Cordina's Royal Family 3. Eine königliche Hochzeit

 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. September 2013
  • |
  • 190 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-12126-6 (ISBN)
 
Die beliebte Cordina-Saga: Liebe, Intrigen und Leidenschaften am Königshof der Fürstenfamilie von Cordina

Prinz Bennett hat den Ruf, jede Frau erobern und jedes Herz brechen zu können. Nur Lady Hannah Rothschild scheint immun gegen seine Avancen. Die neue Gesellschafterin am Hof weckt deshalb umso mehr sein Interesse und seinen Ehrgeiz. Doch Lady Rothschild ist nicht die, die sie vorzugeben scheint. Die Lage am Hof wird Tag für Tag gefährlicher, weil Anschläge drohen. Ist der Prinz noch sicher?



  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
Heyne
  • 0,49 MB
978-3-641-12126-6 (9783641121266)
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Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von über 500 Millionen Exemplaren. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.

1. KAPITEL

Der Hengst jagte über die Hügelkuppe. Seine Hufe gruben sich tief in das Erdreich. Das Pferd dampfte, als es sich auf dem höchsten Punkt aufbäumte und mit seinen kraftvollen Vorderbeinen durch die Luft schlug. Für einen Moment hoben sich Ross und Reiter als Silhouette vor dem hellen Himmel des Nachmittags ab. Mensch und Tier wirkten gleichermaßen beeindruckend.

Kaum berührten die Hufe wieder den Boden, als der Reiter seine Knie in die Seiten des Hengstes presste und einen waghalsigen Ritt über den abfallenden Weg begann. Der Pfad war hier glatt, aber alles andere als ungefährlich mit der Felswand auf der einen und dem Abgrund auf der anderen Seite. Dennoch preschten sie mit voller Geschwindigkeit dahin und genossen es.

Nur ein Verrückter ritt so - ohne Rücksicht auf Leib und Leben. Nur ein Verrückter oder ein Träumer.

»Los, Dracula, los.« Der Befehl kam leise und herausfordernd wie das darauf folgende Lachen.

Vögel, aufgeschreckt von den auf der Erde donnernden Hufschlägen, flatterten aufgeregt aus den Bäumen und Büschen hoch oben auf dem Kliff und flogen kreischend Richtung Himmel davon. Schon bald verloren sich ihre Schreie in der Ferne. Als der Pfad eine scharfe Linksbiegung machte, nahm der Hengst sie in unverändertem Tempo. Am Wegrand fielen Klippen etwa siebzig Fuß steil zum blauen Meer ab. Kieselsteine stoben unter den Hufen hoch und hagelten geräuschlos hinunter durch den leeren Raum.

Der Reiter blickte hinab, ohne jedoch seinen Ritt zu verlangsamen. Daran dachte er nicht einmal.

In dieser Höhe roch die Luft nicht nach Meer. Selbst das Geräusch sich brechender Wellen war schwach wie weit entfernter und noch ungefährlicher Donner. Aber aus dieser Höhe barg das Meer etwas ganz eigenartig Gefahrvolles und Geheimnisvolles. Der Reiter verstand es, nahm es hin, denn so war es schon immer gewesen, von Anbeginn aller Zeit. Und so würde es fortdauern. In Augenblicken wie diesen vertraute er sich dem Schicksal an.

Der Hengst brauchte keine Peitsche, keinen Ansporn, um noch schneller dahinzupreschen. Wie immer genügten die Erregung und das Vertrauen seines Herrn. Sie rasten den sich dahinschlängelnden Pfad hinunter, bis sie das Tosen des Meeres in den Ohren hatten und endlich die Schreie der Möwen hörten.

Für den Betrachter mochte es scheinen, als fliehe der Reiter vor dem Teufel oder eile zu seiner Geliebten. Wer jedoch sein Gesicht sah, wusste, es war keines von beiden.

Das Leuchten in den Augen des Reiters stammte nicht von Angst oder Vorfreude. Es war eine Herausforderung an den Augenblick und nur daran. Die dunklen Haare des Mannes wehten im Wind, genau wie die Mähne des Pferdes.

Der schwarze Hengst, ein wahres Kraftpaket, hatte eine breite Brust und einen kräftigen Hals. Sein Fell glänzte von Schweiß, doch sein Atem kam stark und gleichmäßig. Der Reiter saß kerzengerade im Sattel, und sein gebräuntes schmales Gesicht glühte. Sein voller, wohlgeformter Mund zeigte ein Lächeln, das Wagemut und Freude verriet.

Sobald der Pfad eben wurde, griff der Hengst weiter aus. Sie kamen an weißen Häusern vorbei, vor denen Wäsche in der Meeresbrise flatterte. Blumen wuchsen in Beeten auf sorgfältig in Ordnung gehaltenen Wiesen, Fensterläden waren weit offen. Die Sonne stand noch hoch am Nachmittagshimmel und verstrahlte ihr gleißendes Licht. Ohne langsamer zu werden und die leichte Hand seines Herrn an den Zügeln zu benötigen, preschte der Hengst auf eine hüfthohe Hecke zu.

Gemeinsam schnellten sie darüber hinweg.

In der Ferne tauchten die Ställe auf. Wie es in den Klippen hinter ihnen Gefahr und tödliche Anziehungskraft gab, so herrschte vor ihnen Frieden und Ordnung. Rot und weiß und genauso gepflegt wie die Wiesen ringsherum, verliehen die Ställe der Landschaft mit den Klippen und dem vielen Grün eine zusätzliche bezaubernde Note. Zäune grenzten Gehege ab, in denen Pferde wesentlich weniger dramatisch Auslauf fanden als Dracula.

Einer der Stallburschen hörte auf, eine junge Stute an der Longe im Kreis zu führen, als er den Hengst herankommen hörte. Was für ein Irrer, dachte er, aber nicht ohne grimmige Hochachtung. Dieses Pferd und dieser Reiter zusammen waren ein vertrauter Anblick. Dennoch warteten zwei Stallburschen vorsichtig ab, bis der Hengst langsamer wurde und stehen blieb.

»Eure Hoheit.«

Seine Hoheit Prinz Bennett von Cordina glitt mit einem Lachen, in dem noch die Waghalsigkeit nachklang, von Draculas Rücken. »Ich kühle ihn schon ab, Pipit.«

Der alte Stallknecht mit dem leicht hinkenden Gang trat vor. Sein verwittertes Gesicht war leidenschaftslos, während er seinen Blick über den Prinzen und den Hengst auf der Suche nach irgendwelchen Anzeichen von Verletzungen gleiten ließ. »Verzeihen Sie, Hoheit, aber während Sie unterwegs waren, kam eine Nachricht aus dem Palast. Fürst Armand wünscht Sie zu sehen.«

Nicht ohne Bedauern übergab Bennett dem wartenden Stallburschen die Zügel. Zu seinem Vergnügen beim Ausritt gehörte die Stunde, in der er normalerweise mit dem Hengst ging und ihn bürstete. Doch wenn sein Vater nach ihm schickte, hatte er keine andere Wahl, als Vergnügen gegen Pflicht einzutauschen.

»Lassen Sie ihn ordentlich gehen, Pipit. Wir hatten einen langen Ritt.«

»Ja, Hoheit«, sagte der Stallknecht, der drei Viertel seines Lebens mit Pferden verbracht hatte. Es hatte zu seinen Pflichten gehört, Bennett auf sein erstes Pony zu setzen. Er tätschelte Draculas Hals und fand ihn schweißnass. »Ich werde mich persönlich darum kümmern, Hoheit.«

»Tun Sie das, Pipit.« Doch Bennett hielt sich noch lange genug auf, um selbst die Gurte zu lockern. »Danke.«

»Dank ist unnötig, Hoheit.« Mit einem leisen Ächzen hievte Pipit den Sattel vom Rücken des Hengstes. »Hier gibt es keinen anderen Mann, der den Nerv hat, sich mit dem Teufel einzulassen«, murmelte er auf Französisch, als das Pferd zu tänzeln begann. Sekunden später war Dracula wieder beruhigt.

