Die Heimkehr 3 - Meister des Kampfes

Roman
 
 
Blanvalet (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. August 2019
  • |
  • 560 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-23683-0 (ISBN)
 
Er wählte ein Leben im Licht, doch sein Weg führt zurück in die Dunkelheit.Ein unsicherer Waffenstillstand hat in das Unterreich Einzug gefunden. Die Dämonenhorden sind zurückgewichen, und jetzt streiten sich die Matriarchinnen der Dunkelelfen über das Schicksal von Drizzt Do'Urden. Währenddessen wird einer Matriarchin nach der anderen klar, dass Menzoberranzan, die Stadt der Spinnen, für immer herrschen wird - mit oder ohne den abtrünnigen Drow. Und so kann Drizzt noch einmal in seine wahre Heimat zurückkehren. Für den einsamen Dunkelelf gibt es nur eine einzige letzte Aufgabe: eine Suche nach Frieden, nach Familie, nach Heimat - nach einer Zukunft ...
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Blanvalet
  • 5,44 MB
978-3-641-23683-0 (9783641236830)
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R. A. Salvatore wurde 1959 in Massachusetts geboren, wo er auch heute noch lebt. Bereits sein erster Roman »Der gesprungene Kristall« machte ihn bekannt und legte den Grundstein zu seiner weltweit beliebten Romanserie um den Dunkelelf Drizzt Do¿Urden. Die Fans lieben Salvatores Bücher vor allem wegen seiner plastischen Schilderungen von Kampfhandlungen und seiner farbigen Erzählweise.

Prolog

»Vor allem Banditen, um ehrlich zu sein«, sagte Regis zu Wulfgar.

Die beiden ruhten auf der Ladefläche eines Wagens, der an dem Spätfrühlingstag im Jahr 1486 der Zeitrechnung der Täler, dem Jahr der Schriftrollen aus den Nesserbergen, von Dolchfurt aus die Handelsstraße entlang nach Südosten rumpelte. »Man möchte meinen, es wären mehr Monster hier unterwegs. Schließlich ist das Land so spärlich besiedelt. Aber Ärger gab es zumeist mit Menschen.« Der Halbling seufzte.

Wulfgar nickte neben ihm und blickte über seinen Arm hinweg, der bequem auf der Holzbrüstung des Wagens ruhte, auf die Hügel im Norden. Irgendwo dort oben marschierten vermutlich seine Freunde an der Spitze einer gewaltigen Zwergenarmee ostwärts in Richtung Schwertküste. Erst später würden sie nach Süden abbiegen und auf die alte Zwergenheimat Gauntlgrym zuhalten.

Wulfgar wusste, dass Bruenor Gauntlgrym zurückerobern würde. Mit Drizzt und Catti-brie an seiner Seite würde der entschlossene Zwerg nicht lockerlassen. Bestimmt würden sie gefährliche Gegner vorfinden, und ebenso sicher würden sie sich ihren Weg bahnen. Auch ohne ihn.

Dieser Gedanke beschäftigte ihn, und was Wulfgar am meisten verwunderte, wenn er an die Gefahren dachte, die seinen Freunden bevorstanden, war, dass er keinerlei Schuldgefühle empfand, weil er nicht bei ihnen war.

Er wollte noch so viel von der Welt entdecken!

Schließlich war er nicht ins Leben zurückgekehrt, um lediglich die Ereignisse seiner ersten Existenz nachzuspielen. Aus diesem Grund war er von Mithril-Halle aus zuerst nach Silbrigmond gezogen und dann nach Tiefwasser, wo er mit Regis' und dem ungewöhnlichen Mönch Afafrenfere den Winter verbracht hatte. Nun fuhren sie über die Handelsstraße in die Hafenstadt Suzail am westlichsten Ausläufer der See des Sternenregens, wo sie sich nach Aglarond zur Stadt Delthuntle einschiffen konnten. Dort lebte Regis geliebte Donnola Topolino, die das bekannte Haus Topolino führte, welches in alle krummen Geschäfte der Stadt verstrickt war.

»Oh, Monster gibt es hier reichlich, keine Sorge«, rief der alte Fahrer zurück. »Wenn es bloß um Menschen ginge, hätte ich euch nicht so gut für euren Schutz bezahlt.«

»Bezahlt?«, wiederholte Wulfgar schmunzelnd. Ihre einzige Bezahlung bestand darin, dass sie hier auf dem Wagen saßen.

»Ja, aber die Menschen finde ich unterwegs am schlimmsten. Ihr nicht?«, sagte Regis zu dem Mann. »Zumindest zwischen Dolchfurt und der Boareskyr-Brücke.«

Mit skeptischer Miene sah der Fahrer sich zu ihnen um. Er sollte sich dringend mal wieder rasieren, dachte Wulfgar angesichts der grauen Stoppeln, die aus den zahlreichen Warzen auf seinem Gesicht stakten. Der Mann machte den Eindruck, als hätte er seinen grauen Bart - und seine Haare insgesamt - ewig nicht gepflegt. Die längsten Haare in seinem breiten, rundlichen Gesicht waren jedoch diejenigen, die aus seinen großen Nasen­löchern lugten.

»Pah! Bist du etwa der Herold der Handelsstraße?«, sagte der Fahrer zu dem sorgfältig frisierten, höchst eleganten Halbling. Tatsächlich war Regis mit seinem ausladenden blauen Barett, dem schwarzen Reisemantel mit dem steifen Kragen und seinen feinen Kleidern modisch auf dem neuesten Stand. Zudem war an seiner linken Hüfte der prächtige Knauf seines schmalen Degens erkennbar.

»Früher gehörte ich zu den Ponys«, antwortete Regis mit einigem Stolz.

Wulfgar wartete geradezu darauf, dass sein kleiner Freund sich zufrieden den Schnurrbart zwirbelte.

»Den Ponys?«, wiederholte der Kutscher, dessen Stimme jetzt einen anderen Klang annahm und tiefer wurde, als er Regis genauer ins Auge fasste. Wenn er sich diese Mühe bereits in Dolchfurt gemacht hätte, wäre ihm gewiss längst klar gewesen, was für ein Mann der kultivierte Halbling war. Sein sauber gestutztes Bärtchen, die langen braunen Locken und die hochwertige Kleidung zeigten überdeutlich, dass Regis ein erfahrener, bedeutender Abenteurer war. Und den Drei-Klingen-Dolch an seiner rechten Hüfte, den fabelhaften Degen links und die Handarmbrust gleich unter den Falten seines feinen Mantels trug der Halbling offenkundig nicht aus Angeberei, sondern weil er damit bestens umzugehen wusste.

Wulfgar beobachtete erst den Fahrer und dann Regis, der sich mit ihrem Begleiter ein Blickduell lieferte.

»Ja, die Grinsenden Ponys«, betonte Regis. »Vielleicht hast du von ihnen gehört.«

Der Fahrer drehte sich wieder um, was Wulfgar ziemlich unhöflich fand. »Stimmt, die sind hier irgendwo«, sagte er ohne einen weiteren Blick nach hinten. »Auch wenn man mehr von ihnen hört als sieht. Aber, ja, die Kleinen sind hier irgendwo.« Worauf er so leise vor sich hin murmelte, dass Wulfgar es kaum hören konnte: »Machen mehr Ärger, als sie verhindern, so viel steht fest.«

Wulfgar warf Regis einen fragenden Blick zu, doch der bedeutete ihm wortlos, nichts weiter zu sagen.

»Stimmt«, sagte Regis zu dem Fahrer. »Sie sagen, sie >grinsen<, aber ich sag immer bei mir, sie giggeln! Die giggelnden Ponys! Prächtige Reiter, ja, aber keine großen Kämpfer. Deshalb bin ich nicht mehr dabei. Sie wollten unbedingt die großen Helden sein, aber verdient hatten sie diesen Titel nie, und sie haben jeden Kerl getötet, der es ihnen leicht machte.«

Der Fahrer knurrte etwas Unverständliches.

Regis zwinkerte Wulfgar zu. »Männer, die so etwas nicht verdient hatten«, fuhr der Halbling mit dramatischer Geste fort. »Männer, die bloß ihre Familien ernähren wollten, weiter nichts.«

Bei diesen Worten verzog Wulfgar das Gesicht, denn er hatte Regis immer in den höchsten Tönen von den Grinsenden Ponys schwärmen hören. Dann jedoch wunderte er sich noch mehr, denn inzwischen hatte sein Halbling-Freund den Dialekt der Landbevölkerung dieser Gegend angeschlagen, den Wulfgar von Regis noch nie gehört hatte.

»Bandit«, hauchte Regis Wulfgar tonlos zu und deutete dabei auf den Fahrer, der sie als Eskorte mitgenommen hatte.

»Ein räuberischer Haufen, allerdings, aber alles ganz legal, und so drohen die hohen Damen und Herren jedem, der sich nimmt, was er braucht, und die Seinen versorgen will, mit dem Tod«, grollte der Fahrer.

»Der sich mit dem Schwert nimmt, was er braucht. Was mit dem Schwert beantwortet wird«, sagte Wulfgar.

»Pah!«, schnaubte der Fahrer. »Ach, ob Schwert oder Hammer, wenn diese Banditen über andere herfallen, was soll's? Hauptsache, ihr wisst, wer euch bezahlt!«

Keiner der beiden ging davon aus, dass der Fahrer seine Worte so meinte, wie er sie sagte, oder dass er Angst hatte, dass sie bald überfallen werden könnten.

Der Halbling und der Barbar nickten sich vielsagend zu. Offenbar waren sie von einem Banditen angeheuert worden, der sie mitten ins Hornissennest seiner Bande brachte. Was nicht mehr lange dauern würde, wie sie glaubten. Sie befanden sich bereits ein ganzes Stück außerhalb des Bereichs um Dolchfurt, wo regelmäßig Patrouillen unterwegs waren.

Wulfgar deutete auf den Weg vor ihnen, und Regis nickte.

»Wie lange fahren wir heute?«, erkundigte sich der Halbling.

»Bis Sonnenuntergang. Ich will in einem Zehntag an der Boareskyr-Brücke sein, und das bedeutet mindestens fünfundzwanzig Meilen pro Tag.«

Regis sah Wulfgar an und schüttelte den Kopf. Mit diesem Fahrer würden sie garantiert nicht einmal in die Nähe der Brücke gelangen.

»Das heißt, dass wir die halbe Nacht Wache halten. Da schlafe ich lieber jetzt eine Runde«, kündigte Regis an. Er schob ein paar Kisten zurecht und holte eine dicke Decke aus seinem magischen Beutel.

»Klar. Der Weg ist schließlich frei«, sagte der Fahrer, ohne sich umzusehen. »Ihr könnt ruhig beide ein Nickerchen halten.«

»Afafrenfere?«, flüsterte Regis.

Wulfgar zuckte mit den Schultern. Der Mönch war in Dolchfurt zurückgeblieben, um einem Hinweis auf seinen früheren Begleiter Effron nachzugehen, hatte aber zugesagt, ihnen zu folgen. Sie würden ihn vermutlich bald brauchen. Afafrenfere war ein guter Kämpfer, und der Überfall würde schon bald stattfinden.

Während Wulfgar einen Sack Äpfel unter die Decke zwischen zwei Kisten schob, schlüpfte Regis hinten vom Wagen und tauchte so rasch im hohen Gras unter, dass Wulfgar ihn schon nach wenigen Schritten aus den Augen verlor.

Etwas später begann Wulfgar, demonstrativ zu gähnen, lehnte sich zurück und verdeckte so einen Großteil des Schlafplatzes des Halblings.

»Gut, aber wenn sich irgendwo Ärger abzeichnet, schreist du sofort los«, wies er den Fahrer an. »Mein kleiner Freund hier schnarcht verdammt laut.«

»Die Kleinsten sind immer die Lautesten«, erklärte der Mann grinsend, der bald darauf auffällig zu pfeifen begann.

Und Wulfgar fing an zu schnarchen.

Schon bald stellte der Barbar fest, dass Regis richtig­gelegen hatte, denn der Wagen wurde langsamer und bog ruckelnd vom Weg ab. Wulfgar blinzelte leicht und bemerkte, dass sie auf ein Wäldchen zuhielten.

...

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