Der Zorn Gottes

Denkanstöße aus der Süddeutschen Zeitung
 
 
Süddeutsche Zeitung (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. September 2011
  • |
  • 146 Seiten
 
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978-3-86615-988-4 (ISBN)
 
Wann ist der liebe Gott eigentlich lieb? Ärgert er sich, wenn man ihn 'allah' nennt? Und was hat es mit dem 'Zorn Gottes' auf sich? Das sind nicht die Fragen, die ein Leitartikel beantwortet - normalerweise. Normalerweise geht es im Leitartikel um den politischen Alltag, um Kanzlerin, Minister, Gesetze, skandale. an einigen wenigen Tagen im Jahr ist das anders: an Weihnachten, an Ostern, an den großen Festtagen also. Dann schreibt nämlich Heribert prantl, der Leit artikler der Süddeutschen Zeitung, nicht über den politischen Betrieb, sondern über die großen Fragen des Lebens und Sterbens, des Glaubens und Nichtglaubens. Heribert Prantl ist Mitglied der SZ-Chefredaktion, studierter Jurist, Philosoph und Historiker, schreibt dann darüber, ob die alten Geschichten aus der Bibel nur alte Geschichten sind oder mehr. Er schreibt darüber, was sie uns noch zu sagen haben. Und er sinniert darüber nach, ob die Weihnachtsbotschaft eine Lüge ist, wenn sie 'Friede den Menschen auf Erden verspricht'. In diesem Buch stehen also Leitartikel, die nicht am nächsten Tag überholt sind. in diesem Buch stehen die Kommentare, die über den Tag hinausweisen.

Der Autor Heribert Prantl, geboren 1953 in Nittenau/Oberpfalz, studierte Rechtwissenschaftund Geschichte. Nach seiner journalistischen Ausbildung war er als Richter und Staatsanwalt an verschiedenen bayerischen Amts- und Landgerichten tätig. Seit 1987 arbeitet er als politischer Redakteur der Süddeutschen Zeitung, ab 1995 leitete er dort das Ressort Innenpolitik. Er wurde unter anderem mit dem Geschwister-Schol-Preis (1994) und dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik (1996) ausgezeichnet. Zuletzt erschien sein Band 'Helmut Kohl - Geld und Macht' (2000).
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 0,67 MB
978-3-86615-988-4 (9783866159884)
3866159889 (3866159889)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Der Autor Heribert Prantl, geboren 1953 in Nittenau/Oberpfalz, studierte Rechtwissenschaftund Geschichte. Nach seiner journalistischen Ausbildung war er als Richter und Staatsanwalt an verschiedenen bayerischen Amts- und Landgerichten tätig. Seit 1987 arbeitet er als politischer Redakteur der Süddeutschen Zeitung, ab 1995 leitete er dort das Ressort Innenpolitik. Er wurde unter anderem mit dem Geschwister-Schol-Preis (1994) und dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik (1996) ausgezeichnet. Zuletzt erschien sein Band "Helmut Kohl - Geld und Macht" (2000).
1 - VORWORT [Seite 7]
2 - WEIHNACHTEN [Seite 10]
2.1 - Die Wahrheit der Weihnachtslüge [Seite 12]
2.2 - Vergiftete Weihnacht [Seite 17]
2.3 - Die Gewalt der Frommen [Seite 22]
2.4 - Wann bist Du lieb, lieber Gott? [Seite 27]
2.5 - Was in der Krippe fehlt [Seite 32]
2.6 - Grüfl Gott - aber welchen? [Seite 37]
2.7 - Die leere Krippe [Seite 42]
2.8 - Der Zorn Gottes [Seite 47]
2.9 - Der Dreikönigsweg [Seite 52]
2.10 - Geheimnis und Mysterium [Seite 57]
3 - OSTERN [Seite 61]
3.1 - Palmzweige für den Kosovo [Seite 63]
3.2 - Bürgerrecht im Himmel [Seite 68]
3.3 - Mut zur Gnade [Seite 73]
3.4 - Leiden an der Kirche [Seite 78]
3.5 - So viel Ostern [Seite 82]
4 - GOTT UND DIE WELT [Seite 86]
4.1 - Der unkündbare Gott [Seite 88]
4.2 - Gottes Gericht [Seite 93]
4.3 - Sonett für den Sonntag [Seite 99]
4.4 - Karl Moor, Räuber Kneifll und Papst Paul [Seite 104]
4.5 - Die Mission des Papstes [Seite 120]
4.6 - Gaudium et spes [Seite 125]
4.7 - Im Anfang war das Wort [Seite 129]
4.8 - Das Ende des elften Gebots [Seite 137]
4.9 - Die heiligen Haltestellen der Großstadt [Seite 140]

