Scarlett Taylor - Wendy

Band 4 der "Scarlett Taylor"-Reihe
 
 
neobooks Self-Publishing
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Februar 2020
  • |
  • 377 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7502-2085-0 (ISBN)
 
Die SCARLETT TAYLOR - REIHE: Eine Paranormal-Romance-Serie, voller Magie, Dämonen, Hexen und mystischer Kreaturen. ***Der vierte Teil der "Scarlett Taylor"-Reihe*** Scarlett ist sich sicher, dass in den dunklen Tiefen des Sees hinter Chris¿ Haus etwas Böses lauert. Doch ehe sie der Sache auf den Grund gehen kann, gerät sie in das Visier der Polizei: Sie wird verdächtigt, einem örtlichen Satanskult anzugehören, von dem nun ein jugendliches Mitglied spurlos verschwunden ist. Während das Böse auszubrechen droht, muss Scarlett sich vor der Polizei verstecken und sucht Rat bei Roberta. Doch es gibt Bedrohungen, die selbst die amtierende Hexenkönigin vor Angst erzittern lassen. In der "Scarlett Taylor"-Reihe ist bereits erschienen: Band 1: "Scarlett Taylor - Parapsychologin wider Willen" Band 2: "Scarlett Taylor - Hexenblut" + Band 2.5: Die Novelle "Scarlett Taylor - Parapsychologin im Weihnachtsstress" Band 3: "Scarlett Taylor - Prophezeiung" Band 4: "Scarlett Taylor - Wendy" Band 5: "Scarlett Taylor - Libelle" Band 6: "Scarlett Taylor - Hexenseele"
  • Deutsch
  • 0,87 MB
978-3-7502-2085-0 (9783750220850)
Stefanie Purle, Jahrgang 1981, lebt mit ihrem Mann, Sohn, zwei Hunden und einer Schildkröte in einem kleinen Ort in Norddeutschland. Die Inspiration für ihre "Scarlett Taylor"- Reihe entnahm sie ihrer Liebe zu allem Paranormalen, sowie der Auffassung, dass es noch nicht genug pummelige Heldinnen in Büchern gibt, deren oberste Prioritäten nicht Diäten sind.

Kapitel 1



Als ich an diesem Sommermorgen die Augen öffne, spüre ich bereits, dass etwas anders ist. Sonnenlicht kriecht flüsterleise über unsere dünnen Bettdecken, obwohl die Wärme von gestern noch immer bleiern in der Luft hängt. Aber da ist noch mehr, als nur diese drückende Wärme, die zur einer weiteren Nacht unruhigen Schlafes geführt hat.

Irgendetwas stimmt nicht, Unheil liegt in der Luft.

Ich steige leise aus dem Bett. Chris knurrt im Schlaf und dreht sich um. Auf Zehenspitzen gehe ich auf die Fensterfront zu und blicke hinunter zum See. Das Laub der Bäume ist von Tau bedeckt, der wie tausend Diamanten in der aufgehenden Sonne glitzert. Der See ist dunkel und still. Er wirkt als sei er in Trauer gehüllt, seine Tiefen sind noch dunkler als sonst.

Ich lege die Handfläche gegen die Scheibe. Schon durch das Glas hindurch spüre ich diese Niedergeschlagenheit, die so gar nicht zu der sommerlichen Szenerie passt. Wäre da nicht der See, dessen Traurigkeit mich bei seinem Anblick allein melancholisch werden lässt, wäre es ein Sommermorgen wie jeder andere auch.

Ein Blick über die Schulter verrät mir die aktuelle Uhrzeit. Es ist kurz vor Sechs. Spät genug, um Chris zu wecken.

"Chris", flüstere ich und krabble über meine Seite des Bettes zu ihm hinüber. "Bist du wach?" Ich küsse seine nackte Schulter. Er gibt ein grunzendes Geräusch von sich und beginnt sich zu räkeln. "Irgendetwas stimmt draußen nicht."

Seine Augen öffnen sich. "Was?", fragt er noch ganz schläfrig und blickt sich ein wenig orientierungslos um. Die Bettdecke rutscht von seinem Oberkörper und liegt bedenklich tief auf seiner Hüfte.

Ich weiß, dass er unter dieser dünnen Decke nackt ist, und wenn sie nur noch ein wenig mehr von seinem hinreißenden Körper preisgibt, werde ich mich nicht mehr konzentrieren können. Also zwinge ich mich, ihm in die Augen zu sehen. "Mit dem See stimmt etwas nicht."

Chris stützt sich auf seine Unterarme und blickt über meine Schulter hinweg zur Fensterfront. "Mit dem See stimmt etwas nicht?", wiederholt er fragend. Seine Pupille wird größer und dann wieder kleiner. Seine wolfsähnlichen Augen zoomen den See und die Umgebung heran. "Sieht doch ganz normal aus."

"Spürst du das denn nicht?" Ich stehe wieder auf und gehe zurück zum Fenster. "Es ist etwas mit dem See geschehen. Er trauert."

Chris steht plötzlich hinter mir und legt seine Hände auf meine Hüften. Sein Kinn ruht sanft auf meinem Scheitel. "Ich sehe nichts."

Er schaut ein weiteres Mal durch die Bäume hinunter zum Wasser. Sein warmer Körper drückt gegen meinen. Er senkt den Kopf und vergräbt sein Gesicht in meinen Haaren.

Ich schließe die Augen, als sein heißer Atem meine Schulter streift. Seine Wärme und der sanfte Druck seiner Hände schieben das Unheilvolle und die Melancholie, die der See ausstrahlen, davon. Langsam drehe ich mich zu ihm um, mein Brustbein kribbelt warm und angenehm. "Ich kann ja später mal nachsehen, was mit dem See los ist", sage ich flüsternd und fahre mit meinen Fingerspitzen über seinen harten Oberkörper und die weichen Brusthaare.

Chris nickt und schiebt den Träger meines Nachthemdes zur Seite. Seine Augen funkeln, das keltische Tattoo auf seinem Brustbein scheint bei seinem beschleunigten Herzschlag zu vibrieren.

Ich beginne ihn wieder zurück zum Bett zu schieben. Der Anblick seines Körpers hat jeden Gedanken an den See verbannt. Als wir das Bett erreichen, legt er sich rücklings darauf und ich knie mich über seinen Schoß. Wir geben uns einander hin und ich dränge das melancholische Klopfen aus meinem Bewusstsein.


"Möchtest du auch Spiegeleier", fragt Chris mich, wie jeden Morgen.

Und wie jeden Morgen verneine ich dankend und nippe stattdessen lieber an meinem Latte mit einem extra Schuss Vanillesirup, während ich den nackten Rücken meines Gefährten beim Werkeln in der Küche betrachte.

Doch an diesem Morgen schweift mein Blick immer wieder zur Fensterfront ab. Das Wasser des Sees wirkt noch immer dunkler als sonst, selbst jetzt, da die Sonne höher am Himmel steht. Bei seinem Anblick wird mir ein wenig flau im Magen, was nicht am Kaffee liegt.

"Findest du nicht auch, dass der See heute dunkler ist?"

Chris dreht sich zu mir um, während hinter ihm die Spiegeleier blubbernd braten. "Das war also keine Ausrede, nur um mich wecken zu können?", fragt er und lächelt verschmitzt.

Ich lache. "Nein, natürlich nicht. Seit wann brauche ich Ausreden, um dich zu wecken?"

Er zuckt mit den Schultern und streicht sich das noch feuchte Haar aus der Stirn. "Brauchst du nicht", gibt er grinsend zu und geht zum Fenster.

"Siehst du das auch? Irgendetwas ist doch faul", bemerke ich erneut und lehne mich zurück, um zwischen den dicken Baumstämmen hinunter auf die Wasserfläche zu schauen.

Chris stemmt die Hände in die schmale Hüfte, stellt sich auf Zehenspitzen und reckt den Hals. "Ganz ehrlich, Scarlett, ich sehe da keinen Unterschied", lässt er mich wissen, bevor er zurück zu seinen Spiegeleiern sprintet und die heiße Pfanne vom Herd nimmt. "Für mich sieht der See aus wie immer."

Seufzend stelle ich meine Tasse ab und schüttle leicht mit dem Kopf. "Ich weiß auch nicht, woran es liegt. Etwas Unheilvolles lieg in der Luft und es hat mit dem See zu tun. Ich glaube, ich gehe gleich mal runter und schaue nach dem Rechten."

Mit dem Teller Spiegeleier in der Hand setzt Chris sich mir gegenüber an den Tisch. "Musst du nicht ins Büro?", fragt er, obwohl wir beide die Antwort bereits kennen.

Ich löffle den Schaum von meinem Latte. Natürlich muss ich ins getarnte Reisebüro meiner Tante Elvira. Seitdem meine Mutter endlich aus dem Koma erwacht ist, hat Elvira ihren Job als Parapsychologin vollends hingeschmissen und widmet sich nun ganz der Pflege meiner Mutter. Ich bin ihr natürlich dankbar dafür, denn ohne sie müsste ich eine Pflegekraft beschäftigen, da Mama sich von mir erst recht nicht betreuen lässt. Sie kommt nicht damit klar, dass ich ein magisches Wesen bin. Ihre Vorurteile sind so tief verankert, dass sie um Hexen, Mannwölfe und allem Magischen, einen großen Bogen macht. Und mir, als erster und bislang einziger Druidenhexe, traut sie nicht über den Weg. Es tut weh, dass meine Mutter - nachdem ich alles dafür getan habe, sie von dem Fluch meines Vaters zu befreien - nun regelrecht Angst vor mir hat. Sie hat die erste Hälfte meines Lebens damit zugebracht, alles Magische von mir fernzuhalten. Magie ist für sie gleichbedeutend mit der Bosheit meines Vaters, dem ehemaligen schwarzen Hexenkönig.

Sie ist zu Elvira gezogen, in die kleine Wohnung über dem Reisebüro. Elvira bringt sie regelmäßig zur Physiotherapie, kocht für sie, pflegt sie und holt mit ihr die vergangenen Jahre auf. Das Parapsychologenbüro hat sie seitdem nicht mehr betreten. Sie hat sogar schon den Text auf dem Anrufbeantworter neu besprochen: "Guten Tag, Sie sprechen mit dem Anschluss der Parapsychologin Scarlett Taylor. Elvira Taylor hat sich zur Ruhe gesetzt und ist nicht mehr zu erreichen. Für alle paranormalen Angelegenheiten ist nun ihre Nichte Scarlett zuständig. Bitte hinterlassen Sie Ihre Nachricht für Scarlett nach dem Piepton". Und ihren eigenen Namen hat sie auch von der Schaufensterscheibe des getarnten Reisebüros gekratzt und mit einem wasserfesten Stift "Geschlossen" darauf geschrieben. Doch viele frühere Kunden fragen noch immer nach ihr und können kaum glauben, dass sie nicht mehr als Parapsychologin arbeitet.

"Dann gehe ich erst ins Büro und schaue mir den See danach an", sage ich, leicht enttäuscht und nippe an meinem Kaffee.

Es ist wie selbstverständlich zu meiner Aufgabe geworden, das geheime Parapsychologenbüro meiner Tante zu leiten, Aufträge auszusortieren und sie dann an die passenden Schamanen, Medien, Dämonologen und Parapsychologen weiterzuleiten oder selbst zu übernehmen. Zusammen mit Jason regle ich auch die Finanzen, schreibe Lohnabrechnungen und überweise Gehälter. Ich liebe diesen Job, das tue ich wirklich, und es ist genau das, was ich immer machen wollte. Nur lässt er mir keine Zeit zu erkunden, was ich nun eigentlich bin: Die erste Druidenhexe der Welt!

Ich kann in keinem Buch nachlesen, wozu ich in der Lage bin und was mich ausmacht. Ich bin die erste meiner Art, ein Stück Evolutionsgeschichte in der Welt der magischen Wesen.

Darius - der Druide und aktuelle Freund meiner Tante Roberta, der amtierenden weißen Hexenkönigin - hat mir zwar die Welt der Druiden erklärt, doch ich spürte gleich, dass das nicht meine Welt ist. Ich werde mir nicht in der Selbsttaufe ein brennendes Eisen in Form eines fünfzackigen Sternes auf den Kopf brennen (zumal ich nicht noch eine weitere Narbe gebrauchen kann, die meinen Kopf entstellt! Ich bin mit dem eingebrannten Todesblitz meines Vaters auf meiner Wange bestens bedient!) und ich werde auch nicht in einem Baumhaus im Wald wohnen oder Tierblut trinken und Opferlämmer schlachten. Nein, das bin ich nicht!

Aber was bin ich dann?

"Wenn dich der See so beschäftigt, könnte ich vielleicht erst zum Büro fahren und den Anrufbeantworter abhören. Dann kannst du runter zum See", reißt Chris mich aus meinen Gedanken und schiebt sich das letzte Stück Spiegelei in den Mund.

"Nein, schon gut", lehne ich ab, da ich weiß, dass er zu einem Auftrag muss, zu dem ich ihn selbst eingeteilt habe: Ein paar Orte weiter hat sich ein Rudel Werwölfe in einer alten Scheune eingenistet und schon etliche Opfer gefordert. Chris ist zwar hauptberuflich...

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