Millionär unterm Mistelzweig

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Oktober 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-809-2 (ISBN)
 
Warum fühle ich mich denn zu ihm hingezogen? fragt sich Miranda verwirrt. Callum Ironstone ist am Tod ihres Vaters schuld! Und ausgerechnet er gibt ihr die Chance ihres Lebens: Ihr kleiner Partyservice soll ein wichtiges Weihnachtsdinner für ihn ausrichten. Dazu kann Miranda nicht Nein sagen. Doch schon wenige Tage später landet sie unversehens mit dem attraktiven Millionär unterm Mistelzweig. Gern würde sie ihn höhnisch auslachen, ihn heftig von sich stoßen. Aber da spürt sie schon seine Lippen auf dem Mund und wird in seinen Armen schwach - in den Armen des Feindes!
  • Deutsch
  • Hamburg
  • 0,43 MB
978-3-86349-809-2 (9783863498092)
3863498097 (3863498097)

1. KAPITEL

Callum blieb an der Türschwelle stehen und betrachtete die Frau, die vor dem Empfang auf und ab lief. Sie war ein echter Hingucker. Ihr Haar glänzte im Licht der Sonnenstrahlen, die durch das Oberlicht hereinfielen, wie pures Gold.

Als er gerade einen Schritt auf sie zu machen wollte, wandte sie sich an die Empfangsdame. "Callum Ironstone hat mich für drei Uhr hierher bestellt", sagte sie und blickte demonstrativ auf ihre schlichte Armbanduhr. "Jetzt ist es zehn nach. Wie lange gedenkt er, mich noch warten zu lassen?" Ihre rauchige Stimme klang ziemlich ungeduldig.

Callum hielt mitten in der Bewegung inne. Das war Miranda Owen? Völlig unmöglich! Er musterte sie von Kopf bis Fuß: Ihre schlanken Beine steckten in einer durchsichtigen schwarzen Strumpfhose, darüber trug sie einen eleganten, aber hautengen schwarzen Rock. Der dunkle Rollkragenpullover betonte die schmale Taille, und über dem Arm lag ein safrangelber Mantel.

Aus dem hintersten Winkel seines Gedächtnisses beschwor er das Bild eines molligen Teenagers in einem ausgebeulten Pullover, Jeans und dreckverschmierten gelben Gummistiefeln herauf. Die schimmernden Locken dieser Frau hatten nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem ungepflegten Pferdeschwanz, den sie früher getragen hatte, und die Zahnspange war auch verschwunden.

Callum räusperte sich vernehmlich, und die Frau fuhr herum. Ihre Blicke trafen sich, und sein Magen zog sich zusammen. Feindselig funkelte sie ihn aus ihren großen, karamellbraunen Augen an. Eines hatte sich anscheinend nicht verändert: Miranda Owen gab ihm immer noch die Schuld am Tod ihres Vaters. Doch so schnell ließ er sich nicht einschüchtern. Ungerührt ging er über den glänzenden Marmorfußboden auf sie zu. "Miranda - danke, dass du gekommen bist."

"Callum."

Die Art, wie sie seinen Namen regelrecht ausspie, bewies ihre tief empfundene Abneigung. Als er die Hand ausstreckte, zögerte Miranda kurz, ergriff sie dann aber mit einem entnervten Seufzen. Ihr Händedruck war fest und zupackend, die Haut dagegen wunderbar weich. Bevor Callum diese gegensätzlichen Eindrücke verarbeiten konnte, entriss sie ihm auch schon wieder die Hand.

"Warum hast du mich hergebeten?", fragte sie ohne Umschweife.

Eine Frau, die schnell zum Punkt kam - ganz nach seinem Geschmack. "Lass uns in mein Büro gehen. Möchtest du einen Kaffee?" Vor seinem geistigen Auge sah er, wie eine drei Jahre jüngere Miranda auf der Beerdigung des Vaters löffelweise Zucker in ihren Kakao schaufelte.

"Nein, danke", lehnte sie knapp ab.

Callum nickte der Empfangsdame zu. "Bringen Sie Ms Owen bitte eine heiße Schokolade und für mich Kaffee. Und extra Zucker, bitte." Dann nahm er Miranda am Arm und führte sie in sein geräumiges Büro.

"Ich bin kein Kind mehr!", erwiderte sie bissig und sah ihn wütend an. Sie hatte wirklich unglaublich lange Wimpern. Callum spürte ein leichtes Kribbeln im Bauch. "Und ich möchte auch keinen Kakao!"

"Es ist kaum zu übersehen, dass du kein Kind mehr bist", erwiderte er und betrachtete sie mit einem abschätzenden Blick. "Du hast dich ziemlich verändert."

"Du aber nicht!" Miranda befreite sich aus seinem Griff und trat einen Schritt zur Seite.

Diese Frau war immer noch genauso widerspenstig wie früher. Das Kribbeln in Callums Bauch war fort. "Vielleicht habe ich mich getäuscht", sagte er. "Für einen Moment kam es mir so vor, als wärst du erwachsen geworden."

Ein Schatten legte sich über ihr Gesicht. "Es tut mir leid", murmelte sie.

Callum bezweifelte, dass sie ihr forsches Auftreten wirklich bedauerte. Doch ihr furchtsamer Blick machte ihn stutzig. Wovor hatte sie Angst? Noch während er sie musterte, straffte sie die Schultern und schüttelte jegliche Verletzlichkeit ab.

Wortlos deutete Callum auf die zwei großen Ledersofas, die neben einem riesigen Bücherregal thronten. Dahinter erinnerte der geschmückte Weihnachtsbaum daran, dass es eigentlich die Zeit der Versöhnung war. Mirandas eisiger Miene nach zu urteilen hatte sie aber alles andere als Versöhnung im Sinn, und er konnte es ihr nicht verdenken.

"Wie wäre es, wenn wir noch mal ganz von vorne anfangen", schlug er vorsichtig vor.

Ohne zu antworten, stürmte Miranda an der gemütlichen Sitzgruppe vorbei auf den wuchtigen Konferenztisch zu. Sie warf den Mantel und ihre schwarze Tasche unbeherrscht auf einen Stuhl.

Sie wollte die harte Tour? Die konnte sie kriegen. Callum zuckte die Schultern und setzte sich ihr gegenüber an den Tisch. "Ich habe dich hergebeten, weil ich dir ein Angebot machen möchte."

"Ein Angebot?", erkundigte sie sich erstaunt. "Mir?"

Callum kippelte mit seinem Stuhl nach hinten. "Du bist Köchin, stimmt's?" Er wusste verdammt gut, dass sie eine war, schließlich hatte er jeden Penny ihrer teuren Ausbildung bezahlt. Trotz ihres guten Abschlusses hatte sie danach eine Stelle als Köchin in einem beliebten Pub angenommen und nicht in einem schicken Café oder einem noblen Designhotel. Bevor sie misstrauisch werden konnte, fügte er hinzu: "Adrian hat mir erzählt, dass du in einer Filiale von The Golden Goose arbeitest."

Mirandas Bruder Adrian arbeitete in den Semesterferien als Aushilfsfahrer bei Ironstone Insurance, dem großen Versicherungsunternehmen, das Callums Familie gehörte. Ein paar Tage zuvor hatte Callum sich bei Adrian erkundigt, ob alles zu dessen Zufriedenheit laufe. Der junge Mann zeigte sich überaus dankbar für den Job und erzählte ihm nebenbei, dass Miranda von einer eigenen Cateringfirma träumte. Das war die Lösung - die einmalige Chance, endlich das schlechte Gewissens loszuwerden!

"Das stimmt", sagte sie verhalten.

Überschwängliche Freude sah anders aus. Callum kippte den Stuhl wieder nach vorne und stützte die Ellbogen auf den Tisch. Dann setzte er sein strahlendes Lächeln auf. "Es geht um Folgendes: Ich gebe am Samstagabend bei mir zu Hause eine Abschiedsfeier für den Geschäftsführer einer Firma, die vor Kurzem von Ironstone Insurance übernommen wurde."

"Und der kommt?"

"Oh, ja. Gordon behält seine Anteile an der Firma, und ich werde ihn den anderen Geschäftsführern vorstellen. Es gibt also etwas zu feiern."

Ein harter Ausdruck trat in ihre zarten braunen Augen. "Natürlich. Deine Brüder müssen sich mit dem wichtigen Teilhaber gutstellen."

Callum gefror das Lächeln im Gesicht. Die Fusion war seine Idee gewesen - und eine Erfolg versprechende dazu. Ironstone Insurance verschaffte sich dadurch einen immensen Wettbewerbsvorteil, und das auf viele Jahre. Gordon Harris war mindestens genauso versessen auf die Fusion wie die Ironstone-Familie. Er wollte in Pension gehen und alles etwas ruhiger angehen lassen. Aber Mirandas Bemerkung hielt Callum davon ab, ihr zu sagen, dass es noch einen anderen Anlass für die Feier gab. Sie würde sich nur darüber lustig machen, wie er seine Vermögenswerte zu schützen gedachte.

"Samstag . Meinst du kommenden Samstag?" Auf ihrer Stirn erschienen zwei steile Falten. Als er nickte, vertieften sie sich. "Das ist ziemlich kurzfristig", bemerkte Miranda.

Genau das war Callums Absicht: Er wollte sie unter Druck setzen, sodass sie Ja sagen musste. "Hast du Angst, dass du es nicht schaffst?", fragte er provokativ.

Sie funkelte ihn zornig an. "Wie viele Gäste werden da sein?"

Callum stand auf und ging zum Schreibtisch hinüber. Mühsam unterdrückte er ein triumphierendes Grinsen. Er griff nach einer Aktenmappe und legte sie vor Miranda auf den Tisch. "Hier steht alles drin."

Wenn er Miranda zu beruflichem Erfolg verhalf, indem er sie ein paar Leuten vorstellte, konnte er vielleicht endlich den Hass in den Augen des achtzehnjährigen Mädchens vergessen .

So lautete zumindest der Plan. In Anbetracht ihrer Reaktion bezweifelte er, dass es so einfach werden würde.

Er stellte sich hinter sie und atmete den zarten Vanilleduft ein, der sie umgab. Sie blätterte mit ihren schlanken Fingern durch die Unterlagen, die Callums Assistentin vorbereitet hatte. Bei der Höhe des Gehalts zuckte Miranda unmerklich zusammen. Zufrieden lächelte Callum. Dieses Angebot konnte sie unmöglich ablehnen. Wenn er ihr half, in diesem Business Fuß zu fassen und ihrem Traum ein Stückchen näher zu kommen, konnte er hoffentlich endlich die Erinnerung an die Anschuldigungen abschütteln, die sie ihm damals entgegengeschleudert hatte: Du hast meinen Vater getötet!

Selbstverständlich wusste er, dass es nicht so war. Thomas Owen hatte Selbstmord begangen, als er begriffen hatte, dass es zum Prozess kommen würde - einem Prozess, in dem er angesichts der erdrückenden Beweislast mit großer Sicherheit für schuldig befunden worden wäre. Ein Angestellter, der das Geld seines Arbeitgebers veruntreute, konnte vor Gericht nicht mit Milde rechnen. Thomas Owen musste gewusst haben, dass ihm eine Gefängnisstrafe drohte.

Und doch hatte sein Selbstmord Callum mehr zugesetzt, als er zugeben wollte. Er fühlte sich bis zum heutigen Tag schuldig, und das gedachte er zu ändern.

Die Zahlen verschwammen Miranda vor den Augen. Sie nahm nichts mehr um sich herum wahr, sondern durchlebte noch einmal den brennenden...

Dateiformat: EPUB
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