In dein Lächeln verliebt

 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Oktober 2013
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-12106-8 (ISBN)
 
Das junge Topmodell Harriet steht vor dem großen Sprung ihrer Karriere: Die bodenständige junge Frau, die sich auch jetzt nicht nach einem Glamourleben sehnt, soll ein halbes Jahr für ein Projekt des mächtigen Verlegers Burt Bardoff vor der Kamera stehen. Dass sie dabei die unterschiedlichste Frauentypen verkörpert, lässt den charismatischen Burt umso hingerissener sein. Er verliert sein Herz an sie. Auch sie verliebt sich unsterblich in den gefährlich attraktiven Mann. Bis seine eifersüchtige Geliebte auftaucht und der hübschen jungen Frau Burts wahre Beweggründe offenbart.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,33 MB
978-3-641-12106-8 (9783641121068)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von über 500 Millionen Exemplaren. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.

1. KAPITEL

Das Mädchen wirbelte herum und drehte sich im Licht der Scheinwerfer. Ihr glänzendes schwarzes Haar schwang um ihr eindrucksvolles Gesicht.

»So ist es gut, Harriet. Mach jetzt einen kleinen Schmollmund, und denk daran, dass wir hier Lippen verkaufen.« Larry Newman beobachtete sie durch die Kamera und ließ den Verschluss eilig klicken.

»Fantastisch«, rief er und erhob sich aus der Hocke. »Das ist genug für heute.«

Harriet Baxter streckte die Arme zur Decke und entspannte sich. »Gut, einverstanden. Ich sehne mich nach meiner Wohnung und einem heißen Bad.«

»Denk an die Dollarmillionen, die dein Gesicht für Lippenstifte einbringt, Liebling.« Während Larry die Lampen ausschaltete, war er mit seinen Gedanken schon wieder ganz woanders.

»Soll mir das moralischen Auftrieb geben?«

»Genauso ist es«, erwiderte er zerstreut. »Morgen kommt die Shampoowerbung an die Reihe. Dein Haar muss so prachtvoll aussehen wie immer. Ach, beinahe hätte ich es vergessen. Morgen früh habe ich eine geschäftliche Verabredung. Ich werde jemanden auftreiben, der mich vertritt.«

Harriet lächelte ihn nachsichtig an. Seit drei Jahren arbeitete sie inzwischen als Fotomodell, und Larry war ihr Lieblingsfotograf. Sie ergänzten sich fabelhaft. Er fotografierte hervorragend. Überlegen beherrschte er Weitwinkel- und Nahaufnahmen, und es gelang ihm immer, die richtige Stimmung einzufangen. Allerdings fehlte ihm jeglicher organisatorischer Sinn, und er war hoffnungslos uninteressiert an allem, was nicht mit seiner kostbaren Kameraausrüstung zu tun hatte.

»Was ist das für eine Verabredung?«, fragte Harriet ruhig und geduldig. Sie wusste sehr gut, wie leicht Larry so weltliche Angelegenheiten wie Uhrzeiten und Treffpunkte verwechselte, wenn sie nicht unmittelbar im Zusammenhang mit seiner Kamera standen.

»Ach, stimmt ja, das habe ich dir wohl noch nicht gesagt. Um zehn muss ich bei Burt Bardoff antreten.«

»Bei jenem gewissen Burt Bardoff?« Harriet war überaus erstaunt. »Ich hatte keine Ahnung, dass der Eigentümer des Modemagazins sich mit gewöhnlichen Sterblichen trifft, ausgenommen Mitglieder von Königshäusern und Göttinnen.«

»Mir hat er jedenfalls eine Audienz gewährt. Seine Sekretärin hat mich angerufen und die Sache ins Rollen gebracht. Er will seine Vorstellungen über irgendeinen Entwurf mit mir besprechen.«

»Na, dann viel Vergnügen. Soweit ich weiß, ist Burt Bardoff ein ziemlich ausgekochter Bursche, zäh wie Leder. Jeder muss nach seiner Pfeife tanzen.«

»Er wäre nicht dort, wo er sich heute befindet, wenn er sich übers Ohr hauen ließe. Sein Vater hat wahrscheinlich ein Vermögen verdient, als er das Modemagazin gründete, doch Burt Bardoff hat es verdoppelt, indem er weitere Zeitschriften aus der Taufe hob. Er ist ein überaus erfolgreicher Unternehmer und ein guter Fotograf, der keine Angst davor hat, sich die Hände zu beschmutzen.«

»Du verehrst jeden, der eine Leica von einer Box unterscheiden kann«, spottete Harriet und zupfte an Larrys unordentlichem Haarschopf. »Aber dieser Männertyp zieht mich nicht im Geringsten an.« Sie zog mit gespieltem Schauder graziös die Schultern ein. »Ich glaube, ich würde mich vor ihm zu Tode fürchten.«

»Du fürchtest dich vor niemandem, Harriet.« Larry beobachtete, wie die große gertenschlanke Frau ihre Tasche nahm und sich zur Tür wandte. »Morgen früh um halb zehn wird jemand die Aufnahmen mit dir machen.«

Harriet winkte ein Taxi heran. Taxi fahren war ihr während der drei Jahre, die sie nun in New York verbrachte, zur Gewohnheit geworden. Sie dachte kaum noch an die Harriet Baxter von der Farm in Kansas zurück, denn inzwischen war sie in der blühenden Metropole New York heimisch geworden.

Mit einundzwanzig Jahren hatte sie sich von ihrem Elternhaus gelöst und war nach New York gekommen, um eine Karriere als Fotomodell zu beginnen. Der Übergang vom einfachen Landmädchen zum Großstadtmodell war schwierig und oft beängstigend gewesen, doch Harriet hatte sich von der schnelllebigen, überwältigenden Stadt nicht einschüchtern lassen und war unverdrossen mit ihrer Fotomappe von einer Agentur zur anderen gegangen.

Während des ersten Jahres bekam sie nur wenige Aufträge, und die auch nur in großen zeitlichen Abständen, aber sie gab nicht auf. Um keinen Preis wollte sie wieder zu ihrer Familie zurückkehren. Allmählich verschaffte sie sich den Ruf, sich völlig mit dem jeweiligen Produkt identifizieren zu können, und sie wurde immer begehrter. Als sie mit Larry zu arbeiten begann, war ihr Glück gemacht. Immer häufiger tauchte ihr Gesicht auf den Titelseiten der Modejournale auf. Inzwischen war sie ein Topmodell, und ihr Honorar war hoch genug, dass sie ihr dürftiges Zimmer im dritten Stock eines einfachen Mietshauses gegen eine komfortable Hochhauswohnung in der Nähe des Central Parks eintauschen konnte.

Harriet hing nicht etwa leidenschaftlich an ihrer Modellkarriere, sie sah diese Tätigkeit nur als einen Job an. Ruhm und Glanz hatten ihr nie viel bedeutet. Sie war nach New York gekommen, um auf eigenen Füßen zu stehen. Doch ihr beruflicher Aufstieg war unvermeidbar, denn Harriet war graziös, ausgeglichen und darüber hinaus blendend schön. Mit ihrem rabenschwarzen Haar und den hohen Wangenknochen sah sie ein wenig exotisch aus. Ihre großen mitternachtsblauen Augen wurden von langen schweren Wimpern umrahmt. Sie hatte einen vollen, schön geschwungenen Mund, der hingebungsvoll lächeln konnte. Sie war betörend schön und außerdem ungewöhnlich fotogen. Das war der Grund ihres Erfolges. Ungezwungen und völlig natürlich bewegte sie sich vor der Kamera. Wenn man ihr sagte, welche Art von Frau sie darstellen sollte, veränderte sie ihren Gesichtsausdruck: Sie war überlegen, praktisch, sinnlich - was immer man von ihr wollte.

In ihrem Apartment streifte Harriet die Schuhe ab, und ihre Füße versanken im weichen Flausch des elfenbeinweißen Teppichs. An diesem Abend hatte sie keine Verabredung, und sie freute sich auf einen leichten Imbiss und einige Stunden Muße in den eigenen vier Wänden. Sie machte sich ein wenig frisch, schlüpfte in einen warmen dunkelblauen Morgenmantel und ging in die Küche, um sich ein Festessen zuzubereiten, wie es für ein Fotomodell angemessen war: Suppe und ungesalzene Crackers. Doch die Vorbereitungen zu ihrem kargen Abendessen wurden unterbrochen, als es an der Wohnungstür klingelte. »Hallo, Lisa.« Harriet begrüßte ihre Nachbarin, die auf demselben Flur ihr gegenüber wohnte, mit einem freundlichen Lächeln. »Willst du mit mir zu Abend essen?«

Lisa MacDonald rümpfte missbilligend die Nase. »Ich würde es lieber mit einigen Pfunden mehr aufnehmen, als zu verhungern, was du offenbar anstrebst.«

»Wenn ich zu häufig beim Essen sündige, musst du mir eine Anstellung in eurer Anwaltsfirma besorgen.« Harriet strich über ihren flachen Bauch. »Dabei fällt mir ein: Wie macht sich denn euer junger Rechtsanwalt?«

»Mark hat überhaupt noch nicht begriffen, dass ich lebe.« Lisa warf sich auf die Couch. »Das bringt mich zur Verzweiflung, Harriet. Ich werde noch die Geduld verlieren und ihn auf dem Parkplatz überfallen.«

»Viel zu aufwendig. Hast du schon mal an eine weniger dramatische Lösung gedacht? Du könntest ihm ein Bein stellen, wenn er an deinem Schreibtisch vorübersegelt. Diese Gelegenheit wird sich bald ergeben.«

»Das werde ich mir merken. Ich muss dann nur schnell genug reagieren, ehe er vorbei ist.«

Amüsiert ließ Harriet sich auf einem Sessel nieder und legte ihre nackten Beine auf einen niedrigen Schemel. »Sagt dir der Name Burt Bardoff etwas?«

Lisas Augen weiteten sich. »Den kennt doch jeder. Millionär, unglaublich gut aussehend, geheimnisvoll, ausgezeichneter Geschäftsmann und trotzdem ein fairer Partner.« Lisa zählte diese Eigenschaften sorgfältig an den Fingern ab. »Was ist los mit ihm?«, fragte sie interessiert.

Harriet hob bedeutungsvoll die schmalen Schultern. »Ich weiß es nicht genau. Larry hat morgen früh eine Verabredung mit ihm, wie er mir erzählte.«

»Von Angesicht zu Angesicht?«

»Allerdings.« Vergnügt und erwartungsvoll betrachtete Harriet ihre Freundin Lisa. »Natürlich haben wir beide schon früher für seine Zeitschriften gearbeitet, aber ich begreife nicht, wieso der unzugängliche Eigentümer des Magazins >Mode< einen simplen Fotografen zu sich bittet, obwohl er selber der Beste von allen ist. Man spricht in unseren Kreisen nur ehrfürchtig hinter vorgehaltener Hand von ihm, und wenn man den Klatschspalten trauen darf, ist er der Wunschtraum eines jeden unverheirateten Mädchens. Auch ich wüsste gern, wie er wirklich ist.«

Harriet runzelte die Stirn, denn der Gedanke beschäftigte sie ernsthaft. »Es ist eigenartig, doch ich glaube, ich kenne niemanden, der mit ihm schon einmal persönlich zu tun hatte. Ich stelle ihn mir wie den >großen Unsichtbaren< vor, der vom Olymp seines Modemagazins einsame Entscheidungen von allergrößter Wichtigkeit trifft. Ich glaube nicht, dass ich mich darin irre.«

»Vielleicht wird Larry morgen deine Neugierde befriedigen«, meinte Lisa.

Harriet schüttelte den Kopf, und ihre Nachdenklichkeit wich einem Lächeln. »Larry hat nichts anderes im Sinn, als Mr Bardoff auf einem Negativstreifen festzuhalten.«

Kurz vor halb zehn Uhr am nächsten Morgen öffnete Harriet mit einem Zweitschlüssel Larrys Studio. Sie hatte sich auf die Shampoowerbung vorbereitet. Das Haar fiel ihr in weich glänzenden vollen Wellen über die Schultern. In dem...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

4,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen