Sachmet Die Rache der Löwin

Band 4
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 3. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. August 2020
  • |
  • 208 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7526-9273-0 (ISBN)
 
2011 AD:
Luxor, Ägypten
Anna, außer sich über einen brutalen Mord in ihrem Freundeskreis, macht während des Arabischen Frühlings eine schauderhafte Entdeckung. Die einst von ihr hoch über dem Arbeiterdorf Deir el Medine gefundene Statue verkörpert in den Wirren dieser unruhigen Zeiten das absolut Böse. Außerhalb ihrer Saison reist Anna deshalb überstürzt nach Luxor. Doch dort herrscht das Chaos, selbst ihr Zufluchtsort, das geliebte Winter Palace, scheint nicht mehr sicher. So trifft Anna in den Zeiten der Revolution nicht nur den alten, bedrohlichen Bettler wieder. Georg erfährt von ihrem überstürzten Aufbruch, reist ihr nach, anscheinend wild entschlossen, seine Frau zurückzuerobern. Kurz darauf erschüttert ein feiger Mordanschlag das beschauliche Städtchen. In all diesen Wirren offenbart selbst Sachmet sich und es dauert nicht lange, da muß Anna, bedrängt und von ihrer Vergangenheit eingeholt, in Luxor um ihr Leben fürchten...

1386 v. Chr.:
Uaset, Kemet
Ranofers Tod wäre vielleicht zu verkraften gewesen. Doch daß er Bent und ihrer beider große Liebe einfach vergessen hat, stürzt die ehrbare Hohepriesterin der Isis in tiefste Betrübnis. Von diesem erneuten Schicksalsschlag grausam getroffen, im Herzen kalt, fühlt Bent sich außerstande ihr Leben weiterzuführen. Von Sachmets Wut verlassen, aber stets an die grausame Rache der Löwin erinnert, von Todessehnsucht gepackt, strebt sie nach Erlösung ihrer Qualen, sucht selbstquälerisch den ewigen Schlaf. Wären da nicht Pharao selbst, der ihre Hilfe beansprucht, ihr verläßlicher Freund Bek, der ihr zur Seite steht und die Verpflichtung für den Tempel. Als sie schließlich glaubt, all das Böse hinter sich gelassen zu haben, endlich bereit sei, das Haus der Isis als ihr zu Hause anzunehmen, begegnet ihr unverhofft Amenophis Hapu. Bent, von Blutrache gepackt, beschwört abermals die blutgierige Sachmet. Wird die Mächtige ihr diesmal zur Seite stehen?
3. Auflage
  • Deutsch
  • 0,81 MB
978-3-7526-9273-0 (9783752692730)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Ich bin im Saarland (Deutschland) geboren, lebe in der Nähe von Saarbrücken und bin verheiratet. Reisen - nicht nur nach Ägypten - sind unsere Passion.
Seit ich Kind war fühle ich eine unerklärliche Liebe für Ägypten - das Land am Nil ist seit Jahrzehnten das Reich meiner Leidenschaften und Träume. Um diese versunkene Kultur, den Glanz der Pharaonen in all ihrer Pracht vor meinen Augen erstehen zu lassen, begann ich mit dem Schreiben. Die Lebens- und Denkweise der alten Ägypter, ihr unerschütterlicher Glaube an die Götter und an Maat, die alles im Gleichgewicht hält, ist das, was mich inspiriert und all meinen bereits erschienenen Romanen Leben einhaucht.

PROLOG


Ägypten, Kairo

Januar 2011 A.D.

"Wo ist dein Mann?"

Nef schaute von ihrer Arbeit hoch. Ihre Schwester fragte beiläufig, griff an der Garderobe nach ihrer Handtasche, der Sonnenbrille und dem Schal.

"Was?", plärrte Nef aus der Küche, drehte den Gesang Mustafa Sandals leiser, kam Paprika kauend aus der Küche in die große Diele. "Ja bleibst du nicht zum Essen? Wo willst du denn hin? He, Süße, es ist Zeit zum Abendessen."

"Ich muß etwas erledigen und habe keine Zeit zum Essen. Also wo ist er?"

"Wer?

"Dein Mann!"

Nef bekam ein abfälliges Schnaufen zustande, als sie sich wieder dem Kochen zuwandte. Ein atemberaubender Duft von Zwiebeln, Knoblauch, Zimt und Koriander stieg ihr in die Nase; die Schwester folgte ihr in die Küche. Kunterbunt türmte sich das Gemüse auf der Arbeitsplatte, in der Pfanne auf dem Herd schmurgelte Lamm vor sich hin. Mustafa Sandal quäkte weiter von Liebe und Schmerz. Entschlossen drehte die Schwester den CD-Spieler ab. "Wo ist er?"

