Extreme 2: Verräter

Thriller
 
 
Luzifer Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. November 2017
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95835-270-4 (ISBN)
 
Im Wettlauf um immer mächtigere Waffensysteme ist die Zukunftstechnologie zur neuen Frontlinie des weltweiten Terrorismus geworden. Als der amerikanische Geheimdienst eine Schläferzelle in ihrer Mitte vermutet, aktiviert die Firma ihren kaltblütigsten Soldaten - den totgeglaubten SAS-Helden John Bald. Seine Mission: den Schläfer neutralisieren, bevor er die streng geheime Waffentechnologie dem Feind zuspielen kann. Der Einsatz misslingt, und nun muss Bald den Schläfer von den Gettos Floridas bis ins kriegsgeschüttelte Tripolis verfolgen, während ihm ein gnadenloser Auftragskiller des CIA auf den Fersen ist. Schnell verschwinden auf der Jagd nach der Technologie und der Wahrheit die Grenzen zwischen Freund und Feind, und Bald bleibt nur noch sein Kampfinstinkt, um am Leben zu bleiben ... . Chris Ryans Extreme - extreme Action, extremes Tempo, extreme Sprache. Chris Ryan, der Erfinder der erfolgreichen TV-Serie 'Strike Back', befördert Sie mit seiner Extreme-Reihe direkt ins explosive Geschehen. Und wer die TV-Serie kennt, weiß, was ihn erwartet. 'Extreme' ist atemlose Actionkost, die wirklich hält, was sie verspricht. Wer seit Jahren vergeblich auf einen echten kompromisslosen Actionkracher wartet und zudem mit Spielen wie 'Call of Duty' oder 'Medal of Honor' etwas anfangen kann, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Chris Ryan, geboren 1961 in Newcastle, diente über zehn Jahre im Special Air Service (SAS), der berühmten Spezialeinheit der britischen Armee. In dieser Zeit nahm er an dutzenden offiziellen Einsätzen sowie Geheimoperationen teil und befehligte eine Gruppe Scharfschützen einer Anti-Terror-Einheit. Während des Golfkriegs überlebte er als einziger seines achtköpfigen Teams die Flucht aus dem Irak, drei seiner Kameraden wurden bei der Flucht getötet, die anderen vier gefangen genommen. Die Flucht war die bislang längste in der Geschichte des SAS, und Ryan wurde dafür mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. In seinen letzten beiden Dienstjahren kümmerte sich Ryan um die Ausbildung potenzieller Rekruten für den Dienst bei der SAS. In dem Bestseller The One that got away schrieb Ryan über seine Erlebnisse im Einsatz. Das Buch wurde unter dem Titel Todeskommando Irak verfilmt. Von Chris Ryan sind drei weitere Sachbücher erschienen, fünfzehn Bestseller-Romane sowie eine Jugendbuchserie.
weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel 5


13:34 Uhr

Für einen toten Mann sah John Bald ziemlich gut aus. Er trug ein olivgrünes Ralph-Lauren-Poloshirt, Stonewash-Jeans und braune Timberlands. Die Muskeln an seinen Unterarmen wölbten sich hervor wie zwei verknotete Gartenschläuche, die jeden Moment zu platzen drohten. Eine TAG Heuer Aquaracer-Armbanduhr schimmerte an seinem Handgelenk.

»Du bist nicht hier«, sagte Gardner. »Du bist verdammt noch mal tot.«

Bald lehnte sich zurück und lachte hinauf an die Decke. Es war ein grundehrliches, selbstsicheres Lachen und gab Gardner das Gefühl, als wäre er etwas, dass Bald von seinem Schuh kratzen würde.

»Und jetzt bin ich wieder da«, sagte Bald. »Halleluja! Das ist ein Wunder, Joe - oder nicht?«

Gardner trat näher. Tiefe, dicke Narben hatten sich wie Stacheldraht in Balds Wangen gegraben. Seine Stirn war von rosafarbenen Einschnitten gezeichnet. Narbengewebe. Plötzlich prasselten die Erinnerungen auf Gardner ein. Das Dorf Brezovan. Das Presevo-Tal in Serbien. Hilflos hatte er mit ansehen müssen, wie die Schergen der Russenmafia Bald mit Blei vollpumpten. Die Kugeln hatten furchtbare Wunden gerissen, waren wie Donnerschläge durch Balds Körper gedrungen und hatten Fleischklumpen herausgerissen. Und Gardner hatte nichts dagegen tun können.

