Fate: Die zweite Chance

 
 
Written Dreams Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. November 2021
  • |
  • 100 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96204-221-9 (ISBN)
 
Das Leben der achtzehnjährigen Sloane Hustle ist von Gewalt geprägt. Ihr einziger Wunsch ist es, alsbald San Diego zu verlassen, um mit dem Mann, den sie über alles liebt, einen Neuanfang zu beginnen, denn nur bei Reed McNamara fühlt sie sich sicher, geliebt und beschützt. Kurz vor ihrer Flucht jedoch wird ihr eine schreckliche Geschichte über Reed erzählt, die dem jungen Mädchen den Boden unter den Füßen wegreißt. Trotz der widrigen Umstände gelingt es Sloane, zu fliehen, in ein anderes Land, wo sie alles hinter sich lassen und von vorn anfangen kann. Nur, ist es möglich, seine einzig wahre Liebe zu vergessen, oder gar zu verdrängen? Zehn Jahre müssen erst vergehen, zehn Jahre voller Intrigen, Lügen und Hass, bis sie sich wieder begegnen und die Wahrheit ans Licht kommt. Ist es vorstellbar, dass zwei Menschen, die immer glaubten, füreinander geschaffen zu sein, nach so langer Zeit wieder zueinanderfinden können, obwohl beiden das Herz auf brutalste Weise gebrochen wurde?

Kimmy Reeve schreibt erotisch-düstere Geschichten. Schon als Kind begeisterte sie ihr Umfeld mit ausschweifender Fantasie. Damals war nur ihre Familie beeindruckt, seit einigen Jahren begeistert die Jüngste von vier Schwestern nun ihre stetig wachsende Leserschaft mit romantischen Thrillern, die sinnlich und spannend unter die Haut gehen.
  • Deutsch
  • 0,18 MB
978-3-96204-221-9 (9783962042219)

Kapitel 1


Sloane

Wenn ich in seinen Armen lag, war meine Welt perfekt. Es kam mir vor, als würde mir niemand etwas tun können, weil Reed mich beschützte.

Vor allem und jedem.

Ich schaute nach oben, in das schlafende Gesicht von Reed McNamara, jenen Mann, den ich von Herzen liebte und der mir nicht nur einmal das Leben gerettet hatte. Wenn ich ihn gelegentlich nicht gehabt hätte, würde ich heute wohl nicht mehr da sein.

Ich rückte ein wenig zurück, damit ich ihn besser betrachten konnte. Das tat ich unwahrscheinlich gerne, womöglich würde ich mich niemals an ihm sattsehen können. Das lag aber mit daran, dass er unglaublich schön war. Sein fast schwarzes Haar trug er oben etwas länger als an den Seiten. Leichte Wellen waren zu erkennen. Wenn er mich mit seinen dunklen, beinahe schwarzen Augen ansah, schmolz ich wie Butter in der Sonne. Hinzu kam seine muskulöse Brust, die immer breiter zu werden schien. Jenes war wohl dem Umstand geschuldet, dass Reed vier Mal in der Woche ins Fitnessstudio ging, um zu trainieren. Er nannte es seinen Ausgleich zum Studium, vor allem aber tat er es, um seinen Kopf frei zu bekommen.

Reed studierte an der Boston University Fotografie und Fotodesign, am Ende der Ausbildung wollte er seinen Bachelor in beiden Bereichen absolvieren. Als zweites Studienfach wählte er Betriebswirtschaftslehre. Für ihn war es immer schon ein Traum gewesen, in der Millionenmetropole Boston zu studieren, dort für immer zu leben und eines Tages auch zu arbeiten. Sein Traum schien in Erfüllung zu gehen. Er war ein kluger aber auch künstlerisch begabter Mann und ich konnte mir ihn überhaupt nicht mehr ohne seine Kamera vorstellen, die er immer und überall mit hinschleppte.

Er hatte für sich den perfekten Weg gefunden.

Irgendwann, davon war ich überzeugt, würde er es ganz weit bringen. Womöglich ein erfolgreicher und berühmter Fotograf werden. Von Herzen würde ich es ihm wünschen.

Was mich aber regelmäßig traurig stimmte, war die Entfernung, die zwischen San Diego und Boston lag. Was mir blieb, war nur, allabendlich seine Stimme zu hören, wenn wir telefonierten. Ich vermisste ihn schrecklich, jedoch sagte ich ihm das nicht, weil ich nicht wollte, dass er ein schlechtes Gewissen bekam.

Bald würde es bei mir auch soweit sein. In zwei Wochen erhielt ich mein Abschlusszeugnis der Senior High. Seinerzeit hatte ich mich für ein Voll- und Teilstipendium beworben, da meine Noten herausragend waren. Lange musste ich auf eine Antwort warten, doch das Warten hatte sich gelohnt, denn ich erhielt von mehreren Universitäten ein volles Stipendium, was mich beinahe in die Ohnmacht getrieben hätte. Darunter waren London und auch Boston gewesen. Ich musste mich nur noch entscheiden. Wobei? Das war eigentlich keine Frage, ich wusste genau, wohin ich wollte: zu Reed nach Boston. Doch ich hatte Angst, ihn mit dieser Wahl einzuengen, weshalb ich ihm von der Zusage noch gar nichts erzählt hatte. Irgendwie hatte sich der richtige Moment noch nicht ergeben, oder aber ich war einfach nur ein feiges Huhn. Letzteres könnte es durchaus sein.

Reed bewegte sich neben mir und schmatzte, was mich zum Schmunzeln brachte. Ich mochte es, wenn er leise schnarchte und dabei diese seltsamen Geräusche machte. Eigentlich mochte ich alles an ihm . falsch, ich liebte alles an ihm.

Dass ich hier mit dem Mann meiner Träume lag, glich einem Wunder. Meinem persönlichen Wunder. Niemals hätte ich für möglich gehalten, dass wir beide eines Tages zusammenfinden würden. Ich erinnerte mich noch sehr genau, wie es vor sechs Jahren anfing:

Damals, Reed war fünfzehn Jahre und ich zwölf, zog er mit seiner Familie direkt in das freistehende Haus neben uns ein. Von der ersten Sekunde an, konnte ich meine Augen nicht von dem gut aussehenden Jungen mit den dunklen Iriden lassen und, obwohl ich noch fast ein Baby gewesen war, hatte ich mir vorgestellt, wie ich ihn eines Tages heiraten würde. Doch meine drei Jahre ältere Schwester hatte ebenfalls ein Auge auf Reed geworfen, weshalb ich direkt auf Abstand gegangen war, denn gegen Candice hatte ich einfach keine Chance. Sie war eines der beliebtesten Mädchen der Highschool, blond, groß, dünn und wunderschön. Mit meinen - zu dem Zeitpunkt - ein Meter fünfzig war ich deutlich kleiner. Darüber hinaus besaß ich schwarze lange glatte Haare, grüne Augen und war schlank, aber ganz gewiss nicht so dünn wie Candice. Ich war eher der Kumpeltyp, Candice diejenige, die sich vor Date-Anfragen kaum retten konnte.

Dummerweise war sich meine Schwester ihrer Wirkung auf die männliche Bevölkerung durchaus bewusst, was sie auch gerne ausnutzte. Ich war nicht der größte Fan von Candice, das war ich nie gewesen.

Zu meiner Überraschung jedoch sprach mich Reed eines Tages nach Schulschluss an. Der Junge, dem so viele Mädchen hinterherliefen, war so unglaublich höflich gewesen, stellte sich mir vor und fragte, ob er mich nach Hause begleiten dürfe. Natürlich hatte ich sofort zugestimmt, mich aber dennoch gewundert, warum er mit mir und nicht mit Candice seine Zeit verbringen wollte. Schließlich hatte meine große Schwester sich viel Mühe gegeben, seine Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, doch aus irgendeinem Grund ließ er sie abblitzen, was ihn in meinen Augen noch umwerfender machte.

Die Jahre zogen ins Land. Reed und ich wurden zu guten, wenn nicht sogar zu besten Freunden. Zu meinem Leidwesen schien er aber, außer platonischen Gefühlen, nichts weiter für mich zu empfinden. Einerseits stimmte mich das unendlich traurig, andererseits machte es mich aber auch glücklich und stolz, dass ich seine Freundin war.

Was mir allerdings regelmäßig den Boden unter den Füßen wegriss, war, dass ich ständig dabei zusehen musste, wie er irgendwelche Mädchen küsste, sogar mitbekam, wie er mit der ein oder anderen hinter der Turnhalle verschwand. Wenn ich mal das Glück hatte, davon nichts mitzubekommen, erzählte er mir einige Details auf dem Nachhauseweg.

Trotz des Wissens, dass es für mich gesünder wäre, mich zu entlieben - schließlich war ich nicht völlig bescheuert - bekam ich es nicht hin, ihn aus meinem Herzen zu verbannen. Niemals, das war mir immer klar gewesen, würde Reed mich als Mädchen bemerken, sondern nur als Kumpel. Und ich musste zugeben, als bester Freund war er unschlagbar, auf jeden Fall für mich.

Abermals bewegte sich Reed und als ich ihn ansah, erkannte ich, wie seine Lider zu flattern begangen. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen und wieder konnte ich die Schmetterlinge in meinem Bauch nicht beruhigen. Sie flogen fast schon Loopings.

»Geht es dir gut?«, wollte Reed wissen und tupfte mir einen Kuss auf die Stirn.

Ich konnte mir gerade so ein Seufzen verkneifen. Erneut kuschelte ich mich an ihn, küsste ihn auf die nackte Brust.

»Mir ging es noch nie besser.« Und das stimmte auch. Niemals zuvor war ich glücklicher und zufriedener gewesen.

»Erzähl mir, was der Penner wieder mit dir angestellt hat«, forderte Reed mich auf, woraufhin ich mich am ganzen Körper verspannte. »Ich habe nie gefragt, aber so langsam kann ich mich nicht mehr zurückhalten. Rede mit mir.«

Ich musste hart schlucken, Tränen bildeten sich in meinen Augen. Damit er die aufkommende Schwäche nicht erkannte, lehnte ich meine Wange auf seinen freien Oberkörper und kniff die Lider zusammen.

Über die gesamten Jahre hatte ich nie mit ihm oder mit überhaupt jemandem über meine häusliche Situation gesprochen. Einerseits, weil es mir peinlich war und andererseits, weil ich nicht wollte, dass mich irgendwer als Opfer betrachtete. Und obwohl ich schwieg wie ein Grab, erkannte ich regelmäßig in Reeds Blick, dass er genau wusste, was mein brutaler versoffener Vater mir antat. Nicht nur einmal hatte er mich auf dem Dach vor meinem Zimmerfenster weinend sitzen gesehen. Anstatt mich zu ignorieren oder einfach wegzusehen, kletterte er andauernd an dem Rankengitter zu mir nach oben und nahm mich wortlos in den Arm. Das war in den letzten Jahren nicht selten vorgekommen.

»Lass uns nicht darüber sprechen«, flüsterte ich, meine Lippen fingen zu zittern an.

»Sloane, ich habe dich bislang damit in Ruhe gelassen«, murrte Reed. »Doch deine Verletzungen sind mir nie entgangen, ich sah sie immer. Auch erinnere ich mich noch sehr gut, was an deinem siebzehnten Geburtstag geschehen ist. Über den achtzehnten wollen wir erst gar nicht sprechen. Und gestern muss wieder etwas vorgefallen sein. Die blauen Flecken auf deinem Körper erzählen Bände. Ich möchte jetzt gerne Antworten, sonst schwöre ich dir, hole ich sie mir auf anderem Wege.«

Abermals kniff ich meine Lider ganz fest zusammen. Noch immer konnte ich mich an letztes Jahr und an die Jahre davor erinnern.

Weihnachten, an meinem siebzehnten Geburtstag, hatte mein Vater mal wieder über den Durst hinaus getrunken. Ich hatte mich erdreistet, mir von meiner Geburtstagstorte ein zweites Stück zu gönnen, weshalb er komplett ausgerastet war. Er hatte solange auf mich eingeschlagen, bis ich ohnmächtig geworden war. Als ich aufwachte, lag ich noch immer auf dem Wohnzimmerteppich. Weder Candice noch Mom hatten mir geholfen. So, wie immer. Warum mein Vater mich dermaßen hasste, wusste ich bis heute nicht. Aber seine Abneigung war mein ganzes Leben zu spüren. Körperlich, wie seelisch. Nun, und meiner Mutter war ich einfach nur egal. Jedenfalls gab sie mir das an jedem Tag zu verstehen.

Was Candice betraf, so hatte ich nie ein besonders gutes Verhältnis zu ihr. Im Gegensatz zu mir, verstand sie sich mit Dad ausgezeichnet. Es gab...

Schweitzer Klassifikation
BISAC Classifikation

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: ohne DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "glatten" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Ein Kopierschutz bzw. Digital Rights Management wird bei diesem E-Book nicht eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

2,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB ohne DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen