In den eisigen Tod

Robert F. Scotts Expedition zum Südpol
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. August 2011
  • |
  • 352 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05689-6 (ISBN)
 
Sie hatten kaum eine Chance. Ihre neuartigen Motorschlepper versagten nach kurzer Zeit in der beißenden Kälte. Auch die Ponys erwiesen sich schnell als für die Antarktis ungeeignete Lasttiere. Deshalb zogen sie ihre Schlitten selbst durch die lebensfeindliche Eiswüste. Robert F. Scott und seine vier Begleiter, tragische Helden des zwanzigsten Jahrhunderts, geschlagen im Wettlauf zum Südpol. Nach einem dreitausend Kilometer langen Weg trennte sie nur ein Tagesmarsch von einem Lebensmitteldepot. Doch die Kräfte waren verbraucht, und tagelang tobte ein Schneesturm.

Wie der Untergang der Titanic zählt das Scheitern von Scotts Expedition zu den großen Tragö-dien des beginnenden Jahrhunderts. Sie haben bis heute nichts von ihrer Dramatik eingebüßt. Doch anders als die Titanic, die als Ikone der Ingenieurskunst im Nordatlantik versank, weisen Scotts Abenteuer und Tod auf uralte Menschheitsmythen. Die Herausforderung durch das Unbekannte, sportlicher Wettstreit und die Ehre des Vaterlandes ließen die fünf Engländer ihr waghalsiges Unterfangen beginnen. Mit großem psychologischem Gespür für die Abenteurer und ihre Frauen, die ihre Männer in den letzten weißen Fleck des Globus ziehen ließen, erzählt Diana Preston diese fesselnde Geschichte.



Diana Preston studierte Geschichte in Oxford und arbeitet seither als Schriftstellerin, Journalistin und Rundfunk- und Fernsehautorin. Bei DVA veröffentlichte sie zuvor Bücher über den Boxeraufstand von 1900 (Rebellion in Peking, 2001) und den Untergang der Lusitania ('Wurden torpediert, schickt Hilfe', 2004). Sie lebt mit ihrem Mann Michael in London.
  • Deutsch
  • 6,38 MB
978-3-641-05689-6 (9783641056896)
3641056896 (3641056896)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Kapitel 17 Wir müssen dem nun ins Auge sehen (S. 250-251)

Unterdessen hielten im McMurdo Sound die anderen Mitglieder der Expedition Ausschau und warteten. Die erste Hilfsgruppe, bestehend aus Atkinson, Cherry-Garrard, Wright und Keohane, erreichte am 16. Januar wohlbehalten Hut Point, obwohl ein ausgehungerter Atkinson sich beim One-Ton-Depot den Bauch so vollgeschlagen hatte, dass er sich auf der letzten Etappe der Reise überhaupt nicht wohl fühlte. Den ersten Hinweis darauf, dass mit der Pol-Gruppe irgend etwas nicht in Ordnung war, erhielten sie etwa drei Wochen später.

Am 19. Februar fingen um 3.30 Uhr morgens die Hunde an zu bellen, und ein erschöpfter Crean taumelte in das Lager von Hut Point. Er war 56 Kilometer über mit Spalten überzogenes Eis gelaufen, um ihnen die Nachricht zu überbringen, dass Teddy Evans lebensgefährlich an Skorbut erkrankt in der Nähe vom Corner Camp lag und dass Lashly bei ihm geblieben war, um ihn zu pflegen. Es war reiner Zufall, dass Atkinson und Dimitri mit den Hundegespannen in Hut Point waren. Entgeistert über die Nachricht bereiteten sie sich in großer Hast darauf vor, Evans zu Hilfe zu kommen, doch eine knappe halbe Stunde nach Creans Ankunft brach ein Sturm mit dichtem Schneetreiben los und verzögerte ihren Aufbruch. Am Nachmittag eilten sie über das Eis, und Dimitri machte das schwarze Tuch aus, das Lashly an den Schlitten befestigt hatte, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen.

Evans, Lashly und Crean waren die Männer der letzten Hilfsgruppe. Sie hatten sich am 4. Januar in einer Entfernung von weniger als 280 Kilometern vom Pol von Scott und dem Pol-Team verabschiedet und auf ihrer Rückreise beinahe 1300 Kilometer zurückgelegt. Wie Scott hatten sie beim Abstieg vom Beardmore-Gletscher eine entsetzliche Zeit durchlebt, was selbst den phlegmatischen Lashly mitgenommen hatte: »Wir haben heute etwas erlebt, von dem jeder von uns wünscht, dass es ihm niemals wieder zustoßen möge. Ich kann das Labyrinth, in das wir gerieten, und das Entkommen mit knapper Not – alles, was wir heute durchstehen mussten, nicht beschreiben ...

Je mehr wir uns bemühten herauszukommen, um so schlimmer wurde das Presseis; manchmal schien es uns fast unmöglich weiterzukommen, und als wir diese Gegend endlich hinter uns gelassen hatten, war es schier unerträglich, über eine Rückkehr auch nur nachzudenken, obwohl wir den falschen Weg eingeschlagen hatten.« Er schrieb von unermesslichen Abgründen und tiefen Spalten, »in die man das größte Schiff der Welt hätte hineinwerfen und versenken können.«1 Teddy Evans nahm seine Brille ab, um bei der Suche nach dem Weg zu helfen, und litt so sehr unter den Qualen der Schneeblindheit, dass er nicht mehr ziehen konnte. Er konnte nur hilflos neben dem Schlitten einhergehen und hoffen, dass eine Kompresse aus überbrühten Teeblättern eine gewisse Linderung bringen würde. Die Belastung forderte ihren Tribut.

Evans fühlte sich niedergeschlagen und schuldig, weil er seine Männer in ein solches Schlamassel geführt hatte. Er schrieb später darüber, was er in dem Moment fühlte, als er sah, dass »zwei winzige niedergeschlagene Gestalten« sich gegen die Sonne abzeichneten, »die eine sitzend, die andere stehend ...«, die geduldig auf ihn warteten, um aus dem Labyrinth herauszufinden. Am 22. Januar brachten sie die Schindereien der Gletscherbezwingung hinter sich, doch am selben Tag zeigte Evans Symptome von Skorbut und klagte über eine Versteifung in den Knien. Lashly erriet sofort, um was es sich handelte: »Heute Abend sah ich mir sein Zahnfleisch an, und ich bin überzeugt, dass er auf jeden Fall irgend etwas ausbrütet ..."

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