Die Frauen der Calhouns 5. Megan

 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Oktober 2013
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-12083-2 (ISBN)
 
Die Calhouns: Leidenschaft, Abenteuer und Romantik.

Fünf Frauen auf der Suche nach Liebe und nach einem mysteriösen Schatz.





Megan zieht zu ihren Verwandten, den Calhouns, nach Maine und hilft dort im Schlosshotel The Towers aus. Niemand ahnt, dass der Vater ihres Sohnes Baxter Dumont ist, mit dem Suzanna Calhoun verheiratet war. Ihr Geheimnis bleibt unentdeckt - bis sie sich in den seeerfahrenen Nathaniel Fury verliebt. Weit hinaus aufs Meer der Leidenschaft entführt er sie, wo nicht nur eine Flut von Zärtlichkeit sie überwältigt, sondern auch trügerische Untiefen lauern. Megan müsste Nathaniel endlich gestehen, welche Rolle Suzannas machthungriger Exmann in ihrem Leben spielte. Doch sie wartet zu lange: Eines Tages steht Baxter vor der Tür.



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Heyne
  • 0,50 MB
978-3-641-12083-2 (9783641120832)
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Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von über 500 Millionen Exemplaren. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.

1. KAPITEL

Von Risiken hielt sie grundsätzlich nichts. Bevor sie den nächsten Schritt unternahm, stellte sie sicher, dass der vorherige komplett zu Ende gebracht war. Das war Teil ihrer Persönlichkeit. Zumindest war es während der letzten zehn Jahre Teil ihrer Persönlichkeit geworden. Sie hatte sich angewöhnt, ausnahmslos praktisch zu denken und umsichtig zu handeln. Megan O'Riley war eine Frau, die abends lieber zweimal nachsah, ob sie auch wirklich die Haustür verschlossen hatte.

Für den Flug von Oklahoma nach Maine hatte sie sehr methodisch das Handgepäck für ihren Sohn und sich zusammengestellt. Ihre restliche Habe würde per Fracht nachgeschickt werden. Zeit mit Gepäck zu verschwenden, war ihrer Meinung nach unsinnig.

So war der Umzug auch keineswegs eine impulsive Entscheidung. Während der letzten sechs Monate hatte Megan alles genau durchdacht. Der Ortswechsel war ein praktischer und vorteilhafter Schritt zugleich, nicht nur für sie, sondern auch für Kevin. Es wird ihm sicherlich nicht schwerfallen, sich einzugewöhnen, dachte sie, als sie auf ihren Sohn blickte, der auf dem Fenstersitz neben ihr eingeschlafen war. Schließlich hatten sie Familie in Bar Harbor. Seit Kevin wusste, dass seine Mutter ernsthaft in Erwägung zog, zu seinem Onkel, seinem Halbbruder und seiner Halbschwester zu ziehen, konnte er vor freudiger Erwartung kaum an sich halten. Und da waren ja auch noch die Cousins und Cousinen. Vier neue Babys waren hinzugekommen, seit Megan und Kevin damals zur Hochzeit ihres Bruders mit Amanda Calhoun nach Maine geflogen waren.

Mit zärtlichem Blick betrachtete sie den schlafenden Kevin. Ihr kleiner Junge. So klein war er gar nicht mehr. Fast neun. Es würde ihm guttun, in einer großen Familie aufzuwachsen. Die Calhouns gingen weiß Gott verschwenderisch mit ihrer Zuneigung um.

Nie würde Megan vergessen, wie Suzanna Calhoun Dumont - jetzt hieß sie Bradford -, sie im vorangegangenen Jahr willkommen geheißen hatte. Obwohl Suzanna wusste, dass Megan die Geliebte von Baxter Dumont, Suzannas Exmann, gewesen war und sein Kind geboren hatte, war sie ihr mit offener Herzlichkeit entgegengekommen.

Allerdings stellte Megan auch ein geradezu erbarmungswürdiges Beispiel der »anderen Frau«, der Geliebten, dar. Sie hatte nichts von Suzanna gewusst, als sie sich vor vielen Jahren Hals über Kopf in Baxter verliebte. Siebzehn Jahre alt und unendlich naiv, hatte sie all die leeren Versprechen und Schwüre von der ewig währenden und einzig wahren Liebe geglaubt. Nein, sie hatte nicht einmal geahnt, dass Baxter Dumont mit Suzanna Calhoun verlobt war.

Bei Kevins Geburt war Baxter in den Flitterwochen gewesen. Den Sohn, den Megan O'Riley ihm gebar, hatte er bis heute nicht gesehen, geschweige denn die Vaterschaft anerkannt.

Jahre später, als das Schicksal beschloss, Megans Bruder Sloan und Suzannas Schwester Amanda zusammenzuführen, war die ganze Geschichte ans Licht gekommen. Und jetzt, mit den unvorhersehbaren Wendungen und Biegungen des Schicksals, würden Megan und ihr Sohn in dem Haus leben, in dem Suzanna und ihre Schwestern aufgewachsen waren. Kevin würde eine Familie haben, einen Halbbruder und eine Halbschwester - und ein Haus voller Cousins, Cousinen, Tanten und Onkel.

Das Haus . The Towers, dachte Megan mit einem stillen Lächeln. Ein beeindruckendes, wunderbares altes Gemäuer, das Kevin nur »das Schloss« nannte. Wie es wohl sein mochte, dort zu leben und zu arbeiten? Jetzt, nachdem die Renovierungen abgeschlossen waren, wurde ein großer Teil des Hauses als Hotel genutzt. »The Towers Retreat« gehörte nun zur St.-James-Hotelkette. Ein Projekt, realisiert von Trenton St. James III, der die jüngste Calhoun-Schwester, Catherine, geheiratet hatte.

Die St.-James-Hotels waren weltweit als Häuser von gehobenem Stil und Klasse bekannt. Das Angebot, die Leitung der Firmenbuchhaltung zu übernehmen, war - auch nach reiflicher Überlegung - einfach zu gut gewesen, um es auszuschlagen.

Außerdem freute Megan sich unendlich darauf, ihren Bruder wiederzusehen. Genauso, wie sie sich auf den Rest der Familie freute. Und auf The Towers.

Falls sie ein kleines bisschen Nervosität verspürte, so ermahnte sie sich, dass das schlichtweg töricht war. Der Umzug war ein praktischer und nur logischer Schritt. Der neue Titel als »Leiterin der Unternehmensbuchhaltung« versöhnte sie mit enttäuschten Ambitionen. Und auch wenn Geld eigentlich nie das Problem gewesen war, so versetzte das vereinbarte Gehalt ihrem Selbstwertgefühl doch erheblichen Auftrieb.

Endgültig ausschlaggebend jedoch war, dass ihr viel mehr Zeit für Kevin bleiben würde.

Als die Durchsage für den Landeanflug über die Bordlautsprecher erfolgte, strich Megan ihrem Sohn sanft durchs Haar. Er öffnete die dunklen Augen und blinzelte verschlafen.

»Sind wir schon da?«

»Fast. Stell' deinen Sitz wieder auf. Sieh nur, da unten liegt schon die Bucht.«

»Wir fahren doch bestimmt mal mit dem Schiff raus, oder?« Wäre er richtig wach, hätte er sich daran erinnert, dass er viel zu alt war, um vor Aufregung auf dem Sitz herumzurutschen. Doch jetzt hopste er auf und ab und presste die Nase an die Fensterscheibe. »Dann können wir die Wale sehen. Mit dem Boot von Alex' neuem Dad.«

Allein bei dem Gedanken an Seegang drehte sich Megans Magen, dennoch lächelte sie, wenn auch etwas kläglich. »Ganz bestimmt.«

»Und wir werden wirklich im Schloss leben?« Begeisterte Erwartung strahlte ihr aus dem Gesicht ihres Jungen entgegen. Ihr wunderschöner Junge mit der goldenen Haut und dem wirren schwarzen Haar.

»Alex' früheres Zimmer wird jetzt dein Zimmer.«

»Da gibt es Gespenster.« Er schenkte ihr ein spitzbübisches Lächeln und zeigte dabei seine Zahnlücken.

»So wird es behauptet. Aber es sollen freundliche Gespenster sein.«

»Nicht alle.« Das hoffte Kevin zumindest. »Alex sagt, es gibt ganz viele, und sie stöhnen und kreischen. Letztes Jahr ist sogar ein Mann aus dem Turmfenster gefallen und auf die Felsen aufgeschlagen.«

Megan schauderte leicht, denn dieser Teil der Geschichte entsprach der Wahrheit. Die sagenumwobenen Calhoun-Smaragde hatten mehr als nur eine alte romantische Legende aufleben lassen. Sie hatten auch das Interesse eines Diebes und Mörders geweckt.

»Die Gefahr ist jetzt vorbei, Kevin. The Towers ist sicher.«

»Klar.« Doch schließlich war er ein Junge. Und Jungen hofften nun mal auf wenigstens ein bisschen Gefahr und Abenteuer.

Es gab noch einen weiteren Jungen, der sich in der Zwischenzeit die schönsten Abenteuer ausmalte. Ihm schien es, als warte er seit Ewigkeiten hier am Flughafen auf seinen Bruder. Eine Hand in der seiner Mutter, hielt er mit der anderen Jenny. Denn seine Mutter hatte ihm gesagt, er müsse auf seine Schwester aufpassen. Schließlich war er der Älteste. Seine Mutter hielt das Baby auf dem Arm - seinen brandneuen Bruder. Alex konnte es gar nicht erwarten, mit ihm anzugeben.

»Warum sind sie denn noch nicht da?«

»Weil es immer etwas Zeit braucht, bis alle Leute ausgestiegen sind und durch das Gate kommen.«

»Warum sagt man eigentlich >Gate<?«, wollte Jenny wissen. »Das sieht doch gar nicht wie ein Tor aus.«

»Vielleicht hatten sie früher einmal Tore an den Flughäfen und nennen es deshalb heute einfach noch immer so.« Es war die beste Erklärung, mit der Suzanna nach einer nervenzermürbenden halben Stunde des Wartens mit drei kleinen Kindern aufwarten konnte. Dann gluckste das Baby fröhlich, und sie musste unwillkürlich lächeln.

»Sieh nur, Mom, da sind sie!«

Bevor Suzanna etwas erwidern konnte, hatte Alex sich von ihrer Hand losgerissen und rannte auf Kevin zu, Jenny im Schlepptau. Suzanna zuckte leicht zusammen, als die beiden fast mit einer wartenden Gruppe zusammengestoßen wären, und hob nur resignierend die Hand, um Megan zuzuwinken.

»Hi!« Alex, bestens instruiert von seiner Mutter, nahm Kevin die Reisetasche ab. »Ich soll das tragen, hat meine Mom gesagt. Weil wir euch abholen.« Dabei stellte er ein wenig verdrießlich fest, dass, obwohl Mom immer behauptete, er wachse wie Unkraut, Kevin größer war als er.

»Hast du das Fort noch?«

»Sogar zwei. Eins beim großen Haus und ein neues beim Cottage. Da wohnen wir nämlich jetzt.«

»Mit unserem Dad«, mischte Jenny sich ein. »Wir haben auch neue Namen. Unser Dad kann alles reparieren. Er hat mein neues Zimmer gebaut.«

»Die Vorhänge sind pink.« Alex grinste abfällig.

Vorausschauend stellte sich Suzanna zwischen die Geschwister, um den sich offensichtlich anbahnenden Streit von vornherein zu verhindern. »Wie war euer Flug?« Sie beugte sich vor, drückte Kevin einen Kuss auf die Wange und umarmte Megan.

»Gut, danke.« Megan wusste noch immer nicht, wie sie mit Suzannas natürlicher Herzlichkeit umgehen sollte. Am liebsten hätte sie laut herausgeschrien: »So versteh doch, ich habe mit deinem Mann geschlafen, auch wenn ich damals noch nicht wusste, dass er dein Mann war. Aber die Fakten lassen sich nicht ändern.« Doch stattdessen antwortete sie nur: »Eine kleine Verspätung, mehr nicht. Ich hoffe, ihr habt nicht zu lange warten müssen.«

»Stunden!«, behauptete Alex.

»Eine halbe«, korrigierte Suzanna lachend. »Wo sind eure restlichen Sachen?«

»Die kommen per Fracht nach.« Megan klopfte leicht auf ihre Reisetasche. »Das muss für den Moment reichen.« Sie konnte nicht widerstehen und lugte auf das...

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