Geheimrezept zum Glücklichsein

 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. Juni 2013
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-12087-0 (ISBN)
 
Endlich Ruhe! Jackie freut sich auf ungestörte Stunden in der frisch angemieteten Villa. Hier wird sie endlich in den kommenden drei Monaten ihren Roman schreiben. Doch die Pool-Villa hat ihren Preis. Die lebenslustige junge Frau muss sich das Anwesen mit dem Architekten Nathan teilen. Jackie findet ihn arrogant, wenn er auch sexy ist. Er verbringt seine Zeit lieber alleine. Die hübsche, energische Jackie geht ihm auf die Nerven. Werden sie die drei Monate überstehen? Oder: Ziehen Gegensätze sich wirklich an?

  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
Heyne
  • 0,43 MB
978-3-641-12087-0 (9783641120870)
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Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von über 500 Millionen Exemplaren. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.

1. KAPITEL

Sobald Jackie das Haus sah, war sie verliebt. Allerdings musste sie zugeben, dass sie sich schnell verliebte. Es lag nicht daran, dass sie sich leicht beeindrucken ließ. Sie war nur Gefühlen gegenüber offen, weit offen - ihren eigenen und denen anderer.

Das Haus barg viele Gefühle, fand sie, und nicht nur heitere. Das war gut so. Völlige Heiterkeit hätte ihr für einige Tage gefallen, doch bald hätte sich Langeweile eingestellt. Jackie bevorzugte die Kontraste, die scharfen Winkel und arrogant vorstehenden Ecken, aufgelockert durch Rundfenster und unerwartet reizvolle Torbögen.

Die weiß getünchten Wände leuchteten im Sonnenschein, strenge Ebenholzrahmen setzten sich davon ab. Obgleich sie nicht glaubte, dass die Welt schwarz-weiß war, bewies das Haus, dass die beiden krassen Gegensätze in Harmonie miteinander existieren konnten.

Die Fenster waren groß, gaben den Ausblick nach Westen wie nach Osten frei, während Oberlichter den Sonnenschein willkommen hießen. Blumen gediehen in Hülle und Fülle im Seitengarten sowie in Tontöpfen auf der Terrasse. Sie genoss die kühnen Farben, den Hauch von Exotik und Üppigkeit.

Durch breite Glastüren blickte Jackie hinaus auf das kristallklare Wasser eines nierenförmigen Pools. Sie konnte sich bereits vorstellen, daneben zu sitzen und den Sonnenuntergang zu beobachten, umgeben vom Duft der Blumen. Allein. Das war ein Haken, den sie jedoch zu akzeptieren bereit war.

Hinter dem Pool und der hügeligen Rasenfläche verlief der Intracoastal Waterway, ein Kanal. Das Wasser war dunkel, geheimnisvoll. Ein Motorboot tuckerte gerade vorüber. Ihr gefiel das Geräusch. Es bedeutete, dass andere Menschen da waren - nahe genug, um Kontakt zu knüpfen, aber nicht so nahe, um sie zu stören.

Die Wasserstraße erinnerte sie an Venedig und einen besonders angenehmen Monat, den sie als Teenager dort verbracht hatte. Sie war Gondel gefahren und hatte mit dunkeläugigen Männern geflirtet. Florida im Frühling war nicht so romantisch wie Italien, aber es sagte ihr zu.

»Es gefällt mir.« Jackie drehte sich zu dem großen, sonnendurchfluteten Raum um. Zwei hellbeige Sofas standen auf einem stahlblauen Teppich. Die restlichen Möbel waren aus elegantem Ebenholz und hatten etwas Männliches. Ihr gefiel der strenge Stil. Sie verschwendete selten ihre Zeit mit der Suche nach Mängeln und war manchmal bereit, sie zu akzeptieren, wenn sie ihr auffielen. Aber in diesem Haus sah sie Perfektion.

Sie strahlte den Mann an, der lässig vor dem weißen Marmorkamin stand. Die Feuerstelle war gereinigt worden, ein Farn stand jetzt darin. Die tropisch anmutende weiße Kleidung des Mannes hätte genau für diesen Hintergrund ausgewählt sein können. Und so, wie sie Frederick Q. MacNamara kannte, war das der Fall.

»Wann kann ich einziehen?«

Freds Lächeln erhellte sein rundes, jungenhaftes Gesicht. »Das ist typisch Jackie. Immer impulsiv.« Sein Körper war ebenfalls gerundet - nicht gerade fett, aber auch nicht sehnig. Seine Lieblingsbeschäftigung war Heranwinken - Taxen und Kellner. Er trat zu ihr mit einer lässigen Grazie, die früher einmal vorgetäuscht gewesen war, nun aber zu seiner zweiten Natur geworden war. »Du hast noch nicht mal den ersten Stock gesehen.«

»Ich sehe ihn, wenn ich auspacke.«

»Jackie, ich will, dass du dir ganz sicher bist.« Er tätschelte ihr die Wange - der ältere, erfahrenere Cousin dem jungen Wirrkopf. Sie verübelte es ihm nicht. »Ich möchte nicht, dass du es in ein paar Tagen bereust. Immerhin beabsichtigst du, drei Monate lang allein in diesem Haus zu wohnen.«

»Irgendwo muss ich ja wohnen.« Sie gestikulierte mit einer Hand, die so schlank und zart war wie alles andere an ihr. Gold und bunte Edelsteine glitzerten an vier Fingern, ein Zeichen ihrer Liebe für das Schöne. »Wenn ich es mit dem Schreiben ernst meine, muss ich allein sein. Warum also nicht hier?« Sie hielt einen Moment inne. Es zahlte sich nie aus, Fred gegenüber allzu arglos zu sein, auch wenn er ihr Cousin war und sie eine Schwäche für ihn hatte. »Bist du sicher, dass du mir das Haus vermieten darfst?«

»Vollkommen.« Seine Stimme war so glatt wie sein Gesicht. »Der Besitzer benutzt es lediglich als Winterhaus, und selbst dann nur sporadisch. Er hat lieber jemanden hier wohnen, als es leer stehen zu lassen. Ich habe Nathan gesagt, dass ich mich bis November darum kümmere, aber dann hat sich dieses Geschäft in San Diego ergeben, und es lässt sich nicht verschieben. Du weißt ja, wie es ist.«

Jackie wusste es genau. Bei Fred bedeutete ein »unerwartetes Geschäft« für gewöhnlich, dass er entweder einen eifersüchtigen Ehemann oder das Gesetz mied. Trotz seines wenig gewinnenden Äußeren hatte er ständig Probleme mit Ersteren, und nicht einmal ein gewinnender Familienname konnte ihn immer vor Letzterem schützen.

Jackie hätte argwöhnischer sein sollen, aber sie war nicht immer weise, und das Haus hatte sie bereits geblendet. »Wenn der Besitzer es bewohnt haben möchte, komme ich ihm gern entgegen. Lass mich unterschreiben, Fred. Ich möchte auspacken und ein paar Stunden am Pool verbringen.«

»Wenn du dir sicher bist.« Er holte bereits ein Papier aus der Tasche. »Ich möchte keine Szene - wie damals, als du meinen Porsche gekauft hast.«

»Du hattest versäumt, mir mitzuteilen, dass das Getriebe mit Klebstoff zusammengehalten wurde.«

»Gekauft wie besehen«, meinte Fred milde und reichte ihr einen silbernen Kugelschreiber mit Monogramm.

Jackie verspürte einen Anflug von Beklommenheit. Schließlich hatte sie es mit Cousin Fred zu tun, der stets leichtfertige Geschäfte tätigte. Doch plötzlich flog ein Vogel in den Garten und sang fröhlich. Sie sah es als ein gutes Omen an. Sie unterzeichnete den Mietvertrag in kühner, geschwungener Schrift, bevor sie ihr Scheckbuch zückte. »Tausend pro Monat?«

»Plus fünfhundert Kaution«, fügte Fred hinzu.

»Stimmt.« Vermutlich hatte sie Glück, dass ihr lieber Cousin ihr keine Kommission berechnete. »Gibst du mir eine Nummer oder eine Adresse, damit ich mich mit dem Besitzer in Verbindung setzen kann, falls es nötig sein sollte?«

Einen Moment blickte er verdutzt drein. Dann strahlte er sie an. Es war jenes MacNamara-Lächeln, charmant und harmlos. »Ich habe ihm schon von dem Wechsel erzählt. Sorg dich um nichts, Süße. Er wird sich bei dir melden.«

»Gut.« Sie wollte sich nicht mit Details belasten. Es war Frühling, und sie hatte ein neues Haus sowie ein neues Projekt. Neuanfänge waren das Beste auf der Welt. »Ich werde mich um alles kümmern.« Sie berührte eine große chinesische Vase. Als Erstes wollte sie frische Blumen hineinstellen. »Bleibst du über Nacht?«

Den Scheck hatte er bereits in seine Jackentasche gesteckt. »Ich würde gern, aber da wir alles geregelt haben, sollte ich den nächsten Flug zur Küste nehmen. Du wirst bald einkaufen müssen, Jackie. Das Nötigste ist da, allerdings nicht mehr viel.«

Während Fred sprach, ging er zu einem Stapel Gepäck. Es kam ihm nicht in den Sinn, ihre Koffer hinaufzutragen, und ihr nicht, ihn darum zu bitten. »Die Schlüssel liegen auf dem Tisch. Viel Spaß.«

»Den werde ich haben.« Jackie öffnete ihm die Tür, als er seine Koffer nahm. Sie hatte ihre Einladung, über Nacht zu bleiben, aufrichtig gemeint, und sie war ebenso aufrichtig froh, dass er abgelehnt hatte. »Vielen Dank, Fred.«

»Gern geschehen.« Er beugte sich hinab, um ihr einen Kuss auf die Wange zu geben. »Grüß die Familie von mir, wenn du mit ihr sprichst.«

»Mach ich. Gute Reise, Fred.« Sie beobachtete, wie er zu einem langen, schnittigen Kabriolett ging. Es war weiß, genau wie sein Anzug. Nachdem er die Koffer verstaut hatte, setzte er sich hinter das Lenkrad und winkte ihr lässig zu. Dann brauste er los.

Jackie wandte sich ab und schlang die Arme um sich. Sie war allein und auf sich selbst gestellt. Natürlich nicht zum ersten Mal in ihrem Leben. Immerhin war sie fünfundzwanzig und war allein in Urlaub gefahren, hatte ihre eigene Wohnung und ihr eigenes Leben. Doch jedes Mal, wenn sie etwas Neues anfing, war es ein Abenteuer.

Von diesem Tag an . war es der sechsundzwanzigste oder siebenundzwanzigste Mai? Sie schüttelte den Kopf. Es war nicht wichtig. Von diesem Tage an begann sie eine neue Karriere. Jacqueline R. MacNamara, Schriftstellerin.

Das klingt gut, dachte sie. Als Erstes wollte sie ihre neue Schreibmaschine aufstellen und das erste Kapitel anfangen. Mit einem Lachen nahm sie den Maschinenkasten sowie ihren schwersten Koffer und schleppte alles die Treppe hinauf.

Es dauerte nicht lange, sich einzuleben, in den Süden, in das Haus, in die neue Routine. Jackie stand früh auf, genoss die morgendliche Stille mit Obstsaft und Toast - oder Cola und kalter Pizza, wenn es sich so ergab. Ihr Tippen verbesserte sich durch die Übung, und am dritten Tag klapperte ihre Schreibmaschine schon recht flott. Nachmittags legte sie eine Pause ein, um im Pool zu baden, in der Sonne zu liegen und über die nächste Szene nachzudenken.

Sie wurde schnell braun. Es war ein Geschenk ihrer...

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