»Aber ich habe dich mit eigenen Augen gesehen. Du hattest mehr Löcher in dir als ein verdammtes Sieb.«

»Ich hatte Glück«, sagte Bald. »Ich war für Stunden bewusstlos. Lag einfach in dieser beschissenen fauligen Grube. Zum Sterben zurückgelassen. Dann kam ich wieder zu mir. Es war dunkel, aber irgendwie schaffte ich es, mich bis in die nächste Stadt zu schleppen. Nur Gott weiß, wie ich es soweit schaffen konnte. Ein Bauer fand mich und fuhr mich ins Krankenhaus. Ich erinnere mich noch an grelles Licht und an einen Arzt, der mir erzählte, dass ich es nicht schaffen würde.«

Balds Augen funkelten wie blanker Stahl.

»Ich brauchte sechs Monate, um mich wieder zu erholen«, sagte er, den Kopf mittlerweile gesenkt. »Ich war so schwach, dass ich kaum den Löffel zum Mund heben konnte.«

Gardner versuchte zu verstehen, was Bald ihm da erzählte. Wieder flammte dieser Schmerz in seinem Brustkorb auf. Er legte sich eine Hand auf die Brust und hielt den Atem an.

»Geht's dir gut?« Bald wirkte ernsthaft besorgt.

»Alles bestens«, sagte Gardner viel zu eilig.

»Warum setzt du dich nicht hin?«

Gardner ließ sich auf einem Stuhl nieder und ließ sich von dem Assistenten ein Glas kaltes Wasser reichen. Rayner blätterte jetzt durch einen ansehnlichen Stapel Blätter vor ihr. Dannys dünne Lippen waren wie versiegelt. Mit ihm schien etwas nicht zu stimmen, dachte sich Gardner. Er kannte John Bald besser als sonst jemand. Und Bald würde niemals einen Kerl als seinen persönlichen Assistenten einstellen. Er würde sich in jedem Fall für eine verdammt heiße Blondine entscheiden.

»Dann sollten wir zum Geschäftlichen kommen, oder?«, sagte Bald. »Immerhin sind wir ja deswegen hier.«

Gardner nickte und warf Bald ein Lächeln zu. »Klar«, sagte er. »Freut mich, dass du noch am Leben bist, Kumpel.«

»Mich auch, Joe.« Bald presste die Kiefer aufeinander, als würde er Asphalt kauen. »Es ist verdammt gut, dich wiederzusehen. Es gibt nicht mehr viele alte Blades wie uns auf der Welt, stimmt's? Du bist so etwas wie meine Familie.«

Gardner lächelte und spürte, wie ihm eine bleischwere Last von den Schultern fiel. Niemand kennt mich besser als John, dachte er. John war ein verlogener, diebischer Bastard, aber er war auch ein alter Kumpel. Was sollte also schon schief gehen?

»Danke für die Einladung«, sagte Gardner und versuchte weiterhin sein allerbestes Lächeln. »Ich weiß wirklich zu schätzen, dass du mir diese Chance gibst, John.«

»Nicht der Rede wert«, entgegnete Bald und wischte das Kompliment mit einer Geste großzügig beiseite. Rayner legte ein Blatt Papier vor ihn hin. Bald nahm ein Minzdragee aus einer teuer aussehenden kleinen Metalldose und warf es sich in den Mund. Gardner erhaschte einen Blick auf das Schreiben und erkannte es als seinen Lebenslauf wieder, den er Rayner zusammen mit seiner Bewerbung als E-Mail gesendet hatte.

»Sehr beeindruckende Referenzen«, sagte Bald und hob seine buschigen Augenbrauen. »Ich meine, wirklich verdammt beeindruckend. Hier steht, dass man dir im zweiten Batallion der Fallschirmjäger die Military Medal verliehen hat, dass du dich mit Dreiundzwanzig als Kandidat für den SAS beworben und die Prüfung im ersten Anlauf bestanden hast.«

»Ja, das stimmt«, sagte Gardner. Sein Lächeln begann an den Rändern brüchig zu werden, denn er fragte sich, worauf Bald hinaus wollte. Er kannte den ganzen Mist doch bereits.

Bald sagte: »Du bist auf der langen Distanz zweiter geworden. Wer war der Erste?«

»Das warst du.«

Bald schlug sich mit der Hand an die Stirn.

»Meine Fresse, stimmt ja. Ich vergesse das immer wieder.« Rayner unterdrückte ein lautes Lachen, während sich Bald wieder dem Lebenslauf zuwandte. »Eine Stationierungszeit im Kosovo, verdeckter Einsatz mit der SRR in Nordirland, zwei Kampfeinsätze im Irak als Teil der Task Force Black, dann Kampfeinsätze in Afghanistan. Und dann - oh, was ist das?«

Er tippte auf einen Punkt am Ende der Seite.

»Hier steht, du hättest in Afghanistan Verletzungen im Kampf erlitten.«

Gardner versuchte immer noch, das Lächeln aufrecht zu erhalten. Bald starrte ihn über seine knollige Nase hinweg an. Seine Stimme wurde lauter, der schottische Akzent deutlicher. »Ich weiß das natürlich auch. Ich war da. Ich war derjenige, der dir dein verdammtes Leben gerettet hat.«

»Und dafür werde ich dir immer dankbar .«

»Allerdings hast du deine Hand dabei verloren«, schnitt Bald ihm das Wort ab.

