Kykladen

Von Delos bis Santorin
 
 
Nünnerich Asmus Verlag & Media GmbH
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 1. März 2018
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  • 224 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96176-037-4 (ISBN)
 
"Bin ihnen begegnet, den Göttern und Halbgöttern", unter strahlend blauem Himmel, in zerklüfteter, unberührter Landschaft und mit atemberaubendem Blick auf das ägäische Meer. Dieses Bild senkt sich im Kopf, denkt man an die Inselgruppe der Kykladen vor der griechischen Küste. Hier spielten sie eine tragende Rolle. Denn die Kykladen, mit ihren Mythen, sind die heiligen Inseln der olympischen Götter. Sie finden ihren Niederschlag in der Dichtung und Literatur eines Archilochos, Thukydides, Herodot und Ovid. Delos lud als Geburtsinsel des Gottes Apollon mit ausgefeilter Wohnkultur zu nächtlichem Gelage; einem Luxus der auf den Erträgen aus grausamem Sklavenhandel auf den Märkten der Insel gründete. Naxos erzählt die Geschichte einer verratenen Liebe; Ariadne, verlassen vom treuelosen Theseus, gerettet von Dionysos, der auf Naxos in Yria ein bedeutendes Heiligtum besaß. Sein göttlicher Halbbruder Apollon sollte gar einen kolossalen Tempel erhalten, den man zwar nie fertigstellte, dessen Tor aber zum Wahrzeichen der Insel wurde. Melos durch Obsidian-Vorkommen seit Urzeiten reich, ist Schauplatz eines vom Historiker Thukydides im 5. Jahrhundert v. Chr. in Szene gesetzten Dialogs, in dem es um Macht und Recht geht. Wunder gibt es immer wieder! Das zeigt die Gottesverehrung auf Tenos. Einst war es Poseidon, auf den Verzweifelte und Kranke alle Hoffnung setzten und dabei nicht selten durch wundersame Heilungen belohnt wurden. Heute ist es die Gottesmutter Maria, deren wundertätiges Bildnis in einer Wallfahrtskirche verehrt wird. Und dann ist da noch Thera / Santorin, deren unbeschreibliche Schönheit das Ergebnis einer der größten Naturkatastrophen aller Zeiten war - die uns aber gleichzeitig Momentaufnahmen des Lebens vor über 3.000 Jahren geschenkt hat.
1. Auflage
  • Deutsch
  • Mainz
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  • Deutschland
  • 9,08 MB
978-3-96176-037-4 (9783961760374)
3961760373 (3961760373)
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  • Intro
  • Titel
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Zur Einstimmung
  • Schauplätze â?? Die Kykladen im Wandel der Zeiten
  • Zum Auftakt â?? Museums- statt Meeresluft
  • Zeitlos schön â?? Die Kykladenidole und ihre Epoche
  • Eine farbenfrohe Epoche â?? Die Herrschaft des Minos
  • Neue kriegerische Herren â?? Die goldreichen Mykener auf den Kykladen
  • Bewegte Zeiten â?? Aristokraten geben den Ton an
  • Zwei Zeitzeugen der Extraklasse â?? Herodot und Thukydides
  • Ein Konflikt schlägt hohe Wellen â?? Der Perserkrieg und die Kykladen
  • Könige und Kaiser regieren die Welt â?? Die Kykladen, Spielball der Mächtigen
  • Epilog â?? Die Zeiten verdüstern sich
  • Die Reise geht los: Eine besondere Beziehung â?? Athen und der Nordwind
  • Mit Sturmgebraus übers Meer â?? Von Seenot und Schiffbrüchen
  • Ein Selbstmörder gibt dem Meer seinen Namen
  • Aigeion, der gestürzte Riese â?? Symbol der Bedrohung
  • Melos â?? Die gottverlassene Insel
  • Begehrtes Gestein â?? Früher Fernhandel
  • Auf den Spuren der Globalisierung â?? Ein bronzezeitliches Handelszentrum
  • Eine auÃ?ergewöhnliche Frau â?? Die Lady von Phylakopi
  • Ein noch berühmteres Idol â?? Die Venus von Milo und ihre spannende Entdeckungsgeschichte
  • Die Heimatstadt der Venus
  • Schauplatz einer Tragödie â?? Der Untergang der Melier
  • Ende der Geschichte
  • Santorin / Thera â?? Ein Geschenk des Meergottes Triton
  • Akrotiri â?? Das bronzezeitliche Pompeji
  • Streit der Gelehrten â?? Datierungsprobleme
  • Hirngespinste? â?? Der ewige Mythos von Atlantis
  • Neue Besiedlung nach der Katastrophe â?? Ein erstes Lehrstück griechischer Kolonisation
  • Hoch am Berg â?? Die Siedlung der Theräer
  • Mannwerdung in Alt-Thera
  • Sport als Bildung
  • Warum in die Ferne schweifen â?? Ein zweites Lehrstück griechischer Kolonisation
  • Abstieg â?? Vom kahlen Felsen der Erinnerung zur lebensspendenden Quelle
  • Zeitenwechsel â?? Ein umgebauter Tempel
  • Naxos â?? Die Insel des Dionysos
  • Konflikte aller Arten
  • Die bestrafte Liebe der Aloaden
  • Das Tor des Tyrannen
  • Die Ankunft des Dionysos
  • Orte der Verehrung und des kultischen Weingenusses â?? Frühe Tempelbauten für den Herrn der Gelage und andere Götter
  • Steinreich
  • Der Gott und die schlafende Schöne â?? Ariadne auf Naxos
  • Ariadnes Klage
  • Assoziationen
  • Das brutale Ende des Reichtums â?? Naxos und der Ionische Aufstand
  • Paros â?? Gottgesegnete Heimat eines besonderen Steines sowie eines groSSen Dichters
  • Der Leuchtende
  • Schweres Schicksal â?? Viel Steine gabâ??s und wenig Brot
  • Was von der Pracht übrigblieb
  • Athens Griff nach der Insel â?? Der Tod eines Helden
  • Eine neue Herrin â?? Von Demeter zur Allheiligen
  • Heimat eines Genies â?? Archilochos, die Stimme des Individuums in der lyrischen Dichtung
  • Der Wandel der Gesellschaft und die Geburt der monodischen Lyrik
  • Zwei Herzen schlagen in einer Brust â?? Krieger und zugleich Dichter
  • Umwertung
  • Der verlorene Schild
  • Bewährung im Leid
  • Die Liebe
  • Leid und Freude im Menschenleben
  • Die Illusion des Nachruhms
  • Zwischenstation â?? Mykonos, Tor nach Delos
  • Frevel und Tod eines groÃ?en Helden
  • Bilder des Leids â?? Erinnerung und Mahnung
  • Weithin leuchtender Stern â?? Heilige Insel Delos
  • Lobpreisungen der Dichter
  • Jenseits der Poesie â?? Nachantike Inselbesucher
  • Ein Norddeutscher in bayerischen Diensten â?? Die Archäologie hält Einzug
  • Geburtsstation nach einem Eifersuchtsdrama
  • Eine goldene Zukunft â?? Die VerheiÃ?ungen der Götter
  • Der Gott schützt die Seinen â?? Eine Episode aus den Perserkriegen
  • Ã?ber Stock und Stein â?? Auf Spurensuche in den Ruinen von Delos
  • Im Angesicht Apollons â?? Das delische Hauptheiligtum
  • Der Herr der Tempel â?? Ein Wunderkind macht Furore
  • Die Scharen strömen â?? Prominente und weniger prominente Besucher des Heiligtums
  • Der Hörneraltar â?? Ein Held macht Station auf der Insel und tanzt vor Glück
  • Immer nur Männer, wo sind die Plätze der Göttinnen?
  • Eine schwierige Geburt am Heiligen See â?? Die Palme der Leto
  • Die groÃ?en Tabus
  • GroÃ?reinemachen eines Tyrannen
  • Die hockenden Löwen von Delos â?? Steinerne Zeugen glanzvoller Prozessionen
  • Eine besondere Zeit â?? Warten auf den Tod
  • Bedauernswerte Nachbarn â?? Der Sklavenmarkt von Delos
  • Das andere Delos â?? Der Glanz einer internationalen Handelsmetropole
  • Zeitvertreib für die städtische Jugend â?? Athletische Vergnügungen
  • Fremd und doch heimisch â?? Kultanlagen für nichtgriechische Gottheiten
  • Versunken im StraÃ?engewirr â?? Die Häuser der Besserverdienenden
  • Private Festfreuden â?? Partys nur für Männer
  • (K)ein Haus wie das andere â?? Architektur und Ausstattung der delischen Wohnviertel
  • Zu Gast bei Neureichs â?? Ein Augen- und Gaumenschmaus
  • Unterhaltung pur â?? Das Theater und sein Publikum
  • Hohe Schauspielkunst oder bloÃ?es Geschrei? â?? Die Qualität der Aufführungen
  • Gefeiert, aber rechtelos â?? Die infame Welt der Schauspieler
  • AuÃ?er Rand und Band â?? Das antike Theaterpublikum
  • Ein langer Tag im Theater â?? Essen und andere Vergnügungen
  • Das eigentliche Spektakel â?? Junge Männer und schöne Frauen
  • Spielverderber â?? Christliche Eiferer treten auf den Plan
  • Abschied von der Stadt â?? Die ehrgeizige Gattin
  • Die Lichter gehen endgültig aus â?? Das letzte Opfer für Apollon
  • Tenos â?? Heiliges Pilgerziel, einst und jetzt
  • Eine Säule, die sich bewegt â?? Die brausende Trauer des Windgottes
  • Besuch bei einer Nationalheiligen
  • Eine zweite allmächtige Jungfrau â?? Die Kopfgeburt der Athena
  • Ein Heiligtum am Meer â?? Die heidnischen Vorgänger der Muttergottes
  • Poseidon als Heil- und Festgott
  • Antike Krankenhausgeschichten
  • Zum Abschied auf den Berg â?? Die malerischen Ruinen von Exoburgo
  • Lesehinweise
  • Personenregister
  • Bildnachweis
  • Impessum

ZUR EINSTIMMUNG


Abb. 1 Blick in die Caldera von Santorin

Schauplätze - Die Kykladen im Wandel der Zeiten


Wer heute die Inselwelt der Kykladen bereist, befindet sich meist unbewusst auf der Suche nach der typischen Postkartenidylle, die längst zum Synonym für Griechenland schlechthin geworden ist: Strahlendweiße würfelförmige Häuser mit blauen Dächern, umgeben von der nicht minder tiefblauen Ägäis, eingetaucht in gleißendes Sonnenlicht (Abb. 1); ein Szenario, das zum Träumen verführt und vor allem pure Erholung verspricht. Der besondere Ruf von Mykonos und Ios als freizügige Partyinseln lenkt dann in der Regel vollends den Blick auf die angenehmen Seiten des Lebens. Klassische Bildung scheint in diesem Klischee dagegen nicht unbedingt vorzukommen. Nur wenige der jungen Partybegeisterten, die im Hochsommer alljährlich in Scharen auf die ansonsten höchstens von 1500 Personen bevölkerte Insel Ios strömen, dürften wohl dorthin reisen, um Ausschau nach dem Grab Homers zu halten, der dort laut Pausanias (10, 24, 2), einem griechischen Reiseschriftsteller des 2. Jhs. n. Chr., aus Verbitterung darüber starb, dass er ein Rätsel nicht lösen konnte, das ihm die einheimischen Fischer gestellt hatten. Überhaupt gibt es kaum Ereignisse oder bekannte Persönlichkeiten, die im kulturellen Gedächtnis der Menschheit so fest mit den Kykladen verbunden sind, dass die Inseln deshalb prominente Erinnerungsorte wären, die es unbedingt aufzusuchen gilt. So braucht es auch Niemanden zu wundern, dass die Kykladen nicht unbedingt als erste Adresse für Bildungsreisende gelten. Wer die berühmtesten klassischen Schauplätze Griechenlands aufsuchen möchte, zählt in der Regel die Kykladen ganz anders als Athen, Delphi, Epidauros, Mykene und Olympia nicht zu seinen Topfavoriten.

Zum Auftakt - Museums- statt Meeresluft


Bevor wir jedoch die Reise beginnen können, sollten wir uns mit der Geschichte der Inselregion zumindest in den Grundzügen vertraut machen. Hierzu eignet sich insbesondere der Besuch zweier einschlägiger Museen in der griechischen Hauptstadt Athen, ist doch der dortige Flughafen wegen der vielen internationalen Verbindungen ohnehin meist die erste Station einer Kykladenreise, dies gilt in der Regel auch für diejenigen, die mit dem Zug, dem Bus oder dem eigenen Auto anreisen wollen. Denn man erreicht die Kykladen am bequemsten per Fähre von Athens Hafen Piräus aus. Es spricht folglich so einiges dafür, die Inselrundreise hier beginnen zu lassen.

Abb. 2 Marmornes Kykladenidol, 3. Jt. v. Chr., Nationalmuseum Athen

Zeitlos schön - Die Kykladenidole und ihre Epoche


Ins Auge springen sogleich die unzähligen kleinen Marmoridole aus der Bronzezeit (Abb. 2), die in geradezu modern-abstrakter Gestaltung menschliche Wesen beider Geschlechter zeigen. Die nach den Inseln benannte Kykladenkultur erreichte im 3. Jt. v. Chr. (2700-2250 v. Chr.) ihren Höhepunkt. Damals lebten die Menschen in Familienverbänden in Dörfern, die über die Inseln verstreut waren. Es wurde Ackerbau betrieben, man pflanzte Weinreben sowie Olivenbäume und züchtete Schafe, Ziegen sowie Schweine. Es gab einen regen Handelsverkehr nach West und Ost. Marmor (Naxos und Paros), Obsidian (Melos), Bauxit und Kupfer (Naxos) wurden exportiert, Zinn aus dem Osten importiert. Zum Transport dienten Langschiffe ohne Segel, die mit bis zu 40 Ruderern bemannt waren. Nach Ausweis der Grabbeigaben gab es bereits eine elitäre Oberschicht. Im Lauf der Zeit wuchs die Bevölkerung, und je mehr Menschen sich um Haus und Hof kümmern konnten, umso mehr Männer widmeten sich der Seefahrt, dem Handel und der Piraterie, was wiederum dazu führte, dass man anfing, die Siedlungen durch Befestigungen vor Überfällen zu schützen.

Abb. 3 Kykladenpfanne, 3. Jt. v. Chr., Archäologisches Museum Naxos

Eine farbenfrohe Epoche - Die Herrschaft des Minos


Im 2. Jt. v. Chr. kam die Ägäis unter den Einfluss der kretischen Minoer. Über die Gründe des Niedergangs der Kykladenkultur kann man nur spekulieren: Sickerten neue Bevölkerungsgruppen ein? Verringerten sich die Bodenerträge, sodass die Abhängigkeit von Importen wuchs? Brach der Handel zusammen, weil die von den Kretern entwickelten mit Segeln ausgerüsteten Schiffe denen der Kykladenbewohner überlegen waren? Gab es soziale Unruhen, Aufstände? Haben Erdbeben schwere Schäden angerichtet?

Von denen, über die wir durch mündliche Überlieferung Kenntnis haben, war Minos der Erste, der eine Flotte baute und die Herrschaft über einen sehr großen Teil des Meeres errang, das jetzt das "hellenische" heißt, der die Kykladen eroberte und die meisten von ihnen als Erster besiedelte, nachdem er die Karer vertrieben und seine Söhne als Herren eingesetzt hatte. Natürlich bekämpfte er auch nach Kräften die Piraterie, um höhere Einkünfte zu erzielen. (1,4).

"Minos" war kein Eigenname, sondern wahrscheinlich ein vererbbarer Titel des Königs. Von diesem Wort, das einer vorgriechischen Sprache angehört, ist der Name der Kultur abgeleitet, die alle Inseln der Ägäis geprägt hat. Wenn Thukydides davon spricht, dass die Minoer die Kykladen als Erste besiedelten, so meint er wohl, dass sich unter ihrer Herrschaft erstmals so etwas wie staatliche Strukturen herausbildeten. Heute weiß man, dass die Minoer die Kykladen nicht beherrschten, sondern dass sie vielmehr Handelsniederlassungen gründeten und dadurch eine starke, auch kulturelle Dominanz erlangten.

Abb. 4 Schiffsfresko aus Akrotiri, Ende 17. Jh. v. Chr., Nationalmuseum Athen

Im ersten Stock des Athener Nationalmuseums kann man besonders farbenfrohe Erzeugnisse dieser bunten Epoche bewundern. Es handelt sich dabei um Wandmalereien, die auf der Kykladeninsel Santorin zum Schmuck von Häusern einer einst lebhaften, beim heutigen Ort Akrotiri gelegenen bronzezeitlichen Hafensiedlung dienten, die bei einem Vulkanausbruch wohl im 17. Jh. v. Chr. verschüttet wurde. Zu sehen sind reich gewandete junge Frauen (Göttinnen, Kultdienerinnen?), boxende Knaben, ein Fischer mit seinem reichen Fang und Tiere aller Arten, darunter die berühmten fliegenden Schwalben. Ein Fresko wirft besondere Fragen auf: Es schmückte die Wände des Zimmers 5 im oberen Stockwerk des Westhauses und zeigt ein großes Panorama mit einer Schiffsprozession auf dem Meer und menschlichen Siedlungen am Ufer (Abb. 4). Über Soldaten auf einem Schiff sind "Eberzahnhelme" aufgehängt, die man eigentlich erst aus der mykenischen Zeit kennt. Hatten die Theräer ebenfalls derartige Helme? Waren schon in so früher Zeit Mykener auf der Insel - als Herrscher oder als angeworbene Söldner?

Neue kriegerische Herren - Die goldreichen Mykener auf den Kykladen


Man geht davon aus, dass die kykladische Inselwelt um 1500 v. Chr. von neuen, noch kriegerischeren Herren, als die minoischen Kreter es waren, erobert worden ist. Diese kamen diesmal von Westen, vom griechischen Festland her, auf dem sie sich ca. 2000 v. Chr. festgesetzt hatten. Das Athener Nationalmuseum beherbergt die grandiosen Funde Heinrich Schliemanns aus Mykene und ermöglicht damit vor Ort einen einzigartigen Einblick in die materielle Kultur der nach diesem Hauptfundort benannten Mykener.

Ägyptische Quellen sprechen von "Seevölkern". Über die Frage, wer sie waren, woher sie kamen und ob sie wirklich die Ursache der globalen Katastrophe gewesen sind, rätselt die Wissenschaft bis heute. Man nimmt an, dass es eine durch klimatische Veränderungen im Mittelmeerraum verursachte Dürreperiode mit entsprechendem Getreidemangel und nachfolgender Hungersnot gegeben haben könnte. Daraufhin dürften Unruhen und Aufstände ausgebrochen sein. Die Infrastruktur brach jedenfalls mit Sicherheit zusammen. Viele Menschen verließen ihre Heimat und suchten neue Siedlungsgebiete.

Bewegte Zeiten - Aristokraten geben den Ton an


Viele der Emigranten fanden auf den ägäischen Inseln und an der kleinasiatischen Westküste eine neue Heimat. Als um 1000 v. Chr. die Dorer, von Norden kommend, in Griechenland einwanderten (Dorische Wanderung), machten sich erneut Menschen auf den Weg in den Osten. Die größte Gruppe unter ihnen bildeten die Ionier, die sich auf fast allen Kykladeninseln festsetzten (Ionische Wanderung). Ziele der Dorer waren Kreta, Rhodos, Melos und Thera, die Äoler wählten Lesbos als ihre neue Heimat.

Zwei Zeitzeugen der Extraklasse -...


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