Alles Gute vom Onkel Franz

oder der Innviertler im Jahreskreis
 
 
Verlag Anton Pustet Salzburg
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im Mai 2020
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7025-8073-5 (ISBN)
 
Der Onkel Franz für jeden Anlass
Der Onkel Franz meldet sich zurück. Doch kaum wieder zu Hause, zurück von jener unfreiwilligen Odyssee, welche ihm im zuletzt erschienenen Band zugemutet wurde, schickt ihn sein Erfinder Klaus Ranzenberger erneut auf die Reise. Für die er allerdings sein geliebtes Innviertel nicht verlassen muss. Vielmehr ist es eine Reise durchs Kalenderjahr, auf die der Onkel Franz die geschätzte Leserschaft mitnimmt.
Eine Sammlung von Anekdoten, Geschichten und Betrachtungen belegen auf höchst vergnügliche Weise, dass Feierlichkeiten wie etwa eine Hochzeit oder ein Geburtstag, Traditionelles - sei es der Fasching, das Oster- oder Weihnachtsfest - sowie Unternehmungen wie eine Urlaubsreise oder der Besuch des Oktoberfestes nicht immer reibungslos verlaufen müssen. Schon gar nicht dann, wenn der Onkel Franz und die Seinen mit einer gehörigen Portion Innviertler Eigensinn an die Dinge herangehen.
Sollten die Leserinnen und Leser dort und da an selbst Erlebtes erinnert werden, sollte sich die eine oder andere Erkenntnis, aber vor allem Heiterkeit einstellen, so ist das vom Autor durchaus beabsichtigt.
  • Deutsch
  • 0,74 MB
978-3-7025-8073-5 (9783702580735)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Das Neujahrsessen (Drama in einem Akt)


Auftretende Personen:

Diplomkaufmann Gerold Haubinger

Irma, seine Gattin

Elisabeth, sechzehnjährige Tochter der beiden

Leopold, Freund von Elisabeth

Sohn Konrad, sieben Jahre

Weitere Protagonisten werden zugunsten des

Spannungsbogens erst im Laufe der Handlung vorgestellt.

Ort der Handlung:

Großbürgerliches Esszimmer, Eiche und Nussbaum

Anmerkung:

Man spricht in einem der deutschen Hochsprache ähnlichen Jargon. Ein bisserl Salzburg, ein bisserl Schönbrunn. So hören sie sich selbst am liebsten, die Haubingers.

Erster (und einziger) Akt

Gerold Haubinger:

Wunderbar, wie das duftet. Erstklassig wie immer, dein Rinderbraten, liebe Irma.

Irma Haubinger:

Zu gütig, mein Lieber. Bin auch lang dafür in der Küche gstanden. Wenn mir auch die gute Martha etwas zur Hand gangen ist.

Gerold Haubinger:

No, dafür hat man ja eine Zugehfrau, nedwahr? Sag, wo ist s' jetzt, die Martha, trägt s' uns gar nicht auf heut'?

Irma Haubinger:

Ich hab' ihr freigeben, nachdem s' die Knödl und den Bratenansatz bracht hat. Soll ja auch was vom Neujahr haben, nicht? Aber sag du, mein Lieber, was hast' da herinnen die getönte Brille auf?

Gerold Haubinger:

Bei der Clubfeier gestern is mir wohl was ins Aug' gflogen, jetzt is' a wengerl entzündet, fürcht' ich.

Elisabeth:

Man riecht's.

Gerold Haubinger:

Kind, was meinst?

Elisabeth:

Dass du eine Fahne hast, lieber Herr Papa. Man riecht's bis daher.

Konrad:

Da Papa stinkt!

Irma Haubinger (streng):

Sissy, so spricht man nicht mit seinem Vater. Und du, Bub, was fällt dir ein? Halt den Mund und iss!

Leopold:

I mecht mi ja ned einmischen, oba an Mund hoitn und essen geht schlecht, ha?

Gerold Haubinger (nach einem stirnrunzelnden Seitenblick auf Leopold zu seiner Gattin):

Na ja, a bisserl was drunken hamma schon beim Korpsabend. War ja auch Silvester, gell.

Irma Haubinger (gekränkt):

Wo ich nie mitgehen darf. Weil's noch immer keine Frauen zulasst, bei euerm komischen Verein. Immer bin ich allein an Silvester.

Gerold Haubinger:

Hab' ich dir schon mehrfach erklärt, meine Liebe. Die "Eulalia" ist halt a reine Männerverbindung, da kann ich nix dafür. Außerdem hätt' ich auf Mitternacht angrufen bei dir, hat aber niemand abgnommen. Wo warst du?

Irma Haubinger (zögerlich, nach einem kräftigen Schluck aus ihrem Weinglas):

Erst eh z'Haus. Aber dann hat eine Freundin angrufen. Ich möcht rüberkommen ins "Dolce Vita", zum Feiern. Na, und wennst mich eh immer allein lasst, bin ich halt auch ausgangen.

Elisabeth (erstaunt):

Mama! Zu die Prosecco-Schnepfen in d'Eisdiele? Du?

Leopold:

Jo, de kenn' i a, de Weiber. An sauban Duarscht ham de!

Konrad:

D'Mama hot a an Duarscht!

Gerold Haubinger (wirft seine Serviette auf den Tisch, erzürnt):

Jetzt ist amal eine Ruhe da! Was ist denn das für eine Ausdrucksweise? Konrad, so spricht man nicht! Und Leopold, dich kenn' ich gar nicht wieder, wie redest denn du daher?

Elisabeth:

Papa, du checkst gar nix, gell? Das is ja überhaupt ned da Leo, der Schnösel. Den hab' i scho lang abgschossen. Darf ich vorstellen, das is der Lenny.

Gerold Haubinger (fassungslos):

Abgeschossen? Den Leopold Schleindinger? Sohn meines Partei- und Verbindungsbruders? Kind, was fällt dir ein?

Elisabeth:

Genau den. Der war bitte sowas von urfad. Und hat auch überhaupt keine Ahnung ghabt, was a Frau braucht.

Irma Haubinger (steht auf, geht zur Anrichte, schenkt sich Wein nach und trinkt auf ex):

Das kenn' ich, das kenn' ich.

Gerold Haubinger (scharf):

Irma! Sissy!

Konrad:

D'Mama sauft!

Gerold Haubinger:

Konrad! Reiß dich z'sammen, Bub. (und leise) Auch wenn's stimmt.

Irma Haubinger:

Darf man nicht auch amal a bisserl eine Champagnerlaune haben, was?

Das Telefon im Flur läutet, Irma Haubinger geht leicht schwankend hin, nimmt ab.

Gerold Haubinger (zu Leopold/Lenny, streng):

Und nun zu dir, junger Mann. Lenny, das is ja sicher ein Spitzname. Wie heißt' denn richtig? Geht schon, red!

Lenny:

Nix da Spitznam'. Abkürzung. Lennox hoaß i.

Lennox Schößwender. Spitzname Flash. (lacht) Weil i so schnell bin bei de Mädls, vastehst?

Gerold Haubinger (in die Runde, sichtlich überfordert):

Das ist mir alles zu viel. Und Kopfweh hab' ich auch. (und zu seiner Gattin, die gerade wieder eintritt) Sag, Irma, heißt nicht unsre Martha auch Schößwender? Und wer war da eigentlich am Telefon?

Irma Haubinger (kichert):

Freilich, Schößwender, sowieso. Und am Telefon war dein Kamerad, der Schleindinger Ferdi. Nicht besonders nüchtern. Ob du ihn abholen kannst, im Nachtclub, wos d' ihn gestern mit der Rechnung sitzenlassen hast. I glaub', der is a bisserl bös' auf dich, dein Spezi.

Konrad:

Was is a Nachtclub, Papa?

Lenny (zu Konrad):

Pass auf, Kloana, des muaßt da so vurstoin. Wann da Papa ohne de Mama .

Gerold Haubinger (brüllt):

Untersteh dich! Ruhe jetzt! Alle! (und noch lauter, nachdem es an die Tür geklopft hat) Herein!!

Martha Schößwender, Zugehfrau (tritt schüchtern ein):

Ich wollt' nicht stören, die Herrschaften. Tschuldigung. Hab' nur was vergessen.

Lenny:

Jo hallo Oma!

Martha:

Lenny, Bua, was machst denn du da?

Lenny:

Ah, ich schlaf' öfter bei da Sissy. Mei neuer Zahn, vastehst?

Martha (kopfschüttelnd):

Jessasmarandjosef, mit'm Dirndl von da Herrschaft. (und darauf, hinter sich deutend) Ah ja, unt' bei der Tür war ein Herr, der wollt' zur gnädigen Frau. Den hab' ich gleich mit raufgnommen. Is' eh recht?

Giovanni, Besitzer der Eisdiele "La Dolce Vita", tritt ein. Dunkler Anzug, im Arm gut ein Dutzend roter Rosen, zu Irma Haubinger:

Belissima! Cara mia! Bin i gekommen, wie versproche gestern! Amore mio, nehm' i di mit in meine Casa. Insieme per sempre, für immer zusamme, si?

Konrad:

Hihi, der Onkel is lustig!

Irma Haubinger erwägt eine vorgetäuschte Ohnmacht, Gerold Haubinger schlägt mit der Stirn auf der Tischplatte auf. Aus dem Salon hört man die Wiener Philharmoniker unisono ein gutes neues Jahr wünschen. Vorhang.

Das war er also nun, unser kleiner Ausflug ins Innviertler Großbürgertum. Denn das gibt's halt auch bei uns. Zumindest etliche von jenen, die sich dafür halten. Ich persönlich lehne ja dieses ohnehin nur eingebildete Gefälle, jedwede Standesdünkel grundsätzlich ab. Hat nämlich mit Herzensbildung so rein gar nichts zu tun. Der Onkel Franz ist da ganz meiner Meinung. Letztlich, so meint er, kommen wir alle aus demselben Froschweiher. Und recht hat er. Wie oben stehende Geschichte beweist.

Weiter geht unsere Reise durch das noch junge Jahr. Kaum liegt der Jänner hinter uns, befinden wir uns schon mitten im Fasching. Ja,...

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