Mord in Oldersum. Ostfrieslandkrimi

 
 
Dr. Josefine Brenner ermittelt (Verlag)
  • erschienen am 2. Januar 2020
  • |
  • 220 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96586-113-8 (ISBN)
 

Zwei Tote im Oldersumer Park geben Rätsel auf. Ein Doppelmord in dem beschaulichen ostfriesischen Hafenort? Doch warum liegen die Leichen an ganz verschiedenen Stellen im Park? Außerdem wurde die beliebte junge Einheimische brutal erdrosselt, während bei dem älteren Mann keinerlei Anzeichen von Gewalt erkennbar sind. Dr. Josefine Brenner, Rechtsmedizinerin im Ruhestand, macht gerade Urlaub in Oldersum und ist auf ungewollte Weise in den Fall involviert: Das Tuch, mit dem die junge Frau erdrosselt wurde, hatte Josefine ihrer Urlaubsnachbarin Daniela am Vorabend zum Geburtstag geschenkt! Ist die so sympathisch wirkende Nachbarin die Täterin oder hat einer der zahlreichen Geburtstagsgäste den Verdacht gezielt auf sie gelenkt? Josefine geht der Sache nach und stößt auf ein tödliches Geflecht aus Liebe, Skrupellosigkeit und Gier...

weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel 1


 

»Was treibt dich dazu, im November hier Urlaub zu machen? Da kann man ja nichts anderes tun, als im Haus zu bleiben«, schimpfte Theda Borchers, während sie eine der Reisetaschen ihrer Freundin Josefine Brenner aus deren Auto hievte.

»Ich konnte dem Angebot, hier ein paar Tage kostenlos wohnen zu dürfen, unmöglich widerstehen. Besser kann man ein Haus und dessen Umgebung doch gar nicht kennenlernen«, antwortete Josefine und schloss die Haustür auf.

»Na, aber deine Nachbarn wirst du um diese Jahreszeit garantiert nicht kennenlernen. Die sitzen schön in ihren geheiz­ten Häusern und werden die Nase höchstens rausstrecken, um zur Arbeit zu fahren.«

»Aber erst mal ist ja wichtig herauszufinden, ob ich mich in dem Haus wohlfühlen könnte, bevor ich es kaufe, oder?«

»Nun geh schon rein. Ich friere mir den Allerwertesten ab. Immerhin warte ich schon eine halbe Stunde auf dich. Und Sir Toby guckt auch schon ganz verfroren aus der Wäsche.«

Die beiden Frauen und der Mops betraten den schmalen Flur des Fehnhauses.

»Immerhin hätte Jessica diesmal nichts über die Größe zu meckern. Riesig ist es ja wirklich nicht«, bemerkte Josefine und stellte die Reisetasche, die sie trug, neben der Treppe ab. Ihre lederne Handtasche, die nicht wesentlich kleiner war als das Gepäckstück, legte sie darauf. Dann löste sie die Leine von Sir Tobys Halsband. »Ich hole noch die Lebensmittel aus dem Wagen. Sieh dich doch schon mal um.«

Auch Theda stellte ihre Tasche ab. »Sie kommt ja sofort zurück«, tröstete sie den Hund, der irritiert zur Tür schaute, die Josefine hinter sich zuzog. Dann zog sie ihren Parka aus, hängte ihn an einen der Garderobenhaken an der Wand und schaute sich um. Gleich rechts befand sich das Wohnzimmer. Vorsichtig lugte Theda hinein und lachte gleich darauf über sich selbst. Es wären der Zufälle doch ein wenig zu viel, würde Josefine bei jeder ihrer Hausbesichtigungen eine Leiche im betreffenden Objekt finden.

Sie betrat den Raum, der sehr gemütlich im Landhausstil eingerichtet war. Auch einen Kaminofen gab es und jemand, vermutlich der derzeitige Hausbesitzer, hatte fürsorglich Brennholz daneben gestapelt.

Theda hörte, wie Josefine wieder ins Haus kam, und ging zurück in den Flur, wo Sir Toby sich gebärdete, als hätte er sein Frauchen tagelang nicht gesehen. »Weißt du, wo die Küche ist?«, fragte Theda.

»Laut Plan hinter dieser Tür da.« Josefine wies mit dem Kinn auf die dem Wohnzimmer gegenüberliegende metallene Brandschutztür.

Rasch lief Theda hinüber und öffnete sie. Tatsächlich befand sich dahinter die Küche, allerdings lag diese tiefer als der vordere Teil des Hauses und sie mussten zwei Stufen hinabgehen, was Theda stirnrunzelnd zur Kenntnis nahm. Sie hielt ihrer Freundin die Tür auf, damit diese ihre Last hineinbringen konnte, und bemerkte dann: »Wenn du eines Tages einen Rollator benötigen solltest, dann ist diese Treppe hier aber ein ordentliches Hindernis. Und für eine Rampe ist die Küche einfach nicht groß genug.«

Josefine seufzte und stellte die Lebensmitteltüten auf der Arbeitsplatte ab. Sie wurde nicht gerne an ihr Alter und die häufig damit verbundenen Einschränkungen erinnert. Noch war sie ganz gut zu Fuß, aber natürlich hatte Theda recht. So etwas konnte sich auch schnell mal ändern. Allerdings hatte Josefine noch nie einen Sinn darin gesehen, sich über Dinge den Kopf zu zerbrechen, die eventuell passieren würden, vielleicht aber auch nicht. Und so antwortete sie: »Mit diesem Problem befasse ich mich, sollte es so weit kommen. Ist halt so in den alten ostfriesischen Häusern. In deinem ist es ja auch nicht anders.«

Theda wartete noch, bis auch der Mops in die Küche gehopst war, dann ging sie selbst die Stufen hinunter. »Auch wieder wahr. Also bleiben wir einfach fit und machen uns keine Gedanken darüber.«

Josefine grinste und hob den Daumen.

Theda ging zu ihr hinüber und die beiden packten die mitgebrachten Lebensmittel aus. Schnell war alles in den Schränken verstaut.

Zuletzt holte Josefine noch die Tasche, in der sich Sir Tobys Futter nebst Näpfen befand, und versorgte den Mops mit Trinkwasser. Dann ließ sie den Blick durch die Küche schweifen. Auch hier war man dem Landhausstil treu geblieben und es gab einen weiteren, wenn auch deutlich kleineren Kaminofen. »Wirklich hübsch«, stellte sie fest.

»Aber es gibt nur diesen Ofen zum Heizen, keine Heizung«, kritisierte Theda.

Josefine nickte, da ihr dieser Umstand auch gerade aufgefallen war. »Das ist allerdings ein Problem. Eigentlich mag ich Kaminöfen nur, wenn ich sie anzünden kann, nicht so sehr, wenn ich es muss, damit es warm ist.« Dann stutzte sie. »Aber es ist warm und der Ofen ist aus.« Sie bückte sich und legte eine Hand auf den Boden. Als sie sich wieder aufrichtete, grinste sie Theda breit an. »Fußbodenheizung.«

»Oh! Na, dann bekommt die Küche eine Eins plus mit Sternchen. Wollen wir uns den Rest des Hauses ansehen?«

»Sicher. Darum sind wir ja schließlich hier.«

Die Küche war ein Durchgangsraum und die zweite Tür zu einem schmalen Flur hin geöffnet. Dorthin gingen die beiden Frauen zuerst und fanden in dem Flur auf der linken Seite ein Bad und eine Gästetoilette, auf der rechten eine Waschküche und einen Durchgang zum Stalltrakt. Außerdem führte eine Tür am Ende des Flurs in den Garten hinaus.

»Ah, die erwähnten Ausbaureserven«, vermutete Theda, als sie hineingingen.

In diesem Stall hatte schon lange kein Tier mehr gestanden, so viel war deutlich zu sehen. Zwar gab es noch den gemauerten Stall, in dem man früher das Hausschwein gehalten hatte, sowie mehrere Anbindemöglichkeiten für Kühe, doch alles war peinlich sauber und man konnte die Kühe auch nicht mehr riechen. Nicht einmal mehr ein Halm Stroh oder Heu war irgendwo zu sehen.

Josefine nickte. »Hier könnte man wirklich etwas draus machen.«

»Absolut. Solltest du dich tatsächlich dazu entschließen, dein Haus in Düsseldorf zu verkaufen und hier zu leben, könntest du diesen Teil zum Feriendomizil für die Familie umbauen lassen.«

Sie gingen zurück ins Haus, wo nun auch Josefine das Wohnzimmer begutachtete. Außerdem gab es noch ein Büro und ein Schlafzimmer. Zuletzt besichtigten sie die obere Etage, wo sich nochmals zwei kleinere Räume und ein weiteres Bad befanden.

»Den Ausbau könnte man sich sogar schenken«, stellte Josefine fest. »Es gibt tatsächlich genug Zimmer. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sämtliche Familienmitglieder gleichzeitig hier aufkreuzen, liegt irgendwo bei null.«

»Und du könntest stattdessen dein Auto im Stall parken. Das Tor ist groß genug. Der Carport ist zwar ganz nett, aber man kann schon sehen, dass du einen Leichenwagen fährst. Und du weißt ja inzwischen, dass der bei manchen Leuten gar nicht so gut ankommt.«

»Ganz davon abgesehen, dass der Wagen dort gut aufgehoben wäre.« Josefine gefiel der Gedanke. »Okay. Lass uns noch den Garten ansehen.« Sie warf einen prüfenden Blick aus dem Fenster. »Es scheint gerade nicht zu regnen.«

»Das machen wir. Und danach fangen wir an zu kochen, denn so langsam habe ich wirklich Hunger.«

»Mein Magen macht sich auch bemerkbar.«

Die Freundinnen liefen wieder nach unten, zogen ihre Jacken an und machten sich auf den Weg in den Garten.

»Keine Leine für Toby?«, erkundigte sich Theda.

»Der Verkäufer versicherte mir, dass der Garten hundesicher eingezäunt sei. Ich hoffe mal, dass das auch für Möpse gilt.«

Sir Toby flitzte hinaus, sobald Josefine die Tür aufzog. Schnell folgte sie ihrem Hund, um ihn im Auge behalten zu können.

»Nicht übel!«, rief Theda aus, als sie in den Garten trat. »Das ist ein ziemlich großes Grundstück. Dafür brauchst du ja einen Gärtner.«

»Da würde ich nicht drum herumkommen«, stimmte Josefine zu. »Für mich allein wäre es zu viel Arbeit. Allein die Pflege der Hecke.« Sie drehte sich um und wies auf die lange, durch den Herbst fast laublose Buchenhecke, die das Grundstück von dem des nächsten Nachbarn trennte, ließ die Hand aber sofort sinken, als sie einen bemützten Kopf über die Hecke schauen sah. »Moin!«, rief sie hinüber.

»Ach, moin!«, rief die Frau zurück. »Ich wusste gar nicht, dass dort jemand wohnt. Man sagte uns, das Haus stehe leer.«

Theda und Josefine liefen zur Hecke hinüber.

»Gehen wir ein Stück nach links«, riet die Frau. »Dort ist ein Tor und wir müssen uns nicht durch die Hecke unterhalten.«

Sir Toby war zuerst an besagtem Tor und bellte die Frau zweimal herausfordernd an.

»Der ist ja entzückend!«, rief sie aus. »Darf ich ihn streicheln?«

»Wenn er...

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