Sachmet Die beiden Herrinnen

Band 3
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2020
  • |
  • 216 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-1060-6 (ISBN)
 
2010 AD:
Luxor, Ägypten
Nachdem sie herausfand daß Georg ein doppeltes Spiel treibt, verläßt Anna wütend, noch vor Saisonbeginn, Deutschland. In Luxor angekommen blickt sie alsbald entsetzt in die düsteren Abgründe ihrer eigenen Seele und muß feststellen, daß ihre Ehe, die all die Jahre auf wackligen Füßen stand, nicht mehr das Fundament ist, auf das sie bauen kann...

1387 v. Chr.:
Uaset, Kemet
Grausame Morde geschehen in Uaset! Selbst auf den Stufen des Isistempels findet man ein Mordopfer. Doch Bent, obwohl sie bereits ein Jahr dem Tempel der Isis als pflichtgetreue Hohepriesterin Sahu-Re vorsteht, vergißt selbst über all diesen Sorgen niemals ihren schmerzvollen Leidensweg.
Unstet getrieben von ihrem blindwütigen Haß, ihrer gnadenlosen Wut auf die bittere Zeit, ist sie weder bereit ihre neue Heimat anzunehmen noch sich von dem Leid zu lösen, daß ihr einst angetan wurde. Nichts scheint sie je über den erlittenen Verlust hinwegzutrösten. Zudem plagen Zweifel ihr Gewissen; vergebens versucht sie Isis zu huldigen und Sachmet zu leugnen, die immer wieder von ihr Besitz ergreift.
Erst ein entsetzliches Unglück im Ipet Resit, Pharao Amenhoteps gewaltiger Baustelle inmitten von Uaset, stellt die Heilerinnen im Isistempel vor eine ihrer größten Herausforderungen. Und mitten in diesem furchtbaren Chaos begegnet Bent einem Mann, der ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt, der sie dazu bringt, sich endlich ihrer Vergangenheit zu stellen und wieder dem Leben zu huldigen. Ihren Schwur mißachtend, von Liebe berauscht, läßt sich Bent glückselig darauf ein.
Doch Sachmet, die tückische Göttin, vergißt niemals einen inbrünstigen Schwur und entfesselt ein grausames, blutiges Inferno...
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,76 MB
978-3-7519-1060-6 (9783751910606)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Ich bin im Saarland (Deutschland) geboren, lebe in der Nähe von Saarbrücken und bin verheiratet. Reisen - nicht nur nach Ägypten - sind unsere Passion.
Seit ich Kind war fühle ich eine unerklärliche Liebe für Ägypten - das Land am Nil ist seit Jahrzehnten das Reich meiner Leidenschaften und Träume. Um diese versunkene Kultur, den Glanz der Pharaonen in all ihrer Pracht vor meinen Augen erstehen zu lassen, begann ich mit dem Schreiben. Die Lebens- und Denkweise der alten Ägypter, ihr unerschütterlicher Glaube an die Götter und an Maat, die alles im Gleichgewicht hält, ist das, was mich inspiriert und all meinen bereits erschienenen Romanen Leben einhaucht.

DEUTSCHLAND,


BERLIN


September 2010 A.D.

"Du Drecksack!", zischte Anna von der Tür her. "Du gottverdammtes dreckiges Arschloch!"

Georg schaltete sein unverschämt teures neues Smartphone aus, legte es beiseite. "Schlechte Laune? Ist dir das Essen angebrannt, Mäuschen?"

"Mäuschen? Du kannst mich mal mit deinen Nagetieren! Du weißt, wie sehr ich das hasse! Wie lange geht das schon?"

"Da geht gar nichts!"

"Säuselst du wegen nichts wie ein verliebter Esel ins Telefon?"

Er gab keine Antwort, schaltete seelenruhig PC und Schreibtischlampe aus.

"Ich schlag dir gleich in deine hochmütige Visage! Gib mir eine Antwort! Ich, wir, haben uns etwas versprochen!"

"Die Sache von wegen Treue und bis das der Tod uns scheidet?"

"Genau die!"

"Ein bißchen überholt in der heutigen Zeit, meinst du nicht auch?"

"Hast du sie noch alle?"

"Geht dein Temperament mal wieder mit dir durch? Anna! Hör auf mit dem Quatsch! Ist das Essen fertig? Deswegen kamst du doch. Komm, bevor es kalt wird."

Anna schnappte sich flink das Handy. "Oh! Das Fräulein Sekretärin! Noch billiger geht es wohl nicht!", höhnte sie.

"Torschußpanik! Kann ich verstehen. Gehst allmählich auf die fünfzig!"

Jetzt langte sie ihm tatsächlich eine, stürmte wutentbrannt durch den ellenlangen Flur zurück in die Küche mit dem angrenzenden Eßzimmer, riß die Balkontür auf. Mit Schwung flog das schöne Stück Fleisch hinaus und ein Stockwerk tiefer auf das kleine Dach vom Innenhof. Unten platschte es.

"Rinderfilet?", lästerte er. "Für achtzig Euro! Es sollte zwar noch ein wenig ruhen... Anna, so laß dir doch erklären."

"Und Gurkensalat!" Sie nahm die Schüssel, holte aus, das sahnige Grünzeug verteilte sich geschmeidig in der ganzen Küche. "Da gibt es nichts zu erklären!" Sie warf ihm eins der Kartoffelbällchen an den Kopf. Selbstgemachte Pommes Duchesse. sie wären so lecker gewesen!

Aus ihrer Handtasche kramte sie das Handy, suchte und fand die Nummer vom Flughafen, schaffte es, ihren Flug nach Luxor um zwei Tage vorzuverlegen. Riß im Schlafzimmer Decke und Kissen vom Bett, verschwand im Gästezimmer. "Übermorgen bin ich weg! Und wenn die Saison zu Ende ist, ziehe ich wieder nach Saarbrücken!"

"Anna!" Er klopfte an die verschlossene Tür. "Mäuschen! Das kannst du doch nicht machen!"

"Leck mich!"

LUXOR, WINTER PALACE, ROYAL BAR

DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2010

Mehr als fünfundzwanzig Jahre Ehe!

Einfach so in den Sand gesetzt! Und, ach du armer Kerl, weil du so alleine warst! Weil du sechs Monate im Jahr auf mich verzichten mußt! Weil du dir beweisen mußtest, daß du noch ein ganzer Kerl bist mit knapp fünfzig! Und weil die liebe, nette Sekretärin mit Mitte zwanzig einen so geilen, runden Arsch hat und so verständnisvoll ist! Ha! Nicht mit mir!

"Whisky! Einen doppelten!"

Behauptete ich nicht einmal, ich mag keine Klischees? War das nicht vermessen? Jetzt bediene ich sämtliche blöden Klischees der Welt! Die betrogene Ehefrau! Der Chef und seine Sekretärin! Wahrscheinlich hat jeder davon gewußt, außer mir natürlich! Und das alles kurz vor meinem Geburtstag! Sitze spät in der Nacht allein und verzweifelt in einer Hotelbar am Tresen und sauf mir die Hucke voll!

"Noch mal dasselbe bitte, Emad!"

Warum nur mußte ich mich auch anschleichen wie eine Katze? Nur damit ich ihn nicht bei der Arbeit störe, die er angeblich nicht auf den nächsten Tag schieben konnte. Verabredet sich! Auf den Tag nach meiner Abreise! Säuselt kanns kaum erwarten! Oh, ich könnte dich. Ich überlege allen Ernstes mein Vermögen aus der Firma zu ziehen, vielleicht sogar die Scheidung einzureichen. Wenn er mich noch mehr reizt, ist er erledigt.

"Sauer?"

"Stinksauer!", entfuhr ihr unbeherrscht.

Ups, da war doch noch ein Gast! Zwei Hocker weiter. Hätten Bruce Willis, Henning Baum und der junge George Michael einen gemeinsamen Bruder, würde der genauso aussehen. Horst Schimanski in adrett. Da saß ein gutaussehender, braungebrannter, blonder Hüne, strahlte sie mit seinen grünen Augen an. Türkisfarbenes Leinenhemd, weiße Jeans, gepflegter Dreitagebart, jenseits der vierzig.

"Punktlandung!", scherzte er mit einem genüßlichen Lächeln. "Richtig geraten! Deutschland!"

"Und das ganz ohne Telefonjoker?", spottete Anna, klimperte wütend mit dem Eis in ihrem Glas. Mach mich bloß nicht von der Seite an! Du liebe Güte, wo bist du entsprungen? Direkt aus der Muckibude? So Typen wie du strippen höchstens bei den Chippendales!

"Nur nicht den Urlaub vermiesen lassen!"

Macht nichts. Ich bekam ihn günstig, ein Schnäppchen, Last Minute! Kostete mich nur meine Ehe!

"Schon viel gesehen? Tal der Könige?"

Ein Jammertal!

"Die Memnonkolosse? Luxortempel?"

"Das volle Programm!", knurrte Anna.

"Einfach lausig!", brummte er lachend.

"Was?"

"Mein dummer Versuch nette Konversation zu machen. Das ist wohl die langweiligste Anmache aller Zeiten."

"Na ja, immerhin lenkt es ab", schmunzelte Anna.

"Ärger?"

"Alles bestens. Oh, bitte, Emad! Nicht diese CD!"

"Ist doch schön!"

"Das ist nicht Ihr Ernst? As Time Goes By in einer Bar! Lächerlich! Der Gipfel des Schmalzes. Das Sahnehäubchen aller blödsinnigen Klischees!"

"Die wesentlichen Dinge bleiben, wenn die Zeit vergeht."

"Selbst die wesentlichen Dinge verschwinden mit der Zeit!"

"Na dann", er hob sein Glas mit dem frisch gezapften Bier. "Auf Ihren Urlaub!"

"Na dann. auf Ihren Urlaub!"

"Meinen Feierabend!"

"So spät?"

"Notruf!"

"Arzt?"

"Chef vom Sicherheitsdienst. Komplettabsturz der Rechner. Mußte ran und was an der Software drehen. Sind übrigens meine Jungs, draußen am Eingang, passen gut auf die Gäste auf."

"So so. Ich bin beeindruckt, wußte gar nicht, daß es hier deutsches Bier gibt."

"Auch eins?"

Nach zwei doppelten Whisky? Die Idee! Gleich fall ich elegant vom Hocker.

"Ja!"

"Raphael!"

"Uih! Wie der Engel!" Anna winkte mit dem leeren Glas.

"Jo! Der Schutzengel. Nicht noch eins, Lady, 'n Wasser wär besser!"

"Nur ein Bier?" Anna schielte auf seine Breitling, bemerkte seine gepflegten Hände, den goldenen Reif mit dem dezenten Diamanten an seinem linken kleinen Finger. "Ok, dann ein Wasser, Emad. Und du machst wahrscheinlich mehrmals die Woche in dieser Bar einsame Touristinnen an", neckte sie.

"Gelegentlich!" Dieses verlegene, lausbubenhafte Grinsen wirkte unverschämt! Unverschämt erotisch. "Unsinn. Ich sitze hier nur, weil der Hotelmanager mich einlud. Wegen seinem schlechten Gewissen, weil's so spät ist. Frag den Kellner, Lady. Der kennt mich überhaupt nicht."

Emad grinste sich einen.

"Emad kennt niemanden! Der ist verschwiegen! Selbst mich kennt er nicht! Nicht wahr!"

"Yes, Madam!" Er polierte weiter seine Gläser. "Aber er ist wirklich der Chef der Security, sitzt gewöhnlich nicht hier rum." Der Barkeeper verschwand in dem Kabuff hinter seiner Theke.

"Ich will's mal glauben. Es ist spät, ich denke, wir sollten gehen. Emad will bestimmt noch vor Sonnenaufgang Feierabend machen. War ein schönes Gespräch mit dir!"

"Mir hat es auch Spaß gemacht, mich mal wieder mit einer Landsmännin zu unterhalten."

Anna griff nach ihrer Clutch, machte Anstalten möglichst elegant vom Hocker zu kommen. Raphael legte ihr sanft die Hand an den Arm.

Die Schönheit der Sonne

Als würde sie aufgehen und mit ihrem Strahlen, ihrer Wärme heilen. Anna wurde es glühendheiß unter der Hirnschale, als würde die Luft knisternd brennen. "Sowas von charmant!" Sie strahlte ihn an, rutschte mit Bravour vom Hocker.

"Lady?", schnurrte er in ihr Ohr. Sie bekam von oben bis unten eine prickelnde Gänsehaut.

"Was?"

"Hast du auf jemanden gewartet? Wartet jemand auf dich?"

"Nein..."

"Selbst auf die Gefahr hin, daß du mir jetzt zurecht eine scheuerst. Es wär schön, wenn diese Nacht mit dir noch nicht vorbei wäre."

"Also doch."

"Sorry. Ich mach das sonst nicht....

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

6,49 €
inkl. 5% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen