Nur einmal diese Lippen spüren

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Mai 2020
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1743-8 (ISBN)
 
Schon ihr Foto hat ihn um den Verstand gebracht! Als Bailey nun vor ihm steht, kann der Journalist Micah nur noch daran denken, wie es wäre, ihre Lippen auf seiner Haut zu spüren. Würde das Topmodel ihm nur vertrauen! Leider denkt sie, dass er auf eine Sensations-Story hofft ...
Farrah Rochon wurde im Süden von Louisiana geboren. Ihre Karriere begann die USA Today-Bestsellerautorin im Aufenthaltsraum der Xavier University of Louisiana, wo sie die Wartezeit zwischen zwei Unterrichtsstunden mit Schreiben überbrückte. Als sie den Uniabschluss in der Tasche hatte, entschied Farrah Rochon, sich den Traum zu verwirklichen, den sie schon ein Leben lang hegte: Sie wollte Schriftstellerin werden! Spätestens als sie 2007 vom Shades of Romance-Magazin zur Besten Debütautorin des Jahres gewählt wurde, hatte sie dieses Ziel wohl erreicht. Wenn Farrah gerade einmal nicht in ihrem Lieblingscafé sitzt und an einem neuen Roman arbeitet, verbringt sie die Zeit damit, Liebesgeschichten zu lesen. Farrah Rochon bezeichnet sich selbst als fanatischen Sportfan. Ihrer Begeisterung für American Football geht sie nach, indem sie sich jeden Sonntagnachmittag die Spiele der New Orleans Saints anschaut. Mehr Informationen über Farrah Rochon und ihre Romane finden Sie auf ihrer Homepage: www.farrahrochon.com

1. KAPITEL

Tief in Gedanken versunken, saß Bailey Hamilton auf dem Rücksitz des schwarzen Mercedes S 600, während die Limousine die Columbus Avenue hinunterfuhr. Sie atmete tief und gleichmäßig ein, um ihre Nerven zu beruhigen, doch das mulmige Gefühl im Bauch ließ nicht nach.

Die Limousine hielt an einer roten Ampel. Scharen von Fußgängern strömten über die Straße, als ob heute ein ganz gewöhnlicher Dienstagnachmittag wäre. Für die meisten von ihnen war es das vermutlich auch. Bailey hingegen konnte sich fast nicht mehr daran erinnern, wann sie sich zum letzten Mal normal gefühlt hatte. Während der vergangenen Monate war es ihre größte Angst gewesen, dass sie dieses Gefühl vielleicht nie wieder empfinden würde.

Doch das werde ich nicht zulassen.

Das hatte Bailey sich geschworen, als sie letzte Woche ihr Exil auf den Virgin Islands verlassen hatte und nach New York zurückgekommen war. Die letzten zwei Monate hatte sie in einem Zustand der ständigen Unruhe verbracht - aber damit war jetzt Schluss. Bailey würde nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie dieser Verrückte langsam ihr Leben zerstörte. Heute unternahm sie den ersten Schritt auf dem Weg zurück in die Normalität. Es war allerhöchste Zeit.

Und dennoch . mit jedem Meter, den sich der Wagen seinem Ziel näherte, verstärkte sich das ungute Gefühl im Magen. Bailey schloss fest die Augen hinter ihrer überdimensionalen Sonnenbrille und lehnte den Kopf gegen die Nackenstütze. Doch die düsteren Vorahnungen ließen sich nicht unterdrücken.

Dabei hatte Bailey selbst auf der Pressekonferenz bestanden. Zum ersten Mal seit zwei Monaten würde sie sich den Journalisten zeigen und ihnen Rede und Antwort stehen.

Bailey hatte es so satt, jeden Tag die wilden Spekulationen über ihr plötzliches Verschwinden in der Zeitung zu lesen. Von Tag zu Tag wurden die Geschichten absurder. Je mehr die Familie versuchte, sie von alledem abzuschirmen, desto aggressiver wurde der Ton der Medien. Heute würde sie dem Ganzen endlich ein Ende setzen.

Der Wagen bog in die Einfahrt zur Tiefgarage ab, die sich auf der 65th Street unter dem Lincoln Center befand. Auf einmal hatte Bailey das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ihr Hals und Brustkorb fühlten sich an wie zugeschnürt, und ihr Herz begann wie wild zu schlagen. Eine beginnende Panikattacke. Inzwischen kannte Bailey die Anzeichen nur allzu gut. In den vergangenen Wochen waren sie immer wieder aufgetreten.

Unter Aufbringung ihrer gesamten Willenskraft versuchte Bailey, sich zu beruhigen. Langsam und konzentriert atmete sie ein und aus.

"Du schaffst das", beschwor sie sich leise.

Es war nicht leicht gewesen, ihre Familie zu der Pressekonferenz zu überreden. Sie davon zu überzeugen, dass sie sich von dem Zwischenfall erholt habe und stark genug sei. Bailey selbst hatte darauf bestanden, dass die Pressekonferenz an demselben Ort stattfinden sollte, an dem sie zwei Monate zuvor entführt worden war. Kurz bevor sie auf der Fashion Week ihren großen Auftritt als Model für Roger Hamilton Designs, das Modelabel ihrer Familie, hätte haben sollen.

Jetzt allerdings saß Bailey wie erstarrt auf dem Rücksitz des Wagens ihres Bruders, nur wenige Meter entfernt von dem Keller, in dem sie bewusstlos gelegen hatte, bevor man sie entdeckt hatte. Auf einmal bezweifelte sie, ob es wirklich eine so gute Idee gewesen war, wieder an den Ort des Geschehens zurückzukehren. Warum habe ich bloß nicht auf Briannas Rat gehört und darauf bestanden, dass die Pressekonferenz bei RHD in SoHo stattfindet? warf Bailey sich im Stillen vor.

"Hör auf, du schaffst das!", versicherte Bailey sich wieder.

"Natürlich schaffst du das", bekräftigte ihr Bruder Daniel vom Fahrersitz aus.

Baileys und Daniels Blicke trafen sich im Rückspiegel, und sie lächelte ihren Bruder an. Gott sei Dank hatte sie ihre Familie. So sehr ihr das übertrieben besorgte Verhalten ihrer Verwandten auch manchmal auf die Nerven ging, wusste Bailey doch, dass sie die Qualen der letzten Monate ohne deren Unterstützung niemals überstanden hätte.

Bailey atmete noch einmal tief durch, als Daniel, der inzwischen ausgestiegen war, ihr die Wagentür öffnete und die Hand hinhielt, um ihr beim Aussteigen zu helfen.

"Hey, Bailey", Daniel zögerte und warf einen prüfenden Blick zur Tiefgaragentür. "Ich bin fest davon überzeugt, dass du das schaffen wirst. Aber du solltest nicht vergessen, dass du es nicht tun musst. Ein Wort von dir und wir fahren wieder."

"Ich laufe auf keinen Fall weg. Ich bin bereit."

"Sicher?"

"Ja, ganz sicher." Bailey drückte seine Hand. "Ich muss da jetzt durch. Ich kann mich nicht länger verstecken, Daniel. Ich muss denen da draußen zeigen, dass ich mich nicht fertigmachen lasse."

Und ganz besonders demjenigen, der mir das hier angetan hat . und immer noch draußen frei herumläuft.

Bei dem Gedanken zuckte Bailey zusammen, als ob sie einen Stromschlag bekommen hätte. Vielleicht befand sich der Angreifer sogar unter den Reportern.

Reiß dich zusammen! befahl sie sich und warf einen Blick auf ihr Spiegelbild in der Seitenscheibe der Limousine. Die dunkelbraune Stoffhose und der cremefarbene Rollkragenpullover unter dem rostbraunen Trenchcoat aus der letzten RHD-Kollektion waren eine gute Wahl gewesen.

Zufrieden mit dem, was sie sah, wandte Bailey sich zu ihrem Bruder um und setzte ein betont optimistisches Lächeln auf. "Gehen wir!"

Als sie die Plaza vor dem Lincoln Center erreichten, stand schon eine Ansammlung von Reportern und Fotografen um das Podium, das so vor der Fontäne aufgestellt worden war, dass das Metropolitan Opera House im Hintergrund zu sehen war. Die Spannung war förmlich mit den Händen zu greifen, als Bailey und Daniel sich der Menge näherten, und mit jedem Schritt wurde Bailey nervöser.

Vor dem Zwischenfall im September hatte Bailey den Kontakt mit der Presse genossen und sich gerne allen Fragen gestellt, die sich um ihren kometenhaften Aufstieg zum Supermodel drehten. Heute konnte sie sich nichts Schlimmeres vorstellen, als all diesen Reportern entgegenzutreten.

Rechts vom Podium stand ihre gesamte Familie versammelt.

Baileys Mutter, das ehemalige Model Lila Hamilton, löste sich sofort aus der Gruppe, als sie Bailey sah, und ging ihr zügig, und anscheinend vollkommen mühelos, auf ihren zehn Zentimeter hohen Stilettos entgegen.

"Wie geht es dir, Liebling?", begrüßte Lila Bailey und strich ihr sanft über den Arm. "Du weißt, dass du das nicht machen musst, oder?"

Die Besorgnis, die sich auf dem Gesicht ihrer Mutter abzeichnete, ließ Bailey beinahe schwach werden, doch sie würde sich nicht von ihrem Vorhaben abhalten lassen. "Es geht schon", versicherte sie ihrer Mutter und gleichzeitig sich selbst.

Lila nahm Baileys Hand, und sie gingen zusammen zu den anderen. Bailey nickte ihrem Vater Roger Hamilton zu. Der Patriarch der Familie und Chef von Roger Hamilton Designs würde die Presseerklärung verlesen. Roger Hamilton stieg auf das Podium, um die Konferenz zu beginnen.

"Ich danke Ihnen, dass Sie heute hier erschienen sind. Wir haben uns entschlossen, diese Pressekonferenz abzuhalten, um den Fehlinformationen, die seit der Fashion Week in den Medien verbreitet wurden, eine Ende zu bereiten. Wie Sie alle wissen, sollte meine Tochter Bailey als das Gesicht des Unternehmens Roger Hamilton Designs auf der diesjährigen Fashion Show auf dem Laufsteg er scheinen. Aufgrund unvorhergesehener Umstände konnte sie jedoch nicht auftreten. Seitdem wurde viel über die Gründe spekuliert, ich kann Ihnen jedoch versichern ."

"Bailey, waren Sie auf Entzug?", unterbrach ihn ein Reporter mit einem Zwischenruf.

Roger Hamiltons Gesicht wurde rot vor Zorn. Bailey legte ihm beschwichtigend die Hand auf die Schulter, um ihn von einer wütenden Entgegnung abzuhalten. "Lass mich das machen."

"Ganz bestimmt nicht", erwiderte er und schüttelte energisch den Kopf.

"Es nützt nichts, wenn ich mich noch länger verstecke. Sie geben doch nicht eher Ruhe, bis sie es von mir selbst gehört haben."

Es war ihrem Vater deutlich anzumerken, dass er sich lieber einem Rudel hungriger Löwen gestellt hätte, als Bailey den Fragen der sensationslüsternen Reporter auszuliefern. Dennoch machte er ihr widerstrebend Platz.

Bailey trocknete ihre schweißnassen Handflächen an ihrem Mantel, als sie an die Mikrofone trat, und bedankte sich im Stillen dafür, dass sie daran gedacht hatte, ihre Sonnenbrille aufzusetzen, als auf einmal tausend Blitzlichter vor ihr aufzuflackern schienen. Doch der Moment, um sich zu verstecken, war vorüber. Und sie würde sich auch nicht länger verstecken. Vor nichts und niemandem.

Bailey nahm die dunkle Sonnenbrille ab und legte sie vor sich auf das Rednerpult.

"Zunächst möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie alle heute hier erschienen sind." Ihre Stimme klang fest und ließ nicht ansatzweise erkennen, wie nervös sie war. Gut so, dachte sie, wenigstens diese Genugtuung gebe ich ihnen nicht. "Als ich den Vorschlag gemacht habe, eine Pressekonferenz abzuhalten, hatten wir eigentlich vorgesehen, dass mein Vater Ihnen eine Erklärung vorliest. Jetzt habe ich allerdings den Eindruck, dass diese Erklärung nicht ausreicht. Sie alle sind hier, um Fragen zu stellen."

Sofort brach ein Ansturm an Fragen los, doch Bailey hob beschwichtigend beide Hände.

"Lassen Sie mich bitte erst aussprechen. Ich habe eine...

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