Die MacGregors 6. Hochzeitsfieber bei den MacGregors

 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Dezember 2013
  • |
  • 311 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-12070-2 (ISBN)
 
Familie, Liebe, Leidenschaft: Der faszinierende MacGregor-Clan.



Familienpatriarch Daniel MacGregor ist fest entschlossen, seinen drei Enkeltöchtern zum großen Glück zu verhelfen. Doch die drei unabhängigen jungen Frauen denken gar nicht an die Ehe. Sie wollen ihr Single-Leben genießen und ihre Karrieren verfolgen. Die Zeiten sind ohnehin vorbei, wo ein Großvater sich in die Traummann-Wahl einschalten sollte! Doch das sieht Daniel anders. Und als Laura, Gwen und Julia überhaupt nicht zufällig drei absolut hinreißenden Männern begegnen, fliegen die Funken. Hat Daniel die richtige Wahl getroffen?



  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,62 MB
978-3-641-12070-2 (9783641120702)
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Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von über 500 Millionen Exemplaren. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.

1. KAPITEL

Das Klingeln des Telefons brauchte sechs Anläufe, ehe es ihm gelang, eine Ecke ihres schlafenden Gehirns zu durchdringen. Beim achten Läuten schließlich schaffte sie es, eine Hand unter der Decke hervorzustrecken. Sie haute auf den Wecker, und Kermit, der Frosch, krachte mit seinem fröhlichen Gesicht auf den Boden. Es war der dritte tote Kermit in diesem Jahr.

Ihre langen, unberingten Finger tasteten auf der glänzenden Oberfläche des Walnussnachttischs herum, fanden endlich den Hörer und nahmen ihn mit unter die Decke.

»Hallo.«

»Es hat zehnmal geklingelt.«

Laura MacGregor zuckte unter der dröhnenden Anklage zusammen, dann gähnte sie. »Ja?«

»Zehnmal. Noch ein Klingeln mehr, und ich hätte das Überfallkommando gerufen. Ich habe dich schon in einer Blutlache liegen sehen.«

»Bett«, brachte sie mühsam heraus und kuschelte sich in die Kissen. »Ich schlafe. Gute Nacht.«

»Es ist fast acht.«

»Acht was?«

»Acht Uhr morgens.« Jetzt hatte Daniel MacGregor die Stimme identifiziert und wusste, welche seiner Enkelinnen am helllichten Tag noch im Bett herumlungerte. »Ein schöner klarer Septembermorgen. Du solltest ihn genießen, anstatt ihn zu verschlafen, Mädchen.«

»Warum?«

Er schnaubte. »Das Leben geht an dir vorbei, Laura. Deine Großmutter macht sich Sorgen um dich. Sie hat gerade erst gestern gesagt, dass sie kaum einen Moment Ruhe findet, weil sie sich so um ihre älteste Enkelin sorgt.«

Anna hatte nichts dergleichen gesagt, aber der Trick, seine Frau vorzuschieben, wenn er seiner Familie seinen Willen aufzwingen wollte, war eine alte Angewohnheit. Der Große MacGregor schätzte Traditionen.

»Alles bestens. Prima. Schlaf jetzt, Grandpa.«

»Hör zu, steh auf. Du hast deine Großmutter schon seit Wochen nicht mehr besucht. Sie verzehrt sich vor Sehnsucht nach dir. Nur weil du glaubst, eine erwachsene Frau von vierundzwanzig Jahren zu sein, heißt das noch lange nicht, dass du deine liebe alte Granny vergessen sollst.«

Er zuckte bei diesen Worten ein bisschen zusammen und warf einen Blick auf die Tür, um sich davon zu überzeugen, dass sie geschlossen war. Wenn Anna hörte, dass er sie als liebe alte Granny bezeichnete, würde sie ihm das Fell über die Ohren ziehen.

