Die 5-Stunden-Revolution

Wer Erfolg will, muss Arbeit neu denken
 
 
Campus (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. August 2019
  • |
  • 224 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-593-44284-6 (ISBN)
 

Eine 25-Stunden-Arbeitswoche bei vollem Gehalt? Das kann doch gar nicht gehen. Doch! Der Unternehmer Lasse Rheingans wagte das Experiment. Und blieb nach einer Testphase dauerhaft bei dem Modell. Denn das überraschende wie überzeugende Ergebnis war eine höhere Produktivität in kürzerer Zeit sowie begeisterte und kreativere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Rheingans erklärt, warum der 5-Stunden-Tag zukunftsweisend ist, aber auch wo die Fallstricke liegen. Wie überzeugt man beispielsweise die Kunden, die eine ständige Erreichbarkeit einfordern, und wie lässt sich der Austausch der Kollegen sichern, wenn keine Zeit mehr für den kurzen Schwatz bleibt? Rheingans hat viele Hürden überwinden müssen. Und ist heute mehr denn je überzeugt: Wenn wir auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, müssen wir Arbeit komplett neu denken.

1. Auflage 2019
  • Deutsch
  • Frankfurt am Main
  • |
  • Deutschland
  • 2,66 MB
978-3-593-44284-6 (9783593442846)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Lasse Rheingans ist Medienwissenschaftler und Geschäftsführer von Rheingans Digital Enabler, einer Unternehmensberatung und Digitalagentur in Bielefeld. 2018 ging sein Name durch die gesamte Presselandschaft (Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, ZDF, Die Welt, WDR u.a.) weil er in seinem Unternehmen die 25-Stunden-Woche einführte - bei vollem Gehalt.

Einblick 7
Darum geht's in diesem Buch 9
Kapitel 1
Was das Wir davon hat, wenn das Ich gewinnt 17
Wie ich auf die Idee der 25-Stunden-Woche gekommen bin 19
Kapitel 2
Unsere Arbeit 37
Was sie war. Was sie ist. Und was sie bald sein wird. 39
Kapitel 3
Wie wir arbeiten wollen 83
Weg mit den alten Zöpfen: Sinnvoll, flexibel und effizient soll unsere Arbeit sein 85
Kapitel 4
Das Experiment 119
Wie wir uns aufgemacht haben, in fünf Stunden das zu schaffen, wofür andere acht Stunden brauchen 121
Kapitel 5
Wie es funktioniert 173
Unter welchen Bedingungen Unternehmen und Mitarbeiter vom Fünf-Stunden-Arbeitstag profitieren 175
Kapitel 6
Andere Länder 197
Wo der Fünf-Stunden-Tag gelungen und wo das Modell gescheitert ist 199
Kapitel 7
Ausblick 211
Der Fünf-Stunden-Tag ist nicht genug. Fünf weitere Ideen für die Zukunft 213
Danksagung 224

Warum wir weniger arbeiten und trotzdem mehr leisten können

Eine 25-Stunden-Arbeitswoche, vergütet mit einem Gehalt wie für die bisher übliche 38,5- oder 40-Stunden-Woche? Ist der Mann verrückt geworden? Das kann doch gar nicht gehen!
Wenn das Ihre spontanen Gedanken waren, als Sie dieses Buch zum ersten Mal gesehen haben, dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft. So ungefähr reagierten auch meine Freunde und Mitarbeiter, als ich ihnen von meinem Plan erzählte. Der Acht-Stunden-Tag ist im westlich geprägten Kulturkreis seit der Mitte des 19. Jahrhunderts tief verankert. Weltweit als erste führten ihn die Australier im Jahre 1856 ein, Neuseeland folgte im Jahr darauf, Deutschland zog erst als drittes Land der Erde 1884 nach. Es ist völlig normal, jemandem mit Misstrauen zu begegnen, der an diesem Fundament rüttelt.
Ich kann Sie jedoch beruhigen: Ich bin bei klarem Verstand, meiner Firma geht es gut, und meine Mitarbeiter sind heute glücklicher als noch zu Zeiten ihres Acht-Stunden-Tages. Und sie sind produktiver! Denn genau darum ging und geht es mir bei der 25-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich nach unten, also ohne zeitanteilige Gehaltssenkung. Ich behaupte: Wem es mit seiner Belegschaft gelingt, dieselbe oder sogar eine höhere Produktivität bei reduzierter Arbeitszeit zu erreichen, der muss den Wettbewerb mit Unternehmen, bei denen die Mitarbeiter wie bisher von morgens 9 Uhr bis nachmittags um 17 Uhr am Arbeitsplatz sind, nicht fürchten.

Die 25-Stunden-Woche ist eine gute Idee - aber meine war es nicht

Wobei ich keineswegs nur mal eben eine gewagte Behauptung in den Raum stelle. Mein eigenes Unternehmen, Rheingans Digital Enabler in Bielefeld, ist der sichtbare Beweis dafür, dass sie stimmt. Unter bestimmten Voraussetzungen, das muss ich fairerweise vorausschicken, denn ohne Regeln und Verhaltensänderungen gelingt es nicht. Eine Produktivitätssteigerung von fast 40 Prozent bekommt niemand einfach so geschenkt. In diesem Buch werde ich eingehend und mit größtmöglicher Transparenz über den Verlauf unseres Selbstversuchs und sein Ergebnis berichten.

Allerdings will ich mich nicht mit fremden Federn schmücken. Ich bin beileibe nicht als erster Firmenchef auf die Idee gekommen, die betriebliche Arbeitszeit für alle Mitarbeiter zu reduzieren und ihnen trotzdem das Gehalt für werktäglich acht Stunden weiter zu bezahlen. Weltweit gibt es bereits eine Handvoll Unternehmen, die die Stundenzahl in unterschiedlicher Form reduziert haben, ihren Mitarbeitern das gleiche Gehalt wie zuvor bezahlen und dabei ihre Firmen nicht an die Wand gefahren haben. Die Vorreiter sitzen in den Vereinigten Staaten, in Neuseeland und in Schweden. Das ist alles andere als ein Zufall. In diesen Ländern haben die Menschen eine andere Einstellung zu Arbeit, Beruf und Familie als wir in Good Old Europe. Während wir ziemlich verkniffen und verkopft an die Sache herangehen (»Erst die Arbeit, dann das Vergnügen«), ist man dort relaxed. Die Menschen am anderen Ende der Welt sind in vielerlei Hinsicht von Haus aus viel entspannter und zufriedener mit sich und ihrem Leben.

Auch wir haben manches falsch gemacht. Aber am Ende war alles richtig.
Weil ich angenommen habe (und jetzt sicher bin), dass sich diese Haltung auch anderswo positiv auf die Leistungen im Beruf auswirkt, habe ich im Spätherbst 2017 den Fünf-Stunden-Arbeitstag bei uns in Bielefeld eingeführt. Nun, nach rund zwei Jahren, ist es Zeit für einen schonungslosen Erfahrungsbericht.

Drei Dinge gelobe ich:

Ich werde keine einzige Krise unter den Teppich kehren, die wir als Team und ich als Unternehmer aufgrund des Fünf-Stunden-Tages in den zurückliegenden zwei Jahren durchlitten und überstanden haben.

Ich werde ehrlich von unseren Erfolgen berichten - von denen, die ich erwartet habe, und von den anderen, mit denen ich nie gerechnet hätte und die mich deshalb ziemlich überrascht haben.

Ich werde nachvollziehbar darlegen, unter welchen Bedingungen der Fünf-Stunden-Tag funktioniert. Denn das oberste Ziel dieses Buches ist es, anderen Firmenchefs Mut zu machen, unserem Beispiel zu folgen.

Wie ich auf die revolutionäre Idee gekommen bin

Der Ausgangspunkt meiner Idee, die ich zusammen mit meinem Team in der Agentur umgesetzt habe, ist ganz einfach. Bislang ist unsere Arbeitswelt von der Präsenzkultur geprägt. Wo auch immer unser Arbeitsplatz ist, ob in einer Halle oder in einer Werkstatt, in einem Ladenlokal, im Büro, in einem Krankenhaus, Kindergarten, im Gericht, in der Schule oder Universität: Ohne großartig darüber nachzudenken gehen wir alle davon aus, dass die am Arbeitsplatz verbrachte Zeit der Leistung eines Mitarbeiters entspricht.

Die Gleichung Anwesenheitszeit = Leistung ist tief in unseren Köpfen verankert.
Was nicht weiter schlimm wäre, würde sie denn heute noch stimmen.
Aber das tut sie eben nicht. Denn am Arbeitsplatz leisten wir ja nicht nur die Arbeit, für die wir bezahlt werden. Sondern:

Wir reden auch mit unseren Kollegen über private Dinge.
Wir stellen die Ohren auf Empfang, wenn jemand ins Nachbarbüro kommt.
Wir füllen am Computer eine private Onlineüberweisung aus.
Wir rufen zwischendurch den Klempner an, damit der unsere Sprinkleranlage im Garten repariert.
Wir kauen einen Müsliriegel oder lassen uns das Käsebrot schmecken.
Wir beratschlagen, was wir der Kollegin aus dem Marketing zum Geburtstag
schenken können.
Wir gießen unseren geliebten Ficus Benjamini und zupfen ihm zärtlich seine vertrockneten Blätter ab.
Wir trödeln, wenn wir uns unbeobachtet glauben.
Wir holen schnell mal ein Paket ab aus der nahegelegenen Postfiliale oder den Anzug aus der Reinigung.
Wir loggen uns immer mal zwischendurch in World of Warcraft, Fortnite oder ein anderes Onlinespiel ein.
Wir zerbrechen uns einen halben Tag lang den Kopf, was die Chefin neulich mit ihrer spitzen Bemerkung gemeint haben könnte.
Wir lassen uns von dem regen Treiben vor dem Schaufenster ablenken.
Wir erinnern uns an den Rat unseres Physiotherapeuten und spannen und entspannen wechselweise unsere Muskeln.
Wir machen auf die Schnelle das Kreuzworträtsel im Magazin der Berufsgenossenschaft fertig.
Wir holen uns Bargeld vom Geldautomaten in der Bank gegenüber.
Wir schauen mehrmals täglich bei unseren bevorzugten Social Networks vorbei.
Wir laufen in die Kaffeeküche und besorgen uns Tee oder Wasser.
Wir besuchen die Kollegen in anderen Abteilungen.
Wir informieren uns in den Onlinemedien über das Wetter oder die Nachrichtenlage.
Wir planen das Wochenende mit den Freunden.
Wir koordinieren die Arzttermine der Kinder, den Werkstattaufenthalt des Autos
oder die Verlängerung des Personalausweises.
Sehen Sie, was wir alles in die Arbeitszeit hineinpacken, ohne dass es direkt mit unserer Arbeitsleistung zu tun hat? Die - wie ich sie nenne - »Mikropausen« sind in den herausfordernden Arbeiten von heute in einem Acht-Stunden Tag sicher notwendig. Aber führen sie zum gewünschten Arbeitsergebnis? Könnten wir dieses nicht auch konzentriert in weniger Zeit leisten? Deshalb stimmt die Gleichung Anwesenheitszeit = Leistung nicht. Tatsächlich entspricht nur die produktiv genutzte Arbeitszeit der Leistung.

Wie ich die Idee in Richtung Win-win weitergedacht habe

Wenn es mir als Unternehmer also gelingt, meine Mitarbeiter in fünf Stunden Arbeitszeit dieselbe oder gar eine höhere Leistung als in acht Stunden erbringen zu lassen, wenn ich sie also produktiver werden lasse, dann gewinnen beide Seiten. Meine Leute gewinnen mehr Zeit für sich und ihre Bedürfnisse, und ich gewinne als Unternehmer die wichtigste Ressource der Zukunft: zufriedene und hoch motivierte Mitarbeiter.

Ich bin fest davon überzeugt, dass vor allem die mittelständischen Unternehmen angesichts der Digitalisierung und des demografischen Wandels einen grundlegenden Paradigmenwechsel einleiten müssen: Statt der üblichen und viel zu wenig hinterfragten Präsenzkultur brauchen wir eine Leistungskultur, bei der das Ergebnis der Arbeit zählt und nicht, wann, wo und wie lange daran gearbeitet wurde.

Mit meinem Buch, in dem ich meine Gedanken und Erfahrungen bei der Umsetzung des Fünf-Stunden-Arbeitstags, aber auch Beispiele anderer Unternehmen darlege, möchte ich eine Debatte anstoßen und Leserinnen und Leser auffordern, ihr bisheriges Denken in Frage zu stellen und neue Wege und Lösungen zu finden.

Besonders ans Herz lege ich dieses Buch Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Mittelstand. Liebe Kolleginnen und Kollegen: Ich bin mir sicher, dass der Fünf-Stunden-Arbeitstag die schwierigsten Probleme lösen kann, vor denen der Mittelstand heute und erst recht morgen steht: die geringe Flexibilität und Innovationsfähigkeit durch überarbeitete Mitarbeiter sowie den Mangel an qualifizierten und motivierten Mitarbeitern.

Wer, statt mit alten Strukturen die kreativen Potenziale einzuschränken, als attraktiver Arbeitgeber auftreten möchte, kann sich mit diesem revolutionären Arbeitszeitmodell einen echten Wettbewerbsvorteil sichern. Und dabei eine ungeahnte Menge an Produktivität hervorbringen. Viel wichtiger aber noch: Die heutzutage notwendige Kreativität und Innovationskraft werden Sie mit erschöpften Mitarbeitern nicht erreichen können. Die 25-Stunden-Woche jedoch bietet dafür eine gute, wenn nicht sogar die einzige Chance.

Nur Mut! Ich drücke Ihnen ganz fest die Daumen.
Bielefeld, im Sommer 2019

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