Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 515 - Liebesroman

Die Schönheit einer reinen Seele
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. August 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7517-0103-7 (ISBN)
 
Für Susanne Seefeldts scheint das Glück unermesslich, als sie erfährt, dass sie ein Kind erwartete. Sie fühlt sich in der Liebe ihres Mannes geborgen und glaubt, dass diese Harmonie durch nichts zu erschüttern sei. Doch dann kommt der Tag, an dem die Wehen einsetzen und sie auf dem Weg zur Klinik verunglückt. Ihr Kind wird zwar gerettet, doch Susannes Gesicht ist entstellt. Nie wieder wird es so schön sein wie vor dem Unfall. Bernd Seefeldt ist erschüttert beim Anblick seiner Frau und weiß nicht, ob er sie noch lieben kann ...
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,20 MB
978-3-7517-0103-7 (9783751701037)

Die Schönheit einer reinen Seele

Als geschiedene Frau musste sie viel erdulden

Für Susanne Seefeldt scheint das Glück unermesslich, als sie erfährt, dass sie ein Kind erwartet. Sie fühlt sich in der Liebe ihres Mannes geborgen und glaubt, dass diese Harmonie durch nichts zu erschüttern sei.

Als der neue Erdenbürger sich eines Nachts anmeldet, fahren die beiden auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus. Es regnet, und in einer scharfen Kurve geschieht das Unfassbare: Bernd verliert die Kontrolle über das Fahrzeug. Es gerät ins Schliddern, stürzt den Hang hinunter und überschlägt sich.

Ihr Kind wird zwar gerettet, doch Susannes Gesicht ist entstellt. Nie wieder wird es so schön sein wie vor dem Unfall. Bernd Seefeldt ist erschüttert beim Anblick seiner Frau und weiß nicht, ob er sie noch lieben kann .

Susanne stand am großen Panoramafenster des Hauses, das sie mit ihrem Mann Bernd bewohnte, und schaute sehnsüchtig auf die Straße. Sie konnte sich kaum erinnern, jemals sehnsüchtiger auf Bernd gewartet zu haben. Und gerade heute hatte es den Anschein, dass er sich verspäten würde.

Das war zwar schon häufiger vorgekommen, denn Bernd führte eine erfolgreiche Werbeagentur mit fast zwanzig Angestellten, aber ausgerechnet heute würde es sie schwer enttäuschen, wenn er nicht pünktlich kommen könnte.

Sie reckte ein klein wenig die zarte, biegsame Gestalt und strich sich mechanisch über das goldblonde Haar, das sie im Nacken zu einem Knoten geschlungen trug. Nur dann und wann, in besonders zärtlichen Stunden, erlaubte sie Bernd, es zu lösen. Dann floss es immer wie eine Goldflut über ihre zarten Schultern. Das behauptete Bernd wenigstens.

Susanne war glücklich, dass sie ihm gefiel. Sie war stolz darauf, wenn er ihr sagte und es sie auch fühlen ließ, dass sie für ihn die schönste Frau war, die er sich nur vorstellen konnte.

An diesem Abend wollte sie ihm sagen, dass ihr sehnlichster Wunsch, nämlich der nach einem Kind, in Erfüllung gehen würde.

Ein Kind! Susanne konnte es selbst noch nicht ganz begreifen. Heute war sie bei einem Arzt gewesen, und der hatte es bestätigt.

Susanne stellte sich auf die Zehenspitzen, als sie das bekannte Geräusch des sich nähernden Autos vernahm. Nun hielt es vor dem Tor, das zur Garage führte. Kurz darauf hörte sie die kräftigen Schritte ihres Mannes, dann klappte die Haustür.

Sie eilte zu ihm und schmiegte sich in seine Arme.

"Endlich! Ich habe heute so sehnsüchtig auf dich gewartet", sagte sie und küsste ihn zärtlich.

"Gibt es einen besonderen Grund für deine Sehnsucht, Susi?" Er lachte gut gelaunt, nahm ihre Hand und führte sie zu der Sesselgruppe am Kamin. Dann ließ er sich in einen Sessel gleiten und zog sie zu sich auf den Schoß. "So, und nun erzähle mir, was du Wichtiges mit mir besprechen willst."

Susanne lehnte den Kopf mit dem schimmernden Haar an seine Schulter.

"Ich bin schwanger", erklärte sie ihrem Mann in sanftem Ton. "Heute hat es der Arzt bestätigt."

"Susanne!", rief Bernd überglücklich und drückte sie fest an sich. "Meine kleine Susi. Sie wird Mutter! Ich kann es noch gar nicht fassen."

"Mir ist es ebenso ergangen. Wenn man sich lange Zeit etwas sehnlichst wünscht, dann kann man es gar nicht begreifen, wenn es endlich in Erfüllung gehen soll, nicht wahr? Ach, ich bin so unendlich glücklich!"

Bernd zog ihren Kopf zu sich herab und küsste sie innig.

"Susanne, ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich bei dir bedanke. Ich bin glücklich, so glücklich, dass man es schon kaum mehr ertragen kann."

Sie hätten beide noch stundenlang so sitzen mögen, aber da kam schon Frau Hetter, ihre langjährige Wirtschafterin.

"Das Abendessen wäre angerichtet. Ich würde an Ihrer Stelle nicht mehr allzu lange warten, sonst fallen die Omeletts zusammen."

Da erhoben sie sich und gingen ins Speisezimmer, das Susanne damals, als sie geheiratet hatten, mit viel Liebe eingerichtet hatte. Sie ließen sich am Tisch nieder. Bernd schenkte den leichten Roséwein ein und prostete Susanne zu. Sie sahen einander tief in die Augen. Niemals würde ihr Glück zu Ende gehen, niemals, das wussten sie beide mit absoluter Sicherheit.

