Die Frauen der Calhouns 2. Amanda

 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Juli 2013
 
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978-3-641-12080-1 (ISBN)
 
Die Calhouns: Leidenschaft, Abenteuer und Romantik. Fünf Frauen auf der Suche nach Liebe und nach einem mysteriösen Schatz.

Der brillante Architekt Sloan O'Riley wird damit beauftragt, die Burg der Calhouns hoch über den Klippen zu einem Luxushotel umzubauen. Eine große Herausforderung - aber lange nicht so schwer, wie die schöne Amanda Calhoun zu erobern. Denn er ist nicht der einzige, der Amanda leidenschaftlich umwirbt. Der mysteriöse Antiquitätenhändler William Livingston will aus Gründen, von denen die junge Frau nichts ahnt, ihr Herz gewinnen, und schickt ihr rote Rosen. Doch gerade dieses betörend duftende Bouquet ist es, das in Sloan brennende Eifersucht weckt.



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Heyne
  • 0,46 MB
978-3-641-12080-1 (9783641120801)
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Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von über 500 Millionen Exemplaren. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.

2. KAPITEL

»Wo bleiben unsere guten Manieren?«, fragte Coco.

»Wir lassen Sie hier einfach in der Eingangshalle stehen. Bitte, kommen Sie weiter und setzen Sie sich. Was darf ich Ihnen anbieten? Kaffee, Tee?«

»Bier aus der Flasche«, murmelte Amanda.

Sloan lächelte sie direkt an. »Sie sagen es.«

»Bier?« Coco führte ihn in den Salon und wünschte sich, noch einen Moment Zeit zu haben, um frische Blumen in die Vase zu stellen und die Kissen aufzuschütteln. »Ich habe ein sehr gutes Bier in der Küche, das ich für meine gewürzten Shrimps nehme. Amanda, du unterhältst dich mit Mr Sloan, nicht wahr?«

»Sicher, warum nicht?« Obwohl sie sich absolut nicht in freundlicher oder aufgeschlossener Stimmung fühlte, deutete Amanda auf einen Sessel und setzte sich ihm gegenüber, genau vor den Kamin. »Ich glaube, ich sollte mich bei Ihnen entschuldigen.«

Sloan fasste nach unten und streichelte Fred, der ihnen in den Salon gefolgt war. »Wofür?«

»Ich wäre nicht so unhöflich gewesen, hätte ich gewusst, wer Sie sind.«

»Tatsächlich?« Als Fred sich auf dem Teppich zwischen ihnen hinlegte, lehnte Sloan sich in seinem Sessel zurück, um seine unwillige Gastgeberin zu betrachten.

Nach zehn Sekunden unbehaglicher Stille hatte Amanda Mühe, nicht nervös zu werden. »Es war nur ein allzu verständliches Missverständnis.«

»Wenn Sie das sagen. Worum genau handelt es sich bei diesen Smaragden, von denen Sie meinten, ich wäre hinter ihnen her?«

»Die Calhoun-Smaragde.« Als er nur eine Augenbraue hochzog, schüttelte sie den Kopf. »Die Smaragdhalskette meiner Urgroßmutter. Es hat in allen Zeitungen gestanden.«

»Ich hatte nicht viel Zeit zum Zeitunglesen. Ich war in Budapest.«

Er fasste in seine Tasche und zog eine lange, schlanke Zigarre heraus. »Stört es Sie?«

»Rauchen Sie nur.« Automatisch stand sie auf, um einen Aschenbecher zu holen. Sloan empfand es als Genuss, ihren Geht-mir-aus-dem-Weg-Gang zu beobachten. »Es überrascht mich, dass Trent es nicht erwähnt hat.«

Sloan riss ein Streichholz an und ließ sich beim Anzünden der Zigarre Zeit. Er nahm einen genießerischen Zug und blies den Rauch in einem trägen Strom wieder aus. Währenddessen machte er eine Bestandsaufnahme des Raums mit seinem durchhängenden Sofa, dem glitzernden Baccarat-Kristall, der eleganten Wandtäfelung und der abblätternden Farbe.

