Musiktherapie bei Sprach- und Kommunikationsstörungen

 
 
Ernst Reinhardt Verlag
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 15. Mai 2017
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  • 202 Seiten
 
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978-3-497-60403-6 (ISBN)
 
Musik beeinflusst unsere Gefühle, unsere Wahrnehmung und auch unser Verhalten. Wie Musik generell sowie in der Förderung und Therapie bei Sprach- und Kommunikationsstörungen wirkt, wurde in den letzten Jahren in verschiedenen Studien untersucht. Dieses Buch stellt den aktuellen Stand der Forschung zu Transfereffekten von Musik auf Sprache dar. Es zeigt Möglichkeiten und Grenzen musiktherapeutischer Interventionen und setzt die musikspezifischen Befunde in Bezug zu Ätiologie und Symptomatik sowie zur sprachtherapeutischen Vorgehensweise bei verschiedenen Sprach-, Sprech- und Kommunikationsstörungen. So bietet es eine Grundlage für den gezielten Einsatz von Musik in der Therapie und Förderung sprachlich-kommunikativer Fähigkeiten. Verschiedene Übungsanregungen sind hilfreich für die praktische Umsetzung.
1. Auflage
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  • SprachtherapeutInnen, LogopädInnen, SprachheilpädagogInnen, MusiktherapeutInnen
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978-3-497-60403-6 (9783497604036)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Prof. Dr. Stephan Sallat, Sonder- und Musikpäd., lehrt Pädagogik des Spracherwerbs unter besonderen Bedingungen an der Universität Erfurt. Er hält Fortbildungen zur Sprachförderung/-therapie mit Musik und war selbst mehrere Jahre als Musiklehrer an Förderschulen tätig. Er ist Fachbeirat der Online-Übungssammlung "logopaletti".
1 - Inhalt [Seite 5]
2 - Vorwort [Seite 9]
3 - 1 Grundlagen [Seite 11]
3.1 - 1.1 Musikwirkungsforschung - Suche nachTransfereffekten und Evidenz [Seite 11]
3.1.1 - 1.1.1 Schwierigkeit des Nachweises von Transfereffekten [Seite 12]
3.1.2 - 1.1.2 Transfereffekte und Wirkungen: Hirnanatomische und funktionelle Befunde [Seite 14]
3.1.3 - 1.1.3 Transfereffekte und Wirkungen: Emotion [Seite 15]
3.1.4 - 1.1.4 Transfereffekte und Wirkungen: Kognition [Seite 16]
3.1.5 - 1.1.5 Transfereffekte und Wirkungen: Sprachverarbeitung [Seite 18]
3.2 - 1.2 Musiktherapie [Seite 19]
3.2.1 - 1.2.1 Formen des Einsatzes von Musik mit zunehmender Einflussnahme des Therapeuten [Seite 21]
3.2.2 - 1.2.2 Integrative Orientierung in der Musiktherapie [Seite 24]
3.2.3 - 1.2.3 Musiktherapeutische Grundlagen [Seite 27]
3.3 - 1.3 Sprache, Sprechen, Spracherwerb und Sprachstörungen [Seite 32]
3.3.1 - 1.3.1 Phänomen, System, Modalität, Fertigkeit und Gebrauch [Seite 32]
3.3.2 - 1.3.2 Bestandteile der Sprache, die linguistischen Sprachebenen [Seite 34]
3.3.3 - 1.3.3 Spracherwerb [Seite 39]
3.3.4 - 1.3.4 Systematik von Sprach- und Kommunikationsstörungen [Seite 45]
3.4 - 1.4 Kommunikation [Seite 46]
3.4.1 - 1.4.1 Kommunikationsformen und -modelle [Seite 48]
3.4.2 - 1.4.2 Elemente und Dimensionen von Kommunikation [Seite 53]
3.4.3 - 1.4.3 Gestörte Kommunikation [Seite 59]
3.5 - 1.5 Vergleich von Sprache und Musik [Seite 63]
3.5.1 - 1.5.1 Struktur [Seite 63]
3.5.2 - 1.5.2 Sozialisation und Evolution [Seite 64]
3.5.3 - 1.5.3 Entwicklungs- und Lernmechanismen [Seite 64]
3.5.4 - 1.5.4 Melodie und Singen [Seite 65]
3.5.5 - 1.5.5 Rhythmus [Seite 67]
3.5.6 - 1.5.6 Wahrnehmung von Klang und Invarianz [Seite 68]
3.5.7 - 1.5.7 Neurokognitive Verarbeitung [Seite 69]
3.5.8 - 1.5.8 Kommunikation mit Sprache und Musik [Seite 72]
3.5.9 - 1.5.9 Emotionen in Sprache und Musik [Seite 72]
4 - 2 Störungsspezifisches Arbeitenin der Musiktherapie [Seite 74]
