Dämonengold

Roman
 
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 21. April 2011 | 576 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0450-0 (ISBN)
 
Baazlabeth ist ein uralter Kriegerdämon und lebt in einer Dimension weit von der Welt der Menschen entfernt. Ab und an verirrt sich ein unglücklicher Mensch dorthin, und dann quält Baazlabeth ihn zu Tode. Doch eines Tages führt ein Magier in der Stadt Brisenburg eine Beschwörung durch und reißt den Dämon aus seinem Reich. Baazlabeth will schnellstmöglich zurück, doch er darf erst wieder gehen, wenn er 5.000 Goldstücke verdient hat. Auf ehrliche Art und Weise ...
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Deutsch
0,60 MB
978-3-8387-0450-0 (9783838704500)
3838704509 (3838704509)
weitere Ausgaben werden ermittelt
9 Nur nicht mit dem Reizen geizen (S. 138-139)

Als die Einsicht kam, dass selbst die bestgemeintesten Absichten, die klügsten Ausreden und die durchdachtesten Lügen nicht so viel Wirkung zeigen, wie ein gut gefülltes Dekollete. Der neue Morgen beschied Baazlabeth ein Gefühl der Zuversicht. Sein Ziel war zwar immer noch nicht in erreichbarer Nähe, acht von fünftausend zu sammelnden Goldstücken konnte man nicht gerade als Endspurt bezeichnen, aber es war ein Anfang. Endlich war ihm auch wieder eingefallen, was ihm seit Verlassen des Tempels über geplagt hatte. Den ganzen Abend und selbst in der Nacht hatte er das Gefühl gehabt, etwas vergessen zu haben - etwas, was er tun oder fragen wollte.

Mehrfach war er in der Nacht aufgewacht und hatte darüber nachgegrübelt, was es sein konnte, das ihm den Schlaf raubte. Als er morgens die Augen aufschlug fiel es ihm plötzlich wieder ein. Was war mit Molloch? Hatten sie ihn auf dem Dach des Tempels vergessen? Es musste ein Zauber sein, der den dicken Mann vor lästigen Fragen schützte. Dämonen litten schließlich nicht an Vergesslichkeit. Doch warum erinnerte er sich jetzt, zwölf Stunden später?

Entweder hatte die Wirkung des Zaubers nachgelassen, oder er wirkte bei Dämonen einfach nur anders. Baazlabeth war davon überzeugt, dass Molloch irgendwie mit seiner Aufgabe zusammenhing. Ob sich dies nun positiv auf seinen Auftrag auswirken würde oder nicht müsste sich noch zeigen. Ihre Begegnung gestern auf dem Dach des Tempels der Weisheit war mit Sicherheit kein Zufall gewesen. Immerhin waren sie beide über Nemrothar dorthin gelangt. Auch wenn es schwerfiel, dem übergewichtigen Mann seine Geheimnisse zu entlocken, weil er anscheinend sein Wissen nur als Liedgut teilen wollte, würde es sich bestimmt lohnen, dessen mehr schlecht als recht vorgetragenen Gesängen zu lauschen.

Alles war besser, als zu versuchen, ohne Gewaltanwendung Nemrothars eiserne Verschwiegenheit zu knacken. Der gerissene Magier schien zu denken, Baazlabeth mit der ihm gestellten Aufgabe in irgendetwas verstricken zu können. Doch da kannte er den Dämon schlecht. Baazlabeths Euphorie und Tatendrang änderten trotzdem nichts an der Tatsache, dass sein menschlicher Körper nicht ganz so motiviert war wie sein Geist. Immer wieder verwunderte ihn, wie weit die beiden Seiten seines derzeitigen Ichs voneinander abwichen. In seiner wahren Gestalt gab es diese Zwistigkeiten nicht. Wollte sein Geist jemanden töten, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sein Körper diesen Wunsch erfüllt hatte. Brauchte sein Körper Ruhe, schaltete sein Geist ab.

In dieser Welt jedoch, in dieser Gestalt, verhielt es sich grundlegend anders. Sein Körper setzte ihm Grenzen, die sein Geist nicht kannte. Wenn er wirklich stark sein und die Herausforderungen in dieser Stadt bestehen wollte, musste er es schaffen, beides miteinander in Einklang zu bringen. Was also tun, wenn man einen ewig wachen Geist besaß und einen Körper, der die Hälfte des Tages schlief? Der Beschwörungszauber wäre nicht seit vielen Tausend Jahren so erfolgreich, wenn es nicht auch dafür eine Lösung gäbe. Baazlabeth wusste um diese Lösung, doch war allein der Gedanke an deren Erfüllung für ihn so abwegig, dass er es gar nicht erst in Betracht zog.

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