Vrahaani Episode I & II

Virgo Cluster Riss im Hyperraum
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 3. Juli 2020
  • |
  • 296 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-4738-1 (ISBN)
 
Innerhalb der riesigen elliptischen Galaxis Virgo, kommt es zu einem unvorhersehbaren Ereignis. Durch eine Fehlschaltung wird ein Riss im Hyperraum verursacht. Unser Universum ist in Gefahr.
2. Auflage
  • Deutsch
  • 0,34 MB
978-3-7519-4738-1 (9783751947381)
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Karl-Heinz Rüster wurde 1945 in Egelsbach/Deutschland geboren. Er ist pensionierter Flugzeugmechaniker, er hat erst spät seine Passion zum Schreiben entdeckt. Seit 1995 lebt er mit seiner Familie in Cape Coral, Florida.

Episode I


Kennedy Space Center Launch Complex 39

5,4,3,2,1 Ignition, die Falcon 10XHeavy vibriert heftig, wie ein wildes Tier. Mit Getöse heben wir von der Startrampe ab. Die Schubkraft des Merlin Triebwerkes ist körperlich zu spüren und presst uns mit 5 G in unsere Sitze. Wir sind auf dem Weg zum Mond. Alle Parameter sind im grünen Bereich und die Falcon 10X wird immer schneller

Flugingenieur Peter Hanstatter, Astronaut und Geologe Han Chio, Astrophysiker Serge Amlonov, er ist der Co-Pilot und ich Falk Maaro der Pilot und Kommandant der Mission "Moon Base."

Eine Minute 30 Sekunden, die Falcon 10XHeavy fliegt Überschall.

Zwei Minuten 30 Sekunden, Main Engine Cut Off (MECO). Flughöhe circa 85 km. Das Merlin Triebwerk der zweiten Stufe hat eine Schubkraft von 210.000 Pfund. Nach 9 min 8 Sekunden trennt sich die zweite Stufe, wir nennen das Second Engine Cut Off (SECO). Nominale

Operation soweit. Alle Parameter sind im grünen Bereich. Die Beschleunigung beträgt derzeit 7400 m/s, Flughöhe 180 km und die zurückgelegte Entfernung über Grund 480 km.

***

76 Stunden nach dem Start

Wir befinden uns in der vorausberechneten Mond-Umlaufbahn und beobachten wie die Mondlandschaft unter uns vorbeizieht. Es ist beeindruckend.

Peter Hanstatter macht darauf aufmerksam, dass in zehn Minuten der Countdown für die Landung eingeleitet wird. Sobald wir auf der Mondrückseite sind, wird das Bremsmanöver automatisch ausgeführt. Wir schließen unsere Raumanzughelme und zählen die Sekunden bis zum Bremsmanöver mit.

Noch 5,4,3,2,1, da geschieht das Unfassbare, anstatt die Bremsraketen zu aktivieren, beschleunigt unsere Space X 'Dragon', mit vollem Schub senkrecht von der Mondoberfläche weg. Das ist doch unmöglich, rufen wir alle zur gleichen Zeit. Wir werden kontinuierlich schneller. Bemühungen die Automatik zu übersteuern misslingen, nichts reagiert auf meine verzweifelten Versuche, die 'Dragon' unter Kontrolle zu bekommen. Die Booster, welche wir für die Rückkehr zur Erde benötigen beschleunigen kontinuierlich weiter. Alle schreien durcheinander.

"Versuche, dich zu konzentrieren", sagte ich zu mir selbst.

Da wir uns hinter dem Mond befinden, ist es unmöglich, mit der Bodenstation Kontakt aufzunehmen. Wir hatten, während unseres Trainings alle nur erdenklichen Szenarien durchgespielt, aber auf diese Situation war keiner von uns vorbereitet. In den Notfall Checklisten war ein solcher Fehler nicht vermerkt.

Peter, der Flugingenieur schrie so laut in sein Mikrofon, dass uns fast das Trommelfell platzte:

"Noch 10 Sekunden bis zum Burnout der Booster."

"Das ist eine lebensbedrohliche Situation", sagte ich zu den Anderen. Wir beschleunigen immer weiter vom Mond weg, und zwar in einer Linie, dass wir nicht von der Erde aus beobachtet werden können. Der Mond befindet sich genau zwischen uns und der Erde. Es ist nicht möglich, mit der Bodenstation Kontakt aufzunehmen. "Das Kommunikationszentrum in Houston hat keinen blassen Schimmer, dass wir uns in dieser bedrohlichen Lage befinden.

Mit dieser Situation müssen wir alleine fertig werden." Weiter sagte ich zu Serge und Peter gewandt:

"Irgendwelche Vorschläge? Wie lange werden unsere Lebenserhaltungssysteme funktionieren?"

"Die Systeme sind nicht der Faktor, es sind unsere Vorräte", antwortete Peter. "Wir haben für insgesamt 5 Tage Proviant an Bord, wir sollten uns ja eigentlich schon längst im Landeanflug auf die Mond Station befinden. Also, wenn wir sehr sorgfältig mit unserem Essen umgehen, könnten wir die Vorräte auf 15 Tage strecken. Nachdem wir alles aufgebraucht haben, bleiben uns noch maximal 60 Tage. Ich hoffe, dass bis dahin Houston eine Lösung für unser Problem gefunden hat, bisher hatte ja immer irgendjemand eine Idee."

***

Houston Kommunikationszentrum.

Es herrscht helle Aufregung, alle rufen durcheinander. Der verantwortliche Leiter, Dr. Lester, bittet um Ruhe. "Warum haben wir keine Verbindung mit der Space X 'Dragon'? Wir sollten seit einer Minute wieder Kontakt mit der Crew haben, was ist passiert?"

Der leitende Ingenieur: "Wir haben auch keine Daten der Landefähre, wir arbeiten daran und versuchen eine Verbindung aufzubauen. Was immer es ist, es ist nicht normal und ich befürchte, wir haben die 'Dragon' und die Crew verloren. Es tut mir leid, aber das ist die einzige Erklärung!"

Dr. Lester bittet alle im Kontrollraum, weiter zu versuchen eine Verbindung mit der Crew zu bekommen.

Zwanzig Minuten später ist jedem im Control Center klar, dass die Mission fehlgeschlagen ist. Sie haben die Crew und das Raumschiff verloren.

Die Ingenieure vermuten einen Absturz auf der Mondrückseite.

Die Bestürzung ist fast körperlich zu spüren, keiner sagt ein Wort, es herrscht Ratlosigkeit.

Wie konnte so etwas passieren, alles verlief bisher perfekt.

***

78 Stunden nach dem Start

Eine Stunde nach dem Burn-out der Booster. Es war still in unserer Raum-Kapsel 'Dragon'. Jeder von uns vieren hing seinen eigenen Gedanken nach. Wir konnten absolut nichts an unserer Situation ändern, waren auf die Hilfe der Ingenieure auf der Erde angewiesen. Ich sagte zu meinen drei Astronauten Kollegen:

"So langsam verliere ich die Hoffnung, wir haben immer noch keine Verbindung mit Houston oder irgendeiner anderen Station, welche unseren Flug verfolgt."

Ich hörte nur einen tiefen Seufzer in meinem Headset und beobachtete ein Nicken von drei geschlossenen Raumanzugshelmen. "Serge", sagte ich:

"Versuche weiter, eine Verbindung mit Houston zu bekommen." "Das tue ich ununterbrochen", antwortete er. "Zu allem Unglück ist soeben die Funkanlage ausgefallen."

Nach weiteren zwei Stunden, wir entfernten uns mit unglaublichen 205,000 km/Std von Erde und Mond. Der Mond wurde kleiner und kleiner. Während ich die Instrumente beobachtet, bemerkte ich einen sprunghaften Anstieg der Fluggeschwindigkeit und gleichzeitig eine Richtungsänderung um 90°.

Es war nichts zu spüren, lediglich die Geschwindigkeit nahm sprunghaft zu.

Ich machte meine Kollegen darauf aufmerksam, sie hatten bisher nichts davon mitbekommen.

Ich hörte Peter in meinem Helm Kopfhörer: "Das geht nicht mit rechten Dingen zu wir bewegen uns derzeit mit circa 1% Lichtgeschwindigkeit und wir werden immer schneller."

"Das ist unglaublich, 1% der Lichtgeschwindigkeit, das sind 2.997.924 m/s", sagte ich. Plötzlich sahen wir auch die Erde, aber nur noch als einen kleinen blauen Ball, der Mond war nur noch als Punkt zu erkennen.

Wir sahen Mars, Jupiter, Saturn und Uranus an uns vorbeiziehen. Die Planeten wurden rasant kleiner. Wir waren dabei unser Sonnensystem zu verlassen und alles ereignete sich unglaublich schnell.

"Was geschieht mit uns?"

Unsere Instrumente reichten nicht mehr aus, um die wahre Geschwindigkeit zu messen. Unser Doppler-Radar und das 'INS' System (Inertial Navigations System) versagte vollkommen.

Sterne konnten wir nur noch als Striche erkennen, wir mussten unglaublich schnell sein.

***

Houston

Ein Ingenieur, er war mit dem VLT (Very Large Teleskop) in der Atacama Wüste in Chile verbunden, beobachtete den Mond und den dahinterliegenden Raum auf seinem Monitor. Er machte eine Entdeckung, die er nicht einschätzen konnte. Er informierte sofort den leitenden Ingenieur des Teams. Dr. Lester alarmierte die gesamte Crew, welche sich noch immer im Control Centrum befand. Alle beobachteten jetzt wie gebannt ein Objekt, welches sich mit unglaublicher Geschwindigkeit in den freien Raum bewegte.

"Was ist das?" Fragten sie alle durcheinander, keiner hatte eine Erklärung. Es bewegt sich mit unfassbarer

Geschwindigkeit, das Objekt hat in der kurzen Zeit der Beobachtung schon den Rand unseres Sonnensystems erreicht.

Dr. Lester sagte:

"Ein natürliches Objekt kann es nicht sein, kein Meteor oder Asteroid beschleunigt so schnell auf solch wahnwitzige Geschwindigkeit und ändert dabei auch noch die Richtung."

Das Objekt hatte mittlerweile 1,5% der Lichtgeschwindigkeit erreicht, unglaublich! Was treibt es an? Wer steuert es?

Innerhalb von wenigen Minuten war das Objekt nicht mehr zu erfassen. Es verschwand urplötzlich von den Monitoren, als wäre es nie da gewesen. War es zu klein oder zu schnell? Möglicherweise beides!

Es wurde spekuliert, was es gewesen sein könnte, eventuell das vermisste Raumschiff? Oder hatten sie ein UFO erfasst?

Die Diskussionen dauerten bis zum Morgengrauen, zu einer plausiblen Erklärung kam niemand.

***

Die Space X Dragon beschleunigte immer noch, obwohl wir keinen eigenen Antrieb mehr hatten. Ich merkte es daran, dass es mir nicht...

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