Welt mit Zukunft

Die ökosoziale Perspektive
 
 
Murmann Publishers
1. Auflage | erschienen am 15. April 2011 | 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86774-157-6 (ISBN)
 
Der Mensch ist ein Erfolgsmodell. Seit dem Abwandern der ersten Hominiden aus Afrika hat er sich als 'Superorganismus' über den ganzen Globus ausgebreitet. Damit stößt er heute beinahe überall an seine Grenzen. Die Weltfinanzmarktkrise ist ein Beispiel dafür, was noch alles kommen kann. Die Autoren sehen einen fundamentalen Wandel voraus und plädieren daher für ein zukunftsfähiges Programm: eine erweiterte ökosoziale Marktwirtschaft und einen Global Marshall Plan - ökosozial statt marktradikal.

FRANZ JOS E F RADERMACHER, geboren 1950, ist Professor für 'Datenbanken und Künstliche Intelligenz' an der Universität Ulm. Er ist Mitglied des Club of Rome, Träger des Global Conscious Award und wurde ausgezeichnet mit dem Robert-Jungk-Preis. Zuletzt erschien von ihm 'Global Impact' (Koautor, 2010). BERT BEYERS, geboren 1956, studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte. Er ist Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Zuletzt veröffentlichte er 'Der Ecological Footprint - Die Welt neu vermessen' (2010).
Deutsch
Hamburg
0,90 MB
978-3-86774-157-6 (9783867741576)
3867741573 (3867741573)
weitere Ausgaben werden ermittelt
FRANZ JOS E F RADERMACHER, geboren 1950, ist Professor für "Datenbanken und Künstliche Intelligenz" an der Universität Ulm. Er ist Mitglied des Club of Rome, Träger des Global Conscious Award und wurde ausgezeichnet mit dem Robert-Jungk-Preis. Zuletzt erschien von ihm "Global Impact" (Koautor, 2010). BERT BEYERS, geboren 1956, studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte. Er ist Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Zuletzt veröffentlichte er "Der Ecological Footprint - Die Welt neu vermessen" (2010).
  • Inhalt
  • Vorwort zur ersten Auflage von HRH Prinz El Hassan bin Talal, Jordanien, Präsident des Club of Rome
  • Vorwort zur überarbeiteten Auflage
  • Summary - Der Kern des Ökosozialen
  • Nachhaltigkeit
  • Markt und Nachhaltigkeit
  • Gute Absichten sind nicht genug
  • Strikter Umweltschutz
  • Innovation als Schlüssel
  • Chancengleichheit ist ein wichtiges Prinzip, reicht aber nicht aus
  • Balance schafft die reichsten Gesellschaften
  • Ordnungspolitik ist zentral
  • Faire Besteuerung aller Wertschöpfungsprozesse
  • Wachstum
  • Doppelstrategie
  • Einleitung
  • 1. Superorganismus Menschheit
  • Bevölkerungswachstum - ein Programm läuft aus
  • Chaotische Zustände?
  • Der Motor der Geschichte: Kommunikation und Interaktion
  • Der Mensch hält das hohe Tempo nicht mehr aus
  • Achtung Bumerang: Neue Technik gebiert neue Probleme
  • Technischer Fortschritt?
  • Eine zukünftige stabile Welt ist denkbar
  • Rechner verändern die Welt
  • Die Intelligenz von Superorganismen
  • Superorganismus Menschheit - eine Chance
  • 2. Nahrung und Energie
  • Frieden mit der Natur
  • Der unterirdische Wald
  • Ein neues Denkmodell
  • Das Gespenst des Hungers
  • Das Imperium der Rinder
  • Saubere und preiswerte Energie
  • Wichtiger denn je: der »göttliche Ingenieur«
  • Eine reiche Welt, keine des Verzichts
  • 3. Klima und neue Wälder
  • Klima und Ozeane
  • Klimagerechtigkeit
  • Besteuerung direkt an der Quelle
  • Das »Wunder von Kopenhagen«
  • Die Aufgabe
  • Joker gesucht
  • Bäume, nichts als Bäume
  • Das Weltwaldregime und die Kosten
  • Russland, Saudi-Arabien und die anderen
  • Ein Weltklimavertrag nach Kopenhagen und Cancún
  • § 1 Vertragsstaaten
  • § 2 Weltwaldregime
  • § 3 Internationaler Schiffs- und Flugverkehr
  • § 4 Compliance
  • § 5 Verpflichtungen von Industriestaaten
  • § 6 Emissionsstarke Schwellenländer
  • § 7 Niedrig und niedrigst emittierende Staaten
  • § 8 Klimafonds
  • § 9 Globales Cap
  • § 10 Handelbare Klimazertifikate / Cap-and-Trade-System
  • § 11 WTO-konforme Grenzausgleichsabgaben
  • § 12 Kapitalisierung / Wegkauf von Emissionszuwachsrechten
  • § 13 Klimazertifikate und Klimaneutralität
  • Die Schicksalsfrage
  • Klimadoppelstrategie[64]
  • 4. Der Mythos vom freien Markt
  • Wir haben nur diesen einen Planeten
  • Wie löst man ein Gefangenendilemma?
  • Die Rolle der WTO
  • Reiche verursachen die meiste Verschmutzung
  • Wohlhabende Länder sind sozial ausgeglichen
  • Reichtum ist systemischer Natur
  • Konkurrenz ist wichtig, Kooperation ist wichtiger
  • Ökosoziale Marktwirtschaft als Garant höchsten Wachstums
  • Wer die Regeln setzt, hat die Macht
  • 5. Die drohende Insolvenz der Staaten
  • Wert und Wertillusion
  • Der Staat als Feuerwehr
  • Geld, Kredit, Bankenwesen
  • Die Krise von 1929
  • Der lange Boom des leichten Geldes
  • Finanzmythen
  • Der Finanzkollaps der Staaten
  • Hyperinflation, Währungsschnitt oder Vermögensabgabe
  • Neue Regeln für den Finanzmarkt
  • G 20 als Chance
  • Lösungsansätze
  • 6. Aufklärung in Zeiten der Globalisierung
  • Ökosozial statt marktradikal
  • Eine bessere Globalisierung ist möglich
  • Technik ist eine Chance
  • Für ein ökosoziales Weltwirtschaftswunder
  • Zukunft braucht Werte
  • Aufklärung in Zeiten der Globalisierung
  • Kultur setzt Grenzen
  • Unified Earth Theory
  • 7. Drei Zukünfte
  • Szenario 1: »Kollaps«
  • Szenario 2: »Ökodiktatur / Brasilianisierung«
  • Szenario 3: »Globale Ökosoziale Marktwirtschaft«
  • Europa als Erfolgsmodell
  • Wie schafft man einen Weltvertrag?
  • 8. Globale Ökosoziale Marktwirtschaft
  • Der dreieckige Tisch
  • Ökologie, Soziales, Wirtschaft
  • Nachhaltigkeit und Ökosoziale Marktwirtschaft
  • Die ordoliberale Position
  • Was ein Land reich macht
  • Der gemeinsame Markt
  • Globalisierung gestalten
  • Zentrale Parameter
  • Innovation und doppelter Faktor 10
  • Unterschiedliche Perspektiven
  • Herkunft der Idee der Ökosozialen Marktwirtschaft
  • Alleinstellungsmerkmale
  • 9. Gleichheit, Ungleichheit und die Rolle des Einzelnen
  • Arm und reich
  • Wie viel Ungleichheit ist verträglich?
  • Wir leben im Zustand einer globalen Apartheid
  • Chancengleichheit ist wichtig, reicht aber nicht
  • Ohne staatliche Ordnung kein breiter Wohlstand
  • Finanzierung der Voraussetzungen von Wertschöpfung
  • Vieles im eigenen Erfolg ist Glück
  • Das System erzeugt den Wohlstand
  • Balancierte Equity
  • Was jeder Einzelne tun kann
  • Vision Rio+20
  • 10. Der Global Marshall Plan
  • Eine Investition in die Zukunft
  • Ziel 1: Millenniumsentwicklungsziele verwirklichen
  • Ziel 2: Pro Jahr zusätzlich 100 Milliarden US-Dollar aufbringen
  • Ziel 3: Faire Mechanismen zur Bereitstellung der Mittel
  • Ziel 4: Ein Grand Design für die globale Ökosoziale Marktwirtschaft
  • Ziel 5: Selbstgesteuerte Entwicklung ermöglichen
  • Ziel 6: Bisherige Entwicklungszusammenarbeit nicht schmälern
  • Ziel 7: Parlamentarische Versammlung bei den Vereinten Nationen
  • Ziel 8: Klimagerechtigkeit als Grundlage für ein globales Klimaregime
  • Ziel 9: Für eine Weltsteuerbehörde
  • Ziel 10: Steuerbemessungsbasis und Besteuerung international harmonisieren
  • Ziel 11: Steuerparadiese und Offshore-Handelsplätze einhegen
  • Ziel 12: Konsistente Regulierung des Weltfinanzsystems
  • Ziel 13: Ein kohärentes Labelsystem ökosozialer Standards für Produkte und Dienstleistungen
  • Ziel 14: Ein Labelsystem für die gesamte Wertschöpfungskette
  • Ziel 15: Globale Ökoeffizienzrevolution
  • Epilog: Ultimative Ressource Zeit
  • Ökosozial statt marktradikal
  • Eine bessere Globalisierung ist möglich
  • Technik ist eine Chance
  • Für ein ökosoziales Weltwirtschaftswunder
  • Zukunft braucht Werte
  • Aufklärung in Zeiten der Globalisierung
  • Der Global Marshall Plan
  • Anmerkungen
  • Was jeder Einzelne tun kann
  • Equity-Situation 2009
  • Webadressen
  • Literatur
  • Danksagung
  • Die Autoren
  • Impressum
9. Gleichheit, Ungleichheit und die Rolle des Einzelnen (S. 295-296)

Arm und reich

Balancierte Gleichheit (Equity) in Gesellschaften kann aus vielem resultieren. In funktionierenden asiatischen Wohlfahrtsstaaten ist eine vergleichsweise kleine Spreizung der Einkommen die Methode der Wahl. In Kontinentaleuropa herrscht meistens eine größere Bandbreite von Einkommens- und Verteilungsverhältnissen als in Asien, verbunden mit einer progressiven Einkommensbesteuerung. In manchen europäischen Staaten ist zusätzlich ein starkes soziales Element in der proportionalen Umlagefinanzierung der Sozialsysteme angelegt.

Dagegen sind die Verhältnisse im angelsächsischen Raum schon ziemlich rau. Extrem ist die Spreizung der Einkommen in den USA, die Sozialsysteme sind zugleich relativ schwach ausgebildet. Bis zur Reform durch Präsident Obama waren 50 Millionen US-Amerikaner ohne Versicherungsschutz im Gesundheitsbereich. Balance ist die Voraussetzung für breiten Wohlstand – eines der Themen, worüber philosophisch hart gestritten wird.

Wie viel Einkommen sollte jemand haben dürfen beziehungsweise umgekehrt, wie weit sollte für Querfinanzierungssysteme steuerlich auf Einkommen zugegriffen werden dürfen? Gibt es Argumente für Balance? Oder für Mäßigung bei denen, die sehr viel haben? Infolge der Weltfinanz- und Weltwirtschaftskrise ist eine Debatte über Reichtum und Armut, über eine sich öffnende Schere im Sozialen und die Frage nach der Gerechtigkeit der Einkommensverteilung ausgebrochen.

Dabei gibt es unterschiedliche Positionen. Die einen beklagen, dass an der Spitze der Pyramide unglaublich viel Geld verdient wird, dies zudem unter Nutzung grenzüberschreitender oder auch illegaler Methoden weitgehend steuerfrei. Während die untersten Einkommensgruppen, aber auch die Hartz-IV-Empfänger unter Globalisierungsdruck, absurd niedrigen Löhnen und absehbaren weiteren Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Staatsverschuldung leiden.

Zu beobachten sind typische Phänomene einer Umverteilung von unten nach oben, verbunden mit einem Ausdünnen der Mitte und einer Marginalisierung der Schwächsten (Prekarisierung). Dies hat zu einer Debatte über ein »bedingungsloses Grundeinkommen« geführt, für das sich inzwischen auch mancher Unternehmer einsetzt.

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

15,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen