Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 503 - Liebesroman

Ihr Herz war viel zu einsam
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Mai 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-9787-1 (ISBN)
 
Toni Enders, der Besitzer des renommierten Hotels "Goldener Hirsch", ist nervös. Er hat seine junge Frau, die ihr erstes Kind erwartet, in die Klinik gebracht. "Denke bitte daran, die Feuerversicherung zu bezahlen", flüstert Renate ihm noch zu, bevor eine Krankenschwester sie wegführt. Doch Toni vergisst, was sie ihm ans Herz gelegt hat, und damit bahnt sich ein Verhängnis an, das sein Leben und das seiner Familie aus der Bahn wirft. ...
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,10 MB
978-3-7325-9787-1 (9783732597871)

Ihr Herz war viel zu einsam

Erschütterndes Schicksal um eine tapfere Frau

Renate und Toni Enders stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Sie nennen ein schmuckes, gut gehendes Hotel im idyllischen Kirchdorf in Oberbayern ihr Eigen und führen eine ausgesprochen harmonische Ehe. Immer ist ihnen das Glück hold - bis zur Geburt ihres ersten Kindes, denn der ersehnte Stammhalter kommt schwer krank zur Welt.

Der Vater ist am Boden zerstört. Renate hingegen nimmt ihr hartes Los tapfer an, und ihre grenzenlose Mutterliebe strömt dem armen, hilflosen kleinen Wesen zu. Doch kaum hat die junge Frau sich von dem ersten Schock ein wenig erholt, da bricht ein zweiter Schicksalsschlag über die Familie herein .

"Bitte, einen Moment Geduld, gnädige Frau, das Omelett kommt sofort."

Toni Enders, der Besitzer des renommierten Hotels "Zum Goldenen Hirschen" in Kirchdorf in Oberbayern, sagte es zu der ungeduldigen Dame aus Berlin und vergaß trotz seiner Eile nicht, im Vorbeigehen eine gekonnte Verbeugung zu machen.

Dann hastete er weiter, warf mit Schwung die Klapptür zur Anrichte auf, ging hindurch und stand in der Küche, bevor man dort sein Kommen bemerkte.

"Was ist los?", fragte er barsch. "Schlaft ihr etwa schon? Tempo, meine Herrschaften! Beeilung, wenn ich bitten darf! Die Gäste sind hungrig und warten auf ihr Essen."

Überrumpelt blickten ihn die Angestellten an. Der Chef hatte ein so beständiges Arbeitstempo an sich, und er überraschte sie immer wieder durch sein plötzliches Auftauchen.

Toni Enders stand schon am Herd. Er hob hier einen Deckel hoch, rüttelte dort an einem Tiegel, schnupperte kritisch an der Soße und nahm eine Kostprobe von der Königinsuppe.

Seitdem der ehrgeizige Toni das elterliche Geschäft übernommen hatte, war hier ein strengerer Ton eingezogen, als er zu Zeiten des alten Herrn üblich gewesen war. Toni war knapp fünfundzwanzig Jahre alt und hatte die Hotelfachschule seit einigen Jahren hinter sich. Er wollte weiterkommen und das Hotel vergrößern und modernisieren.

"Gut", sagte er befriedigt. "Am Essen ist nichts auszusetzen, aber schneller muss es gehen, Herrschaften! Die Gäste warten nicht gern."

"Jawohl, Herr Enders", sagte die Köchin. Sie war seit vielen Jahren im Hause tätig, hatte schon unter Tonis Vater gearbeitet und kannte das Temperament des jungen Herrn.

Das Hotel "Zum Goldenen Hirschen" lag im Mittelpunkt des kleinen Ortes und profitierte davon, dass es in Kirchdorf zweimal im Jahr Saison gab, im Sommer und hauptsächlich im Winter. Die zentrale Lage des Hotels und sein guter Ruf weit und breit waren ideale Voraussetzungen dafür, aus dem Betrieb etwas zu machen.

Ein Familienbetrieb war es immer gewesen, aber andere Zeiten verlangten Anpassung und Geschäftigkeit. Besonders der Trend zum Wintersport war eine ideale Einnahmequelle, das hatte Toni bald erkannt. Aber zuvorkommend musste man sein, damit die Gäste auch blieben.

Toni Enders war, trotz seiner jungen Jahre, ein kluger Geschäftsmann und tüchtiger Wirt. Oft wünschte er sich, seine Eltern möchten ihm noch zur Seite stehen, die bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen waren. Plötzlich auf sich allein gestellt, hatte sich der junge Mann entschlossen, alles daranzusetzen, sein Ziel zu erreichen.

Renate, seine hübsche braunhaarige Frau, stand ihm helfend zur Seite. Sie war fleißig, tüchtig und beliebt bei den Gästen, eine geborene Geschäftsfrau, die ihre persönlichen Interessen hinter die Erfordernisse des Hotelbetriebes zu stellen vermochte. Ein Familienleben kannten sie infolge des lebhaften Geschäftes kaum.

All diese Dinge waren Toni inzwischen selbstverständlich geworden. Er war zufrieden mit sich und der Welt, liebte das Leben, wie es war, und hielt sich für einen Glückspilz mit seinem gut gehenden Hotel und der reizenden, fröhlichen Frau. Was konnte ihm schon passieren, wenn er aufpasste?

Als es im Restaurant stiller wurde und der Betrieb in der Bar einsetzte, fand Toni Zeit, einmal zu Renate ins Büro zu gehen, die dort schriftliche Arbeiten erledigte.

"Wie steht's, Renate?", fragte er freundlich und ließ sich ermattet auf dem Sofa nieder.

"Ist draußen alles in Ordnung?"

"Ja, das Schlimmste ist vorbei! Wenn das Abendessen serviert ist, wird es ja ein wenig stiller, dann kann man einmal Atem holen. Willst du nicht Feierabend machen, mein Schatz?"

"Gleich! Ich muss nur noch einen Prospekt versenden, dann mache ich Schluss. Mir ist nicht gut."

"Nanu?", fragte er besorgt, denn Renate war in anderen Umständen. Sie erwartete ihr erstes Kind. "Was fehlt dir?", wollte er wissen.

"Ich weiß nicht, es sind so seltsame Schmerzen. Sie kommen und gehen. Oh!", stöhnte sie unvermittelt auf und schloss einen Moment die Augen vor Schmerzen.

Toni sah erschrocken, wie Renate die Zähne zusammenbiss.

"Ist es schlimm?", fragte er beunruhigt.

"Ich glaube, es sind die Wehen." Sie setzte sich ein wenig zurück, schloss die Augen und legte beide Hände auf ihren Leib.

"Wir müssen etwas tun, Renate!", sagte er aufgeregt. "Soll ich den Doktor holen?"

"Der würde uns nur auslachen", meinte sie. "Toni, sei vernünftig! Doktor Huber wäre bestimmt böse, wenn wir ihn wegen nichts holen. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit."

"Aber du hast Schmerzen, ich sehe es dir an!"

"Ich fühle mich ein wenig unbehaglich", entgegnete sie, "aber die Schmerzen sind schon wieder weg."

Nach einigen Augenblicken stöhnte Renate erneut auf.

"Schau mal auf die Uhr!", sagte sie schwer atmend. "Wir wollen aufpassen, wann es wiederkommt."

Toni hob den Arm und schob die Uhr zurecht. Aufgeregt saß er neben seiner jungen Frau und wartete.

"Wenn es heute losginge, Renate, wäre es schlimm. Wir haben kein Klinikbett für dich bestellt."

"Sie werden mich im Krankenhaus schon aufnehmen. Zu Hause möchte ich nicht bleiben."

"Wenn im Krankenhaus aber kein Privatzimmer frei ist?", sorgte er sich. "Ich möchte, dass du bestens untergebracht bist. Schließlich geht es um unseren Erben."

"Woher willst du wissen, dass es ein Junge wird?", fragte sie und musste trotz allem lächeln.

"Ich weiß es halt!"

"Ich werde mich bemühen", versprach sie. "Aber jetzt glaube ich wirklich, es sind die Wehen. Ich habe ein wenig Angst. Wird alles gut gehen, Toni?"

"Natürlich, Renate! Aber ich muss sofort etwas unternehmen. Ich rufe Doktor Schnitzler in seiner Privatklinik an."

"Ich soll nach Garmisch, Toni? Das ist doch nicht nötig. Ich kann auch hier im Ort bleiben."

"Nein, Renate, Doktor Schnitzler kennt dich, und ich habe Vertrauen zu ihm."

"Er hat mich nur einmal untersucht und wird eine Vorauszahlung verlangen, wenn ich komme."

"Es liegt ja Geld im Safe."

"Davon wolltest du doch morgen endlich die Prämie für die Feuerversicherung bezahlen. Du weißt doch, wir hatten sie damals am Fälligkeitstag vergessen, und als die Mahnung kam, waren wir gerade nicht flüssig, weil wir Handwerkerrechnungen für den Ausbau weiterer Fremdenzimmer bezahlten. Inzwischen haben wir die zweite Mahnung erhalten, und als Fälligkeitstag wurde das morgige Datum festgelegt!"

"Nun ja, morgen will ich die Prämie ja auch entrichten. Ich gehe morgen Vormittag sofort zur Bank und weise den Betrag vom Konto an."

"Vergiss es nur nicht, Toni, wenn ich fort bin!"

"Natürlich nicht!"

Er ging zur Tür und rief zum Empfang hinaus, man solle ihn mit der Klinik von Dr. Schnitzler in Garmisch verbinden, dann wandte er sich besorgt wieder seiner geliebten Frau zu.

"Wie geht es dir jetzt, Renate?"

"Es kommt immer wieder. Ich glaube, es ist gut, wenn ich in ärztliche Obhut komme."

"Siehst du, der angehende Papa macht seine Sache schon richtig!", sagte er aufmunternd und tätschelte Renates Hand.

Das Telefongespräch verlief erfolgreich. Er konnte Renate sofort bringen. Es wurde alles für ihren Empfang vorbereitet.

"Sind deine Sachen gepackt?", fragte Toni.

"Der kleine Koffer ist schon lange fertig. Ich muss mich nur noch umkleiden."

"Beeile dich, Liebling!", mahnte er. "Ich fahre den Wagen schon heraus."

"Bringst du mich hin?"

"Natürlich! Das Personal muss heute allein fertig werden."

Eilig entfernte er sich, und Renate sah ihm gerührt nach. Wie besorgt er um ihr Wohlergehen war. Und wie er sich auf den ersehnten Stammhalter freute! Wie würde er es aufnehmen, wenn ein Mädchen zur Welt kam statt des ersehnten Sohnes?

Toni war vom Schicksal verwöhnt worden und hatte meist bekommen, was er sich gewünscht hatte, denn seine lebensbejahende Einstellung forderte den Erfolg direkt heraus.

Während sie sich...

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