6 %

Sanofi

13,4 Mrd.

29,8 %

Novo Nordisk

12,6 Mrd.

93,3 %

Pfizer

10,3 Mrd.

17,5 %

AbbVie

10,1 Mrd.

55,0 %

Johnson & Johnson

8,1 Mrd.

12,1 %

Quellen: HANDELSBLATT Nr. 198/2013, Evaluate Pharma

Biotechaktien im Jahr 2013: Megatrend einer nun erwachsenen Branche oder Spekulationsblase?

Biotechaktien gehörten 2012/2013 zu den Kursraketen, bilden sie doch die Medikamentschmieden der großen Pharmakonzerne. Hier werden die neuartigen Wirkstoffe entwickelt, mit denen bei Zulassung Milliardenumsätze winken.

Der Nasdaq Biotechnology Index, der die amerikanische Branche abbildet, notierte zum Jahresende 2013 mit 2300 Punkten auf Allzeithoch und hat sich seit Anfang 2012 mehr als verdoppelt. Längst überwunden ist der schmerzliche Kurseinbruch, der den Index Anfang der 2000er-Jahre von 1600 unsanft auf 400 Punkte krachen ließ – gnadenlose Abstrafung für enttäuschte Hoffnungen, sind doch die Erfolge beim Kampf gegen schwere Krankheiten eher bescheiden. Kein stürmisches Sieben-Meilen-Tempo, sondern Vorankommen in Trippelschritten, auf Umwegen, bisweilen im Rückwärtsgang. Für ein neues Medikament werden im Schnitt eineinhalb Jahrzehnte geforscht. Von der ersten zündenden Idee bis zur Zulassung dauert es 15 bis 18 Jahre, vorausgesetzt, die entscheidende klinische Phase verläuft erfolgreich. Schnell wird eine knappe Milliarde Euro verschlungen. Von 1000 Wirkstoffkandidaten schafft es nur einer auf das Siegerpodest, belohnt mit Milliardenumsätzen.

Die Experten erwarten keinen erneuten Absturz der Biotechbranche. An neuen Wirkstoffen wird weltweit gearbeitet. Einen Schlüssel bildet die DNA-Technologie. Viele Produkte sind näher an die Marktreife gerückt. Jedoch dürften die Kurse fortan kaum im bisherigen Galopptempo steigen. Umgekehrt ist Panikmache keineswegs angezeigt. Die Biotechschmiede war einst der Star des Neuen Marktes. Aber damals begann erst der mühsame Aufstieg in dem mit Hindernissen gepflasterten langen Weg. Zahlreiche Felsbrocken in dem unwegsamen Gelände waren und sind mühsam aus dem Weg zu räumen.

Lockruf Silicon Valley 2014

In den ersten neun Monaten 2013 steckten Investoren rund 71 Mio. Euro Wagniskapital in Start-ups aus dem Gesundheitsbereich. Weitere 2,3 Mrd. Euro flossen in den Biotechnologiesektor. Die Entwicklung von Medikamenten mit neuartigen Wirkstoffen, um Krebs und andere lebensbedrohliche Krankheiten zu bekämpfen, treibt die Forschung voran. Am Ost­ufer der Metropole, der 120 Hektar großen Mission Bay, wächst das neue Ökosystem für biotechnologische Forschung.

Vor einem Jahrzehnt eröffnete die Universität von San Francisco im Silicon Valley, der Technologieschmiede, das biotechnologische Institut. Mehr als 60 kleine mittelständische Biotechunternehmen ließen sich hier nieder, die meisten in den letzten vier Jahren. Die Firmen sind untereinander vernetzt. Sie arbeiten mit den umliegenden Hochschulen, den beiden kalifornischen Instituten für quantitative Biotechnologie und regenerative Medizin zusammen. Jetzt soll dort ein Kinderkrankenhaus entstehen, um Forschungsergebnisse umsetzen zu können.

Seit gut drei Jahren hat sich der DAX-Konzern Bayer im Silicon Valley mit seinem US-Innovationscenter niedergelassen. Die 70 Mitarbeiter sollen die Verbindung herstellen zwischen den biotechnologischen Forschungen des Pharmakonzerns in Deutschland und den Innovationen der jungen amerikanischen Biotechfirmen. Der Chemieriese fördert gezielt Start-ups. In diesem »BAYER-Brutkasten« haben sich zurzeit fünf Neugründungen einquartiert. Der Pharmakonzern aus Leverkusen hofft, durch diese Zusammenarbeit frühzeitig von Innovationen zu profitieren, um das eigene Geschäftsfeld Biotechnologie langfristig auszubauen. Bayer stellt den unterstützten Unternehmen die nötige Ausrüstung zum Forschen bereit, lässt ihnen aber ihre Selbstständigkeit und erwirbt keine Anteile.

2.1 Die deutsche Biotechnologiebranche im Kapitalmarkt


  • Diagnose: Chronischer Geldmangel
  • Therapie: Kooperationen, Übernahmen, Beteiligungen, stützende institutionelle Investoren
  • Erfolgschancen: nur bei breiter Produktpalette mit vielversprechenden Ergebnissen in der klinischen Phase III, attraktiven Alleinstellungsmerkmalen und neuartigen Wirkstoffen

Beim Blick auf die Finanzlage führender börsennotierter amerikanischer Biotechfirmen im Vergleich zu deutschen Wettbewerbern kommt möglicherweise Neid auf. In den USA haben chancenreiche Biotechgesellschaften, die freier, unabhängiger, weniger begrenzt und eingeengt forschen und entwickeln dürfen, meist keine Mühe, Milliardenbeträge am Kapitalmarkt lockerzumachen. Ob Kapitalerhöhungen, Unternehmensanleihen, Kooperationen, Beteiligungen oder Übernahmen: Hier fließt richtig viel Geld. Dank üppiger Finanzspritzen wird der Weg geebnet, aus eigenen Wirkstoffkandidaten umsatzstarke, marktreife Präparate zu formen.

Hier besteht durchaus die Hoffnung, milliardenschwere Blockbuster bzw. Bestseller auf den Markt zu bringen – in den USA, in Europa, weltweit. Folglich wird der Abstand gegenüber den Erfolgsaussichten und Vermarktungschancen in Deutschland eher größer als geringer. Dabei spielen auch der Patentschutz für Vorgängerpräparate und der Zeitpunkt eine Rolle, ob und wann es strategisch klug ist, für ein deutlich verbessertes Arzneimittel mit modernem Therapieansatz wie personalisierte Medizin und Immuntechnologie die Zulassung zu erlangen.

In der Grundlagenforschung sind deutsche Biotechfirmen auf gutem Wege. Aber es fehlt eben an der Finanzkraft, Forschungen in Markterfolge umzusetzen und schneller als der Wettbewerb zu sein. Peter Heinreich, Vorsitzender des Branchenverbands BIO Deutschland, spricht deutliche Worte: »Die deutsche Biotechindustrie ist chronisch unterfinanziert. Zwischen 2006 bis Ende 2012 gab es an Kapitalzuflüssen in den USA 18,09 Mrd. Euro, in Europa zum gleichen Zeitraum lediglich 3,24 Mrd. Euro.«

In Deutschland gibt es nur wenige vermögende private Investoren wie den SAP-Gründer Dietmar Hopp oder den früheren HEXAL-Eigner Andreas Thomas Strüngmann. Institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen haben sich weitgehend von der Biotechnologie verabschiedet. Zu tief sitzt noch ein alter Stachel. Der erste verfrühte Boom um die Jahrtausendwende mit noch nicht erfüllbaren Erwartungen verlief im Sand. Vergleichbar mit dem Verhalten vieler Aktionäre, nach dem großen Börsencrash von 2000 bis 2003 fortan passiv an der Seitenlinie des Börsenfeldes zu verharren, statt mutig Chancen aufzugreifen und frühere Verluste auszugleichen. Die Aussichten in der Biotechnologie sind heute weitaus besser als vor 10 bis 15 Jahren, als die Gen- und Immuntechnologie noch in den Kinderschuhen steckten und personalisierte Medizin unbekannt war.

Dabei leistet sich Deutschland in der biomedizinischen Grundlagenforschung die zweithöchsten Ausgaben nach den USA, mag der Abstand auch riesig sein. Allerdings sind trotz...

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