4.1 - 2.1 Sprachentwicklungsstörungen [Seite 74]
4.1.1 - 2.1.1 Phonetisch-phonologische Störungen (Aussprache) [Seite 75]
4.1.2 - 2.1.2 Semantisch-lexikalische Störungen (Wortschatz) [Seite 81]
4.1.3 - 2.1.3 Morphologisch-syntaktische Störungen (Grammatik) [Seite 83]
4.1.4 - 2.1.4 Pragmatisch-kommunikative Störungen (Sprachgebrauch) [Seite 87]
4.1.5 - 2.1.5 Erkenntnisse aus Musikpsychologie und Musiktherapie [Seite 89]
4.1.6 - 2.1.6 Musiktherapeutische Möglichkeiten [Seite 96]
4.2 - 2.2 Redeflussstörungen - Stottern [Seite 107]
4.2.1 - 2.2.1 Klassifikation [Seite 107]
4.2.2 - 2.2.2 Prävalenz und Ätiologie [Seite 108]
4.2.3 - 2.2.3 Symptomatik [Seite 108]
4.2.4 - 2.2.4 Sprachtherapeutische Intervention [Seite 109]
4.2.5 - 2.2.5 Erkenntnisse aus Musikpsychologie und Musiktherapie [Seite 112]
4.2.6 - 2.2.6 Musiktherapeutische Möglichkeiten [Seite 114]
4.3 - 2.3 Autismus-Spektrum-Störungen [Seite 119]
4.3.1 - 2.3.1 Klassifikation [Seite 119]
4.3.2 - 2.3.2 Prävalenz und Ätiologie [Seite 121]
4.3.3 - 2.3.3 Symptomatik [Seite 122]
4.3.4 - 2.3.4 Sprachtherapeutische Intervention [Seite 124]
4.3.5 - 2.3.5 Erkenntnisse aus Musikpsychologie und Musiktherapie [Seite 127]
4.3.6 - 2.3.6 Musiktherapeutische Möglichkeiten [Seite 132]
4.4 - 2.4 Psychogene Sprachstörungen - Mutismus [Seite 137]
4.4.1 - 2.4.1 Klassifikation [Seite 137]
4.4.2 - 2.4.2 Prävalenz und Ätiologie [Seite 137]
4.4.3 - 2.4.3 Symptomatik [Seite 138]
4.4.4 - 2.4.4 Sprachtherapeutische Intervention [Seite 139]
4.4.5 - 2.4.5 Erkenntnisse aus Musikpsychologie und Musiktherapie [Seite 140]
4.4.6 - 2.4.6 Musiktherapeutische Möglichkeiten [Seite 142]
4.5 - 2.5 Neurologisch bedingte Sprachstörungen - Aphasie, Dysarthrie, Sprechapraxie [Seite 145]
4.5.1 - 2.5.1 Klassifikation [Seite 145]
4.5.2 - 2.5.2 Prävalenz und Ätiologie [Seite 145]
4.5.3 - 2.5.3 Symptomatik [Seite 145]
4.5.4 - 2.5.4 Sprachtherapeutische Intervention [Seite 146]
4.5.5 - 2.5.5 Erkenntnisse aus Musikpsychologieund Musiktherapie [Seite 147]
4.5.6 - 2.5.6 Musiktherapeutische Möglichkeiten [Seite 149]
4.6 - 2.6 Hörstörungen [Seite 153]
4.6.1 - 2.6.1 Klassifikation [Seite 153]
4.6.2 - 2.6.2 Prävalenz und Ätiologie [Seite 154]
4.6.3 - 2.6.3 Symptomatik [Seite 154]
4.6.4 - 2.6.4 Sprachtherapeutische Intervention [Seite 155]
4.6.5 - 2.6.5 Erkenntnisse aus Musikpsychologie und Musiktherapie [Seite 156]
4.6.6 - 2.6.6 Musiktherapeutische Möglichkeiten [Seite 157]
4.7 - 2.7 Exkurs: Musikalische Sprachförderung bei Mehrsprachigkeit [Seite 159]
5 - 3 Bausteine und Anregungen fu?r die musiktherapeutische Praxis [Seite 161]
5.1 - 3.1 Handlungsleitende Reflexionen [Seite 161]
5.1.1 - 3.1.1 Musiktherapie kann die Sprachtherapie nicht ersetzen [Seite 161]
5.1.2 - 3.1.2 Musik hilft nicht von allein - Plädoyer fu?r einen zielgerichteten Einsatz [Seite 162]
5.1.3 - 3.1.3 Hilft Musik allen gleich? [Seite 162]
5.2 - 3.2 Übungen [Seite 163]
5.2.1 - 3.2.1 Elemente der rhythmisch-musikalischen Förderung [Seite 163]
5.2.2 - 3.2.2 Kommunikation [Seite 163]
5.2.3 - 3.2.3 Artikulation, Mundmotorik [Seite 164]
5.2.4 - 3.2.4 Wortschatz [Seite 165]
5.2.5 - 3.2.5 Wahrnehmung [Seite 166]
5.2.6 - 3.2.6 Emotion [Seite 169]
5.2.7 - 3.2.7 Soziabilität [Seite 170]
5.2.8 - 3.2.8 Motorik [Seite 171]
5.2.9 - 3.2.9 Kognition / Gedächtnis / Konzentration [Seite 172]
5.2.10 - 3.2.10 Improvisation [Seite 173]
5.2.11 - 3.2.11 Psychotherapeutische Techniken und ihre musiktherapeutische Umsetzung [Seite 175]
6 - Literatur [Seite 177]
7 - Anhang [Seite 197]
7.1 - Klassifikationskategorien fu?r Sprach- und Sprechstörungen nach ICD-10 [Seite 197]
7.2 - Literaturtipps [Seite 198]
8 - Sachregister [Seite 199]

2 Störungsspezifisches Arbeiten in der Musiktherapie

2.1 Sprachentwicklungsstörungen

Sprachentwicklungsstörungen sind deutliche zeitliche und qualitative Abweichungen in der Sprachentwicklung von Kindern (Kannengieser 2012). Können Kinder im Alter von zwei Jahren noch nicht die für den Wortschatzspurt und die grammatikalische Entwicklung notwendigen 50 Wörter aktiv verwenden, so spricht man von einer Sprachentwicklungsverzögerung. Die betroffenen Kinder tragen ein erhöhtes Risiko, eine Sprachentwicklungsstörung auszubilden (Grimm 2012). Etwa ein Drittel der Kinder holt den Rückstand bis zum dritten Lebensjahr auf. Sie werden als Spätzünder (late bloomer) bezeichnet. Ein weiteres Drittel zeigt Sprachleistungen am unteren Niveau der Altersnorm und weitere 33 % sind mit ihren sprachlichen Leistungen auf einer oder mehreren linguistischen Sprachebenen deutlich unterhalb der Altersnorm. Diese letzte Gruppe wird als sprachentwicklungsgestört bezeichnet (Sachse / Suchodoletz 2009). Bei diesen Kindern ist der Spracherwerb nicht nur verzögert, sondern es zeigen sich sprachliche Phänomene, die im normalen Spracherwerb nicht vorkommen. Sprachentwicklungsstörungen können in Folge von primären außersprachlichen Störungen auftreten (z. B. Hörstörungen, Intelligenzminderung, organischen Störungen). Sie werden in diesem Fall als sekundäre Sprachentwicklungsstörungen bezeichnet. Bei ca. 5-7 % aller Kinder ist jedoch die Sprache primär und ohne verursachende organische, emotionale und mentale Schädigungen betroffen. Sie haben dann eine umschriebene (primäre) Sprachentwicklungsstörung (Langen-Müller et al. 2012). Auch wenn bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen zumeist mehrere linguistische Sprachebenen betroffen sind, wird in der Folge auf die Bereiche [1] phonetisch-phonologische Störungen (Aussprache) und Lese-Rechtschreibstörungen, [2] semantisch-lexikalische Störungen (Wortschatz), [3] morphologisch-syntaktische Störungen (Grammatik) sowie pragmatisch-kommunikative Störungen (Sprachgebrauch) separat eingegangen. Diese Differenzierung soll die unterschiedlichen Analyse- und Vorgehensweisen in der Sprachtherapie deutlich machen. Sie sollten aber auch die Grundlage für den zielgerichteten Einsatz von Musik in Förderung und Therapie sein. Da jedoch für den Bereich Sprachentwicklungsstörungen Erkenntnisse aus Musikpsychologie und Musiktherapie bislang nicht in dieser differenzierten sprachebenenbezogenen Betrachtungsweise vorliegen, werden die Ergebnisse und die Ableitungen für Möglichkeiten der musikalischen Intervention bei Sprachentwicklungsstörungen gemeinsam dargestellt. Zum Schluss werden Empfehlungen für den Einsatz von Musik zur Förderung der Fähigkeiten in den Sprachebenen abgeleitet.