Vielleicht war es gut für sie beide, dass sie keine Ahnung hatten, wie kurz die Spanne noch war, die ihnen blieb, um ihr Glück zu genießen.

In der Folgezeit verwöhnte Bernd Seefeldt seine schöne Frau über alle Maßen. Er machte ihr große Geschenke und kaufte auch schon mancherlei für das Kind, obwohl Susanne meinte, es sei doch eigentlich etwas verfrüht, schon Spielzeug zu kaufen, denn man wisse doch gar nicht, ob es auch tatsächlich ein Junge werden würde.

"Ich bin aber sicher, dass wir einen Sohn bekommen. Und falls es doch ein Mädchen wird, dann freue ich mich genauso sehr über eine Susanne in Miniaturausgabe."

Gibt es auf der Welt eine Frau, die glücklicher sein kann als ich?, fragte sie sich und musste ehrlich zugeben, dass sie sich das nicht vorstellen konnte. Bernd war der liebevollste Ehemann, den man sich nur wünschen konnte.

Auch Frau Hetter freute sich auf den baldigen Zuwachs und wetteiferte mit Bernd darum, Susanne zu verwöhnen. Susanne musste sie beide manchmal bremsen, indem sie energisch erklärte, Kinder zu bekommen, das sei schließlich eine vollkommen natürliche Angelegenheit.

"Ich fühle mich wohl, gehe regelmäßig zum Arzt und lebe ein völlig normales Leben. Was also sollte mir oder dem Kind wohl geschehen können?", fragte sie, wenn sie einmal ungeduldig werden wollte, weil beide sie förmlich in Watte zu packen versuchten.

Mit der Zeit gab es auch Tage, an denen sich Susanne nicht so hundertprozentig wohlfühlte. Das ließ sie sich aber niemals anmerken, denn sie wollte weder Bernd noch ihrer guten, treuen Frau Hetter Sorgen machen.

Frau Hetter war schon bei Susanne gewesen, als sie noch eine bekannte Hörspielsprecherin beim Rundfunk gewesen war. Sie hatte ihren Beruf aufgegeben, als sie geheiratet hatte. Und Frau Hetter war mit in die kleine Villa gezogen.

Als Susannes Gestalt unförmiger wurde, wagte sie sich nicht mehr aus dem Haus. Sie wusste sehr wohl, dass Bernd ein ausgesprochener Ästhet war, und mochte sich nicht so mit ihm zeigen. Aber er protestierte lautstark und hielt ihr vor, dass sie selbst immer behauptet habe, Kinder zu bekommen sei, das sei eine ganz natürliche Angelegenheit. Also sei es auch in seinen Augen nur natürlich, dass sie an Leibesumfang zunehme, und er liebe sie auch so über alles.

Dann lehnte Susanne ihren blonden Kopf vertrauensvoll an seine breite Schulter und schloss voller Glück die Augen.

So vergingen der Herbst und der Winter. Ein nebliges, kühles und ungemütliches Frühjahr brach an. Da wusste Susanne, dass es nun nicht mehr lange dauern würde, bis sie ihr Kind in den Armen halten konnte.

Natürlich war es mitten in der Nacht, als sie erwachte. Komisch, dachte sie, man hörte von den meisten Frauen, dass ihre Kinder sich mitten in der Nacht meldeten.

Susanne machte das Licht an, betrachtete Bernds gelöstes Gesicht und strich zärtlich über sein Haar.

Sofort erwachte er. Als er sie über sich geneigt sah, richtete er sich rasch empor.

"Was ist los, Susi?", erkundigte er sich und sah sie ängstlich an. Da lächelte sie tapfer, obwohl eine neue Schmerzwelle sie überflutete.

"Ich glaube, das Kind kommt, Liebster. Wir sollten uns vielleicht ankleiden und auf den Weg zum Krankenhaus machen."

Schon schwang Bernd seine Beine aus dem Bett und sah sie ängstlich an.

"Hast du große Schmerzen, Liebes?"

"Mach dir keine Sorgen, Bernd", beruhigte sie ihn. "Es ist alles in Ordnung. Millionen Frauen haben schon vor mir Kinder bekommen, und ich werde das auch schaffen."

Bernd war froh, dass seine Frau so gefasst war. Er drückte sie glücklich an sich, und Susanne schmiegte sich in seine Arme.

Sie ahnten beide an diesem Abend nicht, dass das Ende ihrer Liebe unmittelbar bevorstand.

Bernd trug den kleinen Koffer, den Susanne schon vor Wochen gepackt hatte, führte seine Frau am Arm die Treppe hinab, hinüber zur Garage und half ihr fürsorglich in den Wagen.

"Es wird nun nicht mehr lange dauern, Kleines, dann bist du in den besten Händen."

Sie lächelte zärtlich zu ihm hinüber, als er neben ihr Platz nahm und geschwind seine Hand auf die ihren legte, die sie im Schoß verschlungen hatte. Dann schien er sich zu besinnen, dass er sich beeilen musste, und ließ den Motor an.

Langsam setzte er den Wagen aus der Garage, fuhr die stille Villenstraße entlang und bog dann auf die Hauptverkehrsstraße ein.

Bernd Seefeldt fluchte leise vor sich hin, als es wieder zu regnen begann.

"Du brauchst dich nicht allzu sehr zu beeilen, Bernd", sagte Susanne. "Ich glaube nicht, dass das Kind so schnell kommen wird. Wir haben also Zeit...

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