"Oooh!" Nef verdrehte die Augen, schnippelte weiter Paprika. "Du weißt doch, daß mich das wenig interessiert. Ich hab ihn seit Jahren nicht gesehen. Wo soll er sein? Wenn er nicht irgendeinem Tornado nachjagt oder Gewitter fotografiert, wird er irgendwo in der Gegend sein. Ist jetzt Saison für Tornados?"

"Keine Ahnung. Hol ihn her, es ist wichtig!"

"Klar doch!" Die Ironie tropfte nur so von Nefs Lippen. "Ich ruf ihn an oder suche ihn per Google. Keine Frage, meine Große. Ich hoffe, er hat sein Handy eingeschaltet, denn bei Google wird es ein Problem..."

Sie hielt inne, als die Türglocke anschlug.

"Ich geh' schon", rief der kleinwüchsige Hausangestellte, rannte auf kurzen, aber flinken Beinen eilig zur Tür, an die mittlerweile heftig und ungeduldig geklopft wurde. Mit lautem Poltern wurde sie nun aufgestoßen, jemand klackerte auf hohen Hacken flott durch den Hausflur, in die Diele und in Richtung Küche. Ein heißer Wind wehte herein, eine rote Handtasche knallte auf die Ablage neben dem Gemüse, lackschwarze, hochhackige, elegante und vor allem teure Pumps traten entschlossen auf dem Granitboden auf. Dunkelgrüne, feurige Augen, schön mit Kajal umrandet, blickten ironisch zwinkernd auf die Schwestern herab. Der zarte, rote Schal schwebte kurz über dem langen seidig schwarzen Haar, dann sank er achtlos neben das Gemüse, von schlanken Fingern mit langen, gepflegten Nägeln gehalten.

"Ich faß' es nicht!", bemerkte die elegante Besucherin bissig. "Ihr kocht? Wie löblich! Ganz den Pflichten einer Hausfrau erlegen! Nur nicht einmischen. Schön den Ballen flach halten und alles aussitzen." Gelassen knöpfte sie sich den fußlangen Mantel auf. Auch er war schwarz wie die Nacht.

"Was willst du?" Nef blieb gelassen, pickte einen Zipfel des Schals von ihrem Paprika. Der Mantel wurde achtlos auf die Ablage geworfen und Nef betrachtete kritisch das feuerrote, knallenge - und für ihre Begriffe viel zu kurze - Kleid der Cousine. "Gut, daß die Sitten heutzutags so sind, wie sie sind. Vergiß bloß nie den Mantel überzuziehen, sonst haben dich die Sittenwächter gleich!"

"Laß das nur meine Sorge sein!", kam die verächtlich klingende Antwort.

"Ich sitze nichts aus", rief Isi, "und ich koche auch nicht, ich war schon auf dem Weg zu dir, meine Liebe."

Nef schaute verblüfft von ihrer Schwester zu ihrer Cousine.

"Und wenn du nicht ständig dem Schnulzensänger da zuhören würdest", ging Isi auf sie los, "sondern auch mal den Nachrichten im Radio, dann wüßtest du es. Auf dem Tahrirplatz ist der Teufel los!"

"Auf dem Platz der Freiheit? Aber wieso? Was ist denn?"

"Es ist der Tag des Zorns! Sie wollen den Alten stürzen, er soll weg, aber er weigert sich. Ach, als die Algerier anfingen, ahnte ich schon sowas. Das wird nicht gut ausgehen!"

Entgeistert ließ sich Nef auf einen Küchenstuhl sinken. Oh, nun verstand sie die Frage nach ihrem Gatten, jetzt wußte sie warum die Cousine da war!

Aber so schnell? Solange hatten sie sich nicht gesehen. Wo war sie nur all die langen Jahre gewesen? All die geruhsamen, gelassenen Jahre der Unaufmerksamkeit, der Schläfrigkeit und des süßen Nichtstuns. Träumen gleich verrann die Zeit, ohne Sorgen, nur geprägt vom Taumel der Stadt, verdöst in der Hitze des Sommers, verschlafen in der angenehmen Kühle des Winters. Die Zeit verrann im Pulsschlag der Jahreszeiten und Nef hatte sich wie ihre Schwester treiben lassen. Dem Nichtstun hatten sie gehuldigt, dem zuckersüßen Müßiggang. Lauschten von der Terrasse des großen Penthouses dem ewigen Konzert des Lebens, selbst weitab davon.

"Wo sind die beiden anderen?" Der Cousine scharfer Ton weckte Nef aus ihren Überlegungen.

"Keine Ahnung", erwiderte sie tonlos. "Irgendwo in Indien, seit Ewigkeiten schon, und..."

"Ja ja", keifte die Cousine höhnisch, fegte den Paprika mit einer boshaften Bewegung durch die gesamte Küche, "und du vergißt, wer du bist und zu was du fähig bist! Spielst die Herrin des Hauses formvollendet! Schnippelst Gemüse!"

Plötzlich legte sich ein beklemmendes Schweigen über die drei Frauen. Der kleine Hausdiener stand betreten in der Küchentür.

"Unsere Männer!", klagte Nef heiser, räusperte sich. "Unsere Männer werden kommen..."

"Ja!", fauchte die Cousine triumphierend, "Sie werden kommen! Angezogen wie Fliegen von verrottendem Aas werden sie bald da sein!"

"Wie du schon da bist!", fuhr Nef böse geworden von dem Küchenstuhl hoch, fuchtelte wild mit dem Küchenmesser vor der Cousine Nase herum. "Da wo du auftauchst, ist der Ärger nicht weit!"

Blitzschnell wich sie der vorschnellenden Hand der Cousine aus, die Katzengleich nach ihr schlug und gleichzeitig boshaft zischte: "Und ich werde mir holen, was mir gehört! Die Zeit ist reif!"

"Hört sofort auf!" Isi ging dazwischen. "Du machst nur Ärger und Nefs Mann auch. Aber mein Mann... er nimmt sie mit!"

"Wir müssen ihnen helfen!", rief Nef als sei sie aus einem Traum erwacht. "Das Schlimmste verhindern! Keiner von euch soll reiche Beute machen."

"Nun", die Cousine griff entschlossen nach ihrem Mantel, "ich weiß, was zu tun ist! Ich muß jetzt nach Luxor. Zu lange haben wir geträumt!"

"Wo lang jetzt?" Sie schaute sich unwirsch um, als sie den Bahnhof verließen. Ihr Begleiter grinste anzüglich, aber das war bei ihm nichts Neues. Schon eine geraume Weile hatte sie sich wegen ihm und den Umständen in Rage gebracht. "Daß ich zu Fuß gehe, ist alleine schon eine Frechheit! Sieh zu, daß du einen Wagen auftreibst! Alles ist umgebaut! Man kennt sich ja kaum noch aus! Wo sind wir?"

"Da runter geht's zum Ipet Resit."

"Meinst du, die Fähren legen noch da ab? Wir sind auf der falschen Seite."

Er nickte gelassen und spazierte los. Wütend folgte sie ihm. Verflucht, bei allem, was ihr heilig war. Zu lange hatten sie gewartet, zu lange geträumt und zu lange sich dem Müßiggang hingegeben. Warum auch immer Isi - aller Hoffnung beraubt, denn nur wenige hatten noch zu ihnen gestanden - damals, als die Menschen sich anderen zuwandten, aufgegeben hatte, blieb ihr immer noch schleierhaft. Die wertvolle Zeit war sinnlos verronnen und alles Wichtige war in Vergessenheit geraten. Niemand erinnerte sich noch an die alten Zeiten und die alte Ordnung. Nur sie neun waren noch von der großen Familie übriggeblieben. Aber sie selbst würde nicht aufgeben. Verlangte mit ihrem unbändigen Willen ihre einstige Macht zurück. Dunkel erinnerte sie sich, wo sie suchen mußte. Und sie würde Verbündete suchen und finden.

Ein alter, schmieriger, schmutziger Bettler tauchte vor ihr auf, riß sie aus ihren bösen Gedanken.

"Du bist schuld!", kreischte der alte Mann. "Schuld an meinem Elend!"

Sie gab ihm so heftig eine schallende Ohrfeige, daß der alte Mann rückwärts auf den Bürgersteig fiel. Erst jetzt nahm sie ihre Umwelt wieder voll wahr:

Gerade eben lag die Straße völlig ruhig vor ihr, doch jetzt erhob sich Tumult wie ein Sturm. Wütende Hunde bellten hinter einer Hecke, die Pferde vor den Kutschen wurden scheu und gingen durch. Fußgänger pöbelten sich an, Autos bogen noch aggressiver um die Ecke beim Luxortempel. Polizeiautos jagten hupend hinterher. Eine Bande Jugendlicher rannte über die Straße, warf Steine und begann zu randalieren. Irgendwo klirrte eine Schaufensterscheibe. Ihr Begleiter war zuverlässig. Laut sagte sie: "Hör sofort damit auf!"

"Ich gehe...

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