Die Wahrheit der Weihnachtslüge
In den Kinos läuft mit großem Erfolg ein Weihnachtsfilm. Das Christkind kommt in diesem Film nicht vor, es gibt keinen Stall, kein Bethlehem, keine himmlischen Heerscharen. Der Film hat aber eine frohe Botschaft. Sein Titel behauptet nämlich: „Das Leben ist schön“.

Diese Behauptung ist ungeheuerlich, denn der Film spielt in der Hölle – in einem Vernichtungslager. Er handelt von einer jüdischitalienischen Familie, die am Ende des Zweiten Weltkriegs in ein KZ deportiert wird. Der Vater spielt, um seinen kleinen Sohn zu schützen, um ihm das KZ-Leben erträglich zu machen, den Kasper.

Er erfindet eine irrwitzige Lügengeschichte, um das Kindsein seines Kindes zu verteidigen: Er tut so, als seien all die Schrecknisse des Lagers Bestandteile eines großen Gesellschaftsspiels, bei dem man möglichst viele Punkte sammeln muss, um so den großen Preis, einen echten Panzer, zu gewinnen. Das Gebrüll der KZ-Wärter, das Verschwinden der Alten und der Kinder – jede Grausamkeit verwandelt der Vater mit panischer Heiterkeit in Stationen dieses Spiels. Selbst zu seiner Hinrichtung hampelt der Papa als feixender Pinocchio, um den Glauben des Buben an das Spiel zu erhalten. Am Ende sieht das Kind den versprochenen Gewinn: Ein Panzer fährt durchs Lagertor, die Amerikaner befreien das KZ.

Die Filmkritiker haben dieses Geschehen beredt interpretiert: Der Film erzähle von der Kraft der barmherzigen Lüge. Die Lüge, so haben sie gemeint, sei im Film ein Akt der Liebe, weil diese Lüge die Hoffnung am Leben erhalte. Eine Lüge, die Hoffnung macht – was daran soll weihnachtlich sein? Bekanntlich verspricht die Weihnachtsbotschaft „Friede den Menschen auf Erden“. Ist es weihnachtlich, wenn dabei ein furchtbarer Verdacht aufkeimt: Kann es sein, dass auch dieses Versprechen Lüge ist – eine Lüge, um die Hoffnung am Leben zu erhalten? Eine Lüge, um die Menschen etwas glauben zu machen, was nicht stimmt, nie eintritt? Wo ist denn der Friede zweitausend Jahre nach seiner Verheißung? Seine Absenz wurde doch eben wieder, zum 50. Jahrestag der Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, tausendfach beklagt.

Lasst uns fressen und saufen
Realität ist aber nicht eine friedliche Weltordnung, die Realität sieht eher so aus wie im genannten Film. „Das Leben ist schön“ – das ist unschwer als Lüge wider den Augenschein zu entlarven. Ist das Leben denn schön für die Kinder, denen im Irak die amerikanischen Bomben um die Ohren fliegen? Für die Frauen in Kabul, die der fanatischen Willkür der Taliban ausgesetzt sind? Für die Gefolterten in der Türkei? Für die Gesteinigten im Sudan? Für die auswandernden Arbeiter Nordafrikas, deren Odyssee vor der spanischen Küste in den Tiefen des Mittelmeers endet? Man muss auch gar nicht so weit ausgreifen. Wie schön ist denn das Leben für Millionen von Menschen in Europa, denen per Einschreiben mitgeteilt wird, dass sie nicht mehr rentabel, also überflüssig sind: „Sehen wir uns gezwungen, auf ihre Dienste zu verzichten.“ Wo ist die Schönheit in der so attestierten Nutzlosigkeit? Wo also soll der versprochene Friede sei, wenn die Menschen Angst haben müssen, wenn sich diese Angst in Hass gegen Ausländer verwandelt, in Hass gegen die Underdogs, die ihre Arbeitskraft zu Verzweiflungspreisen anbieten?

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