Die Braut von Assisi

Roman
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 3. März 2011
  • |
  • 496 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05570-7 (ISBN)
 
Von einem, der auszog, Gott zu finden, und so der Liebe begegnete
Assisi Anfang des 13. Jahrhunderts. Er speist mit den Armen und gibt den Tieren eine eigene Stimme: Franz von Assisi. In der Äbtissin Klara findet er seine treueste Anhängerin und Weggefährtin. Sie bleiben einander zeitlebens zugewandt und predigen bedingungslose Liebe. Doch die Legende verschweigt, was Klara und Franziskus wirklich verband.
Assisi 1253: Die Äbtissin Klara liegt bereits im Sterben, als der ungeklärte Tod der Nonne Magdalena das Kloster Damiano erschüttert. Mit letzter Kraft versucht Klara, den mit der Aufklärung des Falls beauftragten Bruder Leo davon zu überzeugen, dass es sich um einen Unfall handelt. Doch Leo glaubt ihr nicht. Immer lauter werden die Gerüchte, dass Klara und Franz von Assisi mehr verband als die bedingungslose heilige Liebe zu Gott. Und dass Magdalena davon Kenntnis hatte. Als auch Franz von Assisis engste Vertraute auf entsetzliche Weise ums Leben kommen, muss Bruder Leo handeln, bevor noch mehr Blut fließt ...
Ein faszinierendes Geheimnis um Franz von Assisi und die heilige Klara.
Die Autorin beschreibt mit den Schauplätzen Umbrien und Assisi ein beliebtes Ziel für zahlreiche Pilgerreisende, die auf den Spuren des wohl bekanntesten katholischen Heiligen wandeln.


Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche historische Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte wieder lebendig werden lässt. Mit 'Marlenes Geheimnis' widmet sie sich nun der Kriegs-und Nachkriegszeit um 1945. Auch Riebes Familie mütterlicherseits stammt aus Nordböhmen, wo sie wie viele Sudetendeutsche nach dem Ende des Dritten Reichs das Schicksal von Vertreibung und Flucht erlitt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.
  • Deutsch
  • Breite: 118 mm
  • 1,32 MB
978-3-641-05570-7 (9783641055707)
3641055709 (3641055709)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche historische Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte wieder lebendig werden lässt. Mit "Marlenes Geheimnis" widmet sie sich nun der Kriegs-und Nachkriegszeit um 1945. Auch Riebes Familie mütterlicherseits stammt aus Nordböhmen, wo sie wie viele Sudetendeutsche nach dem Ende des Dritten Reichs das Schicksal von Vertreibung und Flucht erlitt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.
Acht (S. 233-234)

Es war eine Flucht, und Leo wusste es. Doch nach dieser Nacht bei Stella zu bleiben erschien ihm unmöglich, auch wenn es ihm schier das Herz zerreißen wollte, sich auf diese Weise davonzustehlen. Wenigstens war er inzwischen auf dem Weg nach Süden, auf der gleichen Route, die damals auch Franziskus und seine Gefährten eingeschlagen hatten, um in Rom von Papst Innozenz III. ihre Gemeinschaft anerkennen zu lassen – allerdings war Leo nicht zu Fuß unterwegs, wie jene frommen Männer der ersten Stunde, sondern auf dem Rücken seiner treuen Stute.

Fidelis schien den Ritt über die Sabiner Berge zu genießen, obwohl es steil bergauf ging und der Boden unter ihren Hufen außergewöhnlich steinig war. Jetzt hätte das Pferd jene speziellen Stollen gut gebrauchen können, wie Leo sie bei anderen Reittieren in den Alpen gesehen hatte und die verhinderten, dass sie auf dem schmalen Säumerweg ausrutschten. Doch die Stute fand glücklicherweise jedes Mal rechtzeitig wieder Halt und konnte unverletzt weitertraben. Während silbrig grüne Olivenhaine, später dann beim Überqueren des Höhenzugs dichte Eichen- und Buchenwälder an ihm vorbeizogen, wanderten Leos Gedanken zurück in jene enge Kammer.

Wie hatte er sich derart vergessen können? Und wie konnte es sein, dass er sich gleichzeitig so erfüllt und glücklich gefühlt hatte? War er all die Jahre einer Täuschung erlegen? Hatte er die Anfechtungen des Fleisches gar nicht besiegt gehabt, wie er bislang angenommen hatte? Das blutige Stroh der Bettstatt hatte eine unmissverständliche Sprache gesprochen. Stella, die er erst kürzlich vor den Grausamkeiten Carlos gerettet hatte, hatte in seinen Armen ihre Unschuld verloren. Aber es war weder Kampf noch Unterwerfung gewesen, sondern Hingabe, freiwillig und aus tiefstem Herzen, das hatte Leo gespürt. Wäre es trotz allem nicht an ihm gewesen, die Lust zu zügeln, anstatt sie immer weiter zu schüren – allein schon um ihretwillen?

Die ganze Nacht hatte er vergebens gegrübelt und keinen Schlaf gefunden, während sie so vertrauensvoll in seinen Armen schlummerte, als gäbe es nirgendwo einen sichereren Ort. Im Mondlicht hatte er ihr entspanntes Gesicht betrachtet und der Schlafenden stumm die Liebe gestanden, die er für sie nicht empfinden durfte. Erst beim Morgengrauen hatte er sich behutsam von ihr gelöst, um Vorkehrungen für ihre sichere Heimreise zu treffen. Schon da hatte Leo begonnen, sie zu vermissen, und während der Verhandlung mit dem römischen Kaufmann Drudo immer wieder hinauf zum Fenster gespäht, in einer irrwitzigen Mischung aus Hoffnung und Angst, Stella könne sich dort zeigen und ihn von seinem Vorhaben abhalten.

Doch nichts davon war geschehen. Ungestört konnte er in seine Kammer schleichen und mit zitternder Hand jene Zeilen schreiben, für die Stella ihn vermutlich zeitlebens hassen würde. Seitdem fühlte er sich innerlich wund. Leo schämte sich, er haderte mit sich, er verwünschte sich – und holte sich doch wie ein Süchtiger immer wieder jene unvergesslichen Stunden des Glücks ins Gedächtnis zurück. Zum Bischof von Rieti hatte er in all seiner Zerrissenheit und Sehnsucht nach Vergebung nicht vordringen können, und er musste sich stattdessen Guilhelmos Hasstiraden auf seinen geliebten Orden anhören. Doch in der Ewigen Stadt, wo die beiden großen Apostel für ihren Glauben gestorben waren, würde er Hilfe und Läuterung erhalten, daran glaubte er ganz fest.

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