Shanghai Love Story

 
Sally Rippin (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 4. Juli 2011 | 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05818-0 (ISBN)
 
Ein beeindruckendes Plädoyer für Freiheit und Gerechtigkeit

Als die 18-jährige Anna ihren Vater in Shanghai besucht, ist sie begeistert von der fremden Kultur, den von Fahrrädern bevölkerten Straßen und einer faszinierenden Atmosphäre zwischen Tradition und Moderne. Voller Eifer stürzt sie sich in ihr Studium an der Kunsthochschule - und verliebt sich Hals über Kopf in den gutaussehenden Chenxi. Nichts ahnend, dass die Beziehung zu einer 'wai guo ren', einer Ausländerin, den unangepassten Studenten noch mehr in den Fokus des diktatorischen Regimes rücken lässt. Mit furchtbaren Folgen ...



Sally Rippin wurde in Darwin/Australien geboren, verbrachte aber den Großteil ihrer Kindheit in Südostasien. Mit 19 zog sie nach China und studierte drei Jahre lang traditionelle chinesische Malerei in Shanghai und Hangzhou. Sally Rippin lebt heute in Melbourne und arbeitet als Autorin, Illustratorin und Dozentin. Sie hat bereits über 20 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht.
Alexandra Ernst
Deutsch
0,59 MB
978-3-641-05818-0 (9783641058180)
364105818X (364105818X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Kapitel 15 (S. 96-97)

Mr White rührte in der Soße. Auf seiner Stirn bildeten sich Schweißperlen. Eine löste sich und rollte über seine buschige Augenbraue, über den Nasenrücken bis zur Spitze, wo sie zitternd einen Moment hängen blieb und dann in die rote, Blasen schlagende Soße fiel. Er tupfte sich die Stirn mit dem Taschentuch ab. Anna lehnte im Bademantel und mit einem Handtuch um das nasse Haar geschlungen am Türrahmen und schaute ihm zu. Mr White kochte seine spezielle Spaghettisoße, zur Feier der sicheren Rückkehr seiner Tochter, die die gefahrvolle Reise mit nichts weiter als einer Erkältung überstanden hatte.

Anna zupfte an ihren Fingernägeln. »Trotz der Klimaanlage wird es hier immer so heiß«, beklagte sich Mr White. »Dad? Worum ging es eigentlich bei der Kulturrevolution?« Mr White hob den Kochlöffel an die Lippen und leckte vorsichtig an der Spitze. Stirnrunzelnd griff er nach dem Salz und streute etwas davon in die Soße. »Die Kulturrevolution war Maos letzter Versuch, sich an der Macht zu halten. Die Kommunistische Partei war seit 1949 an der Macht, aber er hatte während des sogenannten ›großen Sprungs nach vorn‹ ein solches Durcheinander angerichtet, dass die Leute anfingen, an seinen Fähigkeiten zu zweifeln.

Und so musste er sich etwas einfallen lassen, damit sie wieder an ihn glaubten. 1966 manipulierte er sein Volk so geschickt, dass sie der Meinung waren, die Kommunistische Revolution sei in Gefahr und könne nur mit seiner Hilfe gerettet werden.« Mr White schwieg, nahm wieder den Kochlöffel und probierte die Soße erneut. »Mmm … schon besser. Hast du schon mal von der Roten Garde gehört?« »Wir hatten das mal in der Schule, aber ich kann mich nicht mehr genau erinnern. Waren das nicht Studenten, die für Mao arbeiteten? Aber sie sind irgendwie außer Kontrolle geraten, nicht wahr? Unser Lehrer hat sie mit der Hitlerjugend verglichen.« »Die Rote Garde waren naive, junge Studenten, etwa in deinem Alter oder jünger, die von Mao aufgewiegelt wurden.

Das Schulsystem in China war seit jeher streng, also kannst du dir vorstellen, was passierte, als Mao den Schülern und Studenten erklärte, sie könnten ihre eigenen Lehrer als Feinde der Revolution denunzieren: Sie spielten verrückt. Für die Studenten war das die reine Anarchie. Plötzlich besaßen sie ungeahnte Macht. Sie konnten ihren Lehrern Spotthüte aufsetzen und sie auf der Straße dem Gespött der Leute preisgeben. Sie konnten sie einsperren und sie verprügeln, und das alles mit dem Segen der Regierung.« »Wow! Warum wurden die Leute verprügelt und eingesperrt?« »Wegen aller möglichen Kleinigkeiten.

Alles, was irgendwie so verdreht werden konnte, dass es sich gegen Mao und die kommunistischen Ideale richtete.« »Auch, wenn man sich mit einem Ausländer einließ?« »Besonders dann. Ausländische Firmen wurden angegriffen und geplündert. Genauso wie Kunstgalerien und Tempel. Alles, was als bürgerlich und elitär galt – und als antikommunistisch. Tausende Unschuldiger wurden gefoltert, eingesperrt, getötet oder in den Selbstmord getrieben. Familien wurden auseinandergerissen. Studenten wurden zur Feldarbeit aufs Land geschickt, und alle Schulen und Universitäten wurden geschlossen.

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