Muhammad Ali - Das Leben einer Legende

 
 
Plassen Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. März 2021
  • |
  • 432 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86470-727-8 (ISBN)
 
Muhammad Ali war eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten unserer Zeit. Er war eine Legende von mythischen Ausmaßen, die weit über das Boxen hinaus wirkte und sich über den Sport erhob. 1999 kürte das Internationale Olympische Komitee ihn zum "Sportler des Jahrhunderts".
Auf der Grundlage exklusiver Gespräche mit Familienmitgliedern, engen Freunden, Mitarbeitern und Gegnern bietet Boxexperte Fiaz Rafiq einen fesselnden und faszinierenden Einblick in das Leben dieses außergewöhnlichen Menschen. Muhammad Alis Geschichte ist ein Epos, das von Tapferkeit, Mut, Hoffnung und unbeugsamem Willen geprägt ist. Diese Biografie ist die ultimative Hommage an diese Ikone - rechtzeitig zum 80. Geburtstag des "Größten aller Zeiten".
1. Auflage
  • Deutsch
  • Kulmbach
  • |
  • Deutschland
  • 7,84 MB
978-3-86470-727-8 (9783864707278)
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Fiaz Rafiq war 15 Jahre lang Chefkolumnist von MAI, einem Bestsellermagazin für Kampfsport. Der professionelle Sport- und Unterhaltungsautor schreibt insgesamt für mehr als ein halbes Dutzend Zeitungen und Magazine, unter anderem für Men's Fitness und Muscle & Fitness.

EINLEITUNG


In den 1960er-Jahren betraten zwei Sportler die Weltbühne, die eines Tages einen solchen Ruhm ernten sollten, dass man jeden von ihnen anhand eines einzigen Namens erkennen würde. Beide waren schwarz und von wenig verheißungsvoller Herkunft. Beide wurden unermesslich reich und wurden auf ihren Gebieten zu Synonymen für Erfolg. Der Brasilianer Edson Arantes do Nascimento wurde unter dem Namen Pelé zum größten Fußballspieler und zu einer Ikone des beliebtesten Mannschaftssports der Welt. Parallel dazu wurde Ali zum Massenphänomen, während er den Boxsport zu einer Art Kunst erhob. Doch während Pelé und Ali beide halfen, aus ihrem jeweiligen Sport das "schöne Spiel" und die "süße Wissenschaft" (sweet science) zu machen, ging Ali einen Schritt weiter: Er transzendierte seinen Sport und wurde zu etwas Größerem.

Die wichtigsten Stationen seines Lebens sind natürlich wohlbekannt. Ali wurde am 17. Januar 1942 als Cassius Marcellus Clay Jr. geboren und wuchs in Louisville, Kentucky, in einer afroamerikanischen Familie auf, die damals zur Mittelschicht gehörte. Im Jahr 1964 änderte er seinen Namen in Muhammad Ali, nachdem er sich der umstrittenen religiösen Gruppe Nation of Islam angeschlossen hatte, wenige Tage nachdem er Sonny Liston, der für seine enorme Schlagkraft bekannt war, die Krone des Schwergewichtsboxens abgenommen hatte. Viele halten diesen Titel für den wichtigsten im Sport. Danach wurde er so schnell berühmt wie kein anderer Sportler vor ihm, und aus dem unbekannten Kleinstadtbewohner wurde ein Weltstar.

Natürlich ist jeder große Sportler ein Produkt seiner Zeit, und die Sechzigerjahre waren eine Zeit, in der die Gleichberechtigung für die Afroamerikaner und der Krieg die beiden wichtigsten Anliegen der amerikanischen Bevölkerung waren. Die Bürgerrechtsbewegung, die Mitte der Fünfzigerjahre im ganzen Land erstarkt war, hatte auf Ali einen gewaltigen Einfluss. Ihm wurde bewusst, dass die Afroamerikaner mit ihrem Blut und Schweiß dazu beigetragen hatten, Amerika aufzubauen, und dass sie dennoch unter Diskriminierung und Armut litten und verächtlich als Bürger zweiter Klasse behandelt wurden. Als Ali heranwuchs, wurden Afroamerikaner immer wieder von Weißen belästigt, verprügelt und sogar ermordet. Der Fall Emmett Till konnte seiner Aufmerksamkeit nicht entgangen sein. Der Ku-Klux-Klan wandte Gewalt gegen Schwarze an, attackierte und ermordete sie und brannte ihre Häuser nieder, vor allem in den Südstaaten. Der Kampf ging nicht nur um Bürgerrechte; die Menschen, die beim Aufbau des großartigsten Landes der Welt eine entscheidende Rolle gespielt hatten, wollten wie die weißen Bürger behandelt werden.

Deshalb verstärkte die Bewegung in den Sechzigerjahren ihre Bemühungen, Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit für die afroamerikanische Bevölkerung zu erringen. In diesem Kampf erhoben sich Führungspersönlichkeiten wie Malcolm X (auch als El Hajj Malik el-Shabazz bekannt) und Martin Luther King gegen den Rassismus und kämpften für Würde und Respekt, für soziale und wirtschaftliche Gleichheit. Dr. King war von Gandhis gewaltlosem Widerstand inspiriert, aber Malcolm X und die Nation of Islam zeigten weniger Neigung, sich an hohen moralischen Werten zu orientieren. Muhammad Ali schloss sich bald diesem Kampf an, bot dem Establishment die Stirn und riskierte dabei seine Karriere. Er trat für seine Überzeugungen ein und veränderte das Bild vom Afroamerikaner.

Mittlerweile erregte die Bürgerrechtsbewegung in den USA globale Aufmerksamkeit und wurde zum Eckstein für die weltweite Menschenrechtsrevolution. Die Kampagne für Bürgerrechte spielte sich zum größten Teil im Süden der Vereinigten Staaten ab, wo Märsche, Boykotte und "Sit-ins" die wichtigsten Protestformen waren. Ali kam zwar nicht aus dem Ghetto wie viele andere Afroamerikaner - er wuchs in einer Mittelschichtfamilie auf -, aber er verstand den Kampf aller anderen Schwarzamerikaner und war durchaus imstande, ihre Not nachzuempfinden. In einer Zeit, als der Schwergewichtsweltmeister als wohl größter Sportler auf dem Planeten galt, nutzte er seinen Status, um Probleme anzusprechen, die dringend der öffentlichen Aufmerksamkeit bedurften, und spielte in einem der explosivsten Jahrzehnte des Jahrhunderts bald eine führende Rolle.

Ein Hauptgrund dafür, dass Ali als Blitzableiter für Kontroversen diente, war natürlich seine Mitgliedschaft in der Nation of Islam. Sie wurde im Juli 1930 in Detroit, Michigan, von Wallace D. Fard Muhammad gegründet, um - in den Worten ihres Gründers - "den geknechteten und hilflosen schwarzen Menschen ein gründliches Wissen über Gott und über sich selbst zu vermitteln und sie in Form einer überlegenen Kultur und höheren Zivilisation zur Unabhängigkeit zu führen". Fard verschwand 1934 unter ungeklärten Umständen, und nach einer kurzen Interimsphase übernahm sein ehemaliger Assistent, später "the Honourable Elijah Muhammad" genannt, 1935 die Führung der Organisation, die er dann bis 1975 innehatte.

Die meisten Amerikaner jener Zeit wussten nicht, dass die "Nation" die wichtigsten Glaubenssätze der islamischen Theologie nicht einhält. Mehr noch, man kann behaupten, dass ihre propagierte Ideologie dem echten Islam widerspricht und von ihm verabscheut wird. Die Gruppe lehrte, ihr Gründer sei als Gott zu ihnen gekommen, 85 Prozent der Menschen seien leicht zu manipulierende "taube, stumme und blinde" Schafe und Afroamerikaner seien anderen Rassen überlegen. Diese Überzeugungen wurden kontroverser debattiert, als Malcolm X - eines der bekanntesten Mitglieder - der sich der Gruppe im Gefängnis angeschlossen hatte, diese im Jahr 1964 nach einem Streit mit Elijah Muhammad verließ. Malcolm X wurde sunnitischer Moslem, nachdem er eine Pilgerreise in die heilige Stadt Mekka unternommen hatte, und begann die "Nation" öffentlich zu kritisieren. Anfang 1965 wurde er während einer Rede in New York ermordet.

Es ist weithin anerkannt, dass Ali von Malcolm X in die Gruppe eingeführt wurde. Ali schloss sich ihr 1964 an und wurde einige Jahre später bei muslimischen Versammlungen gesehen, noch bevor er seine Mitgliedschaft öffentlich verkündete. Obwohl Malcolm X eine wichtige Rolle bei Alis Rekrutierung spielte, behauptete Ali, niemand habe ihn gedrängt, Moslem zu werden; dafür habe er sich selbst entschieden. Es ist leicht, zu behaupten, die "Nation" habe Ali als Plattform für die Veröffentlichung ihrer Botschaft ausgenutzt und ihm enorme Geldsummen abgenommen - aber Ali leugnete das fast bis ans Ende seines Lebens.

Der Vietnamkrieg, der von November 1955 bis April 1975 dauerte, war ein weiterer Wendepunkt in Alis Leben. Die USA begannen den Krieg, um eine kommunistische Übernahme Südvietnams zu verhindern. Diese Entscheidung war Teil einer umfassenderen Strategie, die kommunistische Bedrohung, wie sie damals genannt wurde, einzudämmen. Die Folgen waren jedoch verheerend für Amerikas nationale Psyche sowie für Vietnam und eine Generation von Soldaten, und der Krieg wurde bald unpopulär. Im Jahr 1965 gewann die Antikriegsbewegung im ganzen Land an Einfluss; drei Jahre später erreichte sie ihren Höhepunkt und blieb während des gesamten Krieges aktiv. Ihre Unterstützer waren Studenten, die Mittelschicht in den Vorstädten und sogar einige Regierungsinstitutionen.

Ali weigerte sich 1967, auf dem Höhepunkt des Krieges, Soldat zu werden. Er begründete das damit, dass ihm und den anderen Afroamerikanern in Amerika die Bürgerrechte verweigert würden und dass er daher nicht bereit sei, in einem anderen Land gegen Menschen zu kämpfen, die ihm nie etwas Böses getan hätten. Dafür zahlte er einen hohen Preis: Er durfte auf dem Höhepunkt seiner Karriere drei Jahre lang nicht boxen. Später jedoch machte ihn seine entschiedene Ablehnung des Krieges zum Helden.

Doch vor und nach dem Krieg fesselte Ali die Aufmerksamkeit und die Fantasie der Menschen nicht nur wegen seiner Schnelligkeit und seiner Aura oder wegen seiner kessen Lippe, sondern auch wegen seiner Leidenschaft. Einer seiner berühmten Aussprüche lautet: "Champions werden nicht in der Trainingshalle gemacht, sondern aus dem, was sie tief in sich tragen - ein Verlangen, einen Traum und eine Vision." Das waren keine leeren Worte. Ali bestätigte sie mit seinen legendären Kämpfen, dem Rumble in the Jungle und dem Thrilla in Manila, die zu den größten Kämpfen des Jahrhunderts gezählt werden.

Der letzte Teil seines Lebens hatte seine eigene Tragödie, aber auch seine eigenen Triumphe. Der redseligste aller Sportler konnte in seinen letzten beiden Dekaden auf dieser Erde kaum noch sprechen. Im Jahr 1984 wurde bei ihm die Parkinson-Krankheit diagnostiziert, aber er hörte nie auf, andere zu unterhalten und zu ermutigen. Parkinson stahl diesem einst mächtigsten Mann fast alles. Früher hatte er auf Pressekonferenzen und im Fernsehen die Aufmerksamkeit aller gefesselt und mit seiner extravertierten Persönlichkeit den Straßenverkehr und Flughäfen zum Stillstand gebracht; nun machte er Menschen auf der ganzen Welt mit...

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