Böser Mann

Provinzkrimi
 
 
Albrecht Knaus Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Juli 2011
  • |
  • 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06622-2 (ISBN)
 
Mord in Leuterding. Der Wirt vom Hammer-Eck ermittelt

Samstagabend im »Hammer-Eck«, wie immer sind alle da: die trinkfesten Gäste, der wortkarge Wirt Luginger, die schnippische Bedienung Moni und Sammy, der schwarze Koch. Alles scheint in bester Ordnung. Aber drei Tote, ein defekter Pickup, dubiose Baupläne und seine renitente alte Mutter bringen Luginger ins Schwitzen, Sammy unter verschärften Mordverdacht und einige Bewohner des Münchner Vororts um den Schlaf.

Leuterding liegt idyllisch irgendwo im Speckgürtel von München, dort, wo die Welt noch in Ordnung ist und alles seinen festen Platz hat. Bis zu der Freitagnacht, in der ein Lehrer des örtlichen Gymnasiums überfahren wird. Unfall oder Mord? Jedenfalls taucht anderntags Kommissarin Clara Weibel im »Hammer-Eck« auf und fragt nach dem Alibi von Sammy, dem schwarzen Koch. Der soll ein Verhältnis mit der Frau des Toten gehabt haben. Nicht nur Luginger wittert da Rassismus und legt für Sammy die Hand ins verdammt heiße Feuer. Doch als in derselben Woche zwei weitere Tote gefunden werden und jedes Mal Sammy zur Tatzeit in der Nähe war, bleibt dem Wirt keine Wahl: Er muss tief im Leuterdinger Dreck wühlen. Dabei hätte er nur besser auf seine alte Mutter hören sollen.

Franz Xaver Roth gelingt mit dem Roman rund um den Wirt Luginger, Ermittler wider Willen, und seiner Entourage mit Sammy, der Bedienung Moni, dem Zahnarzt Faulhuber und dem schrägen Tequila-Joe ein bayrischer Heimatkrimi, wie man ihn sich skurriler kaum vorstellen kann.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Knaus
  • 0,87 MB
978-3-641-06622-2 (9783641066222)
3641066220 (3641066220)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Freitag (S. 116-117)

Was schaust du denn so, Franz?« Barbara tippelte zur Spüle. Beine bis zum Gehtnichtmehr, dachte Luginger. Wollen gar nicht aufhören. Und dann der Hintern, Kruzifix. Kannst ein Weißbier drauf abstellen. »Hast du was?« Dazu knallenge rote Hosen, damit’s auch so recht brezelt. Getippel zum Bad. »Sag mal, träumst du?« Und selbstverständlich Unschuldsmiene und Unschuldstonlage. »Franz, bist du noch da?« Getippel zum Schuhesuchen. Herrschafszeiten! Läuft runder als jede Junge und macht einen auf sorry, sex no have. »Also, das Auto steht im Hof. Tanken müsstest du vielleicht.« Getippel für Bussi links, Bussi rechts.

Eilig hat sie’s. Früher wär das anders ausgegangen. Von wegen Bussi und sonst nix. »Die S-Bahn, weißt schon.« Bumm, zu die Tür. Das war’s. PR-Branche, da bist richtig, Barbara-Schatz, dachte Luginger, als er den Rest seiner Semmel in den Mund schob. Na ja, vögeln morgens um halb neun kannst vergessen, und mit einer Frau, die ihr Auto hat rausrücken müssen, erst recht. Dringend, hatte er um sieben ins Telefon gerufen. Mike sitzt in Erding, verhafet. Rolf hat mich grad angerufen, die Menzingers sind fix und fertig. Könntest dich mal umhören? Mike wird einen gscheiten Anwalt brauchen, ich kenn keinen, und ich kenn auch keinen, der einen kennt. Stöhnen am anderen Ende und dann Scheiße, ich muss nachher pünktlich sein und top in Form und gut ausschauen, da kommen Japaner, die wollen Trommler durchsetzen.

Europaweit! Europaweit, hatte er geantwortet, für Mike gibt’s knastweit, wenn ich da nicht hinkomm. Kurze Pause. Gut, ich lass mir was einfallen, Franz. Gib mir eine halbe Stunde, ich bring Semmeln mit. Clara Weibel schlürfe widerwillig Kaffee. Mike schaute zu Boden und fummelte nervös Hautfetzen von seinen Fingern. Vor ihm standen Aufnahmegerät und Mikrofon. Luginger lehnte am Türrahmen, schüttelte den Kopf und grüßte kurz. »Herr Luginger«, sagte Frau Weibel, »mit Ihnen hätte ich jetzt nicht gerechnet.« »Darf ich mit Mike reden?« »Dazu hatten Sie genug Zeit. Jetzt rede ich mit ihm. Wie kommen Sie eigentlich hier rein?« »Ihr Kollege war so freundlich.« »Aha, mein Kollege, das war aber nett von ihm.« »Braucht Mike einen Anwalt?«

»Das will ich meinen. Fürs Erste geht es aber auch ohne.« »Mike, du musst nichts sagen«, brummte Luginger. »Du kannst …« »Lass nur«, erwiderte Mike ruhig. »Ich sag, was zu sagen ist.« Frau Weibel war aufgestanden und hielt Luginger ihre leere Tasse hin »Sie können sich nützlich machen. Bringen Sie mir bitte noch ein Tässchen. Der freundliche Herr Fröhlich weiß, wo alles steht. Etwas Milch, kein Zucker.« Und zu Mike gewandt, fragte sie: »Wollen Sie nicht auch etwas trinken?« »Nein«, kam es zurück. »Selbstverständlich dürfen Sie sich ebenfalls bedienen, Herr Luginger. Und lassen Sie uns ruhig noch ein paar Minuten Zeit, ja.«

Luginger schlich durch die Gänge. Er schwitzte, band seinen Zopf neu, starrte auf seine Armbanduhr und wusste nicht, wohin mit seinen 90 Kilo. Gestern Abend war die Bombe also geplatzt. Polterer hatte es ihm vorhin im Auto ins Ohr gezwitschert. Ein Telefonat der Extraklasse. Britta Höpfner hatte bestätigt, dass Mike in sie verschossen war, und Jessica Weber war nach tagelangem Schweigen und Lügen mit der Wahrheit rausgerückt. Das junge Ding konnte nicht mehr. Welche Wahrheit?, hatte Luginger gefragt. Ich bitte Sie, hatte Polterer geantwortet. Ich bin Polizist und kein Auskunfsbüro.

Warten Sie’s ab, noch ist nicht aller Tage Abend. Aber ich kann Sie beruhigen, dass Mike den Strauss erstochen hat, steht nicht zur Debatte. Aber dass er was gesehen hat, steht zur Debatte, dachte Luginger. Und die junge Weber ebenfalls. Und das wird mehr gewesen sein als nur die Leiche von Axel Strauss. Außerdem ist Eifersucht ein Motiv, ein sehr gutes sogar. Luginger steckte sich eine Zigarette an. Dann suchte er einen Aschenbecher. »Hier dürfen Sie nicht rauchen«, hörte er Frau Weibel hinter seinem Rücken rufen. »Ich muss aber«, knurrte er zurück. Frau Weibel öffnete ein Fenster hinten im Gang."

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