Wer nichts hat, kann alles geben

Wie ich meine Reichtümer gegen den Sinn des Lebens eintauschte
 
 
Ludwig Buchverlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. April 2011
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05946-0 (ISBN)
 
Vom Millionär zum Glückspilz

Man braucht keine Millionen, um ein vermögender Mann zu sein - diese Einsicht bringt den Unternehmer Karl Rabeder dazu, sich von seinem Besitz zu trennen und mit dem Erlös eine Organisation für Entwicklungshilfe aufzubauen. Erst seit sein Geld anderen Menschen nützt, fühlt er sich wirklich reich. Die fesselnde Geschichte eines Mannes, der wagt, etwas Unerhörtes zu tun.

Möglichst viel arbeiten und es zu was bringen, das hat man Karl Rabeder seit seiner Kindheit beigebracht, und er hat es beherzigt. Er baut eine Firma auf und ist schon mit Mitte dreißig Millionär. Dazu kommen sportliche Höchstleistungen als Segelflieger. Doch der Erfolg und der Besitz, den er anhäuft, machen ihn nicht glücklich. Irgendwann empfindet er alles nur noch als Belastung. Was, fragt er sich, erwartet er eigentlich wirklich vom Leben?

Die Antwort findet Karl Rabeder auf seinen Reisen nach Lateinamerika. Dort kommt er mit der Mikrokredit-Idee in Berührung: Mit Kleinstkrediten können sich Arme und Bedürftige eine eigene Existenz aufbauen. Er verkauft nach und nach all sein Eigentum und gründet selbst eine Organisation für Mikrokredite, der er in Zukunft seine Zeit widmen will. Das Hab und Gut des Ex-Millionärs passt nun praktisch in zwei Rucksäcke, und zum ersten Mal im Leben ruht er in sich.

Karl Rabeders Beispiel zeigt, dass Erfüllung sehr wenig mit Geld zu tun hat, aber viel mit dem Mut, der eigenen Intuition zu folgen. Es motiviert, Unzufriedenheit zu verwandeln in Energie für einen radikalen Neuanfang.

  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
Ludwig bei Heyne
  • 0,28 MB
978-3-641-05946-0 (9783641059460)
3641059461 (3641059461)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Der Umzug (S. 66-69)

Mein neues Segelflugzeug war das erste Luxusobjekt, das ich mir leistete. Doch so sehr es mich auch freute, damit fliegen zu können, so unangenehm war es mir gleichzeitig, damit gesehen zu werden. Ich kam mir vor, als hätte ich mir eine mit Diamanten besetzte Rolex und einen Pelzmantel gekauft und würde damit durch Linz stolzieren. Mir waren Menschen schon immer suspekt, die ihren Reichtum demonstrativ zur Schau stellen, und ich wollte auf gar keinen Fall als Angehöriger dieser »Geld ist geil«-Fraktion abgestempelt werden.

Im Gegenteil: Ich fuhr ein unauffälliges Auto und trug einfache Kleidung. Aber jetzt war ich Besitzer eines derart auffälligen Flugzeugs. Wenn mich jemand fragte, woher ich das viele Geld hätte, um mir so ein teures Ding leisten zu können, erzählte ich deshalb etwas von »Kredit aufgenommen« oder »von meinen Beinahe-Schwiegereltern geliehen«.

Es brauchte niemand zu wissen, dass ich die umgerechnet 60 000 Euro für das Flugzeug in bar hatte bezahlen können. Ich war ein begeisterter Segelflieger und wollte lieber mit meinen fliegerischen Fähigkeiten auf mich aufmerksam machen als mit meinem Geld. Das gelang glücklicherweise auch recht bald: 1993 gewann ich damit meine erste Meisterschaft. Start und Ziel war der Flughafen im Örtchen Lienz südlich vom Alpenhauptkamm.

An zwei der insgesamt fünf Wettbewerbstage flog ich wie ein Außerirdischer, mit einer traumwandlerischen Sicherheit, die mir selbst fast unheimlich war. Mir war es an beiden Tagen als Einzigem gelungen, die gestellten Aufgaben zu bewältigen. Die Wetterbedingungen waren ausgesprochen widrig, am ersten Tag flog ich deshalb sogar bis nach Italien, weil ich dort eine vernünftige Wolke ausgemacht hatte, während es rundum wie aus Kübeln goss.

In einem kaum noch vorhandenen Aufwind hielt ich mich dann eine Dreiviertelstunde lang in der Luft und wartete darauf, dass das Wetter auf der Wettbewerbsroute wieder besser wurde. Als ich mich im Anflug auf den Flughafen Lienz-Nikolsdorf befand, nahm ich auf unserer Privatfunkfrequenz zuerst Kontakt zu Irene auf, die mich bei den Wettbewerben stets vom Boden aus betreute. »Gut, dass du einen Motor im Flugzeug hast«, sagte sie, im festen Glauben, dass ich mich nur so lange hatte in der Luft halten können, weil ich irgendwann auf Motorbetrieb umgestellt hatte.

»Was meinst du damit?«, fragte ich zurück und erklärte ihr, dass ich einen Umweg hatte fliegen müssen, weil mich sonst wohl der Regen vom Himmel gewaschen hätte. »Es werden in den nächsten Minuten bestimmt noch ein paar andere Flieger zum Flugplatz zurückkehren«, sagte ich. Nein, erwiderte sie, da käme keiner mehr, alle anderen Teilnehmer seien schon längst gelandet, nämlich auf irgendwelchen Wiesen und Feldern entlang der Strecke. Weil ein weiterer Tag ähnlich verlief, war ich danach nicht nur überlegener Gewinner der Tiroler Landesmeisterschaft, sondern auch ein relativ bekanntes Gesicht in der übersichtlichen Segelflugszene Österreichs. Es war mir darüber hinaus auch gelungen, mit diesem Flugzeug in eine neue Dimension meines Segelfliegens vorzudringen. Ich war ein schier grenzenlos glücklicher Mann – wären da nicht meine regelmäßig wiederkehrenden inneren Zweifel gewesen.

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