»Komm am Wochenende rauf«, verlangte er. »Und bring deine Cousinen mit.«

»Muss Akten studieren«, murmelte sie und begann wieder wegzudriften. »Aber bald.«

»Möglichst bald. Wir leben nicht ewig, weißt du.«

»Doch, ihr schon.«

»Ha. Ich habe dir ein Geschenk geschickt. Es muss heute Morgen ankommen. Darum steh jetzt auf und mach dich hübsch. Zieh ein Kleid an.«

»Alles klar. Danke, Grandpa. Mach's gut.«

Laura ließ den Hörer einfach auf den Boden fallen, kuschelte sich unter die Decke und glitt wohlig in den Schlaf zurück.

Zwanzig Minuten später wurde sie höchst unsanft durch ein erbostes Rütteln an der Schulter geweckt. »Verdammt, Laura, du hast es schon wieder gemacht.«

»Was?« Sie schoss hoch, die dunklen Augen weit aufgerissen, das schwarze Haar zerzaust. »Was?«

»Den Hörer nicht aufgelegt.« Julia MacGregor hatte die Hände in die Hüften gestemmt und rauchte vor Zorn. »Ich erwarte einen Anruf.«

»Ich . äh .« Sie konnte noch keinen klaren Gedanken fassen. Laura fuhr sich mit der Hand durch das vom Schlaf zerzauste Haar. Der Morgen war einfach nicht ihre Tageszeit. »Ich glaube, Grandpa hat angerufen. Vielleicht. Ich kann mich nicht mehr erinnern.«

»Ich habe nichts gehört.« Julia zuckte die Schultern. »Ich war wohl unter der Dusche. Gwen ist schon im Krankenhaus. Was wollte Grandpa denn?« Als Laura sie weiterhin verständnislos anstarrte, lachte Julia und setzte sich auf den Bettrand.

»Wahrscheinlich nur das Übliche. Deine Großmutter macht sich Sorgen um dich.«

»Ja, jetzt, wo du es sagst, fällt es mir langsam wieder ein.« Laura verzog den Mund zu einem kleinen Lächeln und ließ sich in die Kissen zurückfallen. »Wenn du ein bisschen schneller aus der Dusche gekommen wärst, hättest du drangehen können. Dann hätte Grandma sich um dich Sorgen gemacht.«

»Ich war erst letzte Woche dran.« Julia warf einen Blick auf ihre antike Armbanduhr. »Ich muss los. Ich schaue mir dieses Haus in Brookline an.«

»Noch eins? Hast du nicht erst letzten Monat ein Haus gekauft?«

»Das war vor zwei Monaten, und es ist praktisch fertig.« Julia schüttelte ihre feuerrote Lockenmähne zurück. »Es wird Zeit, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen.«

»Solange es dir Spaß macht. Mein großer Plan für heute war es, bis mittags zu schlafen und am Nachmittag ein paar Akten zu lesen.« Laura rollte die Schultern. »Die Chancen dafür stehen bestens, wie ich sehe.«

»Du hast die Wohnung für die nächsten paar Stunden ganz für dich allein. Gwen schiebt eine Doppelschicht, und ich bin kaum vor fünf zurück.«

»Ich bin nicht mit Kochen dran.«

»Ich bringe von unterwegs etwas mit.«

»Pizza«, sagte Laura wie aus der Pistole geschossen. »Mit einer Extraportion Käse und schwarzen Oliven.«

»Kannst du eigentlich nur an Essen denken?« Julia stand auf und zog die moosgrüne Jacke glatt, die sie zu einer eleganten schwarzen Hose trug. »Bis heute Abend dann«, rief sie auf ihrem Weg nach draußen. »Und vergiss nicht wieder, den Hörer aufzulegen.«

Laura betrachtete die Zimmerdecke, blinzelte ins Sonnenlicht und erwog, sich die Decke erneut über den Kopf zu ziehen. Eigentlich könnte sie noch eine Stunde schlafen. Abzuschalten, wann immer sie wollte, war noch nie ein Problem für sie gewesen, und diese Fähigkeit hatte ihr während ihres Jurastudiums gute Dienste geleistet.

Aber der Gedanke an Pizza hatte ihren Appetit geweckt. Bei der Entscheidung zwischen Schlafen und Essen sah Laura sich stets ihrem größten Dilemma ausgesetzt. Als schließlich das Essen das Rennen gemacht hatte, warf sie die Decke zurück. Sie trug ein schlichtes weißes, ärmelloses T-Shirt und seidene metallicblaue Boxershorts.

Sie wohnte schon seit ihrer Collegezeit mit ihren beiden Cousinen zusammen, und vor zwei Jahren hatten sie dieses Haus an der Bostoner Back Bay bezogen. Auf die Idee, einen Morgenrock anzuziehen, wäre sie gar nicht gekommen. Das hübsche kleine Stadthaus - eins von Julias jüngsten Restaurationsobjekten - spiegelte ihre unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wider. Julias Liebe für Antiquitäten wetteiferte mit Gwens Wertschätzung für moderne Kunst und ihrer eigenen Vorliebe für Kitsch.

Sie lief leichtfüßig mit einer Hand auf dem glatten Eichengeländer die Treppe nach unten, warf einen kurzen Blick durch das geschliffene Glasfenster der Eingangstür, um festzustellen, dass es in der Tat ein strahlender Herbstmorgen war, dann ging sie nach hinten in die Küche.

Obwohl jede der Cousinen einen wachen Verstand besaß, den sie gewissenhaft in ihrem jeweiligen Wissens- und Erfahrungsbereich einsetzte, war keine von ihnen in diesem speziellen Raum mit Talent sonderlich gesegnet. Trotzdem wirkte die Küche mit ihren gelben Wänden, die sich hübsch von dem dunkelblauen Tresen abhoben, und den Schränken mit den Glastüren ausgesprochen gemütlich.

Laura war immer froh gewesen, dass sie sich alle drei so gut verstanden. Gwen und Julia waren nicht nur ihre besten Freundinnen, sondern auch ihre Cousinen. Zusammen mit dem Rest der MacGregor-Brut, wie Laura sie für sich nannte, bildete die weitverzweigte Verwandtschaft von Daniel und Anna eine Familie, die sich sehr nahestand, auch wenn die einzelnen Mitglieder ziemlich unterschiedlich waren.

Sie warf einen Blick auf die saphirblaue Uhr in Form einer Katze an der Wand, deren Augen wie Diamanten funkelten, während sich der Schwanz rhythmisch hin und her bewegte. Sie dachte an ihre Eltern und fragte sich, ob diese ihren lang verdienten Urlaub auf den Westindischen Inseln auch genossen. Mit Sicherheit. Caine und Diana MacGregor waren eine unzerstörbare Einheit. Ehemann und Ehefrau, Eltern, Partner in derselben Anwaltskanzlei. Fünfundzwanzig Jahre Ehe, die Erziehung zweier Kinder und der Aufbau einer der angesehensten Anwaltskanzleien in Boston hatten an ihrer gegenseitigen Ergebenheit nichts geändert.

Laura wollte sich lieber gar nicht vorstellen, wie viel Mühe und Arbeit es ihre Eltern gekostet haben mochte, dies alles zu bewerkstelligen. Sie selbst fand, es sei wesentlich einfacher, sich immer nur auf eine Sache zu einer Zeit zu konzentrieren. Und für sie war das jetzt die Juristerei. Einspruch, dachte sie und grinste den Kühlschrank an. Im Augenblick war es das Frühstück.

Sie schnappte sich den Walkman, der auf dem Tresen lag, und steckte sich die Ohrhörer in die Ohren. Ein bisschen Musik zum Frühstück kann nicht schaden, entschied sie und spulte das Band zurück.

Royce Cameron parkte seinen Jeep hinter einem kleinen schnittigen Spitfire in flammendem Rot ein. Autotyp und Farbe schienen gleichermaßen Hallo, Polizei, noch ein Knöllchen wegen zu schnellen Fahrens, bitte! zu schreien. Er schüttelte den Kopf, dann ließ er seinen Blick über das Haus wandern.

Es war ein Prachtstück. Das war natürlich in dieser piekfeinen Gegend nicht anders zu erwarten gewesen . und bei diesen Besitzern.

Aber er dachte nicht an Geld oder Klasse, während er das Haus betrachtete. Mit seinen kühlen blauen Augen musterte er die Fassade. Massenhaft Glas, überlegte er, während ihm der frische Herbstwind durch sein...

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