»Ich habe ein Fax von Trent bekommen, in dem er mich über seine Pläne wegen des Hauses informierte und mich bat, den Auftrag zu übernehmen.«

»Sie haben einen Job wie diesen übernommen, ohne sich das Objekt vorher überhaupt auch nur anzusehen?«

»Es erschien mir ganz einfach richtig.« Ganz eindeutig hat sie hübsche Augen, dachte Sloan. Misstrauisch, aber hübsch. Er fragte sich, wie ihre Augen wohl aussehen würden, wenn es ihm einmal gelang, ihr ein Lächeln zu entlocken. »Außerdem hätte Trent mich nicht darum gebeten, hätte er nicht gedacht, dass es mir Spaß macht.«

Amanda begann, mit dem Fuß zu wippen, wie sie das immer tat, wenn sie zu lange an einem Platz saß. »Dann kennen Sie Trent gut?«

»Schon seit Jahren. Wir waren zusammen in Harvard.«

»Harvard?« Ihr Fuß hörte auf zu wippen, als sie ihn anstarrte. »Sie waren in Harvard?«

Ein anderer wäre vielleicht beleidigt gewesen. Sloan war belustigt. »Tja, was sagt man dazu, Ma'am?«, murmelte er und übertrieb seine gedehnte Sprechweise, während er zusah, wie ihre Wangen sich rot färbten.

»Ich wollte nicht . es ist nur so, dass Sie nicht wirklich so aussehen wie .«

»Von einer Eliteuniversität?«, warf er ein, bevor er noch einen Zug an seiner Zigarre tat. »Man kann damit hereinfallen, wenn man jemanden nach seinem Äußeren beurteilt. Nehmen Sie zum Beispiel dieses Haus hier.«

»Das Haus?«

»Man wirft von außen den ersten Blick darauf und kann sich nur schwer entscheiden, ob es eine Festung, eine Burg oder der Albtraum eines Architekten sein soll. Aber dann nimmt man sich die Zeit für einen zweiten Blick, und man erkennt, dass es nichts anderes sein soll als das, was es ist. Eine zeitlose Arbeit, arrogant, stark, vielleicht starrsinnig genug, um sich zu behaupten, aber mit gerade genug Schnörkelwerk, um etwas Charme hinzuzufügen.« Er lächelte sie an. »Manche Leute glauben, dass ein Haus die Persönlichkeit seiner Bewohner widerspiegelt.«

Sloan stand auf, als Coco einen Servierwagen hereinrollte. »Oh, bitte, bleiben Sie sitzen«, sagte sie. »Es ist doch so eine Freude, einen Mann im Haus zu haben, nicht wahr, Mandy?«

»Ich bin ganz begeistert.« Amandas Stimme klang trocken.

»Hoffentlich ist das Bier so recht.« Sie hob ein randvolles Glas mit Pils von dem Servierwagen.

»Ganz bestimmt.«

»Probieren Sie diese Kanapees. Mandy, ich habe für uns Wein gebracht.« Erfreut über den Besuch, lächelte sie Sloan über ihr Glas hinweg an. »Hat Amanda Ihnen von dem Haus erzählt?«

»Wir waren gerade dabei.« Sloan nahm einen langen Schluck Bier. »Trent hat geschrieben, dass es seit Anfang des vorigen Jahrhunderts im Besitz der Familie sei.«

»Oh ja. Mit Suzannas Kindern - Suzanna ist meine älteste Nichte - hatten wir jetzt fünf Generationen von Calhouns in The Towers. Fergus .« Sie deutete auf das Porträt eines düster dreinblickenden Mannes über dem Kamin - »mein Großvater, erbaute The Towers 1904 als Sommerhaus. Er und seine Frau Bianca bekamen drei Kinder, bevor sie sich aus dem Turmfenster stürzte.« Wie immer brachte die Vorstellung, aus Liebe zu sterben, Coco zum Seufzen. »Ich glaube, Großpapa war danach nie wieder ganz bei Sinnen. In seinem späteren Leben verlor er den Verstand vollständig, aber wir hatten ihn in einem sehr hübschen Heim untergebracht.«

»Tante Coco, ich bin sicher, Mr O'Riley interessiert sich nicht für die Familiengeschichte.«

»Ich interessiere mich nicht«, bestätigte Sloan Amandas Einwand, während er seine Zigarre ausdrückte. »Ich bin fasziniert. Hören Sie nicht auf, Mrs McPike.«

»Oh, nennen Sie mich Coco. Das machen alle.« Sie schüttelte ihre Haare. »Das Haus ging an meinen Vater, Ethan. Er war das zweite Kind, aber der erste Sohn. Großpapa war eisern, was die Calhoun-Linie anging. Ethans ältere Schwester, Colleen, war über diese Regelung verärgert. Bis heute spricht sie kaum mit einer von uns.«

»Wofür wir alle ewig dankbar sind«, warf Amanda ein.

»Nun, ja. Sie kann ein wenig - überwältigend sein. Dann wäre da noch Onkel Sean, der jüngere Bruder meines Vaters. Er hatte etwas Ärger mit einer Frau und ging nach Westindien, bevor ich geboren wurde. Als mein Vater ums Leben kam, ging das Haus an meinen Bruder Judson. Nach seiner Hochzeit beschlossen er und seine Frau, hier das ganze Jahr über zu leben. Sie haben dieses Haus geliebt.« Sie sah sich in dem Salon mit seinen abblätternden Wänden und den ausgebleichten Vorhängen um. »Judson hatte wunderbare Pläne, das Haus wieder in vollem Glanz erstrahlen zu lassen, aber er und Deliah kamen auf tragische Weise ums Leben, bevor er beginnen konnte, sie in die Tat umzusetzen. Danach kam ich hierher, um mich um Amanda und ihre drei Schwestern zu kümmern. Nehmen Sie noch ein Kanapee.«

»Danke. Darf ich fragen, warum Sie beschlossen haben, einen Teil Ihres Zuhauses in ein Hotel umzuwandeln?«

»Das war Trents Idee. Wir sind ihm alle so dankbar, nicht wahr, Amanda?«

Da sie sich damit abgefunden hatte, dass sich Tante Coco nicht bremsen ließ, lächelte Amanda. »Ja, das sind wir.«

Coco nippte behutsam an ihrem Glas. »Um ehrlich zu sein, wir stecken in finanziellen Schwierigkeiten. Glauben Sie an Schicksal, Sloan?«

»Ich bin Ire und Cherokee.« Er hob seine Hände mit den langen Fingern. »Das lässt mir keine andere Wahl.«

»Nun, dann werden Sie es verstehen. Es war Schicksal, dass Trents Vater, während er in der Frenchman Bay segelte, The Towers sah und ein tiefes Verlangen danach entwickelte. Als die St. James Corporation anbot, das Haus zu kaufen und in ein Erholungshotel umzuwandeln, waren wir hin- und hergerissen. Es war schließlich unser Zuhause, das einzige Zuhause, das meine Mädchen jemals kennengelernt haben, aber der Unterhalt .«

»Ich verstehe.«

»Die Dinge haben sich zum Besten entwickelt«, warf Coco ein. »Und es war wirklich in letzter Zeit alles sehr aufregend und romantisch. Wir standen am Abgrund, absolut am Abgrund, unmittelbar davor, verkaufen zu müssen, als Trent sich in C. C. verliebte. Natürlich verstand er, wie viel ihr das Haus bedeutet, und er entwickelte diesen wundervollen Plan, den Westflügel in Hotelsuiten umzuwandeln. Auf diese Weise können wir das Haus behalten und trotzdem die finanziellen Schwierigkeiten des Unterhalts überwinden.«

»Jeder bekommt so, was er will«, stimmte Sloan zu.

»Genau.« Coco beugte sich vor. »Bei Ihrem Erbgut vermute ich, dass Sie ebenfalls an Geister glauben.«

»Tante Coco .«

»Also, Mandy, ich weiß, wie nüchtern du denkst. Was mich sehr verblüfft«, sagte sie, zu Sloan gewandt. »Dieses ganze keltische Blut, und dann hat sie keinen einzigen mystischen Knochen im Leib.«

Amanda gestikulierte mit ihrem Glas. »Das überlasse ich dir und Lilah.«

»Lilah ist ebenfalls eine meiner Nichten«, erklärte Coco. »Und sie hat übersinnliche Fähigkeiten. Wie ist denn Ihre Meinung zu Übernatürlichem?«

Sloan stellte...

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