»Und es gibt keinen anderen Mann, dem ich mein bestes Pferd anvertrauen würde. Eine Extraration Hafer könnte heute Abend nicht schaden.«

Pipit nahm das Kompliment als absolut verdient hin. »Wie Sie wünschen, Hoheit.«

Noch von Unrast erfüllt, wandte sich Bennett von den Ställen ab. Er hätte ebenfalls eine zusätzliche Stunde brauchen können, um sich abzukühlen. Ein schneller und wagemutiger Ritt stillte sein Bedürfnis nur teilweise. Er brauchte die Bewegung, die Geschwindigkeit, vor allem aber die Freiheit.

Fast drei Monate lang war er fest an den Palast und an das Protokoll gebunden gewesen, an Pomp und Zeremonien. Da er in der Thronfolge von Cordina an zweiter Stelle stand, waren seine Pflichten manchmal weniger öffentlich als die seines Bruders Alexander, aber selten weniger mühsam. Pflichten gehörten seit seiner Geburt zu seinem Leben und wurden für gewöhnlich auch als Selbstverständlichkeit hingenommen. Bennett konnte allerdings weder sich selbst noch viel weniger irgendeinem anderen erklären, wieso er im letzten Jahr begonnen hatte, sich dagegen aufzulehnen.

Gabriella sah es ihm an. Bennett glaubte, dass seine Schwester es vielleicht sogar verstand. Auch sie hatte stets Verlangen nach Freiheit und Privatleben verspürt. Beides hatte sie teilweise vor zwei Jahren erlangt, als Alexander sich mit Eve verheiratete und das Gewicht der Verantwortung sich verlagerte.

Allerdings drückt sie sich nie, dachte Bennett, als er durch das Gartentor des Palastes schritt. Wenn sie gebraucht wurde, war sie zur Stelle. Nach wie vor verwendete sie sechs Monate des Jahres für das Hilfswerk für behinderte Kinder, während sie gleichzeitig für den Bestand ihrer Ehe sorgte und ihre Kinder großzog.

Bennett schob die Hände in die Taschen, als er die Treppe zu dem Arbeitsraum seines Vaters hinaufstieg. Was stimmte denn mit ihm nicht? Was war in den letzten Monaten geschehen, das in ihm den Wunsch weckte, sich nachts aus dem Palast zu schleichen und wegzulaufen? Irgendwohin.

Er konnte die Stimmung nicht abschütteln, wohl aber bezähmen, als er an die Tür seines Vaters klopfte.

»Herein!«

Der Fürst saß nicht hinter seinem Schreibtisch, wie Bennett erwartet hatte, sondern am Fenster, neben sich ein Tablett mit Tee. Ihm gegenüber saß eine Frau, die bei Bennetts Erscheinen aufstand.

Als Mann, der Frauen jeden Alters und unterschiedlichsten Aussehens schätzte, unterzog Bennett sie einer flüchtigen Betrachtung, ehe er sich an seinen Vater wandte. »Tut mir leid zu stören. Man hat mir gesagt, dass du mich sehen willst.«

»Ja.« Armand nippte an seinem Tee. »Schon seit einiger Zeit. Bennett, ich möchte dich mit Lady Hannah Rothchild bekannt machen.«

»Eure Hoheit.« Sie senkte den Blick, während sie einen Knicks ausführte.

»Es ist mir ein Vergnügen, Lady Hannah.« Bennett ergriff ihre Hand und schätzte sie in Sekundenschnelle ein. Attraktiv auf eine ruhige Art. Er bevorzugte bei Frauen etwas weniger Zurückhaltung. Und er besaß eine Vorliebe für das Französische. Schlank und ordentlich. Unabänderlich wurde sein Blick von Üppigerem angezogen. »Willkommen in Cordina!«

»Danke, Hoheit.« Ihre Stimme klang britisch, kultiviert und ruhig. Er begegnete kurz ihrem Blick. Ihre Augen waren von einem dunklen, leuchtenden Grün. »Ihr Land ist wirklich wunderschön.«

»Bitte, nehmen Sie Platz, meine Liebe.« Armand deutete wieder auf ihren Sessel, ehe er noch eine Tasse einschenkte. »Bennett.«

Hannah, die Hände im Schoß verschränkt, bemerkte Bennetts raschen...

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