Cordina's Royal Family 4. Ein königliches Juwel

 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Oktober 2013
  • |
  • 217 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-12127-3 (ISBN)
 
Die beliebte Cordina-Saga: Liebe, Intrigen und Leidenschaften am Königshof der Fürstenfamilie von Cordina

Camilla de Cordina nimmt eine Auszeit von ihren öffentlichen Aufgaben und verlässt für eine Weile den Hof, um wieder zu sich zu finden. Als sie einen leichten Autounfall hat, kümmert sich der gut aussehende Archäologe Delaney Caine um sie. Der hat keine Ahnung, wen er gerettet hat und wer ihn anschließend gegen Verpflegung und Logis bei seiner Arbeit unterstützt. Prinzessin Camilla lässt ihn über ihre wahre Herkunft im Ungewissen. Doch auch er hat ein Geheimnis.



  • Deutsch
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  • Deutschland
Heyne
  • 0,44 MB
978-3-641-12127-3 (9783641121273)
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Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von über 500 Millionen Exemplaren. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.

1. KAPITEL

Was immer auch gesagt werden mochte und zweifellos auch gesagt werden würde, es war keine spontane Entscheidung gewesen. Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Camilla von Cordina handelte niemals spontan.

Aber sie war verzweifelt.

Und diese Verzweiflung hatte sich zugegebenermaßen seit Monaten in ihr angestaut. Um schließlich in dieser heißen, stickigen, endlosen Juninacht trotz aller Anstrengungen, sie zu leugnen, ihren Höhepunkt zu erreichen.

Der wilde Paparazzischwarm, der über sie hergefallen war, als sie versucht hatte, die Wohltätigkeitsgala unbemerkt zu verlassen, war der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte.

Auch wenn ihre Leibwächter sie so erfolgreich abgeschirmt hatten, dass sie mit einem letzten Rest von Würde in die wartende Limousine hatte schlüpfen können, hatte sie innerlich geschrien.

Lasst mir doch wenigstens Luft zum Atmen. Um Himmels willen, macht mir ein bisschen Platz.

Und auch als sie jetzt, zwei Stunden später, in ihrer Luxussuite hoch über Washington D. C. auf und ab ging, hatte sie sich immer noch nicht beruhigt.

Weniger als drei Autostunden von hier in Richtung Süden lag die Farm, auf der sie einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbracht hatte. Mehrere tausend Meilen weiter östlich, jenseits des Ozeans, lag das kleine Land, in dem sie den anderen Teil verbracht hatte. Ihr Leben war aufgeteilt zwischen diesen beiden Welten. Obwohl sie beide gleichermaßen liebte, fragte sie sich doch hin und wieder, ob sie wohl je in einer von beiden ihren Platz finden würde.

Auf jeden Fall wurde es Zeit - höchste Zeit -, dass sie ihn fand.

Vorher jedoch musste sie sich erst einmal selbst finden. Aber wie konnte sie das, wenn sie ewig umzingelt war? Ja, schlimmer noch, wenn sie das Gefühl hatte, dass man sie wie ein Wild jagte? Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn sie nicht die Älteste der drei jungen Frauen der nachwachsenden Generation der cordinianischen Prinzessinnen gewesen wäre - und diejenige, zu der man sich am leichtesten Zugang verschaffen konnte, weil sie einen amerikanischen Vater hatte und eine gewisse Zeit im Jahr in den Vereinigten Staaten verbrachte.

Aber es war nicht anders, sondern so, wie es war. Und im Augenblick erschien es ihr, als ob ihr ganzes Dasein nur aus Diplomatie, Protokoll und Medien bestünde. Aus Bitten, die man an sie richtete, Eingaben, Terminen, Verpflichtungen. Gerade hatte sie als stellvertretende Vorsitzende einer Stiftung für behinderte Kinder diese Wohltätigkeitsgala organisiert - eine Aufgabe, die sie sich mit ihrer Mutter geteilt hatte.

Sie glaubte an das, was sie tat, sie war fest überzeugt, dass sich die Mühe lohnte. Aber musste der Preis wirklich so hoch sein?

Die Organisation dieser Wohltätigkeitsgala hatte Wochen in Anspruch genommen, und am Ende hatte sie sich vor lauter Erschöpfung gar nicht mehr über die Früchte ihrer Arbeit freuen können.

Wie sie sich von all diesen Kameras, diesen vielen Gesichtern in die Enge getrieben gefühlt hatte!

Sogar von ihrer Familie - Gott schütze sie - fühlte sie sich in letzter Zeit eingeengt. Darüber mit ihrer persönlichen Assistentin zu sprechen schien illoyal, undankbar und unmöglich. Aber ihre Assistentin war zugleich ihre langjährige und beste Freundin und Vertraute.

»Ich bin es wirklich leid, mein Gesicht ständig auf allen Illustrierten zu sehen und von irgendwelchen Romanzen, die man mir andichtet, zu lesen. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr mir das alles zum Hals heraushängt, Marian.«

»Mit Geschichten über Königshäuser, Schönheit und Sex verkaufen sich Zeitschriften eben besser. Und wenn man die drei Faktoren kombiniert, kommt man mit dem Drucken nicht mehr nach.« Marian Breen war eine praktische Frau, was sich auch in ihrem Tonfall widerspiegelte. Da sie und Camilla sich schon seit ihrer Kindheit kannten, schwang darin eher Belustigung als Ehrerbietung mit. »Ich weiß, es war ein schrecklicher Abend, und ich kann es dir nicht verdenken, dass du fix und fertig bist. Ich würde wirklich gern wissen, wer es hat durchsickern lassen, welchen Ausgang .«

»Das ist doch jetzt auch egal. Passiert ist passiert.«

»Sie sind wie die Jagdhunde«, meinte Marian. »Aber du bist eben eine Prinzessin von Cordina . einem Land, bei dem vor allem Amerikaner an Märchen denken. Du bist deiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten, was heißt, dass du wunderschön bist. Und die Männer fühlen sich von dir angezogen wie die Schnäppchenjäger von Sonderangeboten. Davon leben die Medien, besonders der aggressivere Teil.«

»Der Adelstitel ist ebenso wenig mein Verdienst wie mein Aussehen. Und was die Männer betrifft .« Camilla machte eine unwirsche Handbewegung, als wollte sie damit das gesamte männliche Geschlecht beiseite fegen. »Keiner von ihnen meint wirklich mich. Was sie anzieht, ist nur das Äußere - genau das, was dazu beiträgt, dass sich diese idiotischen Illustrierten verkaufen.«

»Eine absurde Situation.« Da Camilla sie am Zubettgehen hinderte, naschte Marian von den Weintrauben aus der überquellenden Obstschale, die die Hoteldirektion heraufgeschickt hatte. Obwohl sie gelassen wirkte, war sie doch besorgt. Ihre Freundin war viel zu blass. Und es hatte den Anschein, als ob sie abgenommen hätte.

Wenn sich Camilla ein paar Tage in Virginia ausruht, ist sie bestimmt bald wieder ganz die Alte, versuchte sich Marian zu beruhigen. Die Farm war so abgeschirmt wie der Palast in Cordina. Dafür hatte Camillas Vater gesorgt.

»Ich weiß, es ist schrecklich lästig, bei jedem Schritt in der Öffentlichkeit von Bodyguards umringt und von sensationsgierigen Reportern belagert zu werden«, fuhr sie fort. »Aber was hast du für eine Wahl? Einfach weglaufen?«

»Ja.«

Marian nahm sich kichernd noch eine Weintraube. Dann rutschte sie ihr aus den Fingern, als sie den stählernen Glanz in Camillas goldbraunen Augen sah. »Mir scheint, du hast einen kleinen Schwips.«

»Ganz gewiss nicht«, erwiderte Camilla ruhig. »Ich habe nur ein Glas Champagner getrunken. Und das nicht einmal ganz.«

»Dann muss es ja ein ziemlich großes gewesen sein. Hör zu, ich gehe jetzt wie ein braves Mädchen auf mein Zimmer, damit du schlafen kannst. Und morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.«

»Ich denke seit Wochen darüber nach.« Camilla hatte mit der Idee gespielt. Herumfantasiert. Und heute Nacht würde sie sie in die Tat umsetzen. »Du musst mir helfen, Marian.«

»Non, non, c'est impossible. C'est complètement fou!«

Marian, die so durch und durch amerikanisch war wie apple pie, verfiel nur selten ins Französische. Als sich ihre Eltern in Cordina niedergelassen hatten, war sie zehn gewesen. Sie und Camilla hatten damals schnell Freundschaft geschlossen und waren seitdem eng befreundet. Doch jetzt antwortete die zierliche Frau mit den hochgesteckten honigbraunen Haaren vor Schreck in der Sprache ihrer Wahlheimat. Sie riss alarmiert die warmen leuchtend blauen Augen auf.

Ihre Freundin hatte einen Gesichtsausdruck aufgesetzt, den sie kannte. Und fürchtete.

»Es ist weder unmöglich noch verrückt, sondern durchaus möglich und ganz normal«, erwiderte Camilla bestimmt. »Ich brauche dringend ein bisschen Zeit für mich allein, ein paar Wochen, deshalb werde ich sie mir nehmen. Und zwar als Camilla MacGee, nicht als Camilla von Cordina. Ich lebe jetzt schon seit Grand-pères Tod .«

Sie sprach den Satz nicht zu Ende. Es tat immer noch weh. Ihr Großvater war jetzt seit fast vier Jahren tot, und sie hatte den Verlust noch nicht überwunden.

»Er war unser Fels«, fuhr sie fort und versuchte, Haltung zu bewahren. »Obwohl er bereits viel Verantwortung an Onkel Alex abgegeben hatte, regierte er bis zum Schluss. Seit seinem Tod muss die Familie einen größeren Beitrag leisten . wir müssen uns alle ständig zusammenreißen. Trotzdem ist es richtig so, ich würde es gar nicht anders wollen. Ich habe es nie bereut, dass ich mich damals bereit erklärt habe, mehr offizielle Pflichten zu übernehmen.«

»Aber?« Marian, die sich mittlerweile in ihr Schicksal gefügt hatte, ließ sich auf der Armlehne der Couch nieder.

»Ich muss dieser Treibjagd für eine Weile entkommen. Unter allen Umständen«, sagte Camilla und presste sich eine Hand aufs Herz. »Ich fühle mich wie ein gehetztes Wild. Ich kann keinen Fuß auf die Straße setzen, ohne dass sich nicht sofort irgendwelche Fotografen an meine Fersen heften. Wenn das so weitergeht, werde ich mich noch selbst verlieren. Ich weiß ja schon jetzt nicht mehr, wer ich eigentlich bin. Und es gibt inzwischen schon viel zu viele Momente, in denen ich mich nicht einmal mehr spüren kann.«

»Du brauchst Ruhe. Du musst dringend ein bisschen ausspannen.«

»Ja, aber das ist nicht alles. Es ist komplizierter, Marian. Ich weiß einfach nicht, was ich für mich will. Nur für mich ganz allein. Schau Adrienne an«, fuhr sie in Anspielung auf ihre jüngere Schwester fort. »Sie ist erst einundzwanzig und schon verheiratet. Mit sechs hat sie Philippe zum ersten Mal gesehen, und das war es dann. Sie wollte nur eins . ihn heiraten und in Cordina ihre gemeinsamen Kinder großziehen. Und meine Brüder sind wie die beiden Hälften unseres Vaters. Der eine der Farmer, der andere der Sicherheitsexperte. Nur ich habe irgendwie keine Richtung, Marian. Kein Talent.«

»Das stimmt absolut nicht. In der Schule hast du immer mit den besten Noten geglänzt. Dein Gehirn ist wie ein...

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