Rising Storm - Tanz im Wind

Staffel 1 - Episode 4
 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Dezember 2017
  • |
  • 131 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-0721-6 (ISBN)
 
Eine Soap-Opera im Serienformat geschrieben von beliebten Romance-Autorinnen



Als Logan Murphy aus dem Kriegseinsatz zurückkehrt, ist er ein gebrochener Mann. Im Kreise seiner Familie versucht er Frieden zu finden. Doch er ist nicht die einzige verlorene Seele in Storm, die sich nach ein bisschen Glück und Geborgenheit sehnt. Inmitten eines Sturms von Schuldgefühlen, Gerüchten, Lügen und Sünden scheint Ginny Moreno, die einzige zu sein, die Logan wirklich versteht.



"Ich bin absolut süchtig nach dieser Serie." Read Love Blog



Staffel 1, Episode 4
1. Aufl. 2017
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,19 MB
978-3-7363-0721-6 (9783736307216)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel eins


Logan Murphy hielt vor Murphy's Pub inne. Irische Musik, Stimmenlärm und Gelächter drangen durch die geschlossene Tür. In seinem Kopf hallte anderes wider: Geschützfeuer. Schreie. Das Dröhnen von Motoren. Die gebrüllten Befehle an sein Team inmitten von Lärm und Rauch.

Er kämpfte gegen das Zittern an, das ihn plötzlich erfasste, kniff die Augen zu und atmete tief ein. Verdammt. Nicht jetzt. Nicht hier. Er musste sich zusammenreißen, schließlich ging er zu seiner Willkommensfeier. Wie würde es auf seine Familie und die anderen Leute wirken, wenn er als Nervenbündel hereinkäme? Er musste seine Rolle spielen, damit sich alle sicher fühlen und auf seine Leistungen in einem Krieg stolz sein konnten, der längst vorbei sein sollte und nur noch in den Nachrichten erwähnt wurde, wenn eine gewisse Anzahl Menschen ums Leben gekommen war. Er würde lächeln, ihnen sagen, dass alles in Ordnung sei, und geistlose Unterhaltungen über die bevorstehende Gründertagsfeier führen. Er würde sich Fotos von Schulabschlussfeiern und neugeborenen Babys anschauen und es bescheiden hinnehmen, wenn ihm jemand auf den Rücken klopfte und herzlich für den Dienst an seinem Land dankte.

Sie brauchten die Wahrheit nicht zu kennen.

Schuldgefühle überkamen ihn, aber er war es gewohnt, sie zu verdrängen. Langsam entspannten sich seine Muskeln, und er war in der Lage, sich in Ruhe zu hüllen, nichts zu empfinden. So konnte er funktionieren, so war es für alle Beteiligten am besten. Er würde einfach so tun, als wäre alles in Ordnung, und vielleicht würde es dann irgendwann so sein.

Endlich umfasste er die Türklinke und betrat den Pub. Jemand rief laut seinen Namen, und sofort wurde er umringt von Leuten, die ihre Gläser hoben und ihn mit »Willkommen zu Hause« begrüßten. Der Pub selbst empfing ihn mit alter Vertrautheit. Von der geschwungenen Mahagonitheke über die abgenutzten Stühle und Sitznischen bis hin zu den abgewetzten Bodendielen. Zahllose Flaschen mit irischem Whiskey standen in den Regalen, und die Zapfhähne für das Guinness ragten stolz auf, bereit, Gläser zu füllen. Die Dartscheibe und der Billardtisch hatten im hinteren Bereich immer noch einen Ehrenplatz, und es roch wie immer nach Kaffee, Burgern und dem Pinienduft des Putzmittels, das sein Vater benutzte.

Logan stockte nur ein einziges Mal, nämlich als er sein Bild entdeckte, das einen Ehrenplatz über der Bar hatte. Darauf trug er seine Uniform und starrte dem Betrachter entgegen. In seinem Gesicht spiegelten sich die Ernsthaftigkeit seiner Aufgabe und jugendliche Begeisterung.

Rasch wandte er sich ab und versuchte, sich auf die Menschen zu konzentrieren, die sich um ihn scharten. Er schluckte die aufkeimende Panikattacke herunter und atmete ruhig und langsam durch die Nase ein, wie man es ihm beigebracht hatte. Er konnte das schaffen.

Seine Mutter war die Erste, die ihn in eine feste Umarmung zog. Er lachte, denn Sonya Murphy umarmte und küsste ihn ständig, seit er vor ein paar Tagen zurückgekommen war. Ihr lockiges rostrotes Haar kitzelte seine Nase, doch er ließ sie gewähren, denn sie versuchte nur, all die Jahre aufzuholen, die er fort gewesen war.

»Mom, ich bekomme keine Luft mehr«, sagte er neckend.

In ihren blauen Augen schimmerten Freudentränen, als sie ihn schließlich losließ. »Ich kann nicht glauben, dass du endlich zu Hause bist«, sagte sie schniefend. »Und komm mir nicht damit, du wärst zu alt für meine Umarmungen. Mütter haben ein Recht darauf.«

»Das stimmt, Junge. Deine Mutter hat sich lange danach gesehnt, jemanden zu verwöhnen.« Aiden Murphy trat zu ihnen und zog seine Sonya an sich. Seine Eltern führten seit eh und je eine liebevolle, entspannte Beziehung, und in ihrer Gegenwart wurde er gelöster. »Patrick hat ihr verboten, ihn zu Hause mit Rinderschmortopf zu überraschen. Scheinbar fürchtet er, sie könnte ihn bei trauter Zweisamkeit mit Marisol erwischen.«

»Lass es gut sein, Dad«, grummelte Patrick. Er errötete ein bisschen. Hmm, interessant. Patrick war nun schon seit einer ganzen Weile hinter Marisol her. Vielleicht hatte er sie endlich überzeugt, sich auf eine richtige Beziehung mit ihm einzulassen, anstatt weiterhin eine Freundschaft zu pflegen, aus der sich »vielleicht irgendwann« mehr entwickeln könnte. Logan schaute seinen älteren Bruder mit hochgezogener Augenbraue an. Patrick hatte Dillon und ihm gegenüber seit jeher unter Konkurrenzdruck gestanden und litt unter dem klassischen Mittelkindsyndrom. Er hatte schon immer geglaubt, sich mehr anstrengen zu müssen, um die Aufmerksamkeit seiner Eltern zu erlangen, denn Dillon genoss die Privilegien des ältesten Bruders, und Logan galt als der geliebte Benjamin der Familie. Da Dillon Polizist und Logan Soldat geworden war, hatte Patrick sich ebenfalls für einen dienenden Beruf entschieden und eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht. Eine gute Entscheidung, fand Logan. Er war stolz auf seinen Bruder.

»Ich nehme liebend gern seinen Platz ein und lasse mich von Moms Kochkünsten verwöhnen«, verkündete er und lenkte die Aufmerksamkeit damit fürs Erste von seinem Bruder weg. Vielleicht würden sie später zusammen ein Bier trinken, damit Patrick ihm erzählen konnte, was in seinem Leben wirklich vor sich ging. Seit seiner Rückkehr war alles sehr chaotisch gewesen, und sie hatten noch keine Gelegenheit gehabt, Zeit miteinander zu verbringen.

»Hey, was ist mit mir?« Dillon drängte sich in den Kreis und küsste Mom auf die Wange. »Ich bin immer dankbar für deine Essensgeschenke, Mom, besonders für dein irisches Sodabrot.«

Sonya lachte erfreut und schien die Gesellschaft ihrer Söhne zu genießen. »Ihr dürft alle von dem, was ich koche, etwas abbekommen, und das wisst ihr. An diesem Sonntag werde ich endlich in die Kirche gehen können und danach all meine Jungs zu einem anständigen Familienessen im Haus haben.«

Dillon zerzauste Logan das Haar, als wäre er noch klein, und reichte ihm ein Guinness. »Hier, bitte. Dann wollen wir mal sehen, ob du im Ausland ein bisschen erwachsener geworden bist und endlich was vertragen kannst.«

Patrick schnaubte. »Ich kann euch beide unter den Tisch trinken, und das wisst ihr.«

Logan verzog gespielt höhnisch das Gesicht. »Wenn ich mit euch fertig bin und ihr wie Trottel sabbert, werde ich euch fotografieren und die Bilder bei Instagram einstellen. Das dürfte den Bewohnern von Storm ein wenig Unterhaltung bieten.«

»Keine Kneipenschlägereien«, warf jemand barsch ein. Michael Murphy, sein Großvater und der Patriarch der Familie, trat in den Kreis. Logan hatte gehört, dass er sich, was den Pub betraf, nun hauptsächlich im Hintergrund hielt und seinem Sohn die Führung überließ. Aber er würde immer das Fundament des Murphy-Klans sein. Sein einst schwarzes Haar war mittlerweile silbergrau, aber der Blick seiner blauen Augen war immer noch stechend. Er strahlte Stabilität und Führung aus, was sich auf die übrigen Familienmitglieder übertrug. Logan hörte die Leute oft sagen, er sei das Ebenbild seines Großvaters, denn er habe den gleichen muskulösen Körperbau und das gleiche gute Aussehen der dunkelhaarigen Iren. Sie hatten sich immer am nächsten gestanden, und sogar jetzt schien sein Großvater zu spüren, dass in Logan mehr vorging, als er seiner Familie offenbarte. Michael Murphy schaute ihm in die Augen, musterte ihn intensiv und nickte dann langsam. Die Geste sprach Bände. Er schien genau zu wissen, wie schmerzhaft es für Logan war, diese Willkommensfeier zu überstehen.

Ja. Das Leben war hart. Er bekam eine Party, weil er überlebt hatte.

Sein Freund bekam eine Beerdigung.

Logan räusperte sich und versuchte sich abzulenken. »Hast du dafür gesorgt, dass meine Brüder nicht aus der Reihe tanzen, während ich weg war, Grandpa?«, fragte er.

»Ich versuche es, aber sie sind ein widerspenstiger Haufen. Mein Enkelsohn scheint zu denken, dass er mir einen Strafzettel verpassen kann, weil ich zu schnell gefahren bin. Offenbar ist ihm seine Macht zu Kopf gestiegen.«

»Du hattest die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um dreißig Kilometer pro Stunde überschritten! Ich muss meine Arbeit machen, und Vetternwirtschaft gehört nicht dazu.«

Logan grinste. »Keine Sorge, Grandpa. Ich wette, ich kenne ein paar Leute, die ich anrufen kann, damit sie ihre Beziehungen für dich spielen lassen.«

»Genau davon rede ich.«

Dillon stöhnte. »Du warst schon immer sein Liebling, Logan. Manche Dinge ändern sich nie.«

Alle lachten. Logan stieß mit Dillon und Patrick an. In diesem Augenblick, in dem er vom engsten Kreis der Familie umgeben war, verblasste seine Militärzeit, und es gab nur noch Behaglichkeit und Sicherheit. Er versuchte, sich an dieses Gefühl zu klammern und die seltenen friedvollen Sekunden auszukosten, doch wie immer war es damit zu schnell vorbei.

Sein Name dröhnte von rechts an sein Ohr, und er wurde in eine Gruppe von Menschen hineingezogen, die er seit Jahren nicht gesehen hatte, die in Storm geblieben waren, geheiratet, Kinder bekommen und ein erfülltes Leben gelebt hatten. Menschen, denen er und seine Familie wichtig waren und die sich in seiner Abwesenheit um sie gekümmert hatten. Er schüttelte seinem Onkel Zeke die Hand und umarmte seine Tante Alice. Dann nickte er anderen zu, die sich um ihn drängten und ihm für seinen Einsatz dankten. Er bemühte sich, höflich zu sein und den fröhlichen Helden zu spielen, den sie so dringend in ihm sehen wollten.

Erst als er den Salts gegenüberstand, verlor er die Fassung.

Jacob war tot.

Das Loch in seinem Bauch öffnete...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

2,99 €
inkl. 5% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen