Down Under

Reise durch Australien
 
Sandy Rau | Gina Rau (Autor)
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 20. Mai 2011 | 226 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0760-0 (ISBN)
 
Die 19-jährigen Zwillinge Sandy und Gina wollen Abenteuer! Und wie erlebt man die am besten? Indem man ein Jahr lang als Backpacker durch Australien reist. Und so machen sich die beiden auf, eine andere Welt zu erkunden und viele interessante und seltsame Menschen kennenzulernen. Sie sehen wunderschöne Städte, machen Jobs von Rindertreiben über Kirschenpflücken bis Putzen, verlieren Kreditkarten, verlieben sich und fühlen sich frei, wohnen in idyllischen und abgeranzten Hostels und erleben eine unvergessliche Zeit. Reisebericht, Ratgeber und amüsant-spannende Geschichte!
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Gumeracha (S. 81-82)

Wir hatten keine Zeit, um Adelaide als Stadt überhaupt wahrzunehmen. Gleich nachdem wir ankamen, riefen wir Tony an. Er war etwas mürrisch, weil es ihm wohl im Moment nicht so richtig in den Kram passte, dass er uns abholen musste. Hätte er ja auch nicht müssen, wir hätten seine Farm schon irgendwie gefunden, aber erstens wurde es bereits dunkel, zweitens hatten wir unsere Ankunft für diesen Tag angekündigt, und drittens bestand er doch darauf loszufahren, als wir sagten, wir nehmen den Bus. Als er aufkreuzte, erlebten wir eine Überraschung. Wir erwarteten einen Farmer in Jeans, grobem Leinenhemd und mit Cowboyhut.

Bei Tony weit gefehlt. Da stieg ein Mann um die fünfzig aus einem angeberischen Sportwagen, gekleidet wie James Dean mit Lederjacke und auf jugendlicher Draufgänger getrimmt. »Ein bisschen spät, Mädels«, grummelte er sichtlich schlecht gelaunt. »Wir haben jede Menge Arbeit, ein paar Hundert Angestellte, und wenn ich jedes Mädchen abholen wollte, wäre ich Busfahrer geworden.« »Wir wollten doch mit dem Bus …«, sagte Gina. »Nun steigt schon ein!«, drängte Tony und klappte den Sitz zurück. »Ihr müsst schon entschuldigen, aber die nashi-Saison hat angefangen, und wir sind voll im Stress.«

»Aha«, machte ich, wusste aber nicht einmal, was nashis sind. »Ich verstehe.« Wir stopften unsere Backpacks in den winzigen Kofferraum und zwängten uns auf den Rücksitz. Dann brauste Tony mit uns los, und ich musste an den echten James Dean denken, der mit seinem Porsche an einem Baum geendet war. Eine knappe halbe Stunde dauerte die Fahrt von Adelaide nach Gumeracha. Gumeracha liegt in den Adelaide vorgelagerten Hügeln und ist nicht mehr als ein verschlafenes Nest. Dass sich in diesem verschlafenen Nest äußerst sympathische Menschen niedergelassen hatten, konnten wir am Abend unserer Ankunft ja noch nicht wissen.

»Das ist unser Reich«, sagte Tony stolz. »Die Torrens Valley Orchards Cherry Farm.« Er breitete die Arme aus, nachdem wir uns aus seinem Wagen gefaltet hatten. Viel war nicht zu sehen, denn inzwischen war es stockfinster geworden. »Morgen wird Rodney euch rumführen«, meinte er augenzwinkernd, und ein Teil seines James-Dean-Images fiel in diesem Augenblick von ihm ab. »Aber jetzt zeige ich euch erst mal den Wohntrakt.«

Undeutlich nahm ich eine gewaltige Silhouette wahr, die wohl eine riesige Halle sein musste. Gleich daneben schloss sich der Wohnbereich an. Die Unterkünfte für die Angestellten glichen in der Aufmachung einem Hostel. Es gab eine Küche mit allem Zubehör, inklusive Kühlschrank, in dem man seine Vorräte lagern konnte, wenn man denn so viel Vertrauen besaß, sie etlichen Mitbewohnern zu präsentieren, einen Aufenthaltsraum mit Fernseher, einen Wirtschaftsraum mit Waschmaschine und Trockner und die üblichen Etagenbetten in den Schlafräumen.

Aber mal ehrlich, lieber Tony, sosehr wir uns später auch wohlfühlen sollten, der erste Eindruck war nicht für meine Mutter geeignet. Alles wirkte schmuddelig und etwas heruntergekommen. In vielen Ecken entdeckte ich Schimmel, und das Bad war der Hammer. Unsere uns schon vielerorts begegneten Freunde, die Spinnen, hatten das Regiment übernommen und herrschten über die Bordüren aus Schimmel. Als wir das erste Mal die Zähne putzten, meinte Gina: »Wenn du hier schmutzig reinkommst, gehst du dreckig wieder raus!«"

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