Sturms Jagd

Thriller
 
Michael Quandt (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 17. Juni 2011 | 432 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05562-2 (ISBN)
 
Der erste Fall für die Kölner Kommissarin Mara Sturm!

Mara Sturm ist Kriminalkommissarin aus Überzeugung, aber sie steckt in der Krise: Ihr Vorgesetzter teilt der rebellischen Ermittlerin einen überkorrekten Partner zu, privat liegt sie im Streit mit ihrem Bruder, einer bekannten Halbwelt-Größe. Da verschwindet in Köln eine junge Frau. Eine erste Spur führt Mara zu einem groß angelegten Coup der Russenmafia. Vom Chef im Stich gelassen und mit einem Partner, dem sie nicht traut, ermittelt Mara Sturm allein - und gerät als Geisel in die Fänge ihrer Gegner. Sturms Jagd ist der härteste Einsatz ihres Lebens ...



Michael Quandt ist im Hauptberuf Kriminalbeamter. Dadurch kennt er den Polizeialltag in all seinen Facetten, und das wiederum merkt man beim Lesen seiner Geschichten. Michael Quandt wohnt in der Nähe von Köln.
Deutsch
0,91 MB
978-3-641-05562-2 (9783641055622)
3641055628 (3641055628)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Kapitel 27 (S. 221-222)

Es war Nacht, Mond und Sterne sorgten für schwaches Licht. Mit der Langsamkeit eines Stundenzeigers bewegte sich Laura vorwärts. Sie kroch über einen Versorgungskanal, der den alten Schlachthof, in den sie sich geflüchtet hatte, und den neuen Betrieb miteinander verband, hoch oben, in schwindelerregender Höhe, vom Dach des einen Gebäudes zum Dach des anderen. Die Verbindung sah aus wie ein Lüftungsschacht, quadratisch, Zinkblech, mit Dutzenden von Kabelsträngen und Leitungen in seinem Inneren, die mittlerweile ausgedient hatten, was Laura natürlich nicht wusste und was ihr, wenn sie es gewusst hätte, herzlich egal gewesen wäre.

Eisern zwang sie sich, nicht nach unten zu schauen, denn der Blick in die Tiefe entsprach in etwa der Aussicht vom Zehnmeterbrett im Schwimmbad, nur dass sich kein Wasser unter ihr befand, sondern eine dunkle Asphaltfläche, auf der sie sich sämtliche Knochen brechen würde, falls sie abstürzte. Sie atmete flach. Wenn sie wohlbehalten die gegenüberliegende Seite erreichte, so hoffte sie, fand sich dort vielleicht eine Möglichkeit, hinunterzuklettern und anschließend das Gebäude zu verlassen. Gearbeitet wurde drüben anscheinend nicht mehr, alles lag dunkel und verlassen da, und auch die schreckliche Knochenmühle brüllte nicht mehr.

Die Geräusche, die noch zu hören waren, stammten von den Grillen in den umliegenden Wiesen und von der Autobahn, irgendwo, ganz weit weg. Die Freiheit schien zum Greifen nah. Doch zuerst mussten die schätzungsweise zwanzig Meter bis zum anderen Dach überwunden werden. Ein schwieriges Unterfangen, da der Kabelkanal nicht dazu gedacht war, einen Menschen zu tragen, und folglich andauernd ächzte und knirschte, als breche er jede Sekunde auseinander. Zudem war er höchstens fünfundzwanzig Zentimeter breit. Laura bewegte sich auf allen vieren vorwärts. Ihre Knie hatte sie gegeneinander gepresst, wodurch sie ziemlich genau die gesamte Breite des Schwebebalkens ausfüllten. Rechts und links war nicht ein Millimeter Platz, ein Abrutschen hätte das sichere Ende bedeutet.

Doch das Ende würde warten müssen, denn Laura wurde von neuem Mut angetrieben, nachdem sie zuvor lange geweint hatte. Eine schiere Ewigkeit hatte sie in ihrem Versteck gelegen, von Heulkrämpfen geschüttelt, doch dann, wie auf Knopfdruck, war der Tränenstrom versiegt, und ihr war klar geworden, dass die menschliche Seele unendlich viel mehr aushalten konnte als das, was ihr bisher widerfahren war. Klar konnte sie das, ansonsten würde sich jede Frau, die das Opfer einer richtigen Vergewaltigung geworden war, auf der Stelle umbringen. Auf die Brücke in die Freiheit war Laura gestoßen, als sie ihr Gefängnis erkundet hatte.

Da waren Steigeisen in der Wand gewesen, rostige, wenig vertrauenerweckende Dinger, die vermutlich schon seit ewigen Zeiten niemand mehr erklommen hatte. Sie führten hinauf zu einer winzigen Plattform, und von der Plattform aus gelangte man durch eine Luke nach draußen, damit man an den Kabelkanal herankam, beispielsweise für den Fall, dass Wartungsarbeiten nötig wurden. Jedenfalls nahm Laura das an. Ohne zu zögern hatte sie das Sprungbrett in die Freiheit genutzt und war hinausgeklettert. Momentan fragte sie sich, wie viele Meter noch vor ihr lagen. Zehn? Zwölf? Schwer zu schätzen im Halbdunkel."

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