Selbstbetrachtung hinter Gittern

Naikan im Strafvollzug in Deutschland und Österreich
 
 
Tectum Wissenschaftsverlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Juni 2016
  • |
  • 336 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8288-6495-5 (ISBN)
 
Naikan ist eine meditative Übung zur Selbstbetrachtung, die in buddhistischem Kontext in Japan entstand. Sie wird in Japan, China, Deutschland, Österreich und Südafrika in Einrichtungen des Strafvollzugs angewandt. Bei dieser Übung reflektieren die Praktizierenden die Beziehung zu verschiedenen Personen aus ihrem persönlichen Umfeld mit Hilfe von drei Fragen. Während der Reflexion, die in frei gewählter Selbstisolation stattfindet, werden verschiedene Lebensabschnitte in den Blick genommen. Der Sammelband beschreibt im ersten Teil die religionshistorischen Wurzeln des Naikan und dokumentiert erstmals die Geschichte der Anwendung dieser Methode im deutschen und österreichischen Strafvollzug. Darüber hinaus wird ihr Ort im Rahmen der religiösen und therapeutischen Behandlungsangebote diskutiert. Im zweiten Teil des Buches wird AnstaltsleiterInnen und PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und drei Seelsorgern Raum gegeben, ihre praktischen Erfahrungen mit Naikan in verschiedenen Formen des Strafvollzugs zu beschreiben. Das Konzept des niedersächsischen Justizvollzugs, das die Verbreitung der Naikan-Methode fördert, wird vorgestellt und erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Evaluation präsentiert. Das Buch vereinigt somit emische und etische Perspektiven auf eine religiös-therapeutische Übung, die im Justizvollzug Anwendung findet. Es bietet sowohl ReligionswissenschaftlerInnen als auch PraktikerInnen des Justizvollzugs grundlegende Informationen über Naikan.
  • Deutsch
  • Baden-Baden
  • |
  • Deutschland
  • 5,62 MB
978-3-8288-6495-5 (9783828864955)
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Cover
  • Inhalt
  • Vorwort des Herausgebers
  • Vorwort von MinDirig. i. R. Monica Steinhilper
  • Einleitung (Wolfram Reiss)
  • Teil A: Geschichte und Verortung Naikans im Justizvollzug
  • I Naikan aus religionswissenschaftlicher Perspektive (Lukas Pokorny)
  • 1 Naikan und sein religionshistorischer Entstehungskontext
  • 2 Die religiösen Bezüge des Naikan zu ostasiatischen Religionen
  • 3 Glossar
  • II Die internationale Verbreitung des Naikan (Wolfram Reiss und Lothar Finkbeiner)
  • 1 Die Verbreitung in Europa
  • 2 Die Verbreitung in Nordamerika
  • 3 Die Verbreitung in Südafrika
  • 4 Die Verbreitung in Asien
  • 5 Jüngste Entwicklungen zur Verbreitung in Deutschland und Österreich
  • III Naikan im Rahmen der Behandlungsmaßnahmen und Diversifikation der religiösen und therapeutischenBetreuung (Wolfram Reiss)
  • 1 Behandlungsangebote in Justizvollzugsanstalten
  • 1.1 Einleitung
  • 1.2 Arbeit
  • 1.3 Bildung
  • 1.4 Freizeit
  • 1.5 Therapien
  • 1.6 Evangelische und katholische Seelsorge
  • 2 Diversifikation der religiös-kulturellen Betreuung in Justizvollzugsanstalten
  • 2.1 Einleitung
  • 2.2 Religiöse Betreuung für muslimische Gefangene
  • 2.3 Religiöse Betreuung für jüdische Gefangene
  • 2.4 Religiöse Betreuung für buddhistische Gefangene
  • 2.4.1 Einleitung
  • 2.4.2 Historische Entwicklung der VipassanX-Meditation
  • 2.4.3 Rahmenbedingungen der VipassanX-Meditationskurse
  • 2.4.4 VipassanX im indischen Justizvollzug
  • 2.4.5 Wissenschaftliche Evaluation der VipassanX-Meditation
  • 2.4.6 Betreuung in österreichischen Gefängnissen
  • 3 Naikan im Strafvollzug: Zwischen Therapie und Religion, Bildungs- und Freizeitangebot
  • IV Naikan im deutschen Strafvollzug (Jonathan Beck)
  • 1 Einleitung
  • 2 Resozialisierung im deutschen Strafvollzug
  • 2.1 Geschichte des Strafvollzugs
  • 2.2 Rechtliche Grundlagen der Resozialisierung
  • 2.3 Resozialisierung
  • 3 Der Weg des Naikan nach Deutschland
  • 3.1 Historischer Überblick
  • 3.2 Die Praxis des Naikan im Justizvollzug
  • 3.3 Die drei Naikanfragen
  • 3.3.1 Was hat eine Person für mich getan?
  • 3.3.2 Was habe ich für eine Person getan?
  • 3.3.3 Welche Schwierigkeiten habe ich einer Person bereitet?
  • 3.4 Exkurs Konstruktivismus
  • 3.5 Ablauf eines klassischen Naikanseminars im Strafvollzug
  • 3.6 Aufgaben der NaikanbegleiterInnen
  • 3.7 Anwendungsbereiche von Naikan
  • 3.7.1 Anwendungsfeld Schule
  • 3.7.2 Anwendungsfeld Suchthilfe
  • 3.8 Naikan im Strafvollzug
  • 3.8.1 Entwicklung von Naikan im deutschen Strafvollzug
  • 3.8.2 Besonderheiten und Voraussetzungen
  • 3.8.3 Wissenschaftliche Forschung
  • 4 Fragestellungen der empirischen Studie von J. Beck
  • 5 Methode der empirischen Studie von J. Beck
  • 5.1 Stichprobe
  • 5.2 Ablauf und Design der empirischen Untersuchung
  • 5.3 Erhebungsinstrument: Interview
  • 5.4 Auswertungsverfahren: Qualitative Inhaltsanalyse
  • 6 Ergebnisse der empirischen Studie von J. Beck
  • 6.1 Aufbereitung des Materials
  • 6.2 Aspekte der Rahmenbedingungen
  • 6.2.1 Struktur
  • 6.2.2 Begleiter
  • 6.3 Aspekte der Wirkung
  • 6.3.1 Emotionen
  • 6.3.2 (Kein) Erkenntniszuwachs
  • 6.4 Vergleich zu anderen Therapien/Maßnahmen
  • 6.5 Grenzen
  • 6.6 Kritik
  • 6.7 Besonderheiten (Stärken)
  • 7 Diskussion
  • 8 Anhang zur empirischen Studie von J. Beck
  • 8.1 Interviewleitfaden
  • 8.2 Kodierleitfaden
  • V Naikan im österreichischen Strafvollzug (Johanna Schuh und Franz Ritter)
  • 1 Die Entwicklung des Naikan in Österreich und ein erstes Pilotprojekt in der Justizanstalt Favoriten
  • 2 Naikan in der Justizanstalt Gerasdorf
  • 2.1 Charakteristika der Justizanstalt Gerasdorf
  • 2.2 Die Aufnahme ins Behandlungsangebot
  • 2.3 Form des Einsatzes von Naikan
  • 2.4 Tiefeninterviews von Teilnehmern der ersten Naikan-Woche in Gerasdorf
  • 3 Resümee aus dem Naikan-Projekt in der Justizanstalt Gerasdorf und Perspektiven
  • Teil B: Naikan aus der Perspektive von PraktikerInnen des Justizvollzugs
  • I Erste Anfänge des Naikan im niedersächsischen Strafvollzug (Lothar Finkbeiner)
  • 1 Biographische Hintergründe des Autors, die zur Einführung von Naikan führten
  • 2 Erste Anwendung von Naikan in der JVA Vechta
  • 3 Schwierigkeiten bei der Einführung von Naikan
  • 4 Naikan und Gefängnisseelsorge
  • II Das Naikan-Konzept des niedersächsischen Justizvollzugs (Winfried Geppert)
  • 1 Die Etablierung der Naikan-Übungen im Justizvollzug
  • 2 Mindeststandards für Naikan als Behandlungsmaßnahme
  • 2.1 Zielgruppe
  • 2.2 Behandlungsziele
  • 2.3 Inhalte
  • 2.4 Methodik
  • 2.5 Ausschließungs- und Ablösungsgründe
  • 2.6 Bewertung und Messung des Maßnahmeerfolgs
  • 2.7 Organisatorische Rahmenbedingungen
  • 2.8 Räumliche Rahmenbedingungen
  • 2.9 Personelle Rahmenbedingungen
  • 3 Evaluation des Naikan-Konzepts
  • 4 Austausch und Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern
  • III Erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Evaluation im niedersächsischen Justizvollzug (Nicole Neumann)
  • 1 Zusammenfassung
  • 2 Gegenstand der Evaluation: Die Naikan-Methode
  • 3 Das Forschungsdesign
  • 4 Zwischenergebnisse der Evaluation
  • 4.1 Retrospektiver Teil
  • 4.2 Prospektiver Teil
  • 4.3 Veränderungsmessung
  • 4.4 Delinquente Einstellungen
  • 5 Fazit
  • IV Naikan in einer Sozialtherapeutischen Anstalt (Monika Zisterer-Schick)
  • 1 Einleitung
  • 2 Naikan als Behandlungsbaustein in der Sozialtherapeutischen Anstalt Ludwigshafen
  • 3 Durchführung des Naikan-Seminares
  • 4 Bewertung von Naikan als Behandlungsmethode in der Sozialtherapeutischen Anstalt
  • V Naikan mit jugendlichen Gefangenen (Tobias Hebestreit)
  • 1 Einleitung
  • 2 Die Jugendanstalt Hameln und ihre Gefangenen im Kontext von Naikan
  • 3 Praktische Erfahrungen mit Naikan in der JA Hameln
  • 4 Maßnahmen zur Überwindung der aufgetretenen Schwierigkeiten
  • 4.1 Permanente Aufsicht
  • 4.2 Veränderung der räumlichen Bedingungen
  • 4.3 Aufstockung des Teams
  • 4.4 Schaffen von klaren Strukturen
  • 4.5 Verantwortungsübernahme
  • 4.6 Unterstützung der Logistik von Außen
  • 4.7 Anpassung der Inhalte
  • 4.8 Größtmögliche Gelassenheit
  • 5 Fazit
  • VI Naikan in einem Frauengefängnis (Anica Heimsch-Mlac)
  • 1 Rahmenbedingungen
  • 2 Erfahrungsbericht
  • 3 Fazit
  • VII Naikan und bildnerischer Ausdruck in den Ambulanten Maßnahmen (Annette Musiol)
  • 1 Einleitung
  • 2 Ziel
  • 3 Rahmenbedingungen für das Modul "Naikan und bildnerischer Ausdruck"
  • 4 Durchführung
  • 5 Feedback von Jugendlichen
  • 6 Erklärungsversuch für eine nachhaltige Veränderung
  • 7 Methodik und Rahmenbedingungen
  • 8 Zusammenfassung
  • VIII Naikan für christliche Gefangene? Theologische Anknüpfungspunkte aus der Sicht eines evangelischen Gefängnisseelsorgers (Martin Burgdorf)
  • 1 Einleitung
  • 2 Naikan und christlicher Glaube
  • 3 Die Dankbarkeit
  • 4 Das Dienen
  • 5 Die Sünde
  • 6 Die dritte Frage
  • 7 Stille, Hingabe und Konzentration
  • 8 Die Wirkung des Naikan
  • 9 Verbindendes zwischen Naikan und christlicher Religion
  • IX Erfahrungen mit Naikan und theologische Reflexion der Naikan-Fragen (Thomas D. Gotthilf)
  • 1 Einleitendes zur Meditationstechnik
  • 2 Theologische Reflexionen zu den Naikan-Fragen
  • 2.1 Zur ersten Frage: Die Öffnung für die Dankbarkeit
  • 2.2 Zur zweiten Frage: Die Entdeckung des Dienens
  • 2.3 Zur dritten Frage: Wahrnehmung von eigener Schuld und die Vorbereitung zur Versöhnung
  • 2.4 Die Versöhnung
  • 3 Fazit: Möglichkeiten der Integration von Naikan in die kirchliche Praxis
  • Anhang Naikan-Anbieter im deutschsprachigen Raum
  • Deutschland
  • 1 Naikan-Zentrum gemeinnützige GmbH (Tarmstedt)
  • 2 Naikan Zentrum Bayerischer Wald (St. Oswald)
  • 3 Naikan Haus und Praxis (Wartenberg)
  • 4 Naikan Haus der ISIS gGmbH (Dresden)
  • Österreich
  • 1 Neue Welt Institut (Neunkirchen)
  • 2 Naikanhaus (Lunz)
  • 3 Naikan Zentrum (Salzburg)
  • 4 Insightvoice Naikan Center Vienna (Wien)
  • 5 Naikan-Zentrum Oberösterreich (Gramastetten)
  • 6 Naikan-Zentrum im Bildungshaus Breitenstein (Breitenstein)
  • Schweiz
  • 1 Naikanschweiz.ch (Münsingen)
  • Literaturverzeichnis
  • Autorenverzeichnis

Dateiformat: PDF
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