Die Seepferdchen-Siedlung

Das Leben weht aus allen Richtungen
 
 
neobooks Self-Publishing
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 3. Oktober 2020
  • |
  • 299 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7529-1779-6 (ISBN)
 
Fortsetzung der Ortsgeschichte um die Seepferdchen-Siedlung an der Lübecker Bucht. Weiter geht es mit der Freundschaft zwischen Arjan, Frerk und dem blinden Enno Rosenbaum: das Freundschaftstrio erlebt seinen ersten erfolgreichen Schaufensterauftritt bei Svea, Arjan genießt seinen ersten gemeinsamen Tag mit Sandrine La Dottriere, und vergißt für den Moment Mareile, Devika entwickelt eine neue Geschäftsidee und erfährt volle Unterstützung durch ihre Familie, Arjans Eltern intensivieren ihre liebevolle Ehe, Mareile freundet sich mit dem 18jährigen Urlauber und Ferienwohnungsnachbarn Jakob an, der seiner Helikoptermutter zu entkommen sucht, Isi erlebt eine Flirtpleite, lernt aber einen bildschönen Deutsch-Japaner kennen, Arjan trifft einen Teenager-Strandbekannten aus Oldenburg wieder und lernt auch dessen Cousin kennen, Mauritius, ein Student, dessen Großeltern in der Seepferdchen-Siedlung wohnen, tritt mit seinem engsten Freund und Mitstudent den gemeinen Semesterferienaufenthalt an und beide lernen prompt zwei kesse, selbstbewußte Mädchen kennen, Aidan Alfsson erfährt ein Geheimnis seines Bruders, Klein-Björn bringt seinen großen Bruder Torben weiter in gelegentliche Verlegenheit, der 16jährige Anders verkracht sich mit seinem Vater und darf bei AHOI Tramlmair einen Oldtimer reparieren - und Leontine Dröhn tratscht weiter was das Zeug hält. Das Leben weht eben aus allen Richtungen.
  • Deutsch
  • 0,44 MB
978-3-7529-1779-6 (9783752917796)
Historiker und Amerikanist

"86-67-87", nimmt Rüters neben ihm Platz und markiert auf "cool", während Thornby überrascht und schmunzelnd, den Feldstecher wieder absetzt.

"Echt jetzt?"

"Worauf Du Deinen Hintern verwetten kannst!"

"Wow!", sieht Thornby Sandrine nach, die aber bereits verschwunden ist."

"Guter Blick, geil!"

"Aber laß das nicht meine Frau wissen, sonst droht mir die Bratpfanne."

"Bratpfanne?"

"Na, die geschwungene, ohne Spiegeleier drin."

"Oh, die!"

Lachend sehen die beiden sich an und klatschen die "hohe Fünf".

"Herrlich ist das Eheleben, jeden Tag voller Abenteuer und Gefahren", läßt Rüters seinen jungen Kameraden an seinen kurzgefaßten Erfahrungen aus 29 Ehejahren teilhaben - untermalt von einem leisen Seufzer.

"Ich glaube, ich lasse mir noch ein wenig Zeit damit", denn die Abenteuer mit Angelika genügen ihm auch ohne Ehering voll und ganz.

"Gute Entscheidung, Junge", klopft Rüters Thornby auf den Oberschenkel und geht wieder in sein Büro, denn Pintzow kommt zurück.

"War 'was?"

"Nö."

 

*

 

Sandrine hatte sich in dem Silberschmuckladen im Ortskern noch etwas umgesehen, wobei ihr einiges gefallen hätte, aber die dem Akzent nach ausländische Verkäuferin war ihr zu ungefällig und wenig kundenaufmerksam und deshalb blieb es beim Anschauen.

Nun aber sucht sie ein Bademodengeschäft, ausgestattet mit ihres Vaters ehemaligem Hundert-?uro-Schein.

In einer Boutique hat ihr nichts gefallen, weshalb sie das nächste Geschäft ansteuert.

Dort bemerkt sie mehrere Leute vor einem der Schaufenster.

"Sieh mal, die Schaufensterpuppe sieht wirklich wie lebendig aus", meint eine junge Frau.

"Ich hab so 'was schon mal aus Fiberglas in einer Ausstellung gesehen. Die wirkte so echt, da dachte man, die Frau lächelt einem jeden Augenblick zu."

"Schau Dir mal lieber mehr mein Lächeln an, Du Ausstellungsbesucher", wird er liebevoll geknufft. "Und Badehosen hast Du sowieso genug", schiebt sie ihn weiter. "Das Geld sparen wir uns. Der Urlaub ist eh viel zu teuer."

"Aber wenn Du einen neuen Bikini haben willst .", protestiert er.

"Das ist etwas ganz anderes. Das brauche ich für meine Lebensqualität und für Dich als Unterhaltungsprogramm, mein heißer Romeo", baut sie schmunzelnd schon mal vor.

"Kaum zu glauben, wie echt die das heutzutage machen können", staunt der Mann eines weiteren Paares, ehe auch die beiden weitergehen.

Nun hat Sandrine freien Blick und staunt nicht schlecht.

"Das gibt's doch nicht ."

 

*

 

Mareile verläßt ihre Ferienwohnung und will gutgelaunt und zügigen Schrittes zum Strand laufen - als sie ihrer Vermieterin begegnet, die gerade das Rasenmähen beendet hat.

"Moin, Mareile", bleibt die mit einem freundlichen Lächeln vor ihr stehen.

"Moin, Frau Dokelsen", lächelt Mareile ebenso freundlich zurück.

"Haben Sie gut geschlafen? Die Nächte kühlen im Moment nicht wirklich herunter."

"Sehr gut sogar", nimmt Mareile der Hausherrin die Sorge, ihr Gast könnte sich nicht wohlfühlen. "Nur heute morgen hat irgendjemand arg früh mit dem Rasenmähen begonnen."

"Oh, das tut mir leid. Da war mein Sohn mit seinem Freund etwas voreilig, mir bei der Betriebsführung zu helfen, aber ich habe ihn hoffentlich rechtzeitig genug unterbrechen können, so daß Sie weiterschlafen konnten."

"Oh ja, das macht weiter nichts. Sie glauben gar nicht, wie oft man bei uns zu Hause durch Nachbarschaftslärm geweckt wird, gerade am Wochenende. Und muß man werktags mal nicht früher 'raus, kommt garantiert die Müllabfuhr und leert geräuschvoll die Abfalltonnen. Im Urlaub wacht man manchmal sogar auf, weil es so still ist. Da fehlt dem Unterbewußtsein der Verkehrslärm oder einfach nur das Glockenläuten."

Dörte Dokelsen ist beruhigt, daß ihr Gast nicht verärgert ist - da hat sie schon ganz andere Leute erlebt, die allerdings nur zwei Mal bei ihr gewohnt haben: zum ersten und zum letzten Mal.

"Was ich Sie mal fragen wollte: Sie sind doch aus Hamburg, nicht?"

"Oh ja, ich bin dort auch geboren, genau gesagt, in Blankenese." Fragend sieht Mareile ihre Vermieterin an.

"Wie sieht denn da die Vermietungssituation aus?"

"Die Wohnungen sind zu teuer, man bekommt einfach nichts. Ich bin heilfroh, daß ich bei meiner Mutter wohnen darf. Und Urlaub könnte ich mir dort auch nicht leisten."

"Gibt es eigentlich die Pension von Kapitän Arne Tjarkson noch?", fragt Arjans Mutter unvermittelt und mit forschendem Blick.

Mareile ist die Überraschung durch die Namensnennung anzusehen.

"Das ist mein Großvater! Kennen Sie ihn?"

"Nicht persönlich, aber mein Mann hat vor etwa 21 Jahren mal bei ihm gewohnt, und es hat ihm bei dem urigen Seebären sehr gefallen."

"Und das Ergebnis steht jetzt vor dir. Oh ja, Opa ist eine Type für sich, auch heute noch. Er erfreut sich übrigens bester Gesundheit."

"Wie schön. Ich habe nur einmal ein Bild von ihm gesehen. Sie haben übrigens das lustige Leuchten seiner Augen. Und die Augenpartie von meinem Matthias."

"Was für eine Beobachtungsgabe! Ob sie 'was ahnt? Oh, Dankeschön! Da wird er sich sehr freuen, das zu hören!", überlächelt Mareile ihre doch etwas beunruhigende Vermutung.

"Erzählen Sie doch mal meinem Mann von ihm. Das interessiert ihn bestimmt, und er kann ein paar schöne Jugenderinnerungen auffrischen", lächelt Dörte Mareile an. "Und ich bin gespannt, wann ihr zwei mir gestehen werdet, daß ihr Vater und Tochter seid. Aber Sie wollen sicher zum Strand, so schick, wie Sie aussehen, und ich muß im Haus weitermachen. Tschüß, und einen schönen Tag noch", verabschiedet sie sich und läßt eine verwirrte Mareile zurück, die gerade noch "Tschüß, Frau Dokelsen" sagen kann, ehe sie sich nachdenklich endgültig auf den Weg macht.

 

*

 

Sandrine kann gar nicht genug darüber staunen, was sie da im Schaufenster von Sveas Bademodengeschäft zu sehen bekommt.

Träumt sie das oder steht da tatsächlich das bronzierte Abbild von Arjan und daneben die silbrige Figur von einem weiteren Hübschling?

Beide wirken so echt, daß man glauben könnte, sie atmeten!

Und plötzlich meint sie gar, daß Arjans Figur ein leises Lächeln zeigt!

Neben ihr sagt plötzlich ein junger Bursche zu einem anderen .

"Sieht Dir mal die coolen Badehosen an! Komm! Die holen wir uns. Das sind ja richtige Hingucker!"

"Ja, komm! Machen wir! Damit haben wir bestimmt Erfolg!"

Sandrine dreht sich um und sieht zwei schlanke, geschätzt Achtzehnjährige in den Laden eintreten.

Als sie wieder Arjans Figur ansieht, zwinkert die ihr zu, "friert" aber gleich danach in ihrer Mimik wieder ein!

Mit einem leisen Aufschrei springt Sandrine einen Schritt zurück, und dann hält sie sich lachend die Hand vor den Mund.

"Das IST Arjan! Was macht er denn hier im Schaufenster? Das muß ich ja sofort wissen!"

 

*

 

Bereits auf dem Brückenvorplatz begegnen sich Mareile und Beke, freudig einander zuwinkend.

"Hi, Süße!", nimmt Mareile die Jüngere in den Arm, die es herzlich erwidert.

"Hallo!", sieht Beke sie strahlend an. "Ich hab' mich so gefreut, daß Du Dich gemeldet hast. Allein am Strand ist es doch öde."

"Geht mir genauso", erwidert Mareile und denkt sich "Wenn Arjan sich schon nicht meldet". "Aber warum gehst Du denn nicht mit Deinem Bruder her?", fragt sie, während beide ihren Weg fortsetzen.

"Ach der! Der pubertiert gerade...

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