Cottage mit Meerblick

Roman Neuerscheinungen 2018
 
 
Mira Taschenbuch Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2018
  • |
  • 336 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95576-796-9 (ISBN)
 
Für sechs Wochen hat Claire das kleine Cottage direkt am Strand gemietet. Hier will sie endlich wieder genießen: den Duft des Meeres, den Sand zwischen den Zehen und die Ruhe. Claire will jeden Tag verbringen, als wäre es der einzige, den sie hat. Nach ihrer schweren Krankheit kostet sie jeden Moment aus, den das Leben ihr schenkt. Und plötzlich ist da Ed, ihr gutaussehender Nachbar. Vielleicht ist eine Sommerromanze genau das, was Claire gerade braucht ... »Ich liebe dieses Buch. Es hilft einem so zauberhaft dabei, in eine andere Welt zu fliehen.« THE SUN »Cottage mit Meerblick zu lesen war, wie eine Schachtel der leckersten Pralinen zu essen. Ich habe mir jeden Augenblick auf der Zunge zergehen lassen, jedes Kapitel und wollte immer noch mehr.« Christie Barlow »Eine entzückende und lebensbejahende Geschichte. Schon nach dem ersten Kapitel wollte ich selbst in ein Cottage am Meer fliehen.« Ali McNamara
weitere Ausgaben werden ermittelt
Caroline Roberts lebt mit ihrem Mann in Northumberland im Norden Englands und ist der Überzeugung, dass jeder für seine Träume kämpfen sollte. Sie liebt es, emotionale Geschichten über Liebe, Verlust, Verrat und Familie zu schreiben, die zeigen, wie kompliziert, aber trotzdem wunderschön die Liebe sein kann. Die Sandstrände, Schlösser und grünen Hügel inspirieren sie zu ihren Geschichten.

1. Kapitel

Eine Tasse Tee und eine herrliche Aussicht

Ein dünner Vorhang aus rosa-grauem Morgenlicht schwebte über dem Meer. Die zarten Farben erinnerten an das perlmuttglänzende Innere einer Muschel. Claire Maxwell nahm ihre Teetasse in beide Hände. Wieder einmal war sie früh aufgewacht - es war erst sechs Uhr morgens. Nach dem Albtraum, den sie letztes Jahr durchlebt hatte, kam das immer noch regelmäßig vor. Beim Erwachen hatte sie eine Mischung aus Verwirrung und Erschöpfung gefühlt und beschlossen, dass sie ebenso gut aufstehen und sich eine erste Tasse Tee machen könnte. Wenigstens konnte sie hier draußen die beruhigende Aussicht auf das Meer genießen.

Was für eine hindernisreiche Reise es gestern gewesen war. Nicht gerade der beste Start in das, was ein entspannender Urlaub werden sollte. Nur zwei Straßen von »zu Hause« entfernt - Claire benutzte das Wort im weitesten Sinne -, in Newcastle upon Tyne, hatte ihr Wagen den Geist aufgegeben. Sie musste ihn in die Werkstatt schleppen lassen, nur um sich nach viel Gerede und Kopfschütteln von Männern in ölverschmierten Overalls sagen zu lassen, dass er nie und nimmer in einer Stunde repariert werden konnte, nicht einmal an einem Tag, und dass die Reparatur vermutlich ein kleines Vermögen kosten würde. Daraufhin hatte sie die U-Bahn zum Hauptbahnhof genommen, war dort in den Zug nach Alnmouth gestiegen und hatte dann eine weitere Unsumme - glatte 25 Pfund - für ein Taxi bezahlt, um zu ihrem romantischen Cottage am Meer zu gelangen. In der Nähe von Bamburgh sollte es liegen, befand sich in Wahrheit aber am Ende der Welt.

Das Cottage wirkte nur von außen idyllisch. Als Claire gestern Abend die weiß gestrichene Haustür aufgesperrt hatte, von der bereits die Farbe abblätterte, war sie in einen Flur mit beiger Raufasertapete und verräterischen feuchten Flecken gelangt. Beklommen hatte sie die Küche betreten. Sie war mit Schränken aus MDF-Platten eingerichtet, und der Herd sah aus, als stammte er aus vorsintflutlichen Zeiten. Claire hatte sich nicht getraut, ihn zu benutzen, und sich stattdessen für das Sandwich entschieden, das sie im Zug gekauft und nicht gegessen hatte. In ihrer Tasche hatte sie noch einen Apfel gefunden.

Sie hatte auf dem dunkelbraunen Samt-Sofa im Wohnzimmer gesessen und die Uhr auf dem Sims des echten Kamins angestarrt. Sie war stehen geblieben; höchstwahrscheinlich vor sehr vielen Jahren. Während Claire den Rest des Raumes betrachtet hatte, hatte sie sich gefragt, wo zum Teufel sie hier gelandet war. Es gab einen zum Sofa passenden braunen Sessel, dessen Polster schon ziemlich durchgesessen war, ein Set Holztischchen im Stil der Siebzigerjahre sowie verblasste Tapeten an den Wänden. Es hätte ein entspannender Urlaub werden sollen, eine Möglichkeit, sich zu erholen. Und sie hatte für volle drei Wochen gebucht. Zugegeben, der Preis war günstig, doch etwas ganz so Schlichtes hatte sie nicht erwartet.

Claire hatte versucht, sich aufzuheitern. Ja, das Häuschen war altmodisch und rief geradezu nach etwas liebevoller Fürsorge, aber vielleicht war sie einfach nur müde. Schließlich hatte sie einen nervenaufreibenden Tag hinter sich. Also hatte sie beschlossen, früh schlafen zu gehen, und sich im Schlafzimmer im oberen Stock unter der handgemachten Patchworkdecke auf dem Doppelbett verkrochen. Sie hatte sich gesagt, dass am nächsten Morgen alles besser sein würde.

Doch auch im Licht eines Junimorgens sah es hier nicht sonderlich vielversprechend aus! Das ganze Haus wirkte schäbig; die Fensterrahmen und - bänke waren völlig vermodert und morsch. Das Cottage schien förmlich zu zerfallen. Zu allem Überfluss fiel Claire bei der Suche nach einem Boiler und Heizkörpern, die sie gegen die morgendliche Kühle aufdrehen konnte, auf, dass es keine Zentralheizung gab. Eine Tasse Tee war die einzige Möglichkeit, sich etwas aufzuwärmen, und Claire beschloss, dass sie dafür genauso gut draußen sitzen und die frische Luft und den Meerblick genießen konnte. Vermutlich sollte sie dankbar sein, dass der Balkon, der an ihrem Zimmer im oberen Stockwerk angebaut war, überhaupt noch hielt.

Ganz genau, Claire Maxwell - genug genörgelt, du alte Jammerliese. Du bist hier, um dich auszuruhen und Kraft zu tanken. Ihre Gedanken klangen wie die Stimme einer strengen Schullehrerin, die sie wiederum an ihre Mutter erinnerte. Nein, sie hatte nicht fast einen ganzen Monat freibekommen, um hier herumzusitzen und zu jammern. Es war der Anfang eines neuen Lebens, und sie hatte keine Ahnung, wohin es sie führen würde. Bislang bestand es darin, an einem Freitagmorgen im Juni auf einem wackligen hölzernen Balkon zu sitzen und den Sonnenaufgang über der Nordsee zu beobachten. Es war ein Ort der Ruhe. Eine Möwe zog am Himmel entlang, und ein Pärchen Austernfischer tauchte seine roten Schnäbel in das seichte Wasser.

Irgendwo in der Nähe schlug eine Tür zu; das Krachen ließ den Balkon erzittern. Claire hielt ihre Tasse fest, um zu verhindern, dass der Tee überschwappte. Zwei Ferienhäuser standen hier Seite an Seite, mit Blick auf das Meer - die Abgeschiedenheit hatte ihren Reiz. Klar, dass jetzt in der Sommersaison das andere auch belegt war. Ein Mann war ins Freie getreten. Wahrscheinlich war er mit seiner Frau und einer Bande lärmender Kinder hierhergekommen. Vermutlich lagen sie um diese Zeit noch im Bett, schließlich war es ja erst sechs Uhr morgens, und machten sich bereit, um in einer Stunde Claires Ruhe zunichtezumachen.

Aufmerksam beobachtete sie den Mann. Von dem grasbewachsenen rechteckigen Stück Garten vor seinem Cottage aus lief er direkt in Richtung Strand. Er war hochgewachsen und mit seinen breiten Schultern und dem sandfarbenen Haar eigentlich ganz gut aussehend. Er trug lediglich ein weißes T-Shirt, rote Shorts und Flip-Flops. Claire schätzte ihn auf Mitte dreißig. Die Strecke zum Meer hinunter joggte er, blieb allerdings einige Meter vom Wasser entfernt stehen, um die Flip-Flops abzustreifen. Dann zog er mit einer schnellen Bewegung sein T-Shirt aus und präsentierte einen durchtrainierten, leicht gebräunten Oberkörper. Claire konnte es kaum fassen. Noch eine schnelle Bewegung, und auch die Shorts waren nicht mehr an ihrem Platz. Himmel, er trug keine Badehose. Die pfirsichfarbene Rundung seiner festen Pobacken und sein muskulöser Rücken bezauberten sie. Er bückte sich etwas, um seine Kleidung auf dem Boden abzulegen. Claire schluckte und beugte sich nach vorne. Ihr Herz raste.

Unbekleidet setzte ihr Nachbar seinen Lauf am Strand fort. Mit seiner athletischen Gestalt sah er fantastisch aus. Passierte das gerade wirklich? Oder hatte sie gestern Abend zu viele Gläser Wein getrunken? War das hier Wunschdenken, ein wahnhafter Traum? Dann wollte sie ganz bestimmt nicht aufwachen. Claire schloss ihre Hände fester um die Tasse - sie war echt, hellgrün bemalt, und auf dem Tee schwammen milchige Schlieren. Es musste Wirklichkeit sein.

Der Mann erreichte die Brandung, sprang direkt hinein und tauchte im schäumenden Wasser wieder auf. Claire beobachtete, wie er in das ruhigere, tiefere Wasser hinausschwamm. Er schien ein guter Schwimmer zu sein.

Oh, plötzlich fiel ihr auf, dass er wieder hierher zurückkommen und ihr in seiner ganzen Pracht gegenüberstehen würde. Sie sollte lieber unauffällig ins Haus zurückgehen und ihm etwas Privatsphäre gönnen.

Und sich einen Anblick wie diesen entgehen lassen? Verdammt noch mal. Nein! Man bekam nicht oft einen prächtigen Körper zu Gesicht, wenn überhaupt. Ihr Ex hatte bei Weitem keinen solchen Körperbau gehabt wie der Unbekannte. Aber was, wenn er sie sah? Wie sie hier saß und ihn begaffte? Es würde schon einen etwas seltsamen Eindruck machen. Aber immerhin war sie zuerst hier gewesen. Er sollte sich nicht so zur Schau stellen, wenn er nicht wollte, dass eine normale, warmblütige Frau ihn sich genauer ansah.

Claire beschloss, ihren Liegestuhl etwas nach hinten in den schattigen Teil des Balkons zu schieben - dort würde sie vermutlich unbemerkt bleiben -, setzte sich wieder hin und beobachtete lächelnd, wie der Kopf des Fremden immer wieder aus dem Wasser auftauchte. Nun, dann war es hier ja doch nicht so ruhig. Und was tat es schon, nach allem, was sie durchgemacht hatte, sich den Anblick eines starken, gesunden, attraktiven Mannes zu gönnen?

Krebs machte das mit einem Menschen - er rückte die Dinge in eine neue Perspektive und ließ einen erkennen, wie wertvoll das Leben sein konnte und dass man jeden Moment nutzen musste - insbesondere so kleine magische Momente, wie einen schönen Mann nackt zu sehen. Warum nicht? Ja, warum nicht?

Sie hielt immer noch die Tasse mit dem letzten Rest Tee in den Händen, saß in ihrem Stuhl und nahm alles in sich auf: die wogende See, die Brandung, den Salzgeruch in der Luft, den Schrei einer Seemöwe, die Wärme der goldenen Junisonne, die in einen neuen Tag hinein erstrahlte. Und sie beobachtete, wie »Adonis« wieder aus den Wellen auftauchte. Erst die Schultern, dann die Brust, die definierten Bauchmuskeln, sein Unterleib . und . ein Büschel brauner Haare. Und, ja, bestimmt war es kalt in der Nordsee, aber das, was Claire jetzt erblickte, war trotzdem ziemlich beeindruckend. Wirklich nicht schlecht, Mr. Adonis.

Also wirklich, benimm dich, Claire Maxwell - reiß dich zusammen und geh wieder rein. Aber wenn du dich jetzt rührst, wird er dich sehen, warf ihr Alter Ego frech ein, und diese Stimme klang definitiv nicht nach ihrer Mutter. Ihre Wangen fühlten sich heiß an, und ihr Herz schlug schneller. Was, wenn er sie sah? Dann würde eine...

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