Instinktiv bedeckte Gardner mit der Rechten seine künstliche linke Hand. Bald schob den Lebenslauf zu Rayner zurück und schüttelte den Kopf.

»Nein. Tut mir leid, Joe. Aber diese Kampfverletzung, deine kaputte Hand, wie immer du das nennen willst - ich kann dich für diesen Job nicht berücksichtigen. Wir suchen jemanden, der diese Gelegenheit . nun . wirklich mit beiden Händen ergreifen kann.«

Rayner lachte, dieses Mal lauthals, sie konnte es nicht zurückhalten. Gardner spürte, wie er die Fassung verlor. Er hieb sein Glas auf den Tisch.

»Die Hand ist kein Problem«, sagte Gardner. »Komm schon, Kumpel.«

Bald schüttelte den Kopf. »Tut mir leid, Kumpel.«

»Aber niemand sonst hat die Erfahrung, die ich habe. Das weißt du. Komm schon, John. Gib mir eine verdammte Chance und ich lass dich nicht hängen.«

Bald schürzte die Lippen. »Das ist ja alles schön und gut. Aber wir brauchen jemanden, der untertauchen kann.«

Gardner runzelte die Stirn. »Wie meinst du das?«

»Ich kann nicht zu sehr ins Detail gehen, Joe. Aber unser Kunde befürchtet, dass eine terroristische Schläferzelle direkt aus dem Innersten seiner Organisation heraus operiert.« Er warf Danny einen zögernden Blick zu. »Wir suchen jemand Unauffälligen. Und deine Hand? Na ja, die sticht ungefähr so heraus wie ein Araber auf einer Schwulenparade.«

Gardners Kiefermuskulatur begann zu zucken. Es hatte ihn sechs Monate gekostet, um seinen Fuß in die Tür der Sicherheitsfirmen zu bekommen. Die meisten von ihnen besaßen mehr Leute als verfügbare Jobs, ganz besonders jetzt, wo die Einsätze in Afghanistan und im Irak langsam verebbten. Und die Möglichkeiten anderswo beschränkten sich darauf, saudische Prinzessinnen zu bewachen oder afrikanische Diamantenminen zu beschützen. Und der MI6 hatte ihn ohne großes Federlesen hinausgeworfen.

Unterm Strich hieß das: Dieses Bewerbungsgespräch bedeutete für Gardner das Ende der Fahnenstange. Letzte Chance. Und John Bald, sein Kumpel, von dem er geglaubt hatte, dass er in diesem Höllenloch von Dorf im Balkan ums Leben gekommen war, pisste gerade auf seine Träume.

»Ich kann das, John«, sagte Gardner.

»Mit diesem Ding da?« Bald deutete mit seinem Kopf auf die Prothese. »Das glaube ich nicht.«

Danny entschuldigte sich und verließ das Zimmer. Gardner sah zu, wie er hinaus ging, dann drehte er sich zu Bald zurück.

»Tu mir das nicht an.« Seine Stimme hallte von den Wänden wider. »Wir haben Seite an Seite gekämpft, verdammt noch mal. Ich bitte dich nicht um einen Gefallen, ich bitte dich um eine ehrliche Chance. Ich weiß .«

»Tut mir leid, Joe.« Bald hielt Gardners Blick stand. Der Ausdruck in seinen Augen war reine, ungefilterte Gleichgültigkeit. Für Gardner war dies das Schlimmste daran. Sein alter Kumpel hasste ihn nicht. Er hielt ihn einfach nur für einen schlechten Witz. »Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest, ich muss mich um meine Geschäfte kümmern.«

Selbstsicher schritt Bald zur Tür. Er legte eine Hand auf Gardners Schulter.

»Mach dir nichts draus, Kumpel. Es gibt ja immer noch das örtliche Jobcenter.«

Mit diesen Worten verließ Bald den Konferenzraum. Rayner folgte ihm. Gardner war allein, mit nichts weiter als einem flüchtigen Eindruck von Protz und einem Leben, das gerade schnurstracks im Klo hinunter gespült wurde. Der Notizblock, auf dem Danny etwas geschrieben hatte, lag auf dem Tisch. Gardner reckte den Hals, um einen Blick auf das oberste Blatt zu werfen. Es war voller Kritzeleien. Der Mistkerl hatte ihm gar nicht erst zugehört.

Er war umsonst hierher gefahren.

Gardner fühlte sich erniedrigt. Er trug keine Uhr bei sich, seine Breitling-SAS-Uhr hatte er versetzt, um Kreditkartenrechnungen zu begleichen. Aber...

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