All-in für die Liebe

 
 
Mira Taschenbuch Verlag
  • erschienen am 30. April 2021
  • |
  • 208 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7457-5289-2 (ISBN)
 
Als Party-Girl in Las Vegas führt Alexa ein aufregendes Leben. Wie gut, dass sie sich nach durchtanzten Nächten auf ihren besten Freund Carter verlassen kann! Er hilft ihr auch, als sie ihren Ruf plötzlich für einen geschäftlichen Deal aufpolieren muss - und spielt auf ihre Bitte hin ihren Verlobten. Und zwar so leidenschaftlich, dass Alexa in seinen Armen förmlich dahinschmilzt! Carter Hayes ist Sex pur! Der Einsatz ist hoch, doch Alexa ist versucht, für ein paar Nächte voller Lust und Hingabe ihre älteste Freundschaft aufs Spiel zu setzen ...
Auflage
  • Deutsch
  • 1,27 MB
978-3-7457-5289-2 (9783745752892)

1. KAPITEL

Alexa Lawson verließ den gläsernen Fahrstuhl auf der Etage ihres Casinos. Solange ihr Onkel geschäftlich im Ausland unterwegs war, hatte sie das Sagen im Halcyon, dem neuesten Inbegriff der Dekadenz in Las Vegas. In der Stadt war bekannt, dass sie die Verantwortung für alle drei Casinos ihres Onkels trug, aber dieses war ihr das Liebste, weil sie es selbst entworfen hatte.

Das Halcyon war das einzige Casino der Stadt, das unverkennbar eine weibliche Handschrift verriet. Blitzende Lichterketten fielen von der Decke wie lange Ketten glitzernder Perlen, die sich im weißen Marmorboden spiegelten. Goldene Oberflächen glänzten unter Kronleuchtern aus Messing, während üppige Pflanzen mit exotischen weißen und pfirsichfarbenen Blüten von den Wänden herabhingen und den Betrachter daran erinnerten, welche irdischen Vergnügen zu entdecken waren, wenn man alle Hemmungen fallen ließ.

Alexa hatte das Design nach einem Aufenthalt in Athen entworfen, wo sie Gast auf einer Hochzeit gewesen war. Das Casino vereinte romantische Elemente der Alten Welt mit einem Hauch amerikanischer Frivolität.

Sie war jetzt auf dem Weg nach Hause und gönnte sich im Vorübergehen eine in Schokolade getauchte Feige vom Tablett eines der Kellner. Er trug nichts weiter als eine helle Leinenhose und ein Lederarmband mit dem in Gold eingravierten 'Halcyon'. Der neue Kellner mit seiner wie gemeißelt wirkenden Bauchmuskulatur war ein Liebling der Besucher.

Auf seinem Namensschild stand 'Apollo', aber sie bezweifelte, dass das sein wahrer Name war.

"Wie ich sehe, nehmen Sie das Motto des Casinos wörtlich", bemerkte Alexa und spielte damit auf die Wortherkunft von Halcyon - 'heiter' und 'friedlich' - an. Ihr Blick wanderte von dem Namensschild, das ihm an einem Goldkettchen um dem Hals hing, hinauf zu seinem sexy Lächeln.

"Natürlich, Ma'am." Apollo zwinkerte ihr zu und brachte sie damit zum Lächeln.

"Flirtest du mit deinen Angestellten?", ließ sich eine vertraute Stimme hinter ihr vernehmen. Es war eine tiefe Stimme, leicht angeraut - sie erinnerte an einen vollmundigen Cabernet Sauvignon mit feinen Röstaromen. Sie gehörte ihrem besten Freund Carter Hayes, der höchst amüsiert schien.

Alexa dankte dem Kellner, und er verschwand, um das Wunder seiner durchtrainierten Bauchmuskulatur den zahlenden Gästen zu präsentieren.

"Hey, Darling." Sie biss in die Feige und fing einen Blick von Carter auf, als sie sich einen Krümel Schokolade mit der Zungenspitze aus dem Mundwinkel leckte. "Welchem Umstand verdanke ich das Vergnügen deines Besuchs?"

Er schüttelte den Kopf über ihre bewusste Provokation. Es machte ihr immer wieder Spaß, ihn hochzunehmen. Er konnte so unglaublich spießig sein. Als seine beste Freundin fühlte sie sich mehr oder weniger verpflichtet, dafür zu sorgen, dass er gelegentlich etwas lockerer wurde.

Er vergrub die Hände in den Taschen seiner alten Chinohose und runzelte die Stirn. "Wir sollten uns woanders unterhalten."

"Meinst du?" Sie biss noch einmal in die Feige und ließ ihre Lippen etwas länger an der Frucht als nötig. "Klingt ja wichtig."

Um seine Mundwinkel zuckte es verdächtig. "Du weißt, dass du mich anturnst, oder? Schließlich bin ich nicht aus Stein."

Sie lachte. "Glaub mir, das weiß ich." Eine ihrer Freundinnen hatte erst vor wenigen Tagen in den blühendsten Farben davon geschwärmt, was für ein toller Mann er war. Alexa hatte Maggie unterbrochen, bevor sie wirklich ins Detail gehen konnte, aber es hatte auch so genügt.

Carter nahm ihr den Rest der Feige ab und steckte sie sich in den Mund, bevor sie ihn noch weiter damit quälen konnte. Er kaute bedächtig, ohne sie dabei aus den Augen zu lassen. Dann schluckte er, und sein Adamsapfel bewegte sich in seinem kräftigen Hals auf und ab.

Er war ihr etwas nerdiger, scheuer Mitschüler gewesen, der sie einmal mit einer Karte zum Ankreuzen von JA oder NEIN um ein Date gebeten hatte. Urplötzlich war er dann zu einem der reichsten Männer von Las Vegas geworden und zu einem der begehrtesten Junggesellen.

"War sie gut?", fragte sie mit einem Blick auf den Stängel der Feige in seiner Hand.

"Immer." Er zwinkerte ihr zu.

Kopfschüttelnd gingen sie zu den Fahrstühlen hinüber. Es war nicht ungewöhnlich, dass Carter in einem ihrer Casinos auftauchte. Er hatte eine Gesichtserkennungssoftware entwickelt, die Fotos der Besucher machte und sie mit den hinterlegten Daten abglich, um sicherzugehen, dass Dealer und Kunden nicht zusammenarbeiteten, um dem Casino das Geld abzuknöpfen. Die Software konnte auch noch einiges andere, aber dies war der Teil, den Alexa verstand. Es war gut zehn Jahre her, dass er als Programmierer gearbeitet hatte, aber auf seinem rechten Arm hatte er eine Reihe von Tattoos mit Binärcodes zur Erinnerung daran, womit er sein Vermögen verdient hatte.

Im Aufzug benutzte sie ihre persönliche Schlüsselkarte, um zu ihrer Büroetage zu gelangen.

"Wie ich sehe, trägst du heute meinen Lieblingshoodie." Wenn er mit anderen Frauen verabredet war, trug er stets maßgeschneiderte Dreiteiler, die seine breiten Schultern zur Geltung brachten und mehr als die Anzahlung auf ein Haus kosteten. Aber Alexa war diese Mühe offensichtlich nicht wert.

Er betrachtete sein navyblaues Sweatshirt. "Diesen hier magst du also am liebsten?"

"Natürlich. Dieser bringt deine Augen gut zur Geltung."

Er lachte. "Ganz wie du meinst, Alexa."

"Ich achte auf so etwas, Carter. Du traust mir viel zu wenig zu."

Er verschränkte die kräftigen Arme vor der Brust und zog eine hellbraune Braue empor, sodass sie sich über seine runden mit Schildpatt eingefassten Brillengläser hob. "Du hast nicht auf eine einzige Nachricht reagiert, die ich dir in den letzten drei Wochen geschickt habe. Ich weiß nur aus den sozialen Medien, dass du noch lebst. Die Fotomontage deiner aktuellen Dates ist sogar für deine Verhältnisse beeindruckend."

"Lass uns nicht streiten, Carter", bat sie und tätschelte ihm dabei die Schulter. "Es tut mir leid, dass ich auf deine Nachrichten nicht reagiert habe, aber solange Onkel John nicht da ist, leite ich drei Casinos."

"Und hast nebenher offensichtlich ein intensives Privatleben."

Alexa zuckte die Schultern. "Wir sind in Vegas. Ich habe einen Ruf zu wahren. Zumindest habe ich nicht mit einem deiner Freunde geschlafen. Das ginge etwas zu weit, findest du nicht?"

Er hatte den Anstand, verlegen zu werden. "Ich habe erst hinterher erfahren, dass du mit Maggie befreundet bist."

"Für einen Mann, der sich so für meine Accounts in den sozialen Medien interessiert, wäre es doch ein Leichtes gewesen, das herauszufinden." Sie sollte den Mund halten. Es ging sie nichts an, mit wem er schlief. Schließlich scrollte sie ja auch nicht durch die Liste seiner Follower, bevor sie mit jemandem schlief.

Der Fahrstuhl hielt auf ihrer Etage. Sie unterbrachen ihr Gespräch, bis sie in ihrem Büro waren - ihrem geliebten chaotischen Rückzugsort. Der Schreibtisch und die Sitzecke waren mit weißen Rosen, pfirsichfarbenen Peonien und blauen Hortensien geschmückt, während helle Samtvorhänge das große Fenster rahmten, das auf den Vegas Strip hinausging.

"Essen?", fragte sie, während sie ihnen an der Minibar einen Dirty Martini mixte.

"Mexikanisch?", schlug er vor.

Sie gab ihre Bestellungen über das Telefon an ihre Assistentin weiter und reichte ihm dann seinen Drink.

Sie nahm neben ihm auf dem mit weißem Samt bezogenen Sofa Platz. "Wie ich sehe, hast du mir kein Geschenk mitgebracht. Das lässt ja vielleicht den Schluss zu, dass die Neuigkeiten, die du für mich hast, nicht zu schlimm sind."

Er zog ein kleines Päckchen aus der Tasche seines Sweatshirts. Sie schluckte. Es war ein so guter Tag gewesen, da wollte sie jetzt keine schlechten Nachrichten.

"Es gibt zwei Dinge, aber ich erzähle dir das vorwiegend Gute zuerst. Wir eröffnen ein zweites Büro in San Francisco. Es sieht also so aus, als würde ich für eine Weile fort sein."

Alexa starrte ihn an. Ihr Magen verkrampfte sich nervös. "Du verlässt Las Vegas?"

"Nicht auf Dauer, aber wahrscheinlich für mindestens ein Jahr."

"Ein ganzes Jahr!", entfuhr es ihr. "Ist das dein Ernst?"

Er nickte. Sie versuchte, die Bombe zu verdauen, aber es fiel ihr schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Ohne etwas zu sehen starrte sie auf den Tisch vor sich auf das Schreiben eines berühmten Sängers und Tänzers, der in einem Monat Halcyons erster Künstler des Hauses werden sollte. Sie hatte Tag und Nacht dafür gearbeitet, diesen Vertrag unter Dach und Fach zu bekommen und den Künstler dazu zu bewegen, zu ihr zu kommen statt zu einem der bereits etablierten Casinos. Der Erfolg fühlte sich jetzt nur wie Staub in ihrem Mund an.

Carter war ihr bester Freund, ihr Fels in der Brandung und so etwas wie ihr Bruder - alles zusammen der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Sie waren seit der Grundschule hier in derselben Stadt gewesen. Sie hatte keinen Zweifel an der Stärke ihrer Freundschaft, aber in einem Jahr konnte viel passieren. Sie würden so viel vom Leben des anderen verpassen - die kleinen Dinge des Alltags, die nächtlichen Drinks und die gemeinsamen Mittagessen, die ihre Freundschaft ausmachten. Aber er hatte natürlich recht gehabt - sie hatte ihn auch so in den vergangenen Monaten kaum gesehen.

"Aber es ist...

Schweitzer Klassifikation
BISAC Classifikation

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

3,49 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen