Medikamente im Test - Depressionen & Burnout

Mit großem Ratgeberteil
 
 
Stiftung Warentest (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Oktober 2018
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7471-0003-5 (ISBN)
 
Umfassende Informationen aus unabhängiger Quelle, Bewertung aller wichtigen Medikamente sowie ein ausführlicher Ratgeberteil: Das alles bietet dieser Ratgeber, denn Antidepressiva sind zwar oft der Schlüssel für eine erfolgreiche Behandlung, aber nicht jedes Medikament ist therapeutisch wirksam und sinnvoll. Vertrauen Sie auf das Urteil der Experten von Stiftung Warentest und erfahren Sie, welche medikamentöse Behandlung die Wissenschaft derzeit für die erfolgreichste hält. In übersichtlichen Tabellen mit Bewertungen von "geeignet" bis "wenig geeignet" sind sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie Arzneimittel beurteilt. Im ausführlichen Ratgeberteil werden dringende Fragen von Patienten beantwortet: Brauche ich wirklich Medikamente? Wann kann ich mit den Medikamenten wieder aufhören? Kann mir Psychotherapie helfen? Was Sie selbst für sich tun können, welchen Stellenwert die ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung hat und wann Antidepressiva notwendig werden, das alles wird in einer detaillierten Therapieberatung verdeutlicht.
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • 2,44 MB
978-3-7471-0003-5 (9783747100035)
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Was wollen Sie wissen?
Erschöpfung und Burnout
- Chronische Müdigkeit
- Stress, Erschöpfung und Erholung
- Psyche und Stress
- Ausgebrannt: Burnout
- Die Diagnose von Burnout
- Die Behandlung von Burnout
Habe ich eine Depression?
- Schlechte Laune oder depressiv?
- Anzeichen einer Depression
- Kriterien für die Einordnung einer Depression
- Verschiedene Formen der Depression
- Vom Verdacht zur Diagnose
Wege der Behandlung
- Die richtigen Anfangsschritte
- Wie geht es weiter, wer hilft?
- Was hilft und warum?
- Die psychotherapeutische Säule
- Die biologische Säule: Medikamente und mehr
- Die passende Behandlung finden
- Leitliniengerechte Behandlung
Medikamente richtig einsetzen
- Depressionsbehandlung: Die Schule der Langsamkeit
- Nicht alle, aber viele wirken
- Ganz ohne Begleiterscheinungen geht es nicht
- Richtig anfangen, richtig aufhören
- Besondere Situationen
Medikamente bewertet: Depressionen
- Medikamente von A bis Z
- Therapie im Überblick
Angstlösende Medikamente
- Medikamente von A bis Z
- Therapie im Überblick
Hilfe
- Adressen
- Noch mehr Informationen
- Stichwortverzeichnis

Erschöpfung und Burnout


Ich bin so fertig. Völlig ausgelaugt. Alles nervt mich - oder besser: alle nerven mich. Alle wollen etwas von mir. Jeden Abend bin ich völlig erledigt. Und morgens? Auch da würde ich am liebsten im Bett bleiben. Wo ist nur meine Energie geblieben, früher ging es doch auch?

Fühlen auch Sie sich in letzter Zeit oft leer, wie ausgebrannt, ohne Schwung, Motivation und Antrieb? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ob Ihre schlechte Laune, Ihre Müdigkeit und Energielosigkeit, die Schlaflosigkeit und das "keine Lust" noch mit rechten Dingen zugehen? Machen sich Ihre Familie, Freunde, Kollegen Sorgen?

Es ist banal zu erwähnen, dass jeder Mensch den Zustand der Müdigkeit kennt. Wir brauchen ihn. Denn er signalisiert uns, dass unsere Reserven bald aufgebraucht sind. Und wie laden wir unsere Batterien wieder auf? Klar, durch Schlaf.

Schlaf lässt uns regenerieren und den nächsten Tag mit frischer Energie angehen. Das gilt für Körper und Geist - und unsere Stimmung. Leider finden viele Menschen nicht ausreichend erholsamen Schlaf, entweder weil sie nicht wollen, also einfach zu spät ins Bett gehen, oder weil sie nicht können. Und dafür gibt es viele Gründe, unter anderem körperliche Krankheiten, starke Belastungen in Familie oder Beruf oder seelische Störungen wie eine Depression.

Chronische Müdigkeit


Störende bis quälende Müdigkeit ist vielen Menschen bekannt. In Deutschland klagten bei einer großen Befragung 31 Prozent der über 16-Jährigen darüber.

Nur wenige Betroffene suchen jedoch deswegen ärztliche Hilfe. Wer wegen Müdigkeit, Erschöpfung, Mangel an Energie zum Arzt geht, ist wirklich müde - und zwar so stark und so lange und für ihn so unerklärlich, dass er diesen quälenden Zustand medizinisch abklären lassen will.

Auch dazu gibt es Zahlen: In Deutschland klagen etwa 11 Prozent der Patienten in den Hausarztpraxen über für sie unerklärliche, mindestens einen Monat anhaltende Müdigkeit, die sich mehr und mehr auch auf ihr seelisches Wohlbefinden und ihre geistige und körperliche Leistungsfähigkeit auswirkt.

Bei einigen wenigen von ihnen sind diese Ermüdungserscheinungen sogar so ausgeprägt, dass sie ihren Alltag nicht mehr leben können, weil die Reserven wirklich aufgebraucht sind.

Müde durch körperliche Krankheiten

Es gibt körperliche Grunderkrankungen, die eine chronische Müdigkeit zur Folge haben.

Viele erschöpfte, müde Menschen befürchten deshalb, an einer bis dahin unentdeckten körperlichen Erkrankung, etwa an einer Blutarmut, einer Schilddrüsenfehlfunktion oder sogar an Aids oder Krebs zu leiden. Falls Sie schon einmal an solche Möglichkeiten gedacht haben: Gehen Sie zum Arzt und teilen Sie ihm Ihre Befürchtungen mit.

Müdigkeit kann die Folge ganz normaler Infektionskrankheiten sein. Virusinfekte oder eine Grippe (Influenza) zum Beispiel strengen den Körper an, Fieber "schlaucht". Ganz allgemein lässt sich sagen: Nach schweren Krankheiten kann es manchmal lange - Wochen bis Monate - dauern, bis die gewohnte Energie und Leistungsfähigkeit zurückkehren. Bis dahin ist Müdigkeit ein Anzeichen dafür, dass man noch nicht wieder ganz fit ist. Sie ist insofern normal.

Nennen Sie in der Arztpraxis alle pharmazeutischen Produkte, die Sie im Augenblick einnehmen, sowohl die, die Ihnen verordnet wurden, als auch solche, die Sie selbst in der Apotheke gekauft haben. Rezeptfreie Mittel werden in der Aufzählung oft vergessen.

Zahlreiche Studien ergaben einen engen Zusammenhang von chronischer Müdigkeit mit seelischen Störungen. Vor allem Depressionen und Angststörungen "machen müde" - nicht nur, weil sie den Schlaf rauben. Sie sind Stress für Körper und Seele, der erschöpft und die notwendige Erholung verhindert. Mehr dazu auf Seite 14.

Auch Medikamente können Müdigkeit als unerwünschte Wirkung haben. Dazu zählen Medikamente gegen hohen Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, starke Schmerzen oder Allergien. Bestimmte Psychopharmaka, vor allem zur Beruhigung eingesetzte Benzodiazepine, aber auch Neuroleptika und manche Antidepressiva können müde machen.

Was sonst den Schlaf stört

Arbeiten Sie im Schichtdienst oder sind Sie beruflich oder privat viel unterwegs? Gestörte Biorhythmen durch Schichtdienst oder häufiges Reisen quer durch die Zeitzonen stören oft den Schlaf.

Schnarchen Sie? Bemerkt Ihr Partner, Ihre Partnerin Atemaussetzer während Ihres Schlafes? Auch eine Schlafapnoe, ein jeweils kurzer "Atemstillstand im Schlaf", der immer wieder den Schlaf unterbricht, ohne dass der Schläfer dies bewusst bemerkt, kann die Ursache einer auffälligen Müdigkeit am Tag sein.

Eine sehr häufige Ursache von Schlafstörungen sind Sorgen und Befürchtungen. Viele kennen es: das Grübeln vor dem Einschlafen oder das nächtliche Kopfzerbrechen darüber, was gestern war und morgen passieren könnte - das kann wirklich den Schlaf rauben.

Wie sieht es gerade bei Ihnen aus? Grübeln Sie aus gutem Grund? Ist beruflich, familiär und finanziell alles in Ordnung? Die häufigste Ursache ständiger Müdigkeit ist neben Schlafmangel psychosozialer Dauerstress, der die Reserven erschöpft. Deshalb wird Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin Sie auf Ihre familiäre, berufliche und allgemeine soziale Situation ansprechen. Gibt es auch in Ihrem Leben zu viel Stress, und dies schon seit einiger Zeit ohne Aussicht auf Erholung?

Sehen Sie sich zu hohen Anforderungen ausgesetzt, die Sie überfordern, oder aber einer Unterforderung verbunden mit dem Gefühl, nicht ausreichend geschätzt zu werden?

Stress, Erschöpfung und Erholung


Die Selbstregulation unseres Körpers strebt nach einem Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung. Chronischer Stress kann zu einer Störung dieser Regulation führen.

Wer den Mechanismus von Stress, Erschöpfung und Erholung verstehen will, muss wissen, was im Körper bei Stress passiert - und zwar ohne unser willentliches Zutun. Es geht um die sogenannte Stressreaktion. Sie ist die lebensnotwendige körperliche Antwort auf Stressreize und sorgt dafür, dass wir den Anforderungen des Lebens gewachsen sind. Erst chronischer oder intensiver Stress kann zu einer Störung der Regulation von Anspannung und Entspannung führen, Erholung ist dann nicht mehr möglich.

Das Gehirn unterscheidet in kürzester Zeit zwischen angenehmen und unangenehmen Wahrnehmungen, die möglicherweise Gefahr bedeuten. In vielen Jahren - beginnend schon im Mutterleib - haben wir durch unsere Erfahrungen ein Stressgedächtnis entwickelt: Dieses Stressgedächtnis vergleicht früher gemachte Erfahrungen mit dem aktuellen Sinneseindruck und bewertet ihn entsprechend.

Unser Gehirn prägt sich besonders gut unangenehme Gefühlszustände wie Angst, Ohnmacht, Hilflosigkeit und seelischen und körperlichen Schmerz ein. Bei ausreichender Ähnlichkeit mit einer derartigen früher gemachten Erfahrung schaltet das Gehirn auf "Gefahr". Die Stressreaktion des Körpers springt an. Sie dient dazu, unsere Kräfte zu mobilisieren, um der Gefahr zu begegnen, sie zu bewältigen.

Die Stressreaktion

Der biologische Stressmechanismus setzt ein, wenn Gefahr droht - genauer: Er ist ursprünglich die Reaktion auf eine Situation, in der wir schnell und effektiv handeln müssen, um Leib und Leben zu schützen (dies ist das uralte evolutionsbiologische Erbe) oder das seelische Gleichgewicht zu wahren.

Die Kommandozentrale sitzt im Gehirn. Von hier aus wird die Abfolge der Stressreaktion gesteuert. Sie beginnt nach der Wahrnehmung eines Stressreizes mit der Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen (Neurotransmitter). Sie sind die chemischen Schalter in Körper und Gehirn, die die notwendigen Stoffwechselprozesse anknipsen und eine ganze Kaskade von körperlichen biochemischen Reaktionen auslösen.

In der Sprache der Medizin

Unser unwillkürliches (autonomes) Nervensystem wird von zwei großen Gegenspielern gesteuert, dem sympathischen und dem parasympathischen Nervensystem. Bei Gefahr, genauer bei jeder Anforderung, die Aktivität und Energie erfordert, übernimmt das sympathische Nervensystem - der Sympathikus - die Regie. Er ist für die Stimulation zuständig, weckt unseren Organismus auf und macht ihn reaktionsfähig. Das parasympathische Nervensystem - der Parasympathikus...

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