Madly

Roman
 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. September 2020
  • |
  • 414 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-1254-8 (ISBN)
 

Das Vergangene ist vorbei. Wir sollten es loslassen

June hat ein Geheimnis. Eines, das sie mit aller Macht bewahren will. Deshalb hält sie jeden Mann, der an mehr als einem One-Night-Stand interessiert ist, auf Abstand. Beziehungen machen verwundbar, genauso wie die Liebe. Doch June hat nicht mit Mason gerechnet. Er ist witzig, reich und absolut planlos, was seine Zukunft angeht - aber vor allem kann er nicht genug von der temperamentvollen Studentin bekommen. Mason will weitaus mehr als nur eine Nacht mit ihr. Und June fragt sich das erste Mal, was passieren würde, wenn sie ihre Mauern einreißt ...

"Madly fesselt durch willensstarke Charaktere und eine mitreißende Geschichte. Es geht um große Gefühle, tiefe Freundschaft und die Schwierigkeit, sich selbst zu akzeptieren." ANNA VON INK_OF_BOOKS

1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,36 MB
978-3-7363-1254-8 (9783736312548)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Ava Reed wird schon immer von Büchern begleitet. Das Haus ohne etwas zu lesen verlassen? Unvorstellbar. Schließlich entdeckte sie auch das Schreiben und Bloggen für sich und kann sich nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören. Ava Reed lebt mit ihrem Verlobten in Frankfurt am Main. 

2


Welch Ironie, dass die Dinge, die man am wenigsten gebrauchen kann, immer den Weg zu einem finden .

Mason

»Du? Hier?«, fragt Andie mit allwissendem Blick und diesem fiesen Unterton, den sie mittlerweile nahezu perfekt beherrscht, während ich an den ersten Gästen vorbei auf die Bar zugehe. Seit ich sie im Club erwischt habe, weil sie keine Bleibe fand und das Lager als Übernachtungsmöglichkeit nutzte, ist sie mutiger geworden. Irgendwie befreiter. Cooper hat wohl seinen Teil dazu beigetragen. Die beiden ergänzen sich, ohne einander einzuengen - und sind richtige Plaudertaschen geworden, zumindest im Vergleich zu der Zeit vor ihrer Beziehung. Wer hätte das am Anfang gedacht?

Unwillkürlich grinse ich, wobei Andie mich beim Schrubben des Tresens nicht aus den Augen lässt.

»Klingt so, als seist du überrascht.« Ich lasse mich auf einen der Barhocker gleiten und beobachte sie, wie sie ihre Brille zurechtrückt. Jetzt lächelt sie erheitert.

»Mein Fehler«, gibt sie zu. »Hatte vergessen, dass ich dir erzählt habe, dass June heute herkommt.«

Ich beuge mich vor. »Und weil ich so ein toller Boss bin, hast du deshalb nur eine kurze Schicht, obwohl Freitag ist.«

»Oh, Mase, du gütigster aller Chefs!«, erwidert sie theatralisch, und dabei fliegt ihr der Putzlappen aus der Hand und verfehlt nur knapp Jacks Kopf. Der ist so vertieft in eine Bestellung, dass er es zum Glück nicht bemerkt.

Wir lachen beide auf, und sie schüttelt amüsiert den Kopf, bevor sie den Lappen einsammelt.

»Im Ernst«, beginnt sie wieder, lässt das Putzen sein und schiebt mir eine Flasche meines liebsten Root Beers rüber, »was ist los?«

»Du musst kündigen und ausziehen. Du kennst mich schon viel zu gut«, brumme ich, bevor ich einen Schluck nehme. June ist los, doch das weiß Andie längst. Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass es jeder weiß. Ich bin June und ihrem frechen Mundwerk, ihrem Temperament und ihrer Intelligenz verfallen. Obwohl erlegen es fast besser trifft.

Ich liebe es, dass sie mich neckt und nicht zurückweicht. Dass ihr mein Familienname und die Tatsache, dass ich der Besitzer dieses Clubs bin, so egal sind wie der Inhalt meines Portemonnaies oder der Stand meines Kontos. Ich will ihr imponieren, weil mein Besitz es eben nicht tut. Und weil ich sie wirklich mag. »Nur das Übliche.«

»Ach so. Na ja, das Übliche betritt gerade die Tanzfläche«, flüstert sie mir zu.

Shit. In mir zieht sich alles zusammen. Ich hatte bis vor wenigen Augenblicken die Hoffnung gehegt, es würde vorbeigehen, hatte darauf vertraut . keine Ahnung! Dass ich das in den Griff kriege? Dass ich mit der Zeit weniger an sie denke und nicht wie ein liebeskranker Teenie durchdrehe, wenn man ihren Namen sagt? Aber es wurde nur schlimmer.

Andie reckt das Kinn und zeigt mit dem Finger auf sie. »Du bist zu spät! Wie kann man fast zwei Stunden zu spät kommen? Zwing mich nicht, Protokoll darüber zu führen, June.« Andies Stimme übertönt dabei die eindringliche Tanzmusik, die gerade läuft und sogar mir zusagt.

Ein weiterer Schluck, noch einer. Ich stelle die Flasche ab und drehe mich endlich nach links, wo mein Blick sie sofort findet.

Scheiße, ich bin so am Arsch. Ich bin vollkommen verloren.

In sündhaft hohen Schuhen gleitet sie über den Boden. Heute trägt sie eine lässige Jeans, darin sieht man sie eher selten, aber mir gefällt es. Ebenso wie das enge Top, das all das betont, was die Jeans an anderer Stelle versteckt: ihre - für mich - fantastische Figur. Die kleine Tasche baumelt an Junes Seite, ihr wehleidiger Ausdruck aus großen wachen Augen gilt vollkommen Andie - mich ignoriert sie einfach -, ihre Haare umrahmen in hellblonden Wellen ihr Gesicht, und die Art, wie sie gerade auf ihre süßen Lippen beißt .

Ich räuspere mich, setze die Maske auf, die ich so perfekt beherrsche und die mich in gewisser Weise schützt.

Als June bei uns ankommt, erhebe ich mich aus Höflichkeit.

»Es tut mir so leid, das musst du mir glauben. Ich hatte ein paar Probleme beim Anziehen.« Flehend greift sie über den Tresen nach Andies Händen, die sich ein Lachen verkneift. Ich kann es ganz genau erkennen. Vorerst kräuselt sie jedoch die Lippen und lässt June zappeln.

»Eigentlich ist es seine Schuld!«

Amüsiert verschränke ich die Arme vor der Brust, als June plötzlich anklagend auf mich zeigt, weil sie Andies Schweigen keine Sekunde lang aushält. Danach lässt sie sich auf einem Barhocker nieder.

»Tatsächlich? Ich kann mich nicht erinnern, dich in irgendeiner Weise daran gehindert zu haben, dich anzukleiden . auch wenn ich absolut nichts dagegen hätte.«

Bedächtig beuge ich mich nach vorne und beobachte sie dabei genau. Ihren Blick, der gespielt abschätzig über mich gleitet, sich in den meinen brennt, die leichte, kaum wahrnehmbare Röte, die wie immer auf ihrem Dekolleté erscheint. Ihren Brustkorb, der sich hektisch hebt und senkt. Den Trotz, der sich dabei in ihr aufbaut, kann ich beinahe spüren. Er hängt wie ein Gewitter in der Luft. Und ich genieße es. Ich genieße es, June zu reizen, zu necken und zu locken.

»Du weißt verdammt genau, was ich meine«, zischt sie. »Du hast mich mit Stöcken abgelenkt!« Es dauert nicht lange, bis Andies verdutzter Blick zu einem belustigten wechselt und sie sich die Hand auf die Lippen presst, um nicht ganz die Kontrolle zu verlieren und ihre beste Freundin auszulachen.

»Bei Gott, ich wünschte, das hätte ich. Einer hätte schon gereicht. Vorzugsweise meiner.« Ich kann nichts dafür. June liefert die besten Vorlagen und denen zu widerstehen ist unmöglich. Sie macht es mir nicht leicht. In keiner Hinsicht.

»Mase! Mach mich nicht wütend. Sag mir lieber, was ich mit dem Unkraut anfangen soll.« Ihre Lippen zucken verräterisch und zeigen mir, dass ihr das Geschenk vielleicht mehr gefallen hat, als sie zugeben möchte.

In dem Moment kommt Cooper aus dem Lager und lenkt unsere Aufmerksamkeit von diesem äußerst spannenden Thema weg.

Wie schade.

»Hey«, sagt er nur und man könnte meinen, er würde uns alle begrüßen, aber wir anderen sind ihm scheißegal. Er steuert auf Andie zu, den Mittelpunkt seiner Welt, zieht sie mit einem Ruck an sich und küsst sie so, wie er sie seit dem Tag küsst, seit sie zusammen sind: liebevoll, sehnsüchtig und warnend. Jeder Kuss schreit: Sie gehört zu mir. Und verdammt, ich verstehe ihn. Ich beneide ihn.

Und ich hätte nicht gedacht, dass dieses Gefühl nach all den Jahren oder überhaupt je wieder in mir aufkommen würde. Bis June da war. Bis Cooper und Andie sich gefunden haben.

Ich leere mein Root Beer, schiebe die Flasche von mir und grinse dümmlich vor mich hin. Andie küsst meinen besten Freund ein letztes Mal, bevor sie sich die Flasche schnappt und meinem Blick ausweicht. Sie ist süß.

Cooper klopft kurz mit der Hand vor mir auf den Tresen, fragt, ob alles okay sei, schaut dabei aber Andie hinterher.

»Geht schon. Machst du nachher mit Andie zusammen Feierabend? Du weißt, du könntest das, weil Ian ab Mitternacht zusätzlich eingeplant ist. Wäre also okay.«

»Nein, ich ziehe die ganze Schicht durch. Andie und June bleiben hier und feiern den Ferienstart. Ich geh später mit ihr heim. Du?«

»Bleibe wohl auch.« Wir grinsen uns an.

»Muss ich mir Sorgen machen?«

»Das fragst du mich schon seit Monaten.«

»Allein das sollte dir zu denken geben.«

»Mach deinen Job, Coop. Der Chef hat gesprochen.«

Er lacht trocken auf, schimpft mich einen Blödmann und schlendert zu Andie, um mit ihr und Jack irgendwas zu besprechen. Bei der letzten Inventur sind ein paar Fehler aufgefallen, aber die kriegen das schon hin. Susie sitzt ohnehin dran.

Ich liebe den Club. Ich habe ihn aufgebaut, unzählige Stunden Arbeit, Energie und Herzblut reingesteckt, aber ich gestehe, dass ich in den letzten Wochen nicht ganz bei der Sache war. Nicht nur wegen June - leider. Sondern auch wegen all der Anrufe und Mails meines alten Herrn, der mich einfach nicht vom Haken lassen will. Wegen all der Gedanken über die Zukunft und der Frage, was ich eigentlich mit meinem Leben anstellen will.

Unabhängig von dem Geld frage ich mich: Sehe ich mich in zwanzig Jahren noch als Besitzer eines Clubs? Endet da meine Berufsbeschreibung? Das MASON's ist mein Leben, es bedeutet mir mehr, als ich erklären kann, dennoch überlege ich eben, ob es das für immer sein wird. Ob es mich allein glücklich machen wird oder ob ich, beruflich gesehen, noch etwas anderes möchte.

Das beschäftigt mich mehr, als ich zugeben will.

Diesen Gedanken schiebe ich vorerst weg und drehe mich zurück zu der faszinierenden Frau zu meiner Linken, die mich in bester Manier ignoriert.

Deshalb trete ich näher an sie heran.

»Gib es zu, Kätzchen, mein Geschenk hat dir gefallen.«

Schnaubend mustert sie mich, legt den Kopf schief. Wann immer sie das tut, sieht sie ganz besonders bezaubernd aus.

»Kein Stück. Also hör auf, mir irgendwelchen Kram zu schicken. Egal, was es ist. Du verschwendest damit dein Geld und strapazierst meine Nerven.«

Ich ziehe den Hocker heran, setze mich direkt zu ihr. Nah genug, um sie in Verlegenheit zu bringen - was sie natürlich nie zugeben würde -, doch mit genug Abstand, um sie nicht zu bedrängen. Ihr Parfum weht zu mir, frisch und schwer zugleich, weil es sich mit dem Zitronen- und Olivenduft ihres Shampoos vermischt. Wären nicht...

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