RIVERDALE - Der Drohbrief

Völlig neue Serien-Infos zum Netflix-Erfolg - exklusiv in Buchform
 
 
cbt (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. September 2021
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-28225-7 (ISBN)
 
Ein Erpresser, der alle deine Geheimnisse kennt ...Archie, Betty, Jughead, Veronica und ihre Freunde bereiten sich vor auf ein Leben nach der Higschool. Doch dann erhalten sie einen Erpresserbrief von einem Absender namens Poison Pen. Der Verfasser scheint ihre tiefsten und dunkelsten Geheimnisse zu kennen und droht, diese zu lüften, es sei denn, Archie und seine Freunde tun genau das, was er sagt. Zum Beispiel, peinliche Videos von sich zu posten oder eine Ehe zu torpedieren. Die Briefe hören nicht auf und die Forderungen werden immer gefährlicher. Wenn sie Poison Pen nicht aufhalten, wird Bettys, Jugheads, Veronicas und Archies Zukunft für immer zerstört sein ...Eine brandneue Hintergrundgeschichte zu dem erfolgreichen Serienhit RIVERDALE. Die Romane erzählen exklusive Geschichten, die nicht in der Serie vorkommen - ein must-have für alle Fans!
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 2,51 MB
978-3-641-28225-7 (9783641282257)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Caleb Roehrig ist Autor und TV-Producer. An chronischem Fernweh leidend, hat er bereits in Chicago, Los Angeles und Helsinki gelebt. Er hat über dreißig Länder bereist und kann Empfehlungen abgeben, wie man trotz eines bescheidenen Budgets die schönsten Orte zu sehen bekommt. Heute lebt er mit seinem Mann in Los Angeles.

KAPITEL 3

Eine Freundin in der Not ist eine wahre Freundin und ich hätte mir keine bessere wünschen können als meine BFF, Betty Cooper. Unser Leben in Manhattan hatte zwar in vielerlei Hinsicht keine Wünsche offen gelassen, aber die berühmt-berüchtigte Schicksalswende meiner Familie hatte auch jede Menge Giftschlangen enthüllt, die durch unser stets grüneres Gras gekrochen waren. Damals war mir der Umzug nach Riverdale wie ein noch schlimmeres Los erschienen als der Tod - in eine Stadt ins Exil verbannt zu werden, die ich noch nicht mal auf der Landkarte finden konnte und in der ich gegen einen doppelten Ruf ankämpfen musste: Ich war das verwöhnte reiche High Society Girl und die Tochter eines in Ungnade gefallenen Kriminellen.

Doch trotz all der demütigenden Pfeile und Schleudern würde ich das Ganze ohne zu zögern noch mal durchmachen, nur, um Betty kennenzulernen.

Okay, vielleicht nicht die Sache mit dem Serienmörder. Oder diese ganze Saga, in der mein Vater einen Mann hatte umbringen lassen, um den Mord dann meinem Freund anzuhängen, aber . Ihr wisst schon, das ganze andere Zeug eben.

Ich traf als Erste in der Bibliothek ein, deren mit Schindeln verkleidetes Äußeres erst vor Kurzem frisch weiß getüncht worden war, und auch der Blumengarten glich einem wahren Dschungel aus saftig-grünen Blättern. Ganz gleich, wie sehr Daddy mir auch eingetrichtert hatte, vor Gästen, der Bundespolizei und Livekameras unerschütterlich zu wirken, der kurze Weg vom Five Seasons hierher hatte mich komplett erschüttert. Es lag nicht daran, dass ich jemanden dabei erwischt hätte, wie er mir folgte - ich bildete mir ein, alle dabei erwischt zu haben, wie sie mir folgten.

Es war absurd, eine paranoide Wahnvorstellung - und was noch viel schlimmer war: Das wusste ich selbst. Aber ich konnte einfach das Gefühl nicht abschütteln, beobachtet zu werden. Die Nacht des 4. Juli blitzte wieder in meiner Erinnerung auf, wie eine funkelnde Wunderkerze, die meine Schuld für alle sichtbar in die Luft malte. Die Grabesstille in der Parkgarage, der Teppich aus Glasscherben . die beiden Deputys, die die Treppenhäuser und schattigen Ecken gewissenhaft absuchten, aber nichts fanden. Es war definitiv niemand dort gewesen, und doch wusste irgendjemand über die ganze Sache Bescheid.

Oder nicht?

»Wenn du mich hierhergelockt hast, damit ich dir ein paar Buchempfehlungen gebe, die ich dir auch genauso gut aufs Handy hätte schicken können, dann werde ich ein bisschen sauer.« Die Stimme über meiner Schulter erschreckte mich. Ich wirbelte herum und sah, dass Betty vor mir stand. »Aber nur ein bisschen. Meine Mom macht heute auf Alice Cooper extrem

Betty sah . nun, sie sah aus wie sie selbst: makellos, farblich perfekt abgestimmt und in Pastelltöne gekleidet, ihre blonden Locken zu ihrem typischen Pferdeschwanz zusammengefasst. Sie war das personifizierte Gegenteil von Schwierigkeiten und ich schlang voller Erleichterung die Arme um sie und drückte sie an mich.

»Wow! Nicht dass ich was gegen diese öffentliche Zuneigungsbekundung hätte, V, aber was ist denn hier los? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen. Oder vielleicht sogar einen Geist, der gerade einen anderen Geist ermordet hat.«

»Ich bin nur . froh, dass du da bist«, murmelte ich und blinzelte die Tränen hinunter.

»Na, ich doch auch.« Betty lächelte und warf einen Blick in die Richtung, aus der sie gekommen war. »Meine Mom hat mir gerade fünf Bettlaken gekauft, drei davon wieder zurückgebracht, noch mal zwei gekauft und eins davon auch wieder zurückgebracht. Und, ob du's glaubst oder nicht, sie ist sauer auf mich, weil ich Bettlaken nicht ernster nehme. Du hast mir die perfekte Ausrede gegeben, ihr zu entfliehen.« Es war offensichtlich, dass sie versuchte, meine Stimmung auszuloten - und dabei erkannte, wie düster sie tatsächlich war. »V. warum wolltest du dich hier mit mir treffen?«

»Drinnen«, antwortete ich mit zitternder Stimme. Der Gehweg war überfüllt, Gesichter zu vertraut - und meine Mutter hatte mir damals doch tatsächlich versichern wollen, die Intimität einer Kleinstadt habe etwas Beruhigendes. »Jeder kennt in Riverdale jeden und alle kümmern sich umeinander.« Aber jetzt kam ich mir vor, als sei ich in einem Goldfischglas gefangen und von nichts als hungrigen Katzen umgeben. Beinahe vermisste ich mein Leben in Manhattan, wo stets freundliche Fremde diejenigen waren, die dich umbringen wollten.

Ich schob die arme Betty bis in die hinterste Ecke der Wissenschaftsabteilung, in eine Ecke voller Bücher über Wirtschaftstheorie, die garantiert seit den 1970ern nicht mehr von Menschenhand berührt worden waren, bevor ich schließlich den Mut aufbrachte, mit der Sprache herauszurücken. »Es ist etwas passiert, und ich bin mir nicht sicher, was ich deswegen unternehmen soll.«

Betty senkte den Blick zu meinen Händen, und als ich selbst darauf hinabschaute, wurde mir bewusst, dass ich so verkrampft damit rang, dass meine Knöchel ganz weiß hervortraten. »Was ist denn passiert?«, fragte sie. »Du machst mir Angst.«

Sie legte eine Hand auf meinen Arm und ich erhaschte einen flüchtigen Blick auf die Halbmondnarben in ihren Handflächen. Mit ihren Rehaugen, ihrem blassen Teint und der vage melancholischen Aura hätte Betty Cooper auch direkt einem Gemälde von Vermeer entstiegen sein können.

Aber auch sie hatte eine dunklere Seite.

Wir hatten alle schon mehr als einmal gesehen, wie sie so fest die Fäuste ballte, dass sich die Nägel tief in ihre Haut bohrten und sie zu bluten begann. Und ich war auch schon einmal Zeugin geworden, wie sie auf die dunkle Seite gewechselt hatte, die niemals Sternenlicht sah - bei Chuck Clayton, als sie seinen Kopf in einem sprudelnden Whirlpool unter Wasser gedrückt hatte. In jener Nacht hatte sie mir Angst gemacht, und wir hatten alle geschworen, sie von diesem Abgrund wegzuzerren, falls sie ihm noch einmal zu nahe kommen sollte . aber in diesem Augenblick war ich trotzdem dankbar dafür, jemanden an meiner Seite zu haben, der zu derartig gefährlichen Taten fähig war.

Plötzlich traf mich mit einem Schlag die Erkenntnis, wie sehr ich mich in den letzten paar Jahren verändert hatte. Mein moralischer Kompass war so aus der Spur, dass ich sogar hoffte, ein wenig von Dark Bettys schwarzer Magie würde auf mich abfärben. Mein Vater wäre wirklich stolz auf mich gewesen.

Die Atmosphäre in der Bibliothek war gedämpft, die Stille nur durchbrochen vom vereinzelten Husten und Schniefen der anderen Besucher jenseits der hohen Regale, aber ich blickte trotzdem hektisch über die Schulter. Dann zog ich wortlos den Umschlag von Poison Pen aus meiner Handtasche und drückte ihn Betty in die Hand.

Während sie den Brief las, wurden ihre Augen immer größer und alle Farbe wich aus ihrem Gesicht. »W-woher kommt der? Wie .?«

»Jemand hat ihn an der Rezeption im Five Seasons abgegeben, vor ungefähr einer halben Stunde.« Gänsehaut bildete sich auf meinen Armen, während die Klimaanlage der Bibliothek kalte Luft auf unsere Nacken blies. »Aber sieh dir erst mal an, was noch dabei war.«

Ich deutete auf den Umschlag, und Betty holte das Foto heraus, das sich darin befand. Sie betrachtete das Bild, verglich es mit meinem Outfit und zählte eins und eins zusammen. »Das war . jemand hat heute ein Foto von dir gemacht?«

»Jemand hat heute Morgen ein Foto von mir gemacht, im Five Seasons, und es dann zusammen mit einer Nachricht, auf der steht, dass er mich beobachtet, an der Rezeption abgegeben«, fasste ich heiser zusammen. Ich bereute schon jetzt, dass ich die Bibliothek als Treffpunkt ausgewählt hatte. Ich hatte geglaubt, dass es in der Stille hier, in dem Labyrinth aus verstaubten Regalen und vergessenen Büchern, leichter sein würde, uns zu verstecken. Aber ich hatte mich geirrt. In der erdrückenden Stille klang sogar unser leisestes Flüstern wie Geschrei. »Jemand weiß es, B.«

Betty betrachtete das Foto genauer und murmelte: »Aber woher? Du hast doch . niemandem etwas davon erzählt, oder?«

»Nein!« Ich riss ihr das Foto aus der Hand und versuchte, nicht beleidigt zu wirken. »Ich will doch hoffen, dass offensichtlich ist, dass ich das niemals tun würde.« Leise zischend fügte ich hinzu: »Wir haben eine Abmachung getroffen und daran halte ich mich auch.«

»Das war keine Anklage, V.«

»Tut mir leid.« Ich atmete tief durch, atmete die kühle Luft und den Duft von verstaubtem Papier ein und vergrub den Umschlag - inklusive Brief und Foto - wieder ganz unten in meiner Handtasche. »Ich schätze, die Sache nimmt mich einfach ziemlich mit. Wie auch immer, du weißt, dass es höchstens eine Handvoll Leute gibt, denen ich so etwas überhaupt anvertrauen würde . und diese Leute wissen es bereits alle.«

Betty nickte und starrte nachdenklich ins Leere. »Denkst du, einer von ihnen könnte .«

»Es ausgeplaudert haben?«

»Dir den Brief geschickt haben«, korrigierte sie mich ernst, während sich ihr Blick plötzlich wieder fokussierte und ich beinahe einen Schritt rückwärts taumelte. Das war Dark Betty - ein Mädchen, das in jedem das Schlimmste sehen konnte.

»Nein. Auf keinen Fall.« Energisch schüttelte ich den Kopf. »Was sollten sie auch für einen Grund haben, mir so was zu schicken? Wer von ihnen würde das tun, und sei es nur als Scherz?« Ich kaute auf meiner Unterlippe herum, überkreuzte die Finger auf dem Rücken...

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