2.1.1   Phonetisch-phonologische Störungen (Aussprache)

Klassifikation

Kindliche Aussprachestörungen werden in orofaziale Dysfunktionen (auch myofunktionelle Störungen), phonetische Störungen, phonologische Störungen sowie verbale Entwicklungsdyspraxie und Dysarthrophonie unterteilt (Fox-Boyer 2014; Fox-Boyer 2015; Jahn 2007).

Orofaziale Dysfunktionen (myofunktionelle Störungen) sind Fehlfunktionen in den knöchernen, muskulären und sensorischen Strukturen von Mimik, Kauorgan, Zunge und Gaumensegel. Infolge eines Ungleichgewichtes im Zusammenspiel, der Funktion und der Innervation (Aktivierung durch Nerven) von mimischer Muskulatur, Kaumuskulatur, Zungenmuskulatur und Gaumensegelmuskulatur kommt es zu Aussprachestörungen, die beispielsweise mit einer unphysiologischen Zungenruhelage, einem unphysiologischen Schluckmuster und Mundatmung einhergehen.

Von einer verbalen Entwicklungsdyspraxie spricht man, wenn die Aussprachestörung aus einer Störung der zentralnervösen Planung und / oder Steuerung der für die sprachliche Äußerung notwendigen motorischen Abläufe und Elemente resultiert.

Bei phonetischen Störungen ist das Sprechen betroffen - es können bestimmte Laute oder Lautverbindungen nicht oder nur falsch gebildet werden. Bei betroffenen Kindern zeigt sich die sprechmotorische Kontrollfähigkeit nicht altersgemäß entwickelt, ohne dass zentralnervöse oder myofunktionelle Ursachen vorliegen.

Die phonetische Störung ist eine Sprechstörung.

Die phonologische Störung ist eine Sprachstörung.

Bei phonologischen Störungen zeigt sich eine verzögerte Entwicklung oder eine abweichende Organisation des phonologischen Systems bei intakter Artikulationsfähigkeit. Die sprachlichen Laute können isoliert gebildet werden, allerdings gelingt die Umsetzung in Wörter nicht. Da bei diesen Störungen die lautliche (phonologische) Analyse und Repräsentation ursächlich ist (die Laute und Silben eines Wortes werden nicht korrekt erkannt), nicht aber die motorische Planung, wird die phonologische Störung als Sprachstörung bezeichnet.

Prävalenz und Ätiologie

Für das Deutsche gibt es bislang keine Studien zur Prävalenz, also zur Häufigkeit von Aussprachestörungen (Fox-Boyer 2014). In einer 2009-2010 durchgeführten Studienarbeit mithilfe eines Sprachscreenings zeigten ca. 16 % der Kinder im Alter von 3;6 Jahren bis zur Einschulung Aussprachestörungen - ohne isolierten Sigmatismus (Fox-Boyer 2014). Die Zahlen unterscheiden sich jedoch unter anderem nach dem Alter der Kinder. So fanden Campbell et al. (2003) 15,3 % aller dreijährigen Kinder betroffen. Im Gegensatz dazu berichten Broomfield / Dodd (2004) von Aussprachestörungen bei 6,4 % aller Kinder. Die Zahlen und Zuordnungen sind neben dem Alter auch von der Definition der Störungen abhängig. Von den betroffenen Kindern haben 86-98 % phonetisch-phonologische Störungen, ca. 2 % eine Dysarthrophonie und weniger als 1 % eine verbale Entwicklungsdyspraxie (Fox-Boyer 2014).

Obwohl die zu beobachtenden Symptome ähnlich sein können, ist die Ätiologie (Ursache) sehr vielfältig. So können Aussprachestörungen aus organischen (peripher, zentral), funktionellen, sensorischen, kognitiven und psychosozialen Ursachen resultieren.

Die organischen Ursachen können in Störungen, Fehlbildungen oder Fehlfunktionen der peripheren Organe (Gehör, Sprechwerkzeuge, Mund / Zähne, Nase) oder in häufigen Infekten begründet sein. Sind die an der Sprechmotorik beteiligten Hirnnerven und Hirnstrukturen geschädigt, spricht man von zentral-organischen Ursachen.

Als funktionelle Ursachen werden motorische Entwicklungsdefizite und myofunktionelle Störungen (Zusammenspiel von Kau-, Zungen-, mimischer Muskulatur und Gaumensegel) diskutiert.

Sensorische Ursachen sind Störungen im Bereich der auditiven Wahrnehmung und Verarbeitung. Die Kinder können Sprachkontraste, die zur Unterscheidung von Phonemen (Lauten) notwendig sind, nicht wahrnehmen und differenzieren. Konsonanten und Vokale und damit Laute / Silben unterscheiden sich durch den Einschwingunsvorgang (Voice Onset Time, im Millisekundenbereich), durch unterschiedliche Länge (langer / kurzer Vokal) sowie durch unterschiedliche Frequenzspektren (Formanten).

Die kognitiven Ursachen können einerseits eine Intelligenzminderung oder eine geistige Behinderung sein, oder sprachspezifische kognitive Leistungen wie das sprachliche Arbeitsgedächtnis (phonologisches Arbeitsgedächtnis) bzw. sprachliche Speicher- und Abrufprozesse betreffen.

Als psychosoziale Ursachen werden habituelle oder imitierende Verhaltensweisen angesehen. Die Kinder übernehmen die falsche Lautbildung aus ihrem Umfeld. Ebenso ist eine psychogene Ursache möglich, wenn Kinder aufgrund von Entwicklungskonflikten in einer kleinkindhaften Sprechweise verharren.

Symptomatik

Die beobachtbaren und hörbaren Fehlbildungen müssen immer unter Berücksichtigung des Alters betrachtet werden, in dem das Kind den betreffenden Laut erworben hat.

Die Symptomatik einer phonetischen Störung zeigt sich durch Abweichungen in der Aussprache mit einer zumeist konstanten Fehlbildung eines oder mehrerer Laute - die Laute werden immer auf die gleiche Art falsch gebildet. Inkonstante Fehlbildungen zeigen sich nur bei hoher Anforderung (Mehrfachkonsonanz / Konsonantenverbindungen). Die fehlerhafte Aussprache hat keine Auswirkung auf die Bedeutungsunterscheidung von Wörtern. Die häufigsten Fehlbildungen im Deutschen sind der Sigmatismus (Lispeln - Fehlbildung des / s / -Lautes), der Schetismus (Fehlbildung des / sch / ) sowie die interdentale Bildung (zwischen den Zähnen) der alveolaren Laute (z. B. / n / , / t / , / d / , / ts / ).

Im Gegensatz dazu ist die Symptomatik der verbalen Entwicklungsdyspraxie dadurch gekennzeichnet, dass die Lautbildungsfehler variabel und nicht vorhersagbar sind. Die Fehlerquote steigt bei längeren Äußerungen an. Auch sind artikulatorische Suchbewegungen vor und während der Sprachäußerung beobachtbar. Ebenfalls können sich Laut- und Silbenwiederholungen sowie Vokalveränderungen zeigen.

Ebenfalls neurologisch bedingt ist die Dysarthrophonie - eine Kombination aus Dysarthrie (neurogene Sprechstörung) und Dysphonie (Stimmstörung). Sie ist als Störung von Sprechmotorik und Sprechkoordination mit Auswirkungen auf Artikulation, Stimmbildung und Sprechatmung verbunden.

Bei orofazialen Dysfunktionen gehen die Aussprachestörungen oft mit Störungen der Atmung und der Nahrungsaufnahme